Salbe und Ölauszug
Eine Salbe ist im Kern nichts anderes als ein Pflanzenauszug in Fett, mit Wachs so weit angedickt, dass er streichfähig bleibt. Der Umweg über das Öl hat einen Grund: Ein Teil der interessanten Stoffe — bei Johanniskraut das rote Hypericin, bei Ringelblume die Triterpene — ist fettlöslich und geht in Wasser gar nicht erst mit.
So geht es
- Ölauszug ansetzen: getrocknetes Kraut mit einem guten Pflanzenöl übergießen (Oliven-, Sonnenblumen- oder Mandelöl), bis es bedeckt ist.
- Kalt: drei bis vier Wochen ans Fensterbrett stellen, täglich schütteln. Warm: zwei Stunden im Wasserbad bei höchstens 60 Grad ziehen lassen.
- Durch ein Tuch abseihen und gut ausdrücken.
- Für die Salbe je nach gewünschter Festigkeit acht bis zehn Teile Ölauszug mit einem Teil Bienenwachs im Wasserbad schmelzen.
- Streichprobe: einen Tropfen auf einen kalten Teller geben. Zu weich — etwas Wachs nachgeben; zu fest — etwas Öl.
- In saubere, ausgekochte Tiegel abfüllen, offen abkühlen lassen und erst dann verschließen, sonst schlägt sich Kondenswasser nieder und die Salbe verdirbt.
Wozu diese Form passt
Fettlösliche Inhaltsstoffe: Harze, Carotinoide, ätherische Öle, die Naphthodianthrone des Johanniskrauts. Ringelblume, Beinwell, Arnika, Johanniskraut und Kamille sind die klassischen Salbenpflanzen.
Wo Schluss ist
Nur getrocknetes Kraut verwenden. Frisches bringt Wasser in den Ölauszug, und Wasser im Fett bedeutet Schimmel und Bakterien. Selbstgemachte Salben sind nicht keimfrei und gehören nicht auf offene Wunden, frische Operationsnarben oder entzündete Haut. Vor der ersten Anwendung eine kleine Stelle in der Armbeuge testen — Ringelblume, Arnika und Kamille sind Korbblütler, und darauf reagiert ein Teil der Menschen allergisch. Arnika gehört nicht auf verletzte Haut. Johanniskrautöl macht die Haut lichtempfindlich; danach nicht in die Sonne.
Aufbewahren
Kühl und dunkel hält eine selbstgemachte Salbe etwa sechs bis zwölf Monate. Immer mit einem sauberen Spatel entnehmen, nicht mit dem Finger. Ranziger Geruch heißt wegwerfen.
Pflanzen, die so verwendet werden
37 Pflanzen aus dieser Datenbank haben mindestens eine belegte Anwendung in dieser Form. Nicht in dieser Liste stehen giftige und rechtlich kontrollierte Arten — und bei Pflanzen mit Vorsichtshinweis auch keine innerlichen Anwendungen, für die es nur eine volkstümliche Überlieferung gibt. Über Suche und Register bleibt alles erreichbar.
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Arnikasalbe oder -gel (standardisiert auf Sesquiterpenlactone, üblicherweise 0,5–1 % Helenalin-Derivate oder entsprechend 15 % Tinktur in Salbengru…
Die EMA führt neben dem Husten auch örtliche Muskelschmerzen als traditionelle Anwendung — als Einreibung in verdünnter Form.
Borretschsamenöl ist im Gegensatz zum Kraut weitgehend PA-frei und reich an Gamma-Linolensäure (GLA).
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Reines Blattgel oder Salbe mit Aloe-vera-Gel zur kühlenden, feuchtigkeitsspendenden Anwendung bei leichten Verbrennungen, Sonnenbrand, kleinen Haut…
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Stumpfe Traumata: Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen
Volksheilkundliche Salbe mit Eibischwurzel bei trockener, gereizter oder rissiger Haut, Ekzemen und Wundschorf.
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Knospensalbe aus Populus-Knospen (oft Populus nigra oder Hybride, auch Zitter-Espe-Knospen in Volksmedizin) enthält harzige Phenylglykoside und Fla…
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