© User:Kilom691 · Public domain · Commons
Mais
VorsichtMaize · (Zea mays)
Süßgräser (Poaceae)
Beschreibung
Auf Feldern weltweit wächst Mais als hochwachsendes Süßgras, dessen goldgelbe Kolben zwischen August und Oktober reifen. Die Körner enthalten reichlich Stärke sowie die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, dazu Ferulasäure vor allem in der Kleie, Thiamin, gebundenes Niacin und Kalium. Traditionell dient Mais als Grundnahrungsmittel und Gewürz; die feinen Griffelfäden der Blüte, der sogenannte Maisbart, werden als Tee bei Harnwegsbeschwerden verwendet, äußerlich auch als Umschlag bei Gelenkbeschwerden und Wunden. Bei üblicher Ernährungsmenge gilt Mais als sicher und gut verträglich, wobei bei bekannter Gräserpollenallergie eine Kreuzreaktion möglich ist. Maisbart-Tee sollte nicht in großen Mengen getrunken werden, da getrocknete Ware laxierend wirken kann. Wird Mais ohne traditionelle Nixtamalisation über lange Zeit als einziges Grundgetreide gegessen, kann das gebundene Niacin nicht ausreichend aufgenommen werden — ein Risikofaktor für Niacinmangel (Pellagra).
Mais ist nach Weizen und Reis das meistangebaute Getreide weltweit und ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Süßmais wird als Kolben gekocht, gedämpft oder gegrillt und enthält ca. 19 g Kohlenhydrate, 3 g Protein und 1 g Fett pro 100 g (86 kcal). Er liefert B-Vitamine (Thiamin B1, Niacin B3, Pantothensäure B5, Folsäure), die Carotinoide Zeaxanthin und Lutein sowie Kalium. Maisprodukte (Polenta, Tortillas, Cornmeal, Maisöl, Maisstärke) sind in vielen Weltregionen unverzichtbar.
Maisbart (Stigmata maydis) — die fädigen Griffel der weiblichen Maisblüten — wird in der Volksmedizin weltweit als diuretischer Tee verwendet. Überlieferte Anwendung bei Blasenentzündungen (Zystitis), Reizblase, Blasensteinen und erschwertem Wasserlassen. Zubereitung: 1–2 Teelöffel frischer oder getrockneter Maisbart auf 250 ml heißes Wasser, 10–15 Minuten ziehen lassen, 2–3 Tassen täglich. Frischer Maisbart ist wirksamer als getrockneter (PFAF: Verlust des diuretischen Effekts bei Lagerung). Die EMA-HMPC-Monographie (EMA/HMPC/509424/2023) ist noch im Entwurfsstadium (Stand 2026).
Die Nixtamalisation — Einweichen und Kochen von Mais in alkalischer Kalklösung (Kalziumhydroxid) — wurde von mesoamerikanischen Kulturen vor über 3000 Jahren entwickelt und macht das in Mais enthaltene Niacin (Vitamin B3) für den menschlichen Körper bioverfügbar. Ohne Nixtamalisation kann Mais-dominante Ernährung zu Pellagra (Niacin-Mangelkrankheit) führen. Tortillas, Tamales und Arepas werden mit nixtamalisiertem Mais hergestellt. Diese traditionelle Praxis ist ein historisches Beispiel für ernährungsphysiologisch optimierte Zubereitung.
Mais enthält die Carotinoide Zeaxanthin und Lutein — beide spielen eine wichtige Rolle für die Makulapigmentierung der Netzhaut und den Schutz vor altersbedingter Makuladegeneration (AMD) sowie Katarakten. Gelbe Maissorten sind eine der wenigen Getreidearten, die nennenswerte Mengen dieser Xanthophylle liefern. Zeaxanthin akkumuliert im gelben Fleck (Macula lutea) der Retina. Epidemiologische Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Lutein/Zeaxanthin-Aufnahme und reduziertem AMD-Risiko.
Maisstärke (Amylum maydis, Maizena) wird weltweit als Verdickungsmittel für Saucen, Suppen, Puddings und glutenfreies Backen verwendet. In der traditionellen Hauswirtschaft gilt leicht angedickte Maisstärke-Lösung auch als mildes Schleimhautschutzmittel bei Magen-Darm-Reizungen (ähnlich wie Kartoffelstärke). Glutenfrei — wichtig für Zöliakie-Betroffene. Maisöl (kalt gepresst oder raffiniert) ist reich an Linolsäure und Vitamin E.
In der indianischen Volksmedizin (u. a. Zuni, Hopi) wurden gemahlene und angeweichte Maiskörner als Kataplasmen (Breiumschläge) bei Geschwüren, Schwellungen und rheumatischen Schmerzen aufgelegt. PFAF dokumentiert diese Anwendung. Klinische Evidenz fehlt vollständig; die Anwendung ist ethnobotanisch interessant als Beleg für die vielseitige präkolumbianische Mais-Nutzung.
Quellen: [3]
Maiskeimöl (Maisöl) wird durch Kaltpressung oder Raffination aus dem Maiskeim gewonnen und ist reich an Linolsäure (Omega-6, ca. 50–55 %), Ölsäure (ca. 25–30 %) und Vitamin E (Tocopherole). Es hat einen relativ hohen Rauchpunkt (ca. 230 °C raffiniert) und eignet sich für Braten und Frittieren. Als Salatöl ist kalt gepresstes Maiskeimöl geeignet. Historisch wurde Maisöl durch indigene Völker Mesoamerikas aus Maiskeimen gewonnen.
Mais und Maisprodukte sind bei üblicher Ernährungsmenge sicher und gut verträglich. Bekannte Mais-Allergie (Kreuzreaktionen mit Gräser-Pollen möglich) beachten. Maisbart-Tee: nicht in großen Mengen anwenden; frischer Maisbart wird bevorzugt, da getrockneter nach PFAF-Angaben laxierend wirken kann. Mais ohne Nixtamalisation als alleinige Getreidekomponente über lange Zeit kann Niacin-Mangel (Pellagra) verursachen. Maisbart-EMA-Monographie noch im Entwurfsstadium (2026) — für therapeutische Anwendung gilt: Facharzt konsultieren.
Mais als Lebensmittel in Schwangerschaft und Stillzeit unbedenklich und wertvoll (Folsäure, B-Vitamine, Energie). Maisbart-Tee in der Schwangerschaft aus Vorsicht meiden (keine Sicherheitsdaten für therapeutische Mengen).
Mais als Lebensmittel uneingeschränkt geeignet. Maisbart-Tee in der Stillzeit mit Vorsicht.
Mais als Lebensmittel ab dem Beikost-Alter geeignet (Maisbrei als klassischer Kinderbrei). Maisbart-Tee für Kleinkinder nicht empfohlen.
Kontraindikationen
- Bekannte Allergie gegen Mais oder Gräser-Kreuzallergie — Maisprodukte meiden oder ärztlich abklären.
Erntet wird: reife Kolben (Sommer-Herbst)
- Tageszeit:
- SÜSSMAIS (zum Essen): Kolben ernten, wenn die Fäden (Maisbart) braun/schwarz geworden sind, die Körner bei Fingerdruck milchig-weiße Flüssigkeit abgeben (Milchreife) und die Hüllblätter sattgrün sind. Die Milchreife dauert nur 3–5 Tage — zu spät geerntete Kolben sind mehlig-trocken. Bevorzugt am frühen Morgen ernten (höchster Zuckergehalt, da Stärkeumwandlung tagsüber fortschreitet). Kolben durch Drehen-und-Ziehen vom Stiel brechen.
- Trocknung:
- Süßmais-Kolben sofort nach der Ernte kochen oder kühlen — Zucker wandelt sich innerhalb von Stunden in Stärke um (bei Raumtemperatur ca. 50 % Zuckerverlust in 24 h). Im Kühlschrank in Hüllblättern maximal 1–2 Tage lagern. Für längere Haltbarkeit: Kolben 3 Minuten blanchieren, Körner abschneiden, einfrieren.
- Lagerung:
- 1 Monate — Frisch: Im Kühlschrank in Hüllblättern max. 1–2 Tage. Eingefroren: 8–12 Monate.
- Tageszeit:
- MAISBART (Stigmata maydis): Frischen Maisbart (die herausquellenden Fäden) ernten, kurz bevor der Kolben vollständig reif ist — zu diesem Zeitpunkt ist der Maisbart noch hell-gelbgrün bis hellbraun und am wirksamsten für Teeanwendungen. Für therapeutischen Tee frisch verwenden oder sofort bei 35–40 °C schonenend trocknen (nicht über 50 °C).
- Trocknung:
- Maisbart trocknen: dünne Schicht auf Sieb oder Tuch, bei max. 40 °C, Luftfeuchtigkeit < 50 %, 1–2 Tage. Getrocknet in Papier- oder Glasgefäßen kühl und dunkel lagern. Haltbarkeit: max. 1 Jahr. PFAF-Hinweis: getrockneter Maisbart verliert seinen diuretischen Effekt und kann abführend wirken — daher frischen Maisbart bevorzugen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Trocken, kühl und dunkel. Frischer Maisbart sofort verwenden oder im Kühlschrank max. 2–3 Tage.
- ZeaxanthinSonstigeAnteil: ca. 200-360 µg/100 g (gelber Süßmais)Frucht
Gelbes Xanthophyll-Carotenoid, das für die gelbe Farbe von Maiskörnern mitverantwortlich ist. Akkumuliert bevorzugt in der Macula lutea der menschlichen Retina und wirkt als natürlicher Lichtfilter gegen schädigende Blaulicht-Strahlung. In epidemiologischen Studien mit reduziertem AMD-Risiko assoziiert.
- LuteinSonstigeAnteil: ca. 600-1100 µg/100 g (gelber Süßmais)Frucht
Xanthophyll-Carotenoid, in Mais neben Zeaxanthin das häufigste Carotenoid. Schützt gemeinsam mit Zeaxanthin das Auge vor oxidativem Stress und Lichtschäden. Mais ist eine der wenigen Getreide-Quellen für nennenswerte Lutein/Zeaxanthin-Mengen.
- Ferulic acid (Ferulasäure)PhenolsäureAnteil: bis zu 0,5 % (Kleie/Schale)Frucht
Häufigstes phenolisches Antioxidans im Mais-Korn, hauptsächlich in der Kleie-Schicht (Pericarp). Ferulasäure ist überwiegend an Zellwand-Polysaccharide gebunden und wird durch Nixtamalisation besser bioverfügbar. Zeigt präklinisch antioxidative, anti-entzündliche und neuroprotektive Aktivitäten.
- Stärke (Amylum maydis)PolysaccharidAnteil: 65-75 % (Trockengewicht des Korns)Frucht
Hauptbestandteil des Mais-Endosperms — Amylopektin (ca. 75 %) und Amylose (ca. 25 %). Basis für Maisstärke, Maissirup, Glukose-Fruktose-Sirup und Bioethanol. Wachsmais-Sorten enthalten fast ausschließlich Amylopektin (> 95 %). Resistente Stärke im abgekühlten Mais wirkt präbiotisch.
- Thiamin (Vitamin B1)VitaminAnteil: 0,15-0,20 mg/100 gFrucht
Mais ist eine gute Thiaminquelle (ca. 15 % des täglichen Bedarfs pro 100 g). Thiamin ist essenziell für den Kohlenhydrat-Stoffwechsel und die Nervenfunktion. Wird durch Nixtamalisation zum Teil gebunden, aber besser verfügbar gemacht.
- Niacin (Vitamin B3 — gebunden)VitaminAnteil: 1,7-2,5 mg/100 g (nur nach Nixtamalisation bioverfügbar)Frucht
Mais enthält Niacin, das jedoch ohne Nixtamalisation (alkalische Behandlung mit Kalkwasser) an Niacytin gebunden und für den Menschen nicht verwertbar ist. Diese Tatsache erklärt die historische Pellagra-Epidemie in Europa, als Mais ohne Nixtamalisation eingeführt wurde. Durch alkalische Hydrolyse (Nixtamalisation oder Backsoda beim Kochen) wird das Niacin freigesetzt.
- AllantoinSonstigeAnteil: Spuren (Samen, Maisbart)Ganze Pflanze
In Mais-Körnern und Maisbart in Spuren nachgewiesen. Allantoin gilt als wundheilungsfördernde und zellproliferierende Substanz und wird auch aus anderen Quellen (Beinwell) gewonnen. Die Konzentration in Mais ist für therapeutische Zwecke nicht klinisch relevant.
- KaliumMineralstoffAnteil: 270-280 mg/100 g (Süßmais)Frucht
Mais ist eine moderate Kaliumquelle (ca. 7 % des täglichen Bedarfs pro 100 g). Kalium ist essenziell für Blutdruckregulation, Muskel- und Herzfunktion sowie neuromuskuläre Erregungsleitung.
- [3]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Zea mays database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]MonographieEMA HMPC — Draft European Union Herbal Monograph on Zea mays L., Stigma (EMA/HMPC/509424/2023, draft for consultation Oct 2025–Jan 2026)(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographieUSDA FoodData Central — Corn, sweet, yellow, raw(abgerufen: 2026-05-21)
- [1]WikipediaMais (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]WikipediaMaize (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)
- [4]WikipediaCorn silk (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)
🤝 Permakultur-Partner
Diese Pflanze ist in deinem Garten ein/e:
✨ Beste Symbiose-Partner
- 🌿 Gurke Mais dient als Klettergerüst für Gurke (Three-Sisters-Analogon).
- 🌿 Gartenkürbis Kürbis beschattet den Mais-Boden und hält Feuchtigkeit.
- 🌿 Zucchini Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Gartenbohne Buschbohne fixiert Stickstoff für den hungrigen Mais.
- 🌿 Gartenbohne Mais bietet Stangenbohne ein lebendes Klettergerüst.
- 🌿 Große Kapuzinerkresse Kapuzinerkresse als Blattlaus-Köder schützt Mais.
📦 In diesen Pflanz-Sets:
Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration) | Klassische Mischkultur-Tradition (Three Sisters, Bauernregel)