© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public domain · Commons
Mutterkraut
VorsichtTanacetum parthenium · (Tanacetum parthenium)
Korbblütler (Asteraceae)
Beschreibung
Seit dem 18. Jahrhundert gilt dieses Korbblütlerkraut in der britischen Volksheilkunde als Mittel zur Vorbeugung von Migräne: Ein bis zwei frische Blätter täglich – eingewickelt in Brot, da sie roh gekaut die Mundschleimhaut reizen können – sollen die Anfallshäufigkeit senken, wenn man sie über Wochen regelmässig einnimmt. Die Kommission E bewertete 1988 einen standardisierten Trockenextrakt positiv für genau diese vorbeugende Indikation, ein Cochrane-Review von 2004 bestätigt eine bescheidene, aber messbare Wirkung gegenüber Placebo. Verantwortlich ist vor allem das Sesquiterpenlacton Parthenolid, das die Thrombozytenaggregation hemmt und den Prostaglandinstoffwechsel beeinflusst – ergänzt durch Flavonoide wie Luteolin und Apigenin. Wichtig: Mutterkraut wirkt nicht akut gegen einen bestehenden Anfall, sondern erst nach vier bis sechs Wochen regelmässiger Einnahme, und darf nach längerer Anwendung nicht abrupt abgesetzt werden – sonst drohen Rückfall-Kopfschmerzen und Unruhe. Wegen der blutverdünnenden und uterusstimulierenden Wirkung ist die Pflanze in Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern unter 18 Jahren tabu, ebenso bei bekannter Allergie gegen Kamille oder Arnika.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
KONTRAINDIZIERT. Mutterkraut hat eine dokumentierte emmenagoge und uterusstimulante Wirkung (Parthenolid hemmt Thrombozytenaggregation und stimuliert glatte Muskulatur) — erhöhtes Risiko für Fehlgeburt und Frühgeburt. Laut EMA, Kommission E und ESCOP in Schwangerschaft nicht anwenden.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
KONTRAINDIZIERT. Sesquiterpenlactone (insbesondere Parthenolid) können in die Muttermilch übergehen und beim Säugling Koliken und Reizbarkeit verursachen. EMA und ESCOP empfehlen Meidung in der Stillzeit.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Laut EMA nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren — keine ausreichenden Sicherheitsdaten. Bei Kindern mit Migräne immer pädiatrische Fachberatung.
Traditionelle Einnahme frischer Blätter zur Migräne-Prophylaxe — tägliche Gabe als Langzeitanwendung, typisch englische Volksmedizin; nicht zur Akuttherapie.
Anleitung & Dosierung
FRISCHE BLÄTTER (Traditionelle Langzeit-Prophylaxe): 1–2 frische Mutterkrautblätter täglich, entweder direkt (in einem Sandwich oder zusammen mit Brot, Quark o. ä.) eingenommen oder als Belag — NICHT pur kauen, da frische Blätter Parthenolid-Mundschleimhaut-Irritationen verursachen können (Aphten, Schwellungen). Traditionelle Anwendung zur Vorbeugung von Migräne — bewährt in britischer Volksheilkunde seit dem 18. Jahrhundert, beschrieben im British Herbal Pharmacopoeia. Regelmäßige tägliche Einnahme über mindestens 4–6 Wochen bis zur Wirkbeurteilung; klinische Studien bestätigen moderate Wirkung (Cochrane 2004: bescheidene Evidenz für Migräheprophylaxe). Bei Abbruch nach längerer Einnahme NICHT abrupt stoppen — schrittweise ausschleichen (s. Warnhinweise 'Post-Feverfew-Syndrom').
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 16 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur für Erwachsene — keine ausreichenden Daten für Kinder.
Mutterkraut-Tinktur zur traditionellen Migräne-Prophylaxe (EMA Traditional Use) — magenfreundlichere Alternative zur frischen Blatt-Einnahme.
Anleitung & Dosierung
TINKTUR (DAB-Qualität, DEV 1:5 in 25–45 % Ethanol): 1–2 ml (~20–40 Tropfen) 3× täglich, jeweils mit Wasser verdünnt, bevorzugt zu den Mahlzeiten einnehmen. Wirkstoffgehalt: mindestens 0,2 % Parthenolid auf Trockenblatt bezogen. Tinktur-Formulierungen vermeiden das direkte Kauen roher Blätter und reduzieren das Mundschleimhaut-Reizrisiko erheblich. Langzeitanwendung (Migräne-Prophylaxe) — Wirkung erst nach 4–6 Wochen regelmäßiger Einnahme beurteilbar. EMA-Traditional-Use-Monographie (2016) bestätigt traditionelle Anwendung für diese Form. Nicht abrupt absetzen nach mehr als 8 Wochen Einnahme.
- Flüssigkeit
- 1–2 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 16 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur für Erwachsene. Wegen Ethanolgehalt nicht bei Alkoholerkrankung, Lebererkrankung oder Epilepsie.
Volksheilkundlicher Aufguss bei Fieber und Kopfschmerzen sowie zur Regelförderung — historisch weit verbreitet, heute wissenschaftlich nur für Migräne-Prophylaxe belegt.
Anleitung & Dosierung
AUFGUSS: 1–2 TL (~1–2 g) getrocknetes Mutterkrautkraut (blühendes Kraut, Droge nach DAB) mit 250 ml kurz aufgekochtem Wasser (nicht sprudelnd kochend) übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. Bis zu 2 Tassen täglich, bevorzugt zu den Mahlzeiten (leicht bitter — Honig oder Pfefferminz als Ergänzung möglich). Volksheilkundliche Anwendung bei Fieber, Kopfschmerzen und zur Förderung der Regelblutung (emmenagoge Wirkung — daher Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT). Der Name 'Fieberkraut' verweist auf eine traditionell breit genutzte fiebersenkendeWirkung (historisch vor Aspirin-Zeitalter). Keine klinischen Belege für diese spezifischen Indikationen außerhalb der Migräne-Prophylaxe.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
Volksheilkundliche Tinktur bei rheumatischen Beschwerden — Culpeper und britische Kräutertradition; Wirksamkeit klinisch nicht belegt.
Anleitung & Dosierung
TINKTUR bei Rheuma/Arthritis (volksheilkundlich): 1–3 ml Tinktur (DEV 1:5 in 40–50 % Ethanol) 3× täglich mit etwas Wasser verdünnt. Traditionelle Verwendung in der britischen Kräutermedizin als entzündungshemmendes Mittel bei rheumatischen Beschwerden und Arthritis — erwähnt u. a. im Culpeper 'Complete Herbal' (1653) und im British Herbal Pharmacopoeia. Klinische Belege fehlen für diese Indikation; Parthenolid hemmt in vitro NF-κB-Signalweg und Prostaglandinsynthese, jedoch keine kontrollierten Humanstudien zu Arthritis. Ergänzende Maßnahme, kein Ersatz für ärztliche Behandlung bei entzündlichen Gelenkerkrankungen.
- Flüssigkeit
- 1–3 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 6 Wochen
Blütenaufguss als Bittertonikum zur Verdauungsförderung und Regelanregung — emmenagoge Wirkung; streng kontraindiziert in der Schwangerschaft.
Anleitung & Dosierung
BLÜTENAUFGUSS (menstruationsfördernd, verdauungsfördernd): 1–1,5 TL getrocknete Mutterkrautblüten mit 200 ml heißem Wasser (ca. 90 °C) übergießen, 8 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 2× täglich. Volkstümliche Anwendung als Bitterstoff-Tonikum zur Verdauungsförderung (Bitterstoffe, bes. Parthenolid und Sesquiterpenlactone, regen Gallensekretion an) sowie zur Unterstützung bei ausbleibender oder schwacher Regelblutung. KONTRAINDIZIERT in der Schwangerschaft — abortive Wirkung bekannt. Nicht länger als 2 Wochen ohne Pause anwenden.
- Trockenmenge
- 1–1.5 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Volksheilkundlicher Blätterumschlag bei Kopfschmerzen und Gelenksschmerzen — Vorsicht vor Kontaktdermatitis bei Korbblütler-Sensibilisierung.
Anleitung & Dosierung
UMSCHLAG (äußerlich, volksheilkundlich): Eine Handvoll frische Mutterkrautblätter zerreiben oder grob zerkleinern, auf ein sauberes Leinen- oder Baumwolltuch legen und an die betroffene Stelle (Stirn bei Kopfschmerzen, schmerzende Gelenke) anlegen. 15–20 Minuten einwirken lassen. Vorsicht: Rohe Blätter können Kontaktdermatitis auslösen — Probefleck empfohlen, besonders bei bekannter Korbblütler-Allergie. Bei Hautrötung oder Brennen sofort entfernen. Klinisch nicht belegt — rein volksheilkundliche Tradition.
Standardisierter Trockenextrakt (Kommission E positiv, 1988) zur Migräne-Prophylaxe — nicht zur Akutbehandlung; Parthenolid als Leitsubstanz.
Anleitung & Dosierung
STANDARDISIERTER EXTRAKT / KAPSELN (Kommission E / EMA Traditional Use): Tagesdosis entsprechend 0,2–0,6 mg Parthenolid aus standardisiertem Trockenextrakt oder Tinktur. In Handelsformen typischerweise 50–250 mg Trockenblattextrakt pro Kapsel/Tablette (standardisiert auf ≥ 0,2 % Parthenolid). Einnahme morgens und abends mit ausreichend Flüssigkeit zu den Mahlzeiten. Zur Prophylaxe, NICHT zur Akutbehandlung des Migräneanfalls. Wirkungseintritt frühestens nach 4–6 Wochen regelmäßiger Einnahme. Die positive Kommission-E-Monographie (1988) und die EMA-Traditional-Use-Bewertung (2016) beziehen sich auf die Prophylaxe von Migräne. Cochrane-Review (2004, Diener et al.) beschreibt modest signifikante Wirkung gegenüber Placebo — kein Goldstandard.
- Flüssigkeit
- 0.5–2 ml
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 16 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Laut EMA nur für Erwachsene — keine Daten für Kinder/Jugendliche.
WICHTIG: Mutterkraut dient ausschließlich der Migräne-PROPHYLAXE — es ist kein Akutmittel bei bestehendem Migräneanfall. Effekt tritt frühestens nach 4–6 Wochen regelmäßiger Einnahme ein. Nach längerer Anwendung (> 8 Wochen) NIEMALS abrupt absetzen: Abrupter Entzug kann das sog. 'Post-Feverfew-Syndrom' auslösen (Rückkehr von Migräne, Angstzustände, Schlafstörungen, Muskelsteifigkeit, Gelenkschmerzen) — schrittweise Dosisreduktion über 2–4 Wochen. Frische Blätter direkt kauen STRIKT VERMEIDEN — hoher lokaler Parthenolid-Gehalt verursacht bei vielen Anwendern Aphten, Mundschleimhaut-Entzündungen und Schwellungen. Stattdessen immer in Lebensmittel einwickeln oder Tinktur/Extrakt wählen. Korbblütler-Kreuzallergie: Mutterkraut gehört zur Familie der Asteraceae — bei bekannter Allergie gegen Kamille, Arnika, Chrysantheme, Ragweed oder Beifuß erhöhtes Sensibilisierungsrisiko; Allergie-Test und ärztliche Beratung vor Anwendung empfohlen.
⏱ Max. Daueranwendung: 16 Wochen
KONTRAINDIZIERT. Mutterkraut hat eine dokumentierte emmenagoge und uterusstimulante Wirkung (Parthenolid hemmt Thrombozytenaggregation und stimuliert glatte Muskulatur) — erhöhtes Risiko für Fehlgeburt und Frühgeburt. Laut EMA, Kommission E und ESCOP in Schwangerschaft nicht anwenden.
KONTRAINDIZIERT. Sesquiterpenlactone (insbesondere Parthenolid) können in die Muttermilch übergehen und beim Säugling Koliken und Reizbarkeit verursachen. EMA und ESCOP empfehlen Meidung in der Stillzeit.
Laut EMA nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren — keine ausreichenden Sicherheitsdaten. Bei Kindern mit Migräne immer pädiatrische Fachberatung.
Wechselwirkungen
Antikoagulantien und Thrombozytenaggregationshemmer (Warfarin, Phenprocoumon, ASS, Clopidogrel, Dabigatran)
Parthenolid hemmt irreversibel die Thrombozytenaggregation durch Hemmung der Thromboxan-B2-Synthese und Blockade von ADP-induzierten Rezeptorinteraktionen. Additive blutungssteigernde Wirkung mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln — erhöhtes Blutungsrisiko (Hämatome, verlängerte Blutungszeit). Gleichzeitige Anwendung nur unter ärztlicher Kontrolle und engmaschigem INR-Monitoring.
Nichtsteroidale Antirheumatika / NSAR (Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac)
NSAR hemmen COX-1/COX-2 und können die parthenolid-vermittelte Hemmung der Prostaglandinsynthese abschwächen — theoretische pharmakodynamische Antagonisierung der Mutterkraut-Wirkung bei gleichzeitiger NSAR-Einnahme. Zudem additive Magenreizung möglich.
Triptane (Sumatriptan, Zolmitriptan, Rizatriptan) und Ergotamine
Keine direkt nachgewiesene pharmakokinetische Interaktion. Kombinationsanwendung kann zu einer unklaren Überlagerung von vasokonstriktiven Effekten führen. Da Mutterkraut als Prophylaxe und Triptane als Akutmittel zeitlich selten zusammenfallen, ist das Risiko gering — dennoch Arzt informieren.
Immunsuppressiva (Ciclosporin, Tacrolimus)
Parthenolid hemmt in vitro NF-κB und T-Zell-Aktivierung — theoretisch additive Immunsuppression möglich, klinisch nicht belegt. Transplantationspatienten sollten Mutterkraut meiden und Rücksprache mit dem Transplantationsarzt halten.
Kontraindikationen
- Schwangerschaft — emmenagoge und uterusstimulante Wirkung, Abortivum.
- Stillzeit — Übergang von Sesquiterpenlactonen in die Muttermilch möglich.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (EMA — fehlende Sicherheitsdaten).
- Überempfindlichkeit gegen Mutterkraut oder andere Korbblütler (Asteraceae) — Kreuzreaktion mit Kamille, Arnika, Chrysantheme, Ragweed, Beifuß möglich.
- Gerinnungsstörungen oder Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente (s. Wechselwirkungen).
Erntet wird: blühendes Kraut
- Tageszeit:
- Trockener Vormiittag (9–11 Uhr) nach vollständigem Abtrocknen des Taus — Parthenolid-Gehalt ist zu diesem Zeitpunkt am höchsten. Bei starker Sonneneinstrahlung rasch trocknen, da Sesquiterpenlactone lichtempfindlich sind.
- Trocknung:
- Junge, vollständig entwickelte Blätter (vor der Blüte oder im frühen Blütenstadium — Parthenolid-Gehalt ist dann am höchsten) einzeln oder in kleinen Bündeln ernten. Robuste Sorten mit hohem Parthenolid-Gehalt (aromatisch-bitter, nicht rein grüner Geruch) wählen — Zierpflanzenkultivare mit gelbgrünem Laub enthalten oft kaum Parthenolid. Im Schatten bei 30–40 °C einlagig trocknen (Dörrgerät, Trockenschirm oder luftiger Schatten), nicht über 40 °C um Parthenolid-Verluste zu minimieren. Trockendauer ca. 5–10 Tage. Vollständige Trocknung prüfen (Blätter knistern, kein feuchter Duft). Aufbewahrung luftdicht, lichtgeschützt, kühl — Parthenolid ist oxidations- und lichtempfindlich.
- Lagerung:
- 12 Monate — Dunkel, kühl, luftdicht (Braunglas oder Blechdose). Innerhalb 12 Monate aufbrauchen — Parthenolid-Gehalt nimmt durch Oxidation und Licht ab. Bei uncharakteristisch schwachem Geruch oder ausgeblichener Farbe: Droge verwerfen und neuen Jahresvorrat anlegen.
- Tageszeit:
- Trockener sonniger Vormittag (9–12 Uhr), wenn die äußeren Zungenblüten sich gerade vollständig geöffnet haben (Vollblüte). Nicht ernten bei Nässe oder unmittelbar nach Regen.
- Trocknung:
- Blütenköpfchen mit kurzem Stiel abschneiden, wenn die Randblüten horizontal abstehen (Vollblüte). Nicht übermäßig reife oder bereits verblühte Köpfchen ernten (Wirkstoffgehalt sinkt). Einlagig auf Trockensieben oder Papier bei 30–40 °C im Schatten trocknen — höhere Temperaturen verursachen Farbverlust und verminderte Aromaintensität. Trockendauer 5–8 Tage. Getrocknet sollten Blüten noch aromatisch-bitter riechen und die gelbe Farbe der Scheibenblüten behalten.
- Lagerung:
- 12 Monate — Luftdicht in dunklen Gläsern oder Blechdosen, kühl und trocken. Innerhalb 12 Monate aufbrauchen.
- ParthenolidSesquiterpenAnteil: 0.1-3.5 %Blatt
Sesquiterpenlacton vom Germacranolid-Typ — pharmakologische Leitsubstanz des Mutterkrauts. Hemmt irreversibel die Thrombozytenaggregation (Thromboxan-B2-Synthese), blockiert NF-κB-Signalweg, vermindert Prostaglandin-Synthese und Histaminfreisetzung aus Mastzellen. Verantwortlich für die antiinflammatorische und prophylaktische Migränewirkung. Gehalt stark varietäts- und herkunftsabhängig (bulgarische/griechische Wildpflanzen oft > 1 %, Zierpflanzenkultivare oft < 0,1 % — pharmakologisch unwirksam).
- Sesquiterpenlactone (Canin, 3-beta-Hydroxyparthenolid, Artecanin, Secotanaparthenolid A/B)SesquiterpenAnteil: 0.2-1.0 %Krautige Teile
Begleit-Sesquiterpenlactone neben Parthenolid — ähnliche Grundstruktur (Germacranolide, Eudesmanolide), teils ebenfalls antiprostaglandine und antiaggregatorische Wirkung in vitro. Tragen zur Gesamtbitterwirkung und zum typischen aromatisch-bitteren Geruch des Krauts bei.
- Flavonoide (Luteolin, Apigenin, Chrysoeriol, Quercetin, Axillarin)FlavonoidAnteil: 0.5-1.5 %Krautige Teile
Flavonoide, vor allem Luteolin und Apigenin, zeigen in vitro antiinflammatorische und antioxidative Aktivität; hemmen COX-2 und Lipoxygenase. Axillarin ist spezifisch für Tanacetum-Arten und kann als phytochemisches Erkennungsmerkmal dienen. Synergistische Wirkung mit Parthenolid wahrscheinlich, klinisch nicht isoliert untersucht.
- Ätherisches Öl (Campher, Borneol, alpha-Pinen, Chrysanthemyl-Acetat)Ätherisches ÖlAnteil: 0.02-0.5 %Krautige Teile
Das ätherische Öl ist für den charakteristisch bitteren, leicht campherartigen Geruch des Mutterkrauts verantwortlich. Campher-reiche Chemotypen zeigen niedrigere Parthenolid-Gehalte — pharmazeutisch minderwertig. Chrysanthemyl-Acetat ist ein Erkennungsmerkmal für Tanacetum-Arten. Insektizide Wirkung beschrieben (historische Verwendung als Insektenvertreibungsmittel).
- Phenolcarbonsäuren (Chlorogensäure, 3,5-Dicaffeoyl-Chinasäure)PhenolsäureAnteil: 0.1-0.4 %Krautige Teile
Phenolische Säuren mit antioxidativem Potenzial; ergänzen die antiinflammatorischen Eigenschaften der Sesquiterpenlactone und Flavonoide. Chlorogensäure ist in vielen Asteraceae-Arten verbreitet und trägt zur Bitterkeit des Aufgusses bei.
- Melatonin (Spuren)SonstigeAnteil: SpurenBlatt
In Mutterkrautblättern wurden Spuren von Melatonin nachgewiesen — eine der wenigen Pflanzen mit messbarem Melatoningehalt. Pharmakologisch bei therapeutischen Dosen nicht relevant, aber wissenschaftlich interessant im Kontext der zirkadianen Regulation von Migräne.
- Polyine (Dehydromatricariaester und verwandte Verbindungen)SonstigeAnteil: SpurenKrautige Teile
Polyacetylenverbindungen der Asteraceae-Gruppe; in Tanacetum-Arten in Spuren nachgewiesen. Zeigen antimikrobielle und cytotoxische Aktivität in vitro. Pharmakologisch bei normalen Anwendungsmengen nicht relevant, aber als phytochemisches Profil-Merkmal der Gattung charakteristisch.
- Tannine / Gerbstoffe (kondensierte Gerbstoffe)GerbstoffAnteil: 0.5-1.5 %Krautige Teile
Kondensierte Gerbstoffe (Proanthocyanidine) tragen zur adstringierenden Komponente des Aufgusses bei und bedingen teilweise die gastrointestinale Verträglichkeit. Gerbstoffgehalt ist ein Mitursache für Magenreizung bei höheren Dosen — Einnahme stets zu Mahlzeiten empfohlen.
- [1]MonographieEMA/HMPC/258828/2008 Rev. 4 — European Union herbal monograph on Tanacetum parthenium (L.) Sch.Bip., herba (Traditional Use)(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]MonographieKommission E — Tanacetum parthenium (Mutterkraut), Monographie (positiv), BAnz Nr. 76, 1988(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]MonographieESCOP Monographs — Tanaceti parthenii herba (Feverfew), 2nd edition(abgerufen: 2026-05-21)
- [4]MonographiePittler MH, Ernst E. Feverfew for preventing migraine. Cochrane Database Syst Rev. 2004;(1):CD002286. DOI:10.1002/14651858.CD002286.pub2(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Tanacetum parthenium database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]BuchWichtl M (Hrsg.) — Teedrogen und Phytopharmaka, 5. Aufl., Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2009: Tanaceti parthenii herba(abgerufen: 2026-05-21)
- [7]BuchMadaus, Gerhard — Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band III: Chrysanthemum parthenium (Mutterkraut), 1938 (Public Domain)(abgerufen: 2026-05-21)
- [8]BuchCulpeper, Nicholas — The Complete Herbal, London, 1653: Featherfew (Feverfew) (Public Domain)(abgerufen: 2026-05-21)
- [9]WikipediaMutterkraut (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)
- [10]WikipediaFeverfew — Tanacetum parthenium (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)
Verbreitung in Europa
🤝 Permakultur-Partner
Diese Pflanze ist in deinem Garten ein/e:
✨ Beste Symbiose-Partner
- 🌿 Knoblauch Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Echte Kamille Klassischer Mischkultur-Partner.
Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)