© Rasbak · CC BY-SA 3.0 · Commons
Kopfsalat
Lettuce · (Lactuca sativa var. capitata)
Korbblütler (Asteraceae)
Beschreibung
Kopfsalat, in Österreich auch Häupt(e)lsalat genannt, ist eine Sortengruppe des Gartensalats. Die Sprossachse ist stark gestaucht, so dass die Blätter einen dichten, rundlichen „Kopf“ bilden. Verzehrt werden beim Kopfsalat die Blätter meist roh.
- RohBlattInnerlichKlinische Studie
Kopfsalat ist das weltweit meistgegessene Rohgemüse. 100 g liefern ca. 102 µg Vitamin K (ca. 85 % DV), 73 µg Folsäure, 166 µg RAE Vitamin A (aus Beta-Carotin), 238 mg Kalium und nur 13 kcal — damit ist er ein ideales Sättigungsgemüse mit geringer Energiedichte. Die zarten, wasserreichen Blätter (95,5 % Wasser) liefern Ballaststoffe, unterstützen die Darmperistaltik und fördern die Hydrierung. Roh als Salat, in Sandwiches, Wraps oder kurz angedünstet — klassische Frühsommergemüse, das im deutschsprachigen Raum oft als erste Freilandkultur geerntet wird.
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- RohBlattInnerlichKlinische Studie
Kopfsalat und andere Lactuca-Sorten mit dunkelgrünen Blättern sind bedeutende Quellen von Beta-Carotin (Provitamin A). 100 g Kopfsalat liefern ca. 166 µg RAE Vitamin A — vergleichbar mit Buttersalat-Typen (Boston, Bibb). Beta-Carotin ist eine antioxidative Verbindung und Vorstufe von Vitamin A, das für Sehfunktion, Immunabwehr und Hautintegrität essenziell ist. Dunkelgrüne äußere Blätter enthalten 4–8× mehr Beta-Carotin als die blassen Innenblätter — diese sollten mitgegessen werden statt weggeworfen.
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- RohBlattInnerlichVolksmedizin
Kopfsalat enthält in seinem Milchsaft geringe Mengen der Sesquiterpenlactone Lactucin und Lactucopicrin — dieselben Bitterstoffe, die im verwandten Giftlattich (Lactuca virosa) stark konzentriert als Lactukarium bekannt sind. In der europäischen Volksmedizin des 17.–19. Jahrhunderts galt das Essen eines Kopfsalats vor dem Schlafengehen als schlafförderndes Hausmittel. Tierversuche belegen sedative und analgetische Wirkungen von Lactucin und Lactucopicrin; im normalen Salatkonsum sind die Konzentrationen zu gering für einen pharmakologischen Effekt.
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- RohBlattInnerlichVolksmedizin
In der traditionellen Phytotherapie (PFAF, Grieve) werden Lactuca-Arten als mild diuretisch, leicht antispasmodisch und beruhigend (nervine) beschrieben. Der Milchsaft (Lactukarium) aus blühenden Pflanzen wurde im 19. Jahrhundert als Hustenmittel und mildes Sedativum in Apotheken gehandelt. Kultivierter Kopfsalat hat im Vergleich zu Lactuca virosa sehr geringe Lactukarium-Gehalte; die überlieferten Verwendungen beziehen sich primär auf Wildarten und blühende Pflanzen.
- RohBlattInnerlichKlinische Studie
Kopfsalat ist eine relevante Vitamin-K-Quelle: 100 g Butterhead-Typen liefern ca. 102 µg Vitamin K1 — ca. 85 % des täglichen Bedarfs. Vitamin K ist für die Blutgerinnung (Faktoren II, VII, IX, X) und die Knochenmineralisation (Osteocalcin-Aktivierung) essenziell. Dunkelgrüne Kopfsalat-Sorten (im Gegensatz zu Eissalat) liefern deutlich mehr Vitamin K. Patienten unter Antikoagulanzien-Therapie sollten die tägliche Vitamin-K-Zufuhr konstant halten.
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- RohBlattInnerlichTraditionell
Die Blüte bzw. das Schießen (Bolting) des Kopfsalats wird volksmedizinisch positiv bewertet: Im Volksglauben Mitteleuropas galt der Milchsaft der schießenden Pflanze als besonders wertvoll (bitter, konzentriert). In der Alltagsküche werden schießende Pflanzen dagegen meist verworfen. Gartenbaulich wichtig: Kopfsalat vor dem Schießen bei kühler Witterung und gleichmäßiger Bewässerung ernten, da Bitterheit und Zähigkeit der Blätter zunehmen.
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- RohSamenInnerlichVolksmedizin
Lattich-Samen können gekeimt als Sprossen verzehrt werden — sie sind reich an Proteinen und enthalten keimungsaktive Enzyme. In der traditionellen Küche des Nahen Ostens und Zentralasiens werden Salatsamen gelegentlich zur Ölgewinnung (Lattichöl) gepresst. Das Öl ist genießbar, aber wegen geringer Samenmenge nicht wirtschaftlich relevant (PFAF). Samen-Keimlinge 3–5 Tage bei Raumtemperatur, dann im Kühlschrank verzehren.
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Quelle: Gertrud Franck, Gesunder Garten durch Mischkultur (1980, eigene Kuration) | Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)