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Estragon
Vorsicht🐾Tarragon · (Artemisia dracunculus)
Korbblütler (Asteraceae)
Beschreibung
Schmale, glänzend grüne Blätter mit mildem Anisaroma machen dieses Korbblütlergewächs zu einem der vier klassischen 'fines herbes' der französischen Küche und zur namensgebenden Zutat der Sauce Béarnaise. Geerntet wird das Kraut vor der Blüte zwischen Juni und September; sein ätherisches Öl enthält reichlich Estragol, dazu die Flavonoide Quercetin und Rutin. Ein Aufguss aus den getrockneten Blättern wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Schluckauf eingesetzt, da die bitteren Inhaltsstoffe die Gallensekretion anregen sollen. In der Volksmedizin Zentralasiens und des Nahen Ostens galt Estragon zudem als fiebersenkendes Mittel; in Iran und Armenien werden frische Blätter bis heute täglich als Teil des Kräutertellers Sabzi khordan gegessen. WARNHINWEIS: In üblichen Küchenmengen unbedenklich; das ätherische Öl enthält jedoch Estragol und Methyleugenol, laut EFSA genotoxisch und potenziell krebserregend — konzentrierte innerliche Anwendung ist zu vermeiden. Personen mit Korbblütler-Allergie sollten vorsichtig sein.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Nicht als Heilpflanzenzubereitung (Tee, Extrakt, Öl) in der Schwangerschaft anwenden — emmenagoge Wirkung möglich. Kleine Küchenmengen gelten als unbedenklich.
Frische oder getrocknete Blätter und Triebspitzen werden als aromatisches Gewürzkraut in der Küche eingesetzt. Estragon ist eine der klassischen 'fines herbes' der französischen Küche und Grundbestandteil der Sauce Béarnaise. Die Blätter entfalten ein mildes Anisaroma und passen zu Geflügel, Fisch, Eierspeisen und Essig-Marinaden.
Anleitung & Dosierung
Ein Aufguss aus den getrockneten Blättern wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Übelkeit und Schluckauf eingesetzt. Die bitteren Wirkstoffe und ätherischen Öle sollen die Gallensekretion und Magentätigkeit anregen.
Anleitung & Dosierung
1–2 g getrocknete Blätter mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
In der Volksmedizin Zentralasiens und des Nahen Ostens wurden Extrakte aus Estragon als fiebersenkend und verdauungsfördernd eingesetzt, ebenso bei Appetitlosigkeit und Magenschwäche.
Anleitung & Dosierung
Quellen: [4]
Breiumschläge aus den frischen Blättern wurden in der Volksmedizin äußerlich bei Rheuma, Gicht und Gelenkschmerzen aufgelegt.
Anleitung & Dosierung
Quellen: [3]
In der Volksmedizin wurden frische Blätter bei Zahnschmerzen gekaut, da ätherische Öle wie Estragol eine leichte lokalanästhetische Wirkung zeigen. In Gebieten Irans und Armeniens werden frische Blätter als Teil des traditionellen Kräutertellers (Sabzi khordan) täglich als Beilage gegessen.
Das ätherische Öl von Estragon zeigt in Laborstudien antibakterielle und antifungale Aktivität, bedingt durch hohe Anteile an Estragol und Methyleugenol. Eine externe Nutzung (stark verdünnt) wird in der Aromatherapie beschrieben. Die konzentrierte Einnahme ist wegen des Genotoxizitätspotenzials nicht zu empfehlen.
Quellen: [4]
In üblichen Küchenmengen (Blätter) unbedenklich. Das ätherische Öl enthält Estragol (Methylchavicol) und Methyleugenol — beide gelten laut EFSA als genotoxisch und potenziell kanzerogen. Konzentrierte Anwendung (z. B. als reines ätherisches Öl innerlich) ist zu vermeiden. Personen mit Asteraceae-Allergie sollten vorsichtig sein. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen giftig.
Nicht als Heilpflanzenzubereitung (Tee, Extrakt, Öl) in der Schwangerschaft anwenden — emmenagoge Wirkung möglich. Kleine Küchenmengen gelten als unbedenklich.
Konzentrierte Zubereitungen vermeiden. Geringe Küchenmengen sind traditionell akzeptiert.
Keine konzentrierten Extrakte oder ätherisches Öl bei Kindern. Küchenmengen in der Ernährung gelten als unbedenklich.
Kontraindikationen
- Bekannte Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae)
- Anwendung konzentrierter ätherischer Öle innerlich
Erntet wird: Kraut (vor der Blüte)
- Tageszeit:
- Vormittags nach dem Abtrocknen des Taus — optimale Ölkonzentration zu Beginn der Knospenbildung.
- Trocknung:
- An luftigem, schattigen Ort oder bei max. 35 °C im Trockner; Bündel kopfüber aufhängen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Dunkel, trocken, luftdicht in Glas- oder Blechdosen.
- Tageszeit:
- Frische Triebspitzen (20–30 cm) können mehrmals pro Saison geschnitten werden; bevorzugt morgens.
- Trocknung:
- Frischverwendung bevorzugt; Einfrieren erhält das Aroma besser als Trocknen.
- Lagerung:
- 6 Monate — Eingefroren in Eiswürfelbehältern mit Wasser oder Öl bis zu 6 Monate haltbar.
- Estragole (Methylchavicol)Ätherisches ÖlAnteil: 40-85 % (im äther. Öl)Krautige Teile
Hauptkomponente des ätherischen Öls; verleiht den charakteristischen Anisduft. Laut EFSA genotoxisch in hohen Dosen — in Küchenmengen unproblematisch.
- MethyleugenolÄtherisches ÖlAnteil: 5-35 % (im äther. Öl)Krautige Teile
Phenylpropanoid; trägt zum Aroma bei. Ebenfalls als potenziell genotoxisch eingestuft; wird durch Trocknen teilweise abgebaut.
- SabinenÄtherisches ÖlAnteil: bis 35 % (im äther. Öl)Krautige Teile
Monoterpen; antimikrobielle Wirkung in Laborversuchen.
- HerniarinSonstigeAnteil: > 1 % (Gesamtcumarine)Krautige Teile
Hauptcumarin in Estragon; antibakterielle und antifungale Aktivität beschrieben.
- Flavonoide (Quercetin, Rutin)FlavonoidAnteil: 0,5-4,9 %Krautige Teile
Antioxidative Leitsubstanzen; höhere Gehalte bei Kulturvarietäten.
- Phenolcarbonsäuren (Rosmarinsäure, Kaffeesäure)PhenolsäureAnteil: variabelKrautige Teile
Tragen zur antioxidativen und entzündungshemmenden Aktivität bei.
- Bitter- und GerbstoffeGerbstoffAnteil: variabelKrautige Teile
Fördern die Verdauungssekretion und Gallentätigkeit.
- Delorazepam (Spuren)SonstigeAnteil: < 0,001 %Krautige Teile
Natürlich vorkommendes Benzodiazepin; Mengen sind pharmakologisch nicht relevant.
- [3]MonographieArtemisia dracunculus — Plants for a Future (PFAF)(abgerufen: 2026-05-22)
- [4]MonographieArtemisia dracunculus (Tarragon): A Review of Its Traditional Uses, Phytochemistry and Pharmacology. Frontiers in Pharmacology, 2021. DOI: 10.3389/fphar.2021.653993(abgerufen: 2026-05-22)
- [5]MonographieASPCA Animal Poison Control — Tarragon (Artemisia dracunculus)(abgerufen: 2026-08-10)
- [1]WikipediaEstragon (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-22)
- [2]WikipediaTarragon (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-22)
Verbreitung in Europa
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Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)