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Weißkohl
Cabbage · (Brassica oleracea convar. capitata var. alba)
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Beschreibung
Weißkohl, Kraut bzw. Weißkraut, Kabis bzw. Weisskabis, auch Kappes (Mittelwestdeutschland) oder Kohl genannt, regional auch „Kaps“, „Kappus“ oder „Kobis“ ist eine Variante des Kopfkohls und ein Gemüse, das vor allem im Herbst und Winter Saison hat.
- RohBlattInnerlichTraditionell
Roher Weißkohl als Nahrungsmittel — reich an Vitamin C (ca. 36–54 mg/100 g frisch), Vitamin K, Folat und Glucosinolaten. Traditionell als Rohkostsalat (Krautsalat), fein gehobelt oder geraspelt, mit Essig-Öl-Marinade. Hoher Wassergehalt, knackige Textur. Regelmäßiger Konsum liefert antioxidativen Schutz; Glucosinolate (Glucobrassicin, Sinigrin) werden beim Kauen durch das Enzym Myrosinase in Isothiocyanate umgewandelt, die in epidemiologischen Studien mit einem geringeren Risiko für bestimmte Krebsarten assoziiert werden. Für die maximale Vitamin-C-Erhaltung sollte der Kohl roh oder kurz gegart werden.
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- RohBlattInnerlichTraditionell
Sauerkraut — Weißkohl fermentiert durch Milchsäuregärung. Traditionelles Konservierungsverfahren in Mittel- und Osteuropa: fein gehobelter Kohl wird mit Salz (ca. 1,5–2 % des Kohlgewichts) gestampft, bis genügend Saft austritt, dann anaerob fermentiert (2–4 Wochen bei Raumtemperatur). Durch die Fermentation erhöht sich die Bioverfügbarkeit von Vitamin C erheblich; traditionell zur Vorbeugung von Skorbut auf Langseereisen eingesetzt (Captain Cooks Flotte). Milchsäurebakterien (Lactobacillus plantarum, Leuconostoc mesenteroides) wirken als Probiotika und können die Darmflora günstig beeinflussen. Sauerkraut ist leichter verdaulich als frischer Kohl und weniger blähend.
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- RohBlattInnerlichTraditionell
Frischer Weißkohl-Saft (ca. 200–500 ml täglich) — volksheilkundliche Tradition zur unterstützenden Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Enthält S-Methylmethionin (früher als 'Vitamin U' bezeichnet, heute nicht mehr als Vitamin klassifiziert), eine schwefelhaltige Aminosäurederivat-Verbindung, der schleimhautschützende Eigenschaften zugeschrieben werden. Die Tradition geht auf Beobachtungen von Dr. Garnett Cheney (Stanford, 1940er–1950er Jahre) zurück, der Heilerfolge mit rohem Kohlsaft bei Magengeschwür-Patienten dokumentierte. Modernere Studien sind begrenzt und qualitativ variabel; keine Empfehlung als Ersatz für ärztlich verordnete Ulkustherapie (Protonenpumpenhemmer, H.-pylori-Eradikation). Volkstümliche Anwendung in Deutschland, Österreich, Osteuropa.
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- UmschlagBlattÄußerlichKlinische Studie
Kohlwickel / Kaltauflage bei Mastitis (Brustentzündung/-stauung in der Stillzeit): Frische, gekühlte Weißkohlblätter (äußere Blätter entfernen, innere waschen, ggf. den Mittelstrunk flach klopfen) werden auf die betroffene Brust gelegt und für 20–30 Minuten oder bis zum Erwärmen belassen, 2–3× täglich. Mehrere randomisierte kontrollierte Studien und systematische Reviews (u. a. Snowden et al. 2001, Boi et al. 2012) zeigen signifikante Schmerzreduktion und verbesserte Stillfähigkeit im Vergleich zu Wärmebehandlung oder Kontrolle. Wirkmechanismus unklar — Hypothesen: kühlender Effekt, Druckentlastung, Isothiocyanate oder Sinapinsäure mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Der Kohlwickel ist eine anerkannte ergänzende Maßnahme, ersetzt jedoch keine ärztliche Behandlung bei infektiöser Mastitis.
- UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin
Kohlwickel bei Gelenkschmerzen und Arthritis: Traditionelle Volksheilkunde in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Frische Weißkohlblätter (leicht angewärmt oder kalt, nach Präferenz) werden auf das betroffene Gelenk (Knie, Knöchel) gelegt, mit einem Tuch fixiert und über Nacht oder für mehrere Stunden belassen. Volksmedizinisch auch bei Venenentzündung und Unterschenkelgeschwüren angewendet. Klinische Evidenz für die Gelenkindikation ist schwächer als für Mastitis; einige kleinere Studien und Erfahrungsberichte deuten auf Schmerzlinderung hin. Als risikoarme Ergänzung bei leichten Gelenkbeschwerden anerkannt; ersetzt keine rheumatologische oder orthopädische Behandlung.
- RohBlattInnerlichVolksmedizin
Weißkohl als Küchengemüse — gegart: Blanchiert, gedünstet, geschmort oder in Suppen und Eintöpfen (z. B. Kohlsuppe, Bigos, Borschtsch). Längeres Kochen bei offener Pfanne führt zu Schwefelwasserstoff-Entwicklung und dem charakteristischen Kochkohl-Geruch; kurzes Blanchieren oder Dämpfen reduziert dies. Regional typisch: Kohlrouladen (Blätter als Hülle für Hackfleisch-Füllung), Krautnudeln, gebratenes Sauerkraut als Beilage. Weißkohl liefert Ballaststoffe (2–2,5 g/100 g), Kalium und B-Vitamine; Vitamin C wird durch Kochen teilweise abgebaut. Frost-erträgliches Lagergemüse, traditionell über den Winter vorrätig gehalten.
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- GewürzBlattInnerlichVolksmedizin
Weißkohl in fermentierten Produkten jenseits von Sauerkraut: Kimchi (koreanische Fermentierung mit Chili, Knoblauch, Ingwer), Tsukemono (japanische Salzgurken-Variante), sowie traditionelle Einlegungen in Salzlake. Die Fermentierung erhöht den Gehalt an kurzkettigen Fettsäuren (Butyrat) und B-Vitaminen (B12 in manchen Varianten durch bakterielle Synthese). Folkloristisch und in der modernen Ernährungsmedizin als Teil einer darmgesunden Ernährung diskutiert; probiotische Wirkung abhängig von nicht-pasteurisierter Zubereitung.
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- 🥬 Wald-Erdbeere Kohl und Erdbeere konkurrieren stark um Nährstoffe und Wasser.
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Quelle: Gertrud Franck, Gesunder Garten durch Mischkultur (1980, eigene Kuration) | Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)