© Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé · Public domain · Commons
Petersilie
Vorsicht🐾Parsley · (Petroselinum crispum)
Doldenblütler (Apiaceae)
Beschreibung
Kaum ein Küchenkraut ist in Mitteleuropa so verbreitet wie die Petersilie, deren krause oder glatte Blätter zwischen Mai und September geerntet werden und mit rund 160 mg Vitamin C sowie etwa 1640 µg Vitamin K pro 100 g außergewöhnlich nährstoffreich sind. Charakteristisch für das ätherische Öl sind Apiol und Myristicin, die Petersilie ihren typischen Geruch verleihen. Als Tee aus Blatt oder Wurzel ist Petersilie von der Kommission E zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsbeschwerden anerkannt, in der Küche dient sie roh oder als Gewürz der Nahrungsergänzung. Entscheidend: Therapeutische Zubereitungen wie Tee, Tinktur oder ätherisches Öl sind in der Schwangerschaft kontraindiziert, da Apiol und Myristicin in höheren Dosen wehenfördernd, leberschädigend und nervenschädigend wirken können — Petersilienfrüchte wurden historisch sogar als lebensgefährliches Abtreibungsmittel missbraucht. Küchenübliche Mengen als Garnitur oder im Salat gelten dagegen als sicher. Wegen enthaltener Furocumarine ist nach großen Frischpflanzenmengen erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut möglich, und reines ätherisches Öl darf niemals innerlich eingenommen werden.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
Petersilienfrüchte/-samenöl wurden historisch als Abortivum missbraucht (lebensgefährlich).
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
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Durchspülungstherapie bei leichten Beschwerden des unteren Harntrakts
Anleitung & Dosierung
Aquaretikum bei Reizblase und Harnwegsentzündungen (volkstümlich, Kommission E positiv für Kraut/Wurzel)
Anleitung & Dosierung
Vitamin-C- und Folsäurequelle, Verdauungsförderung, Atemerfrischung (küchenüblich)
Anleitung & Dosierung
Würzkraut für Bouillon, Kräuterquark, Tabouleh, Gremolata (traditionelles Würzmittel)
Anleitung & Dosierung
Umschlag bei Insektenstichen, Quetschungen und zur Linderung von Hautreizungen (volksmedizinisch)
Anleitung & Dosierung
KRITISCH: Therapeutische Anwendung (Tee, Tinktur, Extrakte, ätherisches Öl) in der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT — Apiol und Myristicin im ätherischen Öl wirken in höheren Dosen abortiv (uteruskontrahierend), hepatotoxisch (leberschädigend) und neurotoxisch. Petersilienfrüchte/-samenöl wurden historisch als Abortivum missbraucht (lebensgefährlich). Küchenübliche Mengen (Garnitur, Salat) gelten als sicher. Phototoxische Reaktionen durch Furanocumarine (Bergapten, Psoralen) möglich, besonders bei hellhäutigen Personen. Reine ätherische Öle NICHT innerlich anwenden. Auf reichliche Flüssigkeitszufuhr bei Durchspülungstherapie achten. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde, Katzen und Pferde giftig.
⏱ Max. Daueranwendung: 4 Wochen
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Wechselwirkungen
Vitamin-K-Antagonisten (Warfarin, Phenprocoumon)
Petersilie ist sehr reich an Vitamin K — größere oder schwankende Mengen können die gerinnungshemmende Wirkung von Cumarin-Antikoagulantien abschwächen und die INR destabilisieren. Konsistente Zufuhr halten.
Lithium
Aquaretische/diuretische Wirkung kann die renale Lithium-Clearance verringern und Plasmaspiegel erhöhen (Toxizitätsrisiko).
Diuretika (Schleifen-, Thiaziddiuretika)
Additive harntreibende Wirkung — Risiko für Dehydratation und Elektrolytverschiebungen, besonders bei älteren Patienten.
MAO-Hemmer
Myristicin im ätherischen Öl wirkt schwach MAO-hemmend — potenziell additive Effekte bei pharmazeutischen MAO-Hemmern (nur bei hohen Dosen / ätherischem Öl relevant).
Kontraindikationen
- Schwangerschaft (therapeutische Dosis, ätherisches Öl, Tinktur, Samen); Ödeme infolge eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion (Kommission E, da Durchspülungstherapie kontraindiziert); akute Nierenentzündung (Glomerulonephritis, Pyelonephritis); bekannte Allergie gegen Doldenblütler (Apiaceae); ätherisches Öl innerlich generell kontraindiziert.
Erntet wird: Blätter
- Apiol (Parsley camphor)Ätherisches ÖlAnteil: 0.3-0.7 % (Kraut), bis 80 % im Samenöl
Hauptkomponente des ätherischen Öls in Wurzel und Samen. HEPATOTOXISCH, neurotoxisch, in hohen Dosen abortiv (uteruskontrahierend) und nephrotoxisch. Historisch als Abortivum missbraucht — mit teils tödlichem Ausgang. Apiol ist der Hauptgrund für die strikten Schwangerschafts- und Hochdosis-Warnungen.
- MyristicinÄtherisches ÖlAnteil: in Kraut-Öl dominierend, in Samen-Öl 6-30 %
Phenylpropanoid mit schwach halluzinogenen und MAO-hemmenden Eigenschaften bei sehr hohen Dosen. In küchenüblichen Mengen unbedenklich, im konzentrierten ätherischen Öl jedoch neurotoxisch.
- Apiin (Apigenin-7-apiosylglucosid)FlavonoidAnteil: bis 2 % in Früchten
Flavonglykosid, Aglykon ist Apigenin. Trägt zu spasmolytischer, entzündungshemmender und schwach diuretischer Wirkung bei.
- Apigenin & Luteolin (freie Flavone)FlavonoidAnteil: Spuren bis 0.5 %
Antioxidativ, entzündungshemmend, gefäßprotektiv. Apigenin gilt als wichtigster bioaktiver Marker der Blätter.
- Furanocumarine (Bergapten, Psoralen, Imperatorin, Xanthotoxin)SonstigeAnteil: ca. 0.003 % in Früchten
Phototoxisch — können bei UV-Exposition phytophotodermatitisartige Hautreaktionen auslösen, vor allem bei hellhäutigen Personen und bei intensivem Kontakt mit frischem Pflanzensaft.
- Vitamin C, Vitamin K, FolsäureVitaminAnteil: Vit C ca. 160 mg/100 g Frischkraut, Vit K ca. 1640 µg/100 g
Frische Blattpetersilie ist eine der vitaminreichsten Küchenpflanzen. Sehr hoher Vitamin-K-Gehalt — klinisch relevant bei Patienten unter Vitamin-K-Antagonisten (Warfarin/Phenprocoumon).
- Eisen, Kalium, CalciumMineralstoffAnteil: Fe ca. 6 mg/100 g, K ca. 1000 mg/100 g
Petersilie liefert bei küchenüblichem Verzehr nennenswerte Mengen Eisen und Kalium. Der hohe Kaliumgehalt trägt zur aquaretischen Wirkung bei.
- [1]Monographiekomme_petersilie(abgerufen: 2026-05-19)
- [6]Monographiedrugs_vitk_warfarin(abgerufen: 2026-05-19)
- [7]Monographiemedscape_parsley(abgerufen: 2026-05-19)
- [8]Monographiepmc_repro_tox(abgerufen: 2026-05-19)
- [9]MonographieASPCA Animal Poison Control — Parsley (Petroselinum crispum): Toxic to Dogs, Toxic to Cats, Toxic to Horses(abgerufen: 2026-08-10)
- [10]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Petroselinum crispum (Mill.) Fuss: schwach giftig (+) (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [4]Buchwelt_wappen_petersilie(abgerufen: 2026-05-19)
- [2]Wikipediapfaf_petroselinum(abgerufen: 2026-05-19)
- [3]Wikipediaheilpraxis_petersilie(abgerufen: 2026-05-19)
- [5]Wikipediaeatsmarter_petersilie(abgerufen: 2026-05-19)
Verbreitung in Europa
🪴 Zuhause anbauen
- ☀ Licht
- Halbschatten
- 💧 Wasser
- alle paar Tage
- 🌱 Erde
- Humusreich, feucht
- 🪴 Topf
- 18 cm
- ⭐ Schwierigkeit
- ★★☆ mittel
- 🐾 Haustiere
- für Haustiere giftig
Tipps:
- Keimt langsam (3-4 Wochen) — Geduld haben oder vorgezogene Pflanzen kaufen.
- Stiele am Boden ernten, nicht oben abzupfen.
- Im 2. Jahr Blüte → Pflanze altert, neu aussäen.
Pflege-Tipps sind allgemeine Empfehlungen aus Indoor-Gardening-Praxis, keine wissenschaftlichen Quellen.
🤝 Permakultur-Partner
Diese Pflanze ist in deinem Garten ein/e:
✨ Beste Symbiose-Partner
- 🌿 Knoblauch Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Estragon Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Wald-Erdbeere Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Liebstöckel Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Basilikum Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Tomate Petersilie lockt Florfliegen, die Blattläuse fressen.
- 🌿 Große Kapuzinerkresse Klassischer Mischkultur-Partner.
⚠️ Besser nicht zusammen pflanzen
- 🥬 Echter Sellerie Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🥬 Fenchel Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🥬 Kopfsalat Petersilie und Salat hemmen sich (Wurzelausscheidungen).
- 🥬 Pfefferminze Klassischer Mischkultur-Partner.
📦 In diesen Pflanz-Sets:
Quelle: Gertrud Franck, Gesunder Garten durch Mischkultur (1980, eigene Kuration) | Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)