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Silber-Weide
VorsichtSalix alba · (Salix alba)
Weidengewächse (Salicaceae)
Beschreibung
Die Silber-Weide ist eine Pflanzenart in der Gattung der Weiden (Salix) aus der Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Der Name nimmt auf die silbrig erscheinenden schmal lanzettlichen Laubblätter Bezug. Sie ist eine der wenigen baumförmigen Weiden und war Baum des Jahres 1999.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
REYE-SYNDROM: Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren mit Virusinfektionen (Grippe, Windpocken) dürfen keine Salicylate einnehmen — Lebensgefahr.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Weidenrinde ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, besonders im dritten Trimenon: Salicylate hemmen die Prostaglandinsynthese, können den Ductus arteriosus vorzeitig verschließen, die Geburt verzögern und Blutungsrisiken erhöhen. EMA und ESCOP empfehlen ausdrücklich: NICHT in der Schwangerschaft anwenden.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
Salicylate gehen in die Muttermilch über und können beim Säugling kumulative Effekte verursachen. EMA und ESCOP empfehlen: NICHT in der Stillzeit anwenden.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren: KONTRAINDIZIERT bei Fieber im Rahmen von Virusinfektionen (Reye-Syndrom-Risiko, lebensbedrohlich). Jugendliche 12–18 Jahre: nur unter ärztlicher Aufsicht, da Reye-Syndrom-Risiko bei Virusinfektionen auch hier besteht. Fieber bei Kindern immer ärztlich abklären lassen.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Antikoagulanzien / Thrombozytenaggregationshemmer (Warfarin, Phenprocoumon, Clopidogrel, ASS) · Nichtsteroidale Antirheumatika (Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen) · Methotrexat (MTX)
- TeeRindeInnerlichKommission E
Abkochung der Weidenrinde (standardisiert auf Salicin) bei Rückenschmerzen, leichten Gelenksbeschwerden und Fieber — Kommission E positiv bewertet; EMA-Monographie führt das Dekokt als traditionelle Anwendung.
Anleitung & Dosierung
ABKOCHUNG (Dekokt) — Kommission E / EMA traditionelle Anwendung: 2–3 g grob zerkleinerte, getrocknete Weidenrinde (Salix alba, S. purpurea oder S. daphnoides) mit 200–250 ml kaltem Wasser ansetzen, langsam zum Kochen bringen, 10–15 Minuten köcheln lassen, dann abseihen. 3× täglich frisch zubereitet einnehmen. Tagesdosis standardisiert auf 60–120 mg Gesamtsalicin. EMA-Indikationen: kurzzeitige Linderung von Rückenschmerzen (Lumbago), leichten Gelenksschmerzen und erhöhter Körpertemperatur (Fieber). Anwendungsdauer maximal 4 Wochen ohne ärztliche Rücksprache. Bei Magen-Darm-Beschwerden die Rinde nach einer Mahlzeit einnehmen. Kein Einnehmen auf nüchternen Magen bei bekannter Magenempfindlichkeit.
- Trockenmenge
- 2–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Nicht bei Kindern unter 12 Jahren mit Fieber (Reye-Syndrom-Risiko analoges zu Acetylsalicylsäure). Laut EMA-Monographie: Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren.
[#src_ema_salix_cortex] [#src_escop_salix_cortex] [#src_kommission_e_salix]
- TinkturRindeInnerlichKommission E
Weidenrindentinktur bei rheumatischen Beschwerden, Fieber und Kopfschmerzen — Kommission E positiv bewertet.
Anleitung & Dosierung
TINKTUR (Droge-Auszug-Verhältnis 1:5 in 25–40 % Ethanol): 2–4 ml (~40–80 Tropfen) 3× täglich in etwas Wasser verdünnt einnehmen. Tagesdosis entspricht ca. 60–120 mg Gesamtsalicin. Kommission E positiv bei Fieber, rheumatischen Beschwerden und Kopfschmerzen. Tinktur wirkt im Vergleich zum Dekokt etwas schneller aufgrund besserer Extraktionseigenschaften der phenolischen Glycoside. Maximal 4 Wochen ohne ärztliche Kontrolle; nicht auf nüchternen Magen bei Magenempfindlichkeit.
- Flüssigkeit
- 2–4 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Nicht bei Kindern unter 12 Jahren mit Fieber (Reye-Syndrom-Risiko). Wegen Ethanolgehalt nicht bei Alkohol- oder Lebererkrankung.
[#src_kommission_e_salix] [#src_escop_salix_cortex] [#src_wichtl_teedrogen]
- TeeRindeInnerlichTraditionell
Traditioneller Kaltauszug der Weidenrinde — volksheilkundliche Alternative zum Dekokt bei leichtem Fieber und Erkältungskopfschmerzen; schonender für den Magen.
Anleitung & Dosierung
KALTER AUFGUSS (traditionell): 1–2 g grob zerkleinerte Weidenrinde in 200 ml kaltem Wasser über 8 Stunden stehen lassen, dann absieben und auf Trinktemperatur erwärmen (oder kalt trinken). Manche traditionellen Quellen bevorzugen den Kaltauszug, da er Gerbstoffe schonender löst und weniger Magen reizend sein soll. 2× täglich. Traditionelle Anwendung bei leichten Erkältungsfieber und Kopfschmerzen. Bei Magenempfindlichkeit besser als heißes Dekokt geeignet.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
[#src_wichtl_teedrogen] [#src_pfaf_salix_alba] [#src_wp_de_salix]
- BadRindeÄußerlichVolksmedizin
Weidenrindenbad bei rheumatischen Beschwerden und Muskelverspannungen — externe adstringierende und schwach entzündungshemmende Volksheilkunde.
Anleitung & Dosierung
BADESATZ: 200–300 g getrocknete Weidenrinde in 3 Liter kaltem Wasser ansetzen, zum Kochen bringen, 20 Minuten köcheln lassen, absieben. Den konzentrierten Absud dem Badewasser (ca. 37–38 °C) zufügen. Badezeit 15–20 Minuten. Volksheilkundlich bei rheumatischen Gelenksbeschwerden, Muskelverspannungen und schwitzenden Füßen (adstringierende Wirkung der Gerbstoffe). Externe Anwendung umgeht Magen-Darm-Problematik. Haut anschließend gut abtrocknen und wärmen. Nicht bei offenen Wunden oder gereizter Haut anwenden.
- Trockenmenge
- 200–300 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
[#src_pfaf_salix_alba] [#src_madaus_salix] [#src_wp_de_salix]
- TinkturRindeÄußerlichVolksmedizin
Äußerliche Einreibung mit Weidenrindentinktur bei lokalen Gelenks- und Muskelschmerzen — volksheilkundlich, Wirkung durch Salicin-Resorption und Ethanolreiz.
Anleitung & Dosierung
EINREIBE-TINKTUR (extern, unverdünnt oder 1:1 mit Wasser verdünnt): 5–10 ml Weidenrindentinktur (1:5 in 40–70 % Ethanol) auf die betroffenen Gelenke oder Muskeln auftragen und sanft einmassieren. 2× täglich anwenden, nach der Anwendung gut waschen. Volksheilkundliche externe Anwendung bei schmerzhaften Gelenken und Muskeln. Wirkung beruht auf Ethanolstimulation und schwacher Salicin-Resorption durch die Haut. Nicht auf offene oder gereizte Haut auftragen.
- Flüssigkeit
- 5–10 ml
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
- TeeBlattInnerlichVolksmedizin
Volksmedizinischer Blättertee der Silber-Weide bei leichten Erkältungen und Fieber — schwächere Wirkung als Rindendekokt, reich an Flavonoiden und Gerbstoffen.
Anleitung & Dosierung
BLÄTTERAUFGUSS: 1–2 Teelöffel getrocknete Weidenblätter mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 2× täglich zwischen den Mahlzeiten. Geringerer Salicingehalt als Rinde — mildere Wirkung. Volksheilkundlich bei leichten Erkältungen und Fieber eingesetzt. Enthält ebenfalls Flavonoide und Gerbstoffe. Anwendung auf max. 2 Wochen begrenzen; bei ausbleibendem Effekt Rinden-Dekokt bevorzugen.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
[#src_pfaf_salix_alba] [#src_madaus_salix] [#src_wp_de_salix]
- UmschlagRindeÄußerlichVolksmedizin
Weidenrindenabsud als Umschlag bei kleinen Wunden, Ekzemen und gereizter Haut — adstringierende und schwach entzündungshemmende Volksheilkunde.
Anleitung & Dosierung
UMSCHLAG: 20–30 g Weidenrinde in 500 ml Wasser aufkochen, 15 Minuten köcheln, abkühlen lassen, abseihen. Ein sauberes Leinentuch in den lauwarmen Absud tauchen, ausdrücken und auf betroffene Hautpartien (schlecht heilende kleine Wunden, Ekzeme, juckende Haut) auflegen. 2× täglich, jeweils 15–20 Minuten. Adstringierende Wirkung der Gerbstoffe wirkt entzündungshemmend und zusammenziehend. Bei Zeichen von Entzündung oder Verschlechterung: Arzt aufsuchen.
- Trockenmenge
- 20–30 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen