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Echter Koriander
VorsichtCoriander · (Coriandrum sativum)
Doldenblütler (Apiaceae)
Beschreibung
Kaum ein Küchenkraut spaltet die Meinungen so wie Koriander: Wegen einer genetischen Veranlagung nehmen rund 10–15 % der Menschen die charakteristischen Aldehyde in den frischen Blättern als seifig wahr, während sie für die Mehrheit angenehm frisch-zitronig schmecken. Der einjährige Doldenblütler liefert zwei Ernten — die aromatischen Blätter und im Spätsommer die reifen, ätherisch-öl-reichen Samen. Die Kommission E hat getrocknete Koriandersamen bei Appetitlosigkeit und leichten Verdauungsbeschwerden anerkannt, ihre krampflösende Wirkung wird vor allem dem Linalool zugeschrieben; in traditionellen Tee-Mischungen ergänzt Koriander häufig Fenchel und Kümmel. Als Küchengewürz gilt die Pflanze als unbedenklich, kann jedoch bei Apiaceae-Allergikern Reaktionen auslösen — in der Schweiz betrifft dies schätzungsweise 15 % aller Nahrungsmittelallergiker. Der Pflanzensaft kann zudem im Sonnenlicht die Haut sensibilisieren.
Getrocknete Koriandersamen (Früchte) sind ein klassisches Küchen- und Heilgewürz. Die Kommission E hat Koriandersamen für dyspeptische Beschwerden und Appetitlosigkeit zugelassen. Die karminative und spasmolytische Wirkung beruht auf dem ätherischen Öl (Hauptkomponente Linalool).
Anleitung & Dosierung
Samen vor dem Aufgießen leicht quetschen oder schroten. 1,5–3 g Früchte mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 min ziehen lassen, abseihen. Bis zu 3-mal täglich.
- Trockenmenge
- 1.5–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Frische Korianderblätter (Cilantro) werden weltweit als Küchengewürz verwendet. Sie sind reich an Vitamin A, C und K sowie Kalzium und Eisen. Der charakteristische Geruch stammt von aliphatischen Aldehyden (2-Decenal, 2-Dodecenal). Genetisch bedingt nehmen ca. 10–15 % der Menschen diese Aldehyde als seifenartig war.
In der volksmedizinischen Tradition Europas und des Nahen Ostens werden gequetschte Koriandersamen als Tee bei Blähungen, Koliken und nervöser Unruhe eingesetzt. Als Bestandteil von Magen-Darm-Tee-Mischungen (mit Fenchel, Kümmel, Anis) ist Koriander seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Das ätherische Öl aus Koriandersamen (Linalool-dominiert) zeigt antibakterielle Aktivität gegen grampositive und gramnegative Bakterien in vitro. Ein topisches Lipolotion-Produkt (1 % Korianderöl) wird zur Hautpflege bei superinfiziertem Ekzem eingesetzt. Muss stark verdünnt werden (1–2 % in Trägeröl).
In der ayurvedischen und persischen Volksmedizin werden Koriandersamen bei Herzklopfen, Angstzuständen und Kopfschmerzen eingesetzt. Präklinische Studien bestätigen anxiolytische und krampflösende Eigenschaften des Linalools; klinische Belege beim Menschen fehlen.
Äußerlich wurde Koriander volksmedizinisch als Umschlag bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Ein Absud der Blätter oder Samen wird auf Tücher aufgetragen und auf die Gelenke gelegt.
Quellen: [3]
Koriander als Küchengewürz ist unbedenklich. Allergiepotenzial besteht – in der Schweiz reagieren ca. 15 % aller Nahrungsmittelallergiker empfindlich auf Koriander (Apiaceae/Sellerie-Beifuß-Syndrom). Pflanzensaft kann unter Sonnenlicht photoallergische Hautreaktionen auslösen. In sehr großen Mengen leicht narcotische Effekte möglich (historisch dokumentiert). ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen ungiftig.
Als Gewürz und Tee in üblichen Mengen unbedenklich. Therapeutische Dosen des ätherischen Öls in der Schwangerschaft meiden.
Als Küchengewürz unbedenklich. Angeblich milchfördernd (Galaktagogum) – kein klinischer Beleg.
Als Küchengewürz in kindgerechten Mengen unbedenklich. Bei Allergieanamnese in der Familie vorsichtig einführen.
Kontraindikationen
- Bekannte Allergie gegen Koriander oder andere Apiaceae (Sellerie, Fenchel, Möhre).
- Asthma bronchiale und chronische Bronchitis: Korianderstaub und -öl mit Vorsicht anwenden.
Erntet wird: Samen (Spätsommer), frische Blätter
- Tageszeit:
- Morgens nach dem Trocknen des Taus. Regelmäßig ernten, um das Schießen zu verzögern – sobald der Blütenschaft erscheint, verlieren Blätter an Aroma.
- Trocknung:
- Frische Blätter hängen schlecht – besser auf Küchenpapier ausbreiten oder einfrieren (Aroma bleibt besser als beim Trocknen). Trockenblätter ca. 6 Monate haltbar.
- Lagerung:
- 6 Monate
- Tageszeit:
- Fruchtstände ernten, wenn sie sich von Grün nach Hellbraun verfärben – vor dem Selbstausfall, da die reifen Früchte leicht abfallen.
- Trocknung:
- Fruchtstände hängend oder auf einem Tuch 2 Wochen nachtrocknen lassen; Samen in luftdichtem Behälter bis zu 3 Jahre haltbar. Gequetschte Samen verlieren das Aroma schneller.
- Lagerung:
- 36 Monate
- LinaloolÄtherisches ÖlAnteil: ca. 60–70 % im ätherischen SamenölSamen
Dominierendes Monoterpen im Samenöl; antimikrobiell, anxiolytisch, antientzündlich. Verleiht den getrockneten Samen das charakteristische Zitrus-Aroma.
- alpha-PinenÄtherisches ÖlAnteil: variabel, bis ca. 10 %Samen
Bicyclisches Monoterpen; antibakteriell, expektorierende Eigenschaften.
- CampherÄtherisches ÖlAnteil: bis ca. 5 %Samen
Monoterpenon; prägt das warme, würzige Nebencharakter des Korianderöls.
- Petroselinsäure (Petroselic acid)SonstigeAnteil: ca. 13–23 % fettes Öl im SamenSamen
Hauptfettsäure des fetten Samenöls; Ester aus Petroselinsäure, Linolsäure und Ölsäure.
- Vitamin KVitaminAnteil: reichhaltig in frischen BlätternBlatt
Frische Blätter besonders reich an Vitamin K, A und C. Samen geringerer Vitamingehalt, dafür mehr Ballaststoffe und Mineralstoffe.
- 2-Decenal / 2-DodecenalÄtherisches ÖlAnteil: dominierend in frischen Blättern (85–95 % des Blatt-Öls)Blatt
Aliphatische Aldehyde; verantwortlich für den typischen – von manchen als seifig empfundenen – Geruch frischer Blätter. Genetisch bedingte Wahrnehmungsunterschiede (OR6A2-Gen).
- Quercetin / RutinFlavonoidAnteil: geringKrautige Teile
Flavonoide mit antioxidativen und antientzündlichen Eigenschaften; in geringen Mengen in Blättern und Samen nachgewiesen.
- [3]MonographieCoriandrum sativum – PFAF Plant Database(abgerufen: 2026-05-22)
- [4]MonographieCoriander – Altmeyers Encyclopedia, Department Phytotherapy(abgerufen: 2026-05-22)
- [5]MonographieEthnobotanical and phytochemical aspects of the edible herb Coriandrum sativum L. J Food Science 2022(abgerufen: 2026-05-22)
- [6]MonographieNeuroprotective effects of Coriandrum sativum and its constituent linalool: A review. PMC 2021(abgerufen: 2026-05-22)
- [7]MonographieASPCA Animal Poison Control — Cilantro (Coriandrum sativum): Non-Toxic to Dogs, Non-Toxic to Cats, Non-Toxic to Horses(abgerufen: 2026-08-10)
- [1]WikipediaEchter Koriander (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-22)
- [2]WikipediaCoriander (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-22)
Verbreitung in Europa
🪴 Zuhause anbauen
- ☀ Licht
- Halbschatten
- 💧 Wasser
- alle paar Tage
- 🌱 Erde
- Locker, humusreich
- 🪴 Topf
- 18 cm
- ⭐ Schwierigkeit
- ★★☆ mittel
- 🐾 Haustiere
- ungiftig — von der ASPCA geprüft
Tipps:
- Schießt schnell in Blüte bei Hitze — alle 2-3 Wochen neu aussäen.
- Direkt vor Ort aussäen — verträgt kein Umpflanzen.
- Blätter (Cilantro) UND Samen (Koriander-Gewürz) verwendbar.
Pflege-Tipps sind allgemeine Empfehlungen aus Indoor-Gardening-Praxis, keine wissenschaftlichen Quellen.
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Diese Pflanze ist in deinem Garten ein/e:
✨ Beste Symbiose-Partner
- 🌿 Echter Kümmel Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Anis Klassischer Mischkultur-Partner.
⚠️ Besser nicht zusammen pflanzen
Quelle: Gertrud Franck, Gesunder Garten durch Mischkultur (1980, eigene Kuration) | Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)