© Unknown (see Commons) · Public domain · Commons
Liebstöckel
Vorsicht🐾Lovage · (Levisticum officinale)
Doldenblütler (Apiaceae)
Beschreibung
Ihr intensiv würziges, an Suppenwürze erinnerndes Aroma hat dem Liebstöckel im Volksmund den Namen „Maggikraut" eingebracht – als Küchenkraut ist er in Suppen, Eintöpfen und Salaten kaum zu ersetzen. Medizinisch genutzt wird vor allem die im Herbst geerntete Wurzel der Doldenblütler, deren ätherisches Öl zu großen Teilen aus Phthaliden wie Ligustilid besteht. Ein Wurzeltee wird traditionell zur Durchspülungstherapie bei leichten Harnwegsbeschwerden getrunken – eine Anwendung, die sowohl von der Kommission E als auch von der EMA positiv bewertet wird, sofern dabei reichlich Flüssigkeit getrunken wird. Auch bei dyspeptischen Beschwerden wie Blähungen kommt die Wurzel traditionell als Tee oder Tinktur zum Einsatz. Wichtig zu wissen: Bei Nierenerkrankungen und Herzinsuffizienz mit Neigung zu Wassereinlagerungen ist die Durchspülungstherapie kontraindiziert, und treten während der Anwendung Fieber, Rückenschmerzen oder Blut im Urin auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Da Liebstöckel Furanocumarine enthält, kann zudem Hautkontakt gefolgt von Sonnenexposition phototoxische Reaktionen auslösen – nach äußerlicher Anwendung ist intensive Sonne für mindestens zwölf Stunden zu meiden.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Liebstöckelwurzel ist in der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT. Das ätherische Öl und die Furanocumarine können uterusstimulierend wirken (emmenagoge und potentiell abortive Wirkung der Wurzel ist überliefert). EMA/HMPC: nicht empfohlen in Schwangerschaft. Kulinarische Verwendung kleiner Blattmengen gilt als unbedenklich, aber therapeutische Dosen der Wurzel sind zu meiden.
Traditioneller Liebstöckelwurzel-Tee zur Durchspülungstherapie bei leichten Harnwegsbeschwerden und zur Vorbeugung von Harngrieß — positiv bewertet durch Kommission E und EMA.
Anleitung & Dosierung
AUFGUSS (Kommission E / EMA-Standardanwendung): 2–3 g (ca. 1 TL) grob zerkleinerte, getrocknete Liebstöckelwurzel (Radix Levistici) mit 250 ml siedendem Wasser übergießen, zugedeckt 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. 3× täglich frisch zubereitet trinken, jeweils zu oder zwischen den Mahlzeiten. Reichlich Flüssigkeit trinken (mind. 1,5–2 l täglich) — Spültherapie setzt ausreichende Diurese voraus. INDIKATION (Kommission E positiv, EMA traditional use): Durchspülungstherapie der ableitenden Harnwege bei leichten Harnwegsbeschwerden; unterstützend zur Vorbeugung von Harngrieß. KONTRAINDIKATION: Nierenerkrankungen mit Ödembildung, Herzinsuffizienz mit Flüssigkeitsretention — Spültherapie dann nicht anwendbar. Anwendungsdauer ohne ärztliche Kontrolle max. 4 Wochen.
- Trockenmenge
- 2–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Laut EMA/HMPC nur für Erwachsene — keine ausreichenden Daten für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Traditionelle Liebstöckelwurzel-Tinktur bei leichten Harnwegsbeschwerden und dyspeptischen Störungen — Alternative zum Aufguss bei toleriertem Ethanolanteil.
Anleitung & Dosierung
TINKTUR (Droge-Auszug-Verhältnis 1:5 in 60–70 % Ethanol): 1–2 ml (~20–40 Tropfen) 3× täglich, in etwas Wasser verdünnt, zu den Mahlzeiten einnehmen. Gleichzeitig reichlich Flüssigkeit trinken (mind. 1,5–2 l täglich) — Spülungseffekt setzt ausreichende Harnerzeugung voraus. Traditionelle Anwendung bei krampfartigen Beschwerden im Harntrakt und dyspeptischen Beschwerden (Blähungen, Völlegefühl). Nicht in Schwangerschaft oder bei entzündeten Nieren anwenden. Wegen Ethanolgehalt nicht bei Alkoholerkrankung oder Leberkrankheit.
- Flüssigkeit
- 1–2 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur Erwachsene. Ethanolgehalt schließt Kinder, Schwangere, Leberkranke und Personen mit Alkoholproblematik aus.
Traditioneller Liebstöckelwurzel-Tee bei dyspeptischen Beschwerden — Bitterstoff- und Ätherischöl-Wirkung fördert die Verdauung und löst Krämpfe.
Anleitung & Dosierung
VERDAUUNGSTEE: 1,5–3 g getrocknete Liebstöckelwurzel mit 200 ml siedendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 3× täglich, je 1 Tasse nach den Mahlzeiten. Traditionelle Anwendung bei Verdauungsbeschwerden mit Blähungen, Völlegefühl und krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden (dyspeptisches Syndrom). Bitterstoffe und ätherisches Öl regen die Magen-Gallesekrete an und wirken spasmolytisch. Bei anhaltenden Beschwerden über 3 Wochen: ärztliche Abklärung.
- Trockenmenge
- 1.5–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 3 Wochen
Volksheilkundliches Liebstöckel-Bad bei müden Beinen und Durchblutungsstörungen — Achtung vor phototoxischem Risiko durch Furanocumarine nach Sonnenlicht.
Anleitung & Dosierung
FUSS- ODER TEILBAD: 50–100 g getrocknete Liebstöckelwurzel mit 1 l Wasser kalt ansetzen, zum Kochen bringen, 20 Minuten köcheln lassen, abseihen und dem Badewasser zufügen (Badewasser ca. 36–38 °C). Volksheilkundlich angewendet bei müden, schweren Beinen, schlechter Durchblutung der Füße und als schweißtreibendes Fußbad (Schweißfüße, Erkältung). Bad max. 20 Minuten; anschließend warmhalten. ACHTUNG: Furanocumarine im ätherischen Öl können bei äußerlicher Anwendung in Verbindung mit starker UV-Bestrahlung phototoxische Reaktionen der Haut auslösen — nach dem Bad direkte Sonneneinstrahlung auf behandelte Hautpartien für mind. 12 Stunden meiden.
- Trockenmenge
- 50–100 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Liebstöckelblatt als Küchenkraut ('Maggikraut') — hocharomatisches Gewürz für Suppen, Eintöpfe und Salate mit sellerie-ähnlichem Intensivgeschmack.
Anleitung & Dosierung
KÜCHE / MAGGIKRAUT: Frische oder getrocknete Liebstöckelblätter werden in kleinen Mengen als intensives Würzkraut für Suppen, Eintöpfe, Kartoffelgerichte, Eierspeisen und Pilzgerichte verwendet. Der aromatische Geruch und Geschmack erinnert stark an Maggi-Würze (daher Volksname 'Maggikraut') und an Sellerie. Frische Blätter fein gehackt zu Salaten, Salatdressings, Kräuterbutter. Die langen Blattstiele können wie Sellerie gebraten oder gedünstet werden. Getrocknete Blätter verlieren viel Aroma — frische Verwendung bevorzugen oder einfrieren. DOSIERUNG: Sparsam verwenden — Aroma ist sehr intensiv, 1–2 frische Blätter pro Portion ausreichend.
Liebstöckelsamen als Gewürzdroge — intensiv-aromatisches Backaroma, blähungswidrig und magenstärkend in der Volksheilkunde.
Anleitung & Dosierung
SAMEN ALS GEWÜRZ: Die getrockneten Liebstöckel-Früchte (Doppelachänen, im Volksmund 'Samen') werden wie Fenchel- oder Kümmelsamen verwendet: ganzer Samen in Brot, Gebäck und Käsegerichten eingebacken; gemahlen in Gewürzmischungen, über Salate oder in Suppen. Aroma ähnelt Sellerie und Liebstöckelblatt, intensiver und wärmer. Kleine Menge reicht (1/2 TL gemahlen pro Gericht). Volksheilkundlich galten die Samen auch als blähungstreibend und magenstärkend.
Volksheilkundliche Anwendung der Liebstöckelwurzel bei Dysmenorrhö — emmenagoge Wirkung überliefert; absolut kontraindiziert in Schwangerschaft.
Anleitung & Dosierung
VOLKSHEILKUNDLICHER FRAUENTEE: 1–2 g getrocknete Liebstöckelwurzel mit 200 ml kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten zugedeckt ziehen, abseihen. 2× täglich, max. 14 Tage. Volksmedizinisch eingesetzt bei Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhö, ausbleibende Regelblutung). ACHTUNG: Emmenagoge Wirkung (menstruationsfördernd) — daher in Schwangerschaft absolut KONTRAINDIZIERT. Bei Fertilitätswunsch Arzt konsultieren. Keine wissenschaftliche Bestätigung der menstruationsfördernden Wirkung; ausschließlich volksmedizinische Überlieferung.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Ätherisches Liebstöckelöl aus der Wurzel — Phthalid-Reich, diuretisch und spasmolytisch; phototoxisches Risiko durch Furanocumarine, nur unter Fachaufsicht.
Anleitung & Dosierung
ÄTHERISCHES ÖL (nur unter fachkundiger Anleitung): Das durch Wasserdampfdestillation der Wurzel gewonnene ätherische Öl von Levisticum officinale enthält als Hauptkomponenten Phthalide (Ligustilid, Butylidenphthalid, E-Butylidenphthalid), Terpenkohlenwasserstoffe und Furanocumarine. Es findet Verwendung als natürliches Aromamittel in Lebensmitteln (FEMA GRAS) und in der Parfümerie. Als Phytotherapeutikum NUR in standardisierter Form und nach ärztlicher Verordnung, da isoliertes ätherisches Öl konzentrierte Furanocumarine enthält — phototoxisches Risiko und Haut-/Schleimhautreizung bei Überdosierung. Nicht unverdünnt auf die Haut auftragen.
WICHTIG — Liebstöckelwurzel bei Spültherapie: Reichlich Flüssigkeit trinken (min. 1,5–2 l täglich). KONTRAINDIKATION Spültherapie: Nierenerkrankungen jeder Art sowie Herzinsuffizienz mit Ödemneigung — Spülungstherapie verstärkt die Flüssigkeitslast und ist in diesen Fällen verboten. Entzündliche Nierenerkrankungen (Nephritis, Glomerulonephritis, Pyelonephritis): Liebstöckelwurzel NICHT anwenden — das ätherische Öl kann die Nierenentzündung verschlimmern. Furanocumarine: Liebstöckel-Zubereitungen (besonders Frischpflanzensaft und ätherisches Öl) enthalten Furanocumarine (z. B. Psoralen, Bergapten), die bei Hautkontakt und anschließender UV-/Sonnenexposition phototoxische Reaktionen (Brennen, Blasen, Pigmentflecken) auslösen können. Intensiver Sonnenkontakt nach äußerlicher Anwendung für mind. 12–24 Stunden meiden. Selbstbehandlung bei stärkeren Harnwegsbeschwerden, Fieber, Rückenschmerzen oder Blut im Urin sofort beenden und Arzt aufsuchen — mögliche Niereninfektion. Anwendungsdauer ohne ärztliche Aufsicht auf 4 Wochen begrenzen. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen giftig.
⏱ Max. Daueranwendung: 4 Wochen
Liebstöckelwurzel ist in der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT. Das ätherische Öl und die Furanocumarine können uterusstimulierend wirken (emmenagoge und potentiell abortive Wirkung der Wurzel ist überliefert). EMA/HMPC: nicht empfohlen in Schwangerschaft. Kulinarische Verwendung kleiner Blattmengen gilt als unbedenklich, aber therapeutische Dosen der Wurzel sind zu meiden.
Wegen fehlender Sicherheitsdaten laut EMA/HMPC während der Stillzeit nicht empfohlen. Ätherisches Öl kann in die Muttermilch übergehen. Kulinarische Verwendung kleiner Blattmengen gilt als unbedenklich.
Therapeutische Zubereitungen aus Liebstöckelwurzel (Tee, Tinktur) laut EMA/HMPC nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren empfohlen — keine ausreichenden Sicherheitsdaten. Kulinarische Verwendung des Blattes (wenig Maggikraut in Suppen) gilt als unbedenklich.
Wechselwirkungen
Diuretika (Schleifendiuretika, Thiazide, kaliumsparende Diuretika)
Liebstöckelwurzel wirkt selbst harntreibend. Bei gleichzeitiger Einnahme synthetischer Diuretika additiver diuretischer Effekt möglich — erhöhtes Risiko von Elektrolytverlust (insbesondere Kalium) und Dehydratation. Blutdruck und Elektrolyte regelmäßig kontrollieren.
Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer (Warfarin, Phenprocoumon, ASS, Clopidogrel)
Furanocumarine aus Liebstöckel können theoretisch CYP2A6 und CYP3A4 hemmen und damit den Abbau von Cumarin-Antikoagulanzien verlangsamen — Risiko erhöhter Blutungsneigung. Klinische Relevanz bei therapeutischen Teemengen gering, aber bei Tinktur oder ätherischem Öl erhöht. INR-Kontrolle empfohlen.
Photosensibilisierende Medikamente (Psoralene, Tetracycline, Chinolone, Amiodaron, bestimmte NSAIDs)
Furanocumarine aus Liebstöckel sind selbst Photosensibilisatoren. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer photosensibilisierender Arzneimittel additives Risiko phototoxischer Hautreaktionen (Verbrennungen, Blasenbildung, Hyperpigmentierung) nach UV-Exposition. Kombination möglichst meiden oder konsequent Sonnenexposition vermeiden.
Lithium
Diuretische Mittel können die renale Lithium-Clearance verändern und die Lithium-Plasmaspiegel erhöhen oder erniedrigen — Risiko von Lithiumtoxizität oder Wirkungsverlust. Bei Lithiumtherapie Liebstöckelwurzel nur unter ärztlicher Kontrolle und mit Lithiumspiegelkontrolle.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Liebstöckel oder andere Doldenblütler (Apiaceae/Umbelliferae), insbesondere bei bekannter Apiaceae-Allergie (Kreuzreaktionen mit Sellerie, Karotte, Fenchel möglich).
- Nierenerkrankungen jeder Art (akute und chronische Nephritis, Glomerulonephritis, Niereninsuffizienz) — Spültherapie kontraindiziert, ätherisches Öl reizend auf Nierenparenchym.
- Herzinsuffizienz und andere Erkrankungen mit pathologischer Flüssigkeitsretention (z. B. Leberödeme, nephrotisches Syndrom) — Spültherapie nicht anwendbar.
- Schwangerschaft — emmenagoge / potentiell abortive Wirkung der Wurzel; therapeutische Dosen absolut meiden.
Erntet wird: Wurzel (Herbst), Blätter, Samen
- Tageszeit:
- Im Spätherbst (Oktober–November), wenn die oberirdischen Teile der mehrjährigen Pflanze abgestorben oder abgefroren sind und die Wurzel ihre Wirkstoffreserven (ätherisches Öl, Phthalide) vollständig angereichert hat. Trockene Tage bevorzugen — nasse Erde erschwert Reinigung und erhöht Schimmelrisiko beim Trocknen.
- Trocknung:
- Wurzel ausgaben (Spaten/Grabgabel), Erde gut abschütteln, sorgfältig waschen und in 2–5 cm dicke Scheiben oder Längsspalten schneiden (beschleunigt Trocknung). Einlagig auf Gittern oder Sieben ausbreiten, Schatten oder Dörrgerät bei max. 40 °C; Trockendauer 4–8 Wochen bis zur Knochentrockenheit (Bruchprobe: Scheibe muss sauber brechen, nicht biegen). Regelmäßig wenden und auf Schimmel kontrollieren. ACHTUNG: Frischpflanzensaft kann phototoxische Hautreaktionen auslösen — beim Schneiden Handschuhe tragen und Sonnenexposition meiden.
- Lagerung:
- 12 Monate — Getrocknete Wurzelscheiben in luftdichten dunklen Gläsern oder Blechdosen lagern, kühl, trocken und lichtgeschützt. Innerhalb eines Jahres aufbrauchen — ätherisches Öl verflüchtigt sich bei langer Lagerung. Regelmäßig am Geruch prüfen: nachlassender Sellerie-/Liebstöckelgeruch zeigt Qualitätsverlust an.
- Tageszeit:
- Frische junge Blätter den ganzen Sommer über ernten, bevorzugt am Vormittag nach Tauabtrocknung (ca. 9–11 Uhr). Ätherisches Öl und Aroma am höchsten vor der Blüte (Mai–Juni). Blätter nach der Blüte werden zäher und bitterer. Beim Umgang mit der Pflanze Handschuhe tragen — Frischsaft enthält Furanocumarine (phototoxisch bei UV-Kontakt).
- Trocknung:
- Blätter frisch verwenden (beste Aromenerhaltung) oder einfrieren (Tiefkühlbeutel, gehackt, portioniert — kein Trocknen notwendig). Trocknung möglich, führt aber zu starkem Aromaverlust: einlagig auf Tüchern im Schatten bei max. 35 °C, 1–2 Wochen. Getrocknete Blätter verlieren bis zu 80 % des flüchtigen Aromas — für medizinische Anwendungen Wurzel bevorzugen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Frische Blätter im Kühlschrank max. 1 Woche haltbar. Eingefroren bis 12 Monate verwendbar. Getrocknete Blätter in dunklen, luftdichten Behältern kühl lagern; innerhalb 6 Monaten aufbrauchen (starker Aromaverlust).
- Phthalide (Ligustilid, Z-Butylidenphthalid, E-Butylidenphthalid, Z-Ligustilid)SonstigeAnteil: ca. 50-70 % des ätherischen ÖlsWurzel
Hauptkomponenten des ätherischen Öls der Wurzel; verantwortlich für den charakteristischen Sellerie-ähnlichen Geruch. Ligustilid (Z-Butylidenphthalid) ist die mengenmäßig dominierende Verbindung. Spasmolytische Wirkung auf die glatte Muskulatur (Harntrakt, Gastrointestinaltrakt) ist belegt. Gleichzeitig mild diuretisch. Flüchtig und hitzeempfindlich — Teeaufguss schonender als Abkochung.
- Furanocumarine (Psoralen, Bergapten, Isopimpinellin, Xanthotoxin)SonstigeAnteil: 0.06-0.14 %Wurzel
Phototoxische Verbindungen — interkalieren in DNA und aktivieren unter UV-Licht (UVA) reaktive Sauerstoffspezies, die zu Hautschäden (Erythem, Blasen, Hyperpigmentierung) führen können. Erklären die Kontraphotermieanforderung nach äußerlicher Anwendung. Bergapten ist der mengenmäßig bedeutendste Vertreter in Liebstöckel. Auch in anderen Apiaceae vorhanden (Sellerie, Pastinake, Engelwurz).
- Ätherisches Öl (Gesamtgehalt der Wurzel)Ätherisches ÖlAnteil: 0.6-1.0 %Wurzel
Gesamtgehalt an ätherischem Öl der getrockneten Wurzel. Dunkel- bis gelbbraune ölige Flüssigkeit mit intensivem, sellerie-artigem Aroma. Pharmakopöe-Standard (DAB, Ph.Eur.) verlangt mind. 4 ml/kg für Radix Levistici. Neben Phthaliden auch Terpenkohlenwasserstoffe (beta-Phellandren, alpha-Terpineol, Terpinen-4-ol) und Sesquiterpene als Begleitstoffe.
- Sesquiterpene (beta-Selinen, alpha-Selinen, Caryophyllen)SesquiterpenAnteil: 5-15 % des ätherischen ÖlsWurzel
Sesquiterpene als Begleitstoffe im ätherischen Öl; tragen zur Gesamtaroma-Komplexität des Liebstöckels bei. Beta- und alpha-Selinen sind charakteristisch für Apiaceae-Pflanzen (Sellerie-Familie) und kommen auch in Sellerie vor. Caryophyllen besitzt mild entzündungshemmende Eigenschaften.
- Phenolcarbonsäuren (Kaffeesäure, Ferulasäure, Chlorogensäure)PhenolsäureAnteil: 0.1-0.5 %Wurzel
Hydrophile phenolische Begleitstoffe im wässrigen Extrakt (Tee). Antioxidativ, mild entzündungshemmend. Ferulasäure hemmt in vitro die Thrombozytenaggregation. Tragen zur Gesamtwirkung des wässrigen Extrakts bei, ohne eigenständige phytotherapeutische Indikation.
- Stärke und Zuckerarten (Glucose, Fructose, Saccharose, Inulin-artige Fructooligosaccharide)PolysaccharidAnteil: bis 26 % (Stärke + Zucker kombiniert)Wurzel
Hauptspeicherstoffe der mehrjährigen Wurzel. Ältere Wurzeln akkumulieren mehr Stärke. Die Zuckerbestandteile erklären den leicht süßlichen Grundgeschmack der Wurzel neben dem intensiv-aromatischen ätherischen Öl. Keine spezifische pharmakologische Wirkung, aber ernährungsphysiologischer Kalorienbeitrag bei Verwendung als Gemüse.
- Falcarinol und Falcarindiol (Polyacetylene)SonstigeAnteil: SpurenWurzel
Langkettige Polyacetylenalkohole, charakteristisch für die Apiaceae-Familie. Kommen auch in Karotte, Petersilienwurzel und Sellerie vor. In vitro cytotoxische und antifungale Eigenschaften beschrieben; bei Nahrungsmengen pharmakologisch nicht relevant. Können als Kontaktallergene wirken (Kontaktdermatitis bei empfindlichen Personen).
- Flavonoide (Quercetin, Kämpferol, Isorhamnetin-Glykoside)FlavonoidAnteil: 0.05-0.2 %Blatt
Flavonolverbindungen hauptsächlich im Blatt, weniger in der Wurzel. Mild antioxidativ und kapillarprotektiv. Quercetin-Glykoside sind weit verbreitet in Apiaceae-Blättern. Quercetin hemmt in vitro Entzündungsmediatoren (Lipoxygenase). Im Blatt höher konzentriert als in der Wurzel — beim Kulinarischen Einsatz relevanter als bei Wurzelanwendungen.
- [1]MonographieEMA/HMPC/320433/2012 — European Union herbal monograph on Levisticum officinale W.D.J. Koch, radix (Final, 2012)(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]MonographieKommission E — Liebstöckelwurzel (Levistici radix), Monographie (positiv), BAnz Nr. 122, 1990(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]MonographieESCOP Monographs — Levistici radix (Lovage Root), 2nd edition, Supplement 2009(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Levisticum officinale database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [9]MonographieASPCA Animal Poison Control — Lovage (Levisticum officinale)(abgerufen: 2026-08-10)
- [4]BuchWichtl, Max (Hrsg.) — Teedrogen und Phytopharmaka: Ein Handbuch für die Praxis, 5. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2009(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]BuchMadaus, Gerhard — Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band II: Levisticum officinale (Liebstöckel), 1938 (Public Domain)(abgerufen: 2026-05-21)
- [7]WikipediaLiebstöckel (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)
- [8]WikipediaLovage (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)
Verbreitung in Europa
🤝 Permakultur-Partner
Diese Pflanze ist in deinem Garten ein/e:
✨ Beste Symbiose-Partner
- 🌿 Echter Sellerie Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Petersilie Klassischer Mischkultur-Partner.
Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)