Donum ∞ Dei
Foto von Rotkohl

© KENPEI · CC BY-SA 3.0 · Commons

Rotkohl

Vorsicht

Red cabbage · (Brassica oleracea convar. capitata var. rubra)

Kreuzblütler (Brassicaceae)

Beschreibung

Rotkohl und Kabes, Rotkraut, Blaukraut, Blau- bzw. Rotchabis (Schweizerdeutsch), regional auch „Blaukohl“ genannt, ist eine Kohlart des Kopfkohls.

  • RohBlattInnerlichTraditionell

    Roher Rotkohl enthält im Vergleich zu Weißkohl mehr Anthocyane (v.a. Cyanidin-Glykoside) und mehr Vitamin C (ca. 57 mg/100 g frisch). Als Rohkostsalat wird er in der europäischen Volksküche traditionell zur Stärkung der Abwehrkräfte und als Mineralstofflieferant eingesetzt. Kochen reduziert den Vitamin-C-Gehalt erheblich — Rohverzehr ist nutritiv vorzuziehen.

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  • RohBlattInnerlichTraditionell

    Traditionell fermentierter Rotkohl-Sauerkraut (Milchsäuregärung) wird in der mitteleuropäischen Volksmedizin bei Verdauungsbeschwerden und als probiotisches Lebensmittel eingesetzt. Die Milchsäuregärung erhöht die Bioverfügbarkeit von Glucosinolaten und produziert lebende Lactobacillus-Kulturen, die die Darmflora unterstützen.

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  • RohBlattInnerlichTraditionell

    Anthocyane des Rotkohls (v.a. Cyanidin-3-diglucosid, Cyanidin-3-sophorosid) werden in der Volksmedizin und modernen Ernährungsforschung mit einer Verbesserung der Kapillarfestigkeit und vaskulären Gesundheit in Verbindung gebracht. Tanchev & Timberlake (1969) charakterisierten erstmals die Anthocyan-Zusammensetzung von Brassica oleracea und zeigten deren antioxidative Kapazität.

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  • RohBlattInnerlichVolksmedizin

    In der europäischen Volksmedizin wird frischer Rotkohls-Saft bei Gelenkbeschwerden und Arthritis-Symptomen getrunken. Glucosinolate (v.a. Glucobrassicin, Sinigrin) werden als bioaktive Leitsubstanzen betrachtet. Klinische Belege für diese spezifische Indikation fehlen; der traditionelle Gebrauch ist kulturell breit verankert.

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  • UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin

    Gedämpfte oder leicht angewärmte Rotkohl-Blätter werden volksmedizinisch als Wickel bei Gelenkschmerzen, Gicht und Hautirritationen aufgelegt. Die lokale Anwendung der antioxidativen Anthocyane und leicht entzündungshemmenden Senfölglykoside soll abschwellend und schmerzlindernd wirken.

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  • GewürzBlattInnerlichTraditionell

    Als Kochgemüse ist Rotkohl ein fester Bestandteil der deutschen und österreichischen Winterküche. Er liefert Ballaststoffe (ca. 2,5 g/100 g), Vitamin K₁ (ca. 76 µg/100 g) und Folat. Der traditionelle Rotkohlsalat mit Essig und Zucker erhält die Anthocyane durch den sauren pH-Wert stabiler als beim Kochen.

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  • RohBlattInnerlichVolksmedizin

    In der Naturheilkunde wird Rotkohl-Rohsaft (ca. 100 ml täglich) als Leber- und Gallenmittel empfohlen. Sulforaphan (hydrolysiertes Glucosinolat) aktiviert Phase-II-Entgiftungsenzyme der Leber (Glutathion-S-Transferase). Klinische Studien für diese Indikation an Rotkohl-Saft fehlen; präklinische Daten zu Kreuzblütlern allgemein sind vorhanden.

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Quelle: Gertrud Franck, Gesunder Garten durch Mischkultur (1980, eigene Kuration) | Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)

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