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Mais
VorsichtMaize · (Zea mays)
Süßgräser (Poaceae)
Beschreibung
Mais (Zea mays), in Teilen Österreichs und Altbayerns auch Kukuruz (aus dem Slawischen), in der Schweiz, Tirol und Kärnten auch Türken genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Das Getreide stammt ursprünglich aus Mexiko und ist eine einhäusig getrenntgeschlechtige C4-Pflanze.
- RohFruchtInnerlichKlinische Studie
Mais ist nach Weizen und Reis das meistangebaute Getreide weltweit und ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Süßmais wird als Kolben gekocht, gedämpft oder gegrillt und enthält ca. 19 g Kohlenhydrate, 3 g Protein und 1 g Fett pro 100 g (86 kcal). Er liefert B-Vitamine (Thiamin B1, Niacin B3, Pantothensäure B5, Folsäure), die Carotinoide Zeaxanthin und Lutein sowie Kalium. Maisprodukte (Polenta, Tortillas, Cornmeal, Maisöl, Maisstärke) sind in vielen Weltregionen unverzichtbar.
- TeeBlüteInnerlichTraditionell
Maisbart (Stigmata maydis) — die fädigen Griffel der weiblichen Maisblüten — wird in der Volksmedizin weltweit als diuretischer Tee verwendet. Überlieferte Anwendung bei Blasenentzündungen (Zystitis), Reizblase, Blasensteinen und erschwertem Wasserlassen. Zubereitung: 1–2 Teelöffel frischer oder getrockneter Maisbart auf 250 ml heißes Wasser, 10–15 Minuten ziehen lassen, 2–3 Tassen täglich. Frischer Maisbart ist wirksamer als getrockneter (PFAF: Verlust des diuretischen Effekts bei Lagerung). Die EMA-HMPC-Monographie (EMA/HMPC/509424/2023) ist noch im Entwurfsstadium (Stand 2026).
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- RohFruchtInnerlichTraditionell
Die Nixtamalisation — Einweichen und Kochen von Mais in alkalischer Kalklösung (Kalziumhydroxid) — wurde von mesoamerikanischen Kulturen vor über 3000 Jahren entwickelt und macht das in Mais enthaltene Niacin (Vitamin B3) für den menschlichen Körper bioverfügbar. Ohne Nixtamalisation kann Mais-dominante Ernährung zu Pellagra (Niacin-Mangelkrankheit) führen. Tortillas, Tamales und Arepas werden mit nixtamalisiertem Mais hergestellt. Diese traditionelle Praxis ist ein historisches Beispiel für ernährungsphysiologisch optimierte Zubereitung.
- RohFruchtInnerlichKlinische Studie
Mais enthält die Carotinoide Zeaxanthin und Lutein — beide spielen eine wichtige Rolle für die Makulapigmentierung der Netzhaut und den Schutz vor altersbedingter Makuladegeneration (AMD) sowie Katarakten. Gelbe Maissorten sind eine der wenigen Getreidearten, die nennenswerte Mengen dieser Xanthophylle liefern. Zeaxanthin akkumuliert im gelben Fleck (Macula lutea) der Retina. Epidemiologische Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Lutein/Zeaxanthin-Aufnahme und reduziertem AMD-Risiko.
- GewürzFruchtInnerlichTraditionell
Maisstärke (Amylum maydis, Maizena) wird weltweit als Verdickungsmittel für Saucen, Suppen, Puddings und glutenfreies Backen verwendet. In der traditionellen Hauswirtschaft gilt leicht angedickte Maisstärke-Lösung auch als mildes Schleimhautschutzmittel bei Magen-Darm-Reizungen (ähnlich wie Kartoffelstärke). Glutenfrei — wichtig für Zöliakie-Betroffene. Maisöl (kalt gepresst oder raffiniert) ist reich an Linolsäure und Vitamin E.
- UmschlagBlüteÄußerlichVolksmedizin
In der indianischen Volksmedizin (u. a. Zuni, Hopi) wurden gemahlene und angeweichte Maiskörner als Kataplasmen (Breiumschläge) bei Geschwüren, Schwellungen und rheumatischen Schmerzen aufgelegt. PFAF dokumentiert diese Anwendung. Klinische Evidenz fehlt vollständig; die Anwendung ist ethnobotanisch interessant als Beleg für die vielseitige präkolumbianische Mais-Nutzung.
- RohFruchtInnerlichTraditionell
Maiskeimöl (Maisöl) wird durch Kaltpressung oder Raffination aus dem Maiskeim gewonnen und ist reich an Linolsäure (Omega-6, ca. 50–55 %), Ölsäure (ca. 25–30 %) und Vitamin E (Tocopherole). Es hat einen relativ hohen Rauchpunkt (ca. 230 °C raffiniert) und eignet sich für Braten und Frittieren. Als Salatöl ist kalt gepresstes Maiskeimöl geeignet. Historisch wurde Maisöl durch indigene Völker Mesoamerikas aus Maiskeimen gewonnen.
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Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration) | Klassische Mischkultur-Tradition (Three Sisters, Bauernregel)