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Foto von Kartoffel

© Amédée Masclef · Public domain · Commons

Kartoffel

Vorsicht🐾

Potato · (Solanum tuberosum)

Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Beschreibung

Die Kartoffel, in Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz auch als Erdapfel, Erdbirne, Grundbirne, Potaten, Tüffke und unter weiteren Regionalnamen bekannt, ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Im allgemeinen Sprachgebrauch werden mit Kartoffeln meist die im Boden heranwachsenden Knollen bezeichnet, mit denen die Pflanze sich vegetativ vermehrt und welche als einzige Pflanzenteile essbar sind, da sie wenig Solanin enthalten.

  • RohWurzelInnerlichKlinische Studie

    Die Kartoffel ist eines der weltweit bedeutendsten Grundnahrungsmittel. Die Knolle wird in unzähligen Zubereitungsarten gegart (gekocht, gedämpft, gebacken, gebraten) und liefert hochwertige Kohlenhydrate, Vitamin C, Kalium und Ballaststoffe. Roh ist sie wegen unverdaulicher Stärke und möglicher Solanin-Belastung nicht geeignet. Als Beilage, Suppe, Eintopf oder verarbeitet zu Stärke und Mehl bildet die Kartoffel in vielen Ländern die kalorienmäßige Hauptquelle.

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  • RohWurzelInnerlichTraditionell

    Roher Kartoffelsaft (Presssaft aus frisch geriebener Knolle, morgens nüchtern eingenommen) wird in der Volksheilkunde traditionell bei Magenbeschwerden, Sodbrennen, Magengeschwüren und chronischer Verstopfung eingesetzt. Enthält Solanin und unverdauliche Roststärke — Anwendung nur in kleinen Mengen (1–2 EL täglich), ausschließlich aus grünfreien Knollen. Traditionelle Überlieferung ohne klinische Bestätigung.

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  • UmschlagWurzelÄußerlichVolksmedizin

    Rohe, dünn geschnittene oder geriebene Kartoffelscheiben werden in der Volksheilkunde als kühlende Auflage bei leichten Verbrennungen (Grad I), Sonnenbrand und Hautreizungen verwendet. Die kühle, feuchte Stärke-Masse soll Hitze entziehen und Entzündungsreaktionen lindern. Scheiben direkt auf die betroffene Stelle legen, mit Mulltuch fixieren, nach 20–30 Minuten wechseln. Kein Ersatz für ärztliche Wundversorgung.

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  • UmschlagWurzelÄußerlichVolksmedizin

    Der Kartoffelwickel (Kartoffelumschlag) ist eine klassische Hausmittel-Anwendung der deutschen Volksmedizin: Gegarte Kartoffeln werden zerstampft, in ein Tuch eingeschlagen und warm auf Hals (bei Halsentzündung), Gelenke (bei Arthrose-Schmerzen) oder Ohren (bei Ohrenschmerzen) aufgelegt. Die feuchte Wärme speichert sich in der Kartoffelmasse besonders gut (Wärmespeicherkapazität ähnlich Wärmflasche). Kartoffelwickel auf 40–45 °C abkühlen lassen, bevor sie auf die Haut kommen — Verbrennungsgefahr!

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  • GewürzWurzelInnerlichTraditionell

    Kartoffelstärke (Amylum solani) wird industriell und im Haushalt als Bindemittel für Saucen, Suppen und Desserts genutzt. In der Naturheilkunde und traditionellen Hauswirtschaft gilt Kartoffelstärke zudem als mildes Schleimhautschutzmittel bei Durchfall oder Magenverstimmung (Bindung von Wasser im Darm, reizarme Konsistenz). Als Kinderheilmittel traditionell bekannt — heute durch orale Rehydratationslösungen überholt.

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  • RohWurzelInnerlichKlinische Studie

    Die Kartoffel ist eine bedeutende Kaliumquelle (ca. 420 mg/100 g gegarte Knolle mit Schale) und unterstützt damit die Regulation des Blutdrucks und die Herzmuskelkontraktion. EFSA und USDA führen die Kartoffel als relevanten Beitrag zur Kaliumversorgung in der europäischen und nordamerikanischen Ernährung. Garen mit Schale erhält den größten Anteil des Kaliums; Schälen und Kochen in viel Wasser reduziert den Kaliumgehalt um bis zu 50 %.

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  • RohWurzelInnerlichKlinische Studie

    Frische Kartoffeln enthalten pro 100 g ca. 13–20 mg Vitamin C — ein für ein Stärkenahrungsmittel bemerkenswert hoher Wert. Historisch war die Kartoffel in Nordeuropa und bei der Seefahrt eine wichtige Schutz-Pflanze gegen Skorbut. Vitamin C geht beim langen Kochen und Lagern verloren; neue Kartoffeln enthalten deutlich mehr Ascorbinsäure als lang eingelagerte. Garen in der Schale und kurze Garzeit erhalten den Vitamin-C-Gehalt am besten.

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Quelle: Gertrud Franck, Gesunder Garten durch Mischkultur (1980, eigene Kuration) | Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)

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