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Große Kapuzinerkresse
VorsichtTropaeolum majus · (Tropaeolum majus)
Kapuzinerkressegewächse (Tropaeolaceae)
Beschreibung
Ihr feurig-pfeffriger Geschmack macht diese Kressenart aus der eigenen Familie der Kapuzinerkressengewächse zu einer beliebten essbaren Blüte im Salat – doch dahinter steckt mehr als Würze: Das Glucosinolat Glucotropaeolin wird im Körper zu Benzyl-Isothiocyanat (BITC) umgewandelt, das nach der Einnahme in wirksamer Konzentration im Urin ankommt und dort uropathogene Keime hemmt. Als Aufguss aus Blättern und Blüten wird die Pflanze deshalb traditionell bei Harnwegsinfekten getrunken, häufig kombiniert mit Meerrettich – eine solche Kombinationsanwendung zeigte in klinischen Beobachtungsstudien auch bei akuten Atemwegsinfekten eine mit anderen Phytopharmaka vergleichbare Wirkung. Frische Blätter sind zudem reich an Vitamin C sowie den Carotinoiden Lutein und Zeaxanthin und werden volksmedizinisch als zerdrückter Umschlag auf kleine Wunden und Insektenstiche gelegt, wo BITC lokal antimikrobiell wirkt. In hohen Dosen kann die Substanz die Magenschleimhaut und die Nieren reizen, weshalb bei entzündlichen Nierenerkrankungen von konzentrierten Zubereitungen abzuraten ist; bei regelmässigem hohem Verzehr ist wegen des Vitamin-K-Gehalts zudem auf gerinnungshemmende Medikamente zu achten.
Aufguss aus frischen oder getrockneten Blättern und Blüten bei Harnwegsinfektionen. Benzyl-Isothiocyanat (BITC) aus Glucotropaeolin erreicht nach oraler Aufnahme therapeutisch relevante Konzentrationen im Urin und hemmt dort uropathogene Keime.
Anleitung & Dosierung
2–3 g getrocknete Blätter/Blüten mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten bedeckt ziehen lassen, abseihen. 3× täglich trinken.
- Trockenmenge
- 2–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Tee aus Kapuzinerkresse-Kraut (oft kombiniert mit Meerrettich in Angocin Anti-Infekt N) bei akuten Atemwegsinfektionen. Klinische Beobachtungsstudie zeigt Wirksamkeit vergleichbar mit anderen Phytopharmaka bei akuten oberen Atemwegsinfektionen.
Anleitung & Dosierung
2–4 g getrocknetes Kraut mit 250 ml heißem Wasser aufgießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen.
- Trockenmenge
- 2–4 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Quellen: [2]
Ethanolische Tinktur aus dem frischen Kraut als konzentrierte BITC-Quelle. Volksmedizinisch bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten eingesetzt. Das flüchtige BITC ist im wässrigen Tee weniger stabil, daher bietet eine Tinktur eine konstante Dosierung.
Anleitung & Dosierung
Frische Blätter und Blüten als Salatzutat oder Garnierung. Reich an Vitamin C (ca. 130 mg/100 g), Lutein, Zeaxanthin sowie Glucotropaeolin. Pflanzliche Quelle für antimikrobielle Schwefelverbindungen bei gleichzeitig angenehm-würzigem Geschmack.
Zerquetschte frische Blätter als Auflage auf kleine Wunden, Hautpickel und Insektenstiche. Die lokale BITC-Freisetzung wirkt antimikrobiell und leicht entzündungshemmend. Volksmedizinische Anwendung in Mitteleuropa und Südamerika.
Mazerat oder Ölauszug aus Blüten und Blättern als Basis für Salben bei Hautproblemen. Traditionell bei Akne, kleinen Abszessen und schlecht heilenden Wunden verwendet.
Quellen: [8]
Hohe Dosen des Frischkrauts oder konzentrierter Extrakte können Magenschleimhaut-Reizungen verursachen. BITC ist in großen Mengen potentiell reizend für Nieren und Schleimhäute — empfohlene Tagesdosen nicht überschreiten. Allergien auf Tropaeolaceae selten, aber möglich. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen ungiftig.
Medizinische Dosen (konzentrierte Extrakte, Tinktur) in der Schwangerschaft meiden — BITC hat im Tierversuch potentielle uterine Wirkungen gezeigt. Gelegentlicher Speisegebrauch (Salat) gilt als unbedenklich.
Keine ausreichenden Daten zur BITC-Ausscheidung in die Muttermilch; konzentrierte Präparate vorsorglich meiden.
Konzentrierte Präparate für Kinder unter 4 Jahren nicht empfohlen. Gelegentlicher Speisegebrauch unbedenklich.
Wechselwirkungen
Antikoagulantien / Vitamin-K-Antagonisten
Kapuzinerkresse ist reich an Vitamin K; hohe regelmäßige Zufuhr kann die INR bei Patienten unter Marcumar/Warfarin beeinflussen.
Kontraindikationen
- Entzündliche Nierenerkrankungen (Glomerulonephritis, Pyelonephritis im akuten Schub) — BITC wirkt reizend auf das Nierenparenchym.
- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Kapuzinerkresse oder anderen Kreuzblütlern (Isothiocyanat-Allergie).
Erntet wird: Blätter und Blüten
- Tageszeit:
- Morgens nach dem Abtrocknen des Taus ernten — ätherische Verbindungen dann am konzentriertesten.
- Trocknung:
- Schonend bei max. 35 °C trocknen oder frisch verwenden; BITC-Gehalte sinken beim Trocknen durch Myrosinase-Inaktivierung.
- Lagerung:
- 6 Monate — Getrocknetes Kraut luftdicht in dunklem Glas, kühl und trocken lagern.
- Tageszeit:
- Morgens bei vollständig geöffneten Blüten; Blüten für Salate und Tinkturen frisch verwenden.
- Trocknung:
- Blüten lassen sich bei 30–35 °C im Dörrautomat oder auf Papier trocknen; Farbverlust möglich.
- Lagerung:
- 12 Monate — Kandierte oder essigingelegte Blüten bis zu 12 Monate haltbar.
- GlucotropaeolinGlykosidAnteil: 0.5-1.5 %Krautige Teile
Wichtigstes Glucosinolat der Kapuzinerkresse; Vorläufer von Benzyl-Isothiocyanat (BITC), das durch myrosinasevermittelte Hydrolyse freigesetzt wird.
- Benzyl-Isothiocyanat (BITC)SonstigeKrautige Teile
Hauptaktiver Metabolit nach Hydrolyse von Glucotropaeolin; antimikrobiell, antifungal, in Studien auch antitumorös und antimalarisch. Erreicht wirksame Konzentrationen im Urin.
- Vitamin C (Ascorbinsäure)VitaminAnteil: 0.1-0.15 %Blatt
Frische Blätter sind mit ca. 130 mg/100 g ausgezeichnete Vitamin-C-Quelle; unterstützt Immunfunktion.
- Quercetin-3-glucosidFlavonoidBlüte
Flavonoidglycoside in den Blüten mit antioxidativen und leicht entzündungshemmenden Eigenschaften.
- Lutein und ZeaxanthinSonstigeBlatt
Carotinoidpigmente; besonders in den dunkelgrünen Blättern; schützend für Augengesundheit.
- IsoquercitrinFlavonoidKrautige Teile
Weiteres Flavonoidglycosid; synergistisch mit BITC bei der antimikrobiellen Wirkung.
- OxalsäureSonstigeBlatt
In mäßiger Menge vorhanden; bei Nierensteinen (Oxalat-Typ) erhöhten Konsum meiden.
- [1]MonographieEffectiveness of a Combination of Nasturtium Herb and Horseradish Root (Angocin® Anti-Infekt N) Compared to Antibiotics in Managing Acute and Recurrent Urinary Tract Infections: A Retrospective Real-world Cohort Study(abgerufen: 2026-05-24)
- [2]MonographieAn Epidemiological Study on the Effectiveness of Nasturtium Herb and Horseradish Root (Angocin® Anti-Infekt N) as well as Other Phytopharmaceuticals, Synthetic Products, and Antibiotics on the Course of Acute Upper Respiratory Tract Infection (aURTI)(abgerufen: 2026-05-24)
- [3]MonographieAntimicrobial activity of Angocin® Anti-Infekt N, a combination of nasturtium (Tropaeoli majoris herba) and horseradish (Armoraciae rusticanae radix)(abgerufen: 2026-05-24)
- [4]MonographieIn Vitro and In Vivo Antitumor Activity of Benzyl Isothiocyanate: A Natural Product from Tropaeolum majus(abgerufen: 2026-05-24)
- [5]MonographieDetermination of benzyl isothiocyanate metabolites in human plasma and urine by LC-ESI-MS/MS after ingestion of nasturtium (Tropaeolum majus L.)(abgerufen: 2026-05-24)
- [6]MonographieMetabolism of Glucotropaeolin from Tropaeolum majus L. (Nasturtium) and the Bioavailability of Benzyl-Isothiocyanates in Growing Pigs(abgerufen: 2026-05-24)
- [7]MonographieIsolation of a Microsomal Enzyme System Involved in Glucosinolate Biosynthesis from Seedlings of Tropaeolum majus L(abgerufen: 2026-05-24)
- [9]MonographieASPCA Animal Poison Control — Nasturtium (Tropaeolum majus): Non-Toxic to Dogs, Non-Toxic to Cats, Non-Toxic to Horses(abgerufen: 2026-08-10)
- [8]WikipediaTropaeolum majus — Wikipedia(abgerufen: 2026-05-24)
Verbreitung in Europa
🪴 Zuhause anbauen
- ☀ Licht
- volle Sonne
- 💧 Wasser
- alle paar Tage
- 🌱 Erde
- Magerer Boden — sonst nur Blätter, keine Blüten
- 🪴 Topf
- 25 cm
- ⭐ Schwierigkeit
- ★☆☆ einfach
- 🐾 Haustiere
- ungiftig — von der ASPCA geprüft
Tipps:
- Nicht düngen — zu nährstoffreich = viele Blätter, wenig Blüten.
- Blüten und Blätter pfeffrig-würzig im Salat.
- Selbstaussäend — Samen sind Kapern-Ersatz.
Pflege-Tipps sind allgemeine Empfehlungen aus Indoor-Gardening-Praxis, keine wissenschaftlichen Quellen.
🤝 Permakultur-Partner
Diese Pflanze ist in deinem Garten ein/e:
✨ Beste Symbiose-Partner
- 🌿 Knoblauch Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Echter Sellerie Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Ringelblume Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Gurke Kapuzinerkresse hält Gurken-Schädlinge fern.
- 🌿 Gartenkürbis Kapuzinerkresse hält Blattläuse und Kürbiskäfer fern.
- 🌿 Zucchini Kapuzinerkresse hält Kürbiskäfer fern.
- 🌿 Rucola Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Echte Kamille Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Petersilie Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Rosmarin Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Tomate Kapuzinerkresse zieht Blattläuse von der Tomate ab (Köderpflanze).
- 🌿 Tagetes Beide vertreiben Bodenschädlinge und sind essbar.
- 🌿 Echter Thymian Klassischer Mischkultur-Partner.
- 🌿 Mais Kapuzinerkresse als Blattlaus-Köder schützt Mais.
⚠️ Besser nicht zusammen pflanzen
- 🥬 Fenchel Fenchel ist stark allelopathisch und hemmt fast alle Nachbarn.
📦 In diesen Pflanz-Sets:
Quelle: Gertrud Franck, Gesunder Garten durch Mischkultur (1980, eigene Kuration) | Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration) | Klassische Mischkultur-Tradition (Three Sisters, Bauernregel)