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Foto von Gartenbohne

© Unknown · CC BY-SA 3.0 · Commons

Gartenbohne

Vorsicht

Phaseolus vulgaris · (Phaseolus vulgaris var. nanus)

Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

Beschreibung

Die Gartenbohne, auch Grüne Bohne, Schnittbohne oder österreichisch Fisole genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Phaseolus in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Sie ist in Deutschland fast immer mit dem Ausdruck „Bohne“ gemeint, der sich aber auch auf viele andere Nutzpflanzenarten beziehen kann. Je nach Wuchsform wird die Art auch als Buschbohne oder Stangenbohne bezeichnet.

  • RohFruchtInnerlichTraditionell

    Grüne Bohnen (junges Hülsengemüse) sind ein vielseitiges Küchen-Gemüse: blanchiert, gedämpft, in Eintöpfen oder als Salat zubereitet. Pro 100 g frische grüne Bohne liefern sie ca. 36 kcal, 2,7 g Ballaststoffe, Vitamin K (43 µg), Vitamin C, Mangan und Eisen. Als Trockenbohne (ausgereifte Samen) steigt der Proteingehalt auf ca. 10 g/100 g (gekocht). ACHTUNG: Rohe, unreife oder ausgereifte Bohnen sind IMMER toxisch (Phasin/Phytohämagglutinin) — ausschließlich gut durchgegart verzehren (min. 10 Minuten kochen).

    Anleitung & Dosierung

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  • TeeFruchtInnerlichKommission E

    Getrocknete, samenfreie Bohnenhülsen (Phaseoli fructus sine semine) gelten als Arzneipflanze nach Kommission E und EMA-HMPC: anerkanntes traditionelles Mittel bei leichten Harnwegsbeschwerden, zur Durchspülung der Harnwege und zur Erhöhung der Urinproduktion (schwach diuretisch). Kommission E (BGA, 1986) empfiehlt unterstützend bei dysurischen Beschwerden. Tagesgesamtdosis 5–15 g getrocknete Hülsen als Tee-Aufguss, verteilt auf mehrere Gaben. Anwendung maximal 2 Wochen ohne ärztliche Abklärung. Nicht geeignet für Kinder unter 18 Jahren oder bei kardialen/renalen Ödemen.

    Anleitung & Dosierung

    2,5 g getrocknete Bohnenschalen mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. 2–6 Tassen täglich trinken, begleitend viel Wasser (min. 2 Liter/Tag) zur Harndurchspülung.

    Trockenmenge
    2.52.5 g
    Anwendungen/Tag
    4×
    Max. Anwendungsdauer
    2 Wochen

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  • RohSamenInnerlichTraditionell

    Ausgereifte Trockenbohnen (Samen) sind eine bedeutende pflanzliche Proteinquelle: ca. 21–25 g Protein pro 100 g Trockenbohne, biologische Wertigkeit steigt bei Kombination mit Getreide (komplementäre Aminosäuren). Enthalten Eisen (ca. 6 mg/100 g), Folsäure (ca. 394 µg/100 g), Magnesium und Zink. Das Phaseolin-Protein macht ca. 40–50 % des Samenstickstoffs aus. Traditionell wichtig als sättigendes Grundnahrungsmittel und Fleischersatz in Hülsenfrucht-betonten Ernährungsweisen (Mittelmeerküche, Volksküche). Immer gut durchgegart verzehren.

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  • TeeFruchtInnerlichVolksmedizin

    In der Volksmedizin Mitteleuropas wurden Bohnenschalen-Tees traditionell auch bei Gicht und rheumatischen Beschwerden eingesetzt — Volksüberlieferung ohne klinische Bestätigung. Die angenommene Wirkung beruht auf der mild diuretischen Wirkung (Ausschwemmung von Harnsäure) sowie dem Flavonoid-Gehalt der Schalen. Kommission E sieht für diese Indikationen keine belegte Wirksamkeit.

    Anleitung & Dosierung

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  • RohSamenInnerlichTraditionell

    Bohnen sind reich an Ballaststoffen (ca. 6–9 g/100 g Trockenbohne, gekocht), die präbiotisch wirken und das Darmmikrobiom fördern. Enthaltene Oligosaccharide (Raffinose, Stachyose) können bei empfindlichen Personen zu Blähungen führen — gründliches Garen und Kombination mit Bohnenkraut (Satureja) verringern diesen Effekt traditionell. Antioxidativ wirkende Polyphenole (Quercetin, Kaempferol, Anthocyane in dunklen Sorten) tragen zum Schutz vor oxidativem Stress bei.

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  • GewürzGanze PflanzeInnerlichVolksmedizin

    Bohnenkraut (Satureja hortensis) ist der klassische Begleit-Zusatz beim Kochen von Bohnen — nicht nur als Gewürz, sondern auch weil ätherische Öle des Bohnenkrauts traditionell zur Reduktion der bohnentypischen Blähwirkung (Oligosaccharide) gelten. Diese Nutzung ist volksmedizinisch überliefert und nicht klinisch belegt, jedoch tief in der mitteleuropäischen Küchenpraxis verwurzelt. Hier ist die Bohne das Lebensmittel, das mit dem Kraut kombiniert wird.

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  • RohSamenInnerlichTraditionell

    Bohnen liefern nennenswerte Mengen an B-Vitaminen, insbesondere Folat (Folsäure): ca. 394 µg/100 g (Trockenbohne, roh) — einer der höchsten Werte unter Gemüsearten. Folat ist essenziell für Zellteilung, DNA-Synthese und die Entwicklung des Neuralrohrs in der Schwangerschaft. Auch Vitamin B2, B6 und Vitamin E sind vertreten. Der Vitamin-K-Gehalt junger grüner Bohnen (ca. 43 µg/100 g) unterstützt die Blutgerinnung und Knochengesundheit.

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Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration) | Klassische Mischkultur-Tradition (Three Sisters, Bauernregel)

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