Ätherisches Öl
Ein ätherisches Öl ist kein Pflanzenauszug, sondern ein Destillat: der flüchtige Anteil der Pflanze, um ein Vielfaches konzentriert. Für einen Liter Rosenöl braucht es mehrere Tonnen Blüten. Diese Konzentration ist der Grund für die Wirkung — und der Grund, warum ätherische Öle die Anwendungsform mit den meisten Zwischenfällen sind.
So geht es
- Nie unverdünnt auf die Haut. Für Erwachsene ein bis drei Prozent in einem Trägeröl: etwa ein bis sechs Tropfen auf zehn Milliliter Mandel-, Jojoba- oder Olivenöl.
- Für Kinder ab drei Jahren höchstens ein halbes bis ein Prozent, und nur mit milden Ölen wie Lavendel oder Römischer Kamille.
- Zur Raumbeduftung drei bis fünf Tropfen in einen Diffusor mit Wasser. Nicht dauerhaft laufen lassen — zwanzig Minuten reichen, danach lüften.
- Vor der ersten Anwendung eine Verträglichkeitsprobe in der Armbeuge machen und 24 Stunden abwarten.
- Beim Kauf auf die vollständige botanische Angabe achten: lateinischer Name, Pflanzenteil, Gewinnungsart. „Naturidentisch“ und „Duftöl“ sind keine ätherischen Öle.
Wozu diese Form passt
Pfefferminze äußerlich bei Spannungskopfschmerz, Lavendel zur Beruhigung, Teebaum und Thymian als keimhemmende Zusätze, Eukalyptus und Fichte zum Inhalieren bei Erkältung.
Wo Schluss ist
Ätherische Öle gehören nicht in die Augen und nicht in deren Nähe. Menthol- und kampferhaltige Öle sowie Eukalyptusöl dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht ins Gesicht — sie können einen Stimmritzenkrampf auslösen. Kaltgepresste Zitrusöle machen die Haut lichtempfindlich; nach dem Auftragen mindestens zwölf Stunden keine Sonne. Die innerliche Einnahme ätherischer Öle ist kein Hausmittel: Schon wenige Milliliter mancher Öle sind giftig, bei Kindern noch weniger. Wer sie innerlich anwenden will, tut das nur nach Anweisung einer fachkundigen Praxis oder Apotheke; Menschen mit Asthma oder Epilepsie und Schwangere klären jede Anwendung vorher ab.
Aufbewahren
Dunkles Glas, kühl, fest verschlossen. Zitrusöle halten etwa ein Jahr, die meisten anderen zwei bis drei. Alt gewordene Öle reizen die Haut stärker als frische.
Pflanzen, die so verwendet werden
34 Pflanzen aus dieser Datenbank haben mindestens eine belegte Anwendung in dieser Form. Nicht in dieser Liste stehen giftige und rechtlich kontrollierte Arten — und bei Pflanzen mit Vorsichtshinweis auch keine innerlichen Anwendungen, für die es nur eine volkstümliche Überlieferung gibt. Über Suche und Register bleibt alles erreichbar.
Äußerliche Anwendung von verdünntem Anis-ätherischem Öl bei Husten und Bronchialbeschwerden.
Aromatherapeutische Anwendung des ätherischen Apfel-Geranien-Öls zur Entspannung, bei nervöser Anspannung und Stress.
Das ätherische Öl (Hauptbestandteile Linalool und Eugenol) zeigt in vitro ausgeprägte antibakterielle und antifungale Aktivität.
In der traditionellen chinesischen Medizin werden getrocknete Blätter und Stängel zu Moxastäben gepresst und zur Wärmeakupunktur (Moxibustion) verb…
Für den Inhaltsstoff 1,8-Cineol gibt es einzelne klinische Studien zu Atemwegsbeschwerden wie Bronchitis und Rhinosinusitis.
Aromatherapeutische Volksanwendung: Zerquetschte frische Blätter oder ein selbstgemachter Mazerat-Ölauszug verströmen einen zitronig-rosigen Duft,…
Ätherisches Dillöl (Fruchtöl) — carminativ, nur verdünnt; extern als Bauchmassage-Öl bei Blähungen sinnvoll.
Aromatherapeutische Anwendung des ätherischen Rosengeranien-Öls (Geranium-Bourbon-Öl) zur Entspannung, bei Stress, Reizbarkeit und nervösen Anspann…
Blaues Kamillenätherisches Öl (reich an Chamazulen und alpha-Bisabolol-Oxiden) — äußerlich entzündungshemmend, hautberuhigend; Kommission E positiv…
Das durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl enthält Nepetalacton und wirkt als Insektenrepellent gegen Stechmücken, Schaben und Termi…
Das ätherische Öl aus Koriandersamen (Linalool-dominiert) zeigt antibakterielle Aktivität gegen grampositive und gramnegative Bakterien in vitro.
Konzentrierte Anwendung bei Blähungen und Krämpfen.
Standardisiertes Lavendelöl (Silexan, 80–160 mg/Tag) bei subsyndromaler Angst und stressbedingter Unruhe — die einzige Lavendel-Anwendung mit klini…
Lorbeerbaumöl (aus Früchten und Blättern gewonnen) zur äußerlichen Massage bei rheumatischen Beschwerden, Prellungen und Verstauchungen.
Das ätherische Öl der Zimtrinde enthält ca.
Das ätherische Öl von Estragon zeigt in Laborstudien antibakterielle und antifungale Aktivität, bedingt durch hohe Anteile an Estragol und Methyleu…
Hyazinthen-Absolue (Absolue de jacinthe): hochwertige, sehr teure Parfümerie-Komponente, gewonnen aus frischen Hyazinthenblüten durch Solvent-Extra…
Wacholderbeeren-ätherisches Öl (Juniperi aetheroleum) — traditionell innerlich bei dyspeptischen Beschwerden in medizinisch empfohlener Dosierung;…
Nelkenöl (1–2 Tropfen auf einem Wattestäbchen) wirkt bei Zahnschmerzen als lokales Analgetikum und Antiseptikum.
Echtes Vanille-'Essential-Oil' im engeren Sinn existiert kaum, da Vanillin sich nicht wasserdampfflüchtig destillieren lässt.
Ätherisches Spearmintöl (extern verdünnt) bei Kopfschmerzen, Muskelspannungen und zur Aromatherapie — Carvon-Profil milder als Pfefferminz-Menthol.
Das ätherische Öl aus den Blättern und Kelchdrüsen enthält Camphor, Cineol und andere Monoterpene.
Ätherisches Tulsi-Öl (Methyl-Eugenol-Chemotyp oder Eugenol-Chemotyp) wird äußerlich in verdünnter Form (1–2 % in Trägeröl) bei Hautinfektionen, Ins…
Das ätherische Öl aus Kreuzkümmelsamen zeigt in vitro antibakterielle und antifungale Aktivität.
Ätherisches Liebstöckelöl aus der Wurzel — Phthalid-Reich, diuretisch und spasmolytisch; phototoxisches Risiko durch Furanocumarine, nur unter Fach…
Das ätherische Öl von Mentha × villosa (Limonen/Carvon-Chemotyp) wird in verdünnter Form (1–2 % in Trägeröl oder per Inhalation) bei Atemwegsinfekt…
Origanumöl (Oleum origani) wird traditionell wegen seines hohen Carvacrol- und Thymolgehalts wegen seiner antimikrobiellen Eigenschaften eingesetzt…
Pfefferminzöl in magensaftresistenten Kapseln (EMA well-established use) — führendes pflanzliches Präparat bei Reizdarm-Syndrom mit solider klinisc…
Inhalation des ätherischen Rosmarinöls bei Katarrhen der oberen Atemwege.
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Ätherisches Tagetes-Öl: lokal-punktuelle, stark verdünnte Anwendung auf Hornhaut, Hühneraugen oder Pilznägeln.
Äußerlich aufgetragenes Kiefernadelöl (in fettem Trägeröl verdünnt) wird traditionell bei leichten Muskel- und Nervenschmerzen sowie rheumatischen…
Das ätherische Öl (Hauptbestandteil Citral 65–85 %) zeigt im Labor ausgeprägte antifungale Wirkung gegenüber Candida albicans, C.
Das ätherische Öl (Hauptbestandteile: Geranial 18–21 %, Neral 15–16 %) wird in der Aromatherapie zur Entspannung eingesetzt.
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