Bad
Das Kräuterbad wirkt auf drei Wegen zugleich: über die Wärme, über die Inhaltsstoffe an der Haut und über den Duft. Für viele Zwecke ist ein Teilbad — Hand-, Fuß- oder Sitzbad — die bessere Wahl, weil es den Kreislauf kaum belastet und sich viel gezielter einsetzen lässt.
So geht es
- Für ein Vollbad einen kräftigen Aufguss ansetzen: 50 bis 100 Gramm getrocknetes Kraut auf ein bis zwei Liter Wasser, zugedeckt ziehen lassen, abseihen und ins Badewasser geben.
- Für ein Fuß- oder Sitzbad ein Viertel dieser Menge auf eine Schüssel rechnen.
- Badetemperatur um 37 Grad. Ein ansteigendes Fußbad beginnt bei etwa 33 Grad, dann wird über zehn Minuten heißes Wasser nachgegossen.
- Zehn bis zwanzig Minuten baden, nicht länger — die Haut quillt sonst auf und trocknet danach aus.
- Ätherische Öle nie unverdünnt ins Wasser geben; sie schwimmen sonst als Tropfen obenauf und reizen die Haut. Vorher in Sahne, Honig oder einem Emulgator aus der Apotheke auflösen.
- Nach dem Bad abtrocknen statt abduschen und eine halbe Stunde nachruhen.
Wozu diese Form passt
Beruhigende Pflanzen wie Lavendel, Melisse und Hopfen; gerbstoffreiche wie Eichenrinde und Schwarztee bei nässenden Hautstellen; durchblutungsfördernde wie Rosmarin und Fichtennadel am Morgen. Haferstroh und Malve gelten als hautberuhigend.
Wo Schluss ist
Vollbäder belasten den Kreislauf. Bei Herzschwäche, schlecht eingestelltem Bluthochdruck, Krampfadern mit Beschwerden, offenen Wunden, Fieber und in der späten Schwangerschaft gehören sie besprochen, nicht ausprobiert. Anregende Bäder am Abend halten wach, beruhigende am Morgen machen müde. Rosmarinbäder gelten in der Schwangerschaft als nicht geeignet. Wer allein badet und kreislaufempfindlich ist, wählt das Fußbad.
Pflanzen, die so verwendet werden
48 Pflanzen aus dieser Datenbank haben mindestens eine belegte Anwendung in dieser Form. Nicht in dieser Liste stehen giftige und rechtlich kontrollierte Arten — und bei Pflanzen mit Vorsichtshinweis auch keine innerlichen Anwendungen, für die es nur eine volkstümliche Überlieferung gibt. Über Suche und Register bleibt alles erreichbar.
Äußerliches Bad bei oberflächlichen, schlecht heilenden Wunden.
Volksmedizinisches Entspannungsbad bei nervöser Anspannung, Erschöpfung und gereizter Haut.
Arnika-Sitzbad oder Teil-/Fußbad bei müden, schmerzenden Muskeln und leichten Gelenkbeschwerden nach körperlicher Arbeit: 2–3 EL getrocknete Arnika…
Volksheilkundliches Hauhechelwurzel-Bad bei rheumatischen Beschwerden und Hauterkrankungen — äußerliche Anwendung, nicht offiziell bewertet.
Volksmedizinisches Entspannungsbad bei nervöser Anspannung, Erschöpfung und gereizter Haut.
Aloe-Gel als Badezusatz für ein pflegendes, feuchtigkeitsspendendes Bad bei trockener oder gereizter Haut.
Äußerliches Vollbad oder Sitzbad bei entzündlichen Haut- und Schleimhauterkrankungen, Ekzemen, Vulvitis, Hämorrhoiden — Kommission E positiv.
Fußbäder mit starkem Wurzelabsud volksheilkundlich bei Erfrierungen und Frostbeulen überliefert.
Äußerlicher Badeaufguss aus getrockneten Walnussblättern — Kommission-E-Monographie (positiv) für milde oberflächliche Hautentzündungen und übermäß…
Entspannendes Vollbad mit Baldrianwurzelextrakt — traditionelle äußerliche Anwendung bei nervöser Erschöpfung und Einschlafproblemen.
Entspannungsbad bei nervöser Anspannung und Schlafstörungen — die ätherischen Öle wirken über Haut und Atemluft beruhigend.
Wärmendes Erkältungsbad — die ätherischen Öle gelangen über Haut und Atemluft in den Körper.
Volksheilkundliches Eisenkrautbad bei rheumatischen Beschwerden und Muskelschmerzen — äußerliche Entspannungs- und Schmerzlinderungs-Anwendung.
Volksheilkundliches Mädesüß-Kräuterbad bei rheumatischen Beschwerden und Muskelkater — aromatisch und wärmend.
Volksmedizinisch: Baeder mit Bitterklee-Aufguss bei rheumatischen Beschwerden und Hautausschlaegen (skrofuloese Hautleiden) - keine moderne Evidenz
Hämorrhoiden, Lymphstau im Beckenbereich (Sitzbad)
Vollbäder mit konzentriertem Eschenblätter-Aufguss wurden traditionell bei Gicht und rheumatischen Gelenkschmerzen angewendet.
Fichtennadelbad: Nadeln und Zweigspitzen werden ausgekocht und der Aufguss dem Badewasser zugegeben.
Volksheilkundliches Odermennig-Teilbad oder Fußbad bei müden Beinen, Schweißfüßen und leichten Gelenkbeschwerden.
Volksheilkundlicher Wacholderbeer-Badezusatz zur äußerlichen Anwendung bei rheumatischen Beschwerden und zur Durchblutungsanregung.
Volksheilkundliches Goldruten-Teilbad bei rheumatischen Gelenkbeschwerden, Gicht-Anfall und Hautreizungen — abschwellend und leicht antientzündlich.
Sitzbäder oder lokale Bäder mit Blutweiderich-Extrakt wurden volksmedizinisch bei Scheidenproblemen (Ausfluss) und perianalen Beschwerden genutzt.
Spearmint-Kräuterbad volksheilkundlich zur Entspannung, Erfrischung und milden Tonisierung der Haut — angenehmer, leichter Minzduft ohne intensive…
Volksmedizinisches Birkenblatts-Vollbad bei Hauterkrankungen und Gelenkbeschwerden — mild adstringierend, traditionelle Anwendung ohne klinische St…
Volksmedizinisches Beruhigungsbad in Mexiko: Aufguss aus Blättern und Blüten dem warmen Vollbad oder Fussbad zusetzen.
Volksheilkundliches Liebstöckel-Bad bei müden Beinen und Durchblutungsstörungen — Achtung vor phototoxischem Risiko durch Furanocumarine nach Sonne…
Teilbäder und Umschläge mit konzentriertem Houttuynia-Aufguss werden volksmedizinisch bei ekzematösen Hauterkrankungen, Juckreiz und infizierten Ha…
Traditionelles Pflegebad bei größeren gereizten Hautpartien — sanfter als ein Umschlag, gut für Hände, Füße oder im Sitzbad.
EMA HMPC und Kommission E anerkennen Rosmarinblätter und Rosmarinöl-Zubereitungen als Badezusatz zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Besch…
Waschung oder Teilbad mit dem gerbstoffhaltigen Auszug bei gereizter oder unreiner Haut, volkskundlich überliefert.
Kommission-E-anerkanntes Haferstroh-Vollbad (Avenae stramentum) bei seborrhoischen und juckenden Hauterkrankungen — die extern verwendete Droge ist…
Klassische warme Sitzbad-Anwendung bei leichten krampfartigen Beschwerden im kleinen Becken.
Holunderblütenbad und Dampfinhalation bei Erkältungsbeschwerden und zur Hautpflege — entspannend und mild diaphoretisch.
Weidenrindenbad bei rheumatischen Beschwerden und Muskelverspannungen — externe adstringierende und schwach entzündungshemmende Volksheilkunde.
Traditionelles Entspannungsbad bei nervöser Unruhe und Einschlafproblemen.
Volksmedizinisches Sitz- bzw.
Sitzbäder und Teilbäder mit Eichenrindendekokt (5 g Rinde pro Liter Wasser) lindern Brennen und Juckreiz bei Hämorrhoiden, Analekzem und Intertrigo.
Traditionelles Teilbad gegen Hautpilz und Hornhautprobleme — antifungale Wirkung des ätherischen Öls (α-Terthienyl ist gegen Hautpilze wirksam) bel…
Traditionelles Hamamelisblatt-Sitzbad (EMA-anerkannt) bei Beschwerden durch Hämorrhoiden, lokalem Juckreiz und leichten Hautentzündungen.
Als hautberuhigendes Bad bei Juckreiz und Hautirritationen überliefert.
Kiefernnadelölbäder werden traditionell bei Erkältungskrankheiten und rheumatischen Beschwerden eingesetzt.
In der mexikanischen Volksmedizin wurden Blätter des Weihnachtssterns in Badewasser für fiebersenkendes Sitzbad oder Vollbad verwendet.
Traditionelles Sitzbad bei Beschwerden im Unterleibsbereich und vermehrtem Ausfluss; die adstringierende Wirkung steht im Vordergrund.
Äußerliche Waschung und Umschlag mit Stiefmütterchen-Aufguss bei seborrhoischer Haut, Gneiss und milden Hautausschlägen — traditionelle EMA-Indikat…
Traditionelles Entspannungsbad bei nervöser Unruhe und Einschlafproblemen.
In der europäischen Volksmedizin werden Petersilienaufgüsse als Haartönung bei schuppen- oder seborrhöischen Haarerkrankungen sowie als erfrischend…
Fußbad oder Vollbad mit frischem oder getrocknetem Zitronengras (50–100 g auf 10 l Wasser) bei Fußpilz (Tinea pedis), Ringelflechte und müden Muskeln.
Entspannendes Abendbad in der Volksheilkunde — kein EMA-Indikationsstatus, aber traditionell beliebt zur Beruhigung.
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