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Wurzelpetersilie
Vorsicht🐾Parsley · (Petroselinum crispum subsp. tuberosum)
Doldenblütler (Apiaceae)
Beschreibung
Im Gegensatz zur Blattpetersilie bildet die Wurzelpetersilie eine kräftige, weiße Pfahlwurzel aus, die im Herbst geerntet wird und mit knapp 130 mg Vitamin C pro 100 g Frischgewicht zu den vitaminreichsten heimischen Wurzelgemüsen zählt. Sie liefert außerdem Folat, Eisen sowie die Flavonoide Apigenin und Luteolin. In der Küche würzt sie Suppen und Eintöpfe, als Tee wird sie volksheilkundlich bei Verdauungs- und Harnwegsbeschwerden eingesetzt, die Blätter zusätzlich bei Menstruationsbeschwerden. In küchenüblichen Mengen gilt Wurzelpetersilie als unbedenklich. Konzentrierte Extrakte oder das ätherische Öl mit den Inhaltsstoffen Apiol und Myristicin wirken hingegen in hohen Dosen leber- und nierenschädigend sowie neurotoxisch und sollten keinesfalls in der Schwangerschaft angewendet werden. Wegen des Furocumaringehalts kann nach dem Verzehr größerer Mengen frischer Pflanze zudem eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut auftreten; bei Nieren- oder Lebererkrankungen ist vor medizinischer Anwendung ärztlicher Rat einzuholen.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Petersilie in medizinischen Dosen (Tee, Tinktur, Öl) ist in der Schwangerschaft kontraindiziert wegen emmenagogener und potenziell abortiver Wirkung (Apiole, Myristicin). Kulinarische Mengen beim Kochen gelten als unbedenklich.
Die Wurzel der Hamburger Petersilie (Tuberosum-Gruppe) wird in mittel- und osteuropäischen Küchen als Suppengemüse, Eintopfzutat und Rohkost gegessen. Sie schmeckt nach Sellerie-Petersilie mit nussiger Note. Reich an Vitamin C, Vitamin A, Folat und Eisen. Ernährungsphysiologisch gut belegt; als Heilmittel keine eigenständige Evidenz.
Tee aus getrockneten Petersilienwurzeln wird volksmedizinisch als mildes Diuretikum bei Blasenbeschwerden, Steinen und Ödemen eingesetzt. PFAF listet die Anwendung als 'effektiv bei Steinen und Gelbsucht, Wassersucht, Zystitis'. Wirkmechanismus: Furocumarine und ätherisches Öl (Apiole) stimulieren die Nierentätigkeit. Keine klinischen Studien verfügbar.
Anleitung & Dosierung
2–5 g getrocknete Wurzelstücke mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen. 2–3 Tassen täglich. Ausreichend Flüssigkeit zuführen (mind. 2 l täglich). Nicht bei Nierenerkrankungen anwenden.
- Trockenmenge
- 2–5 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Petersilienblätter-Tee wird volksmedizinisch bei Verdauungsbeschwerden (Blähungen, Krämpfe) und zur Anregung des Monatsflusses eingesetzt. Die antispasmodische und emmenagoge Wirkung ist auf Myristicin und Apiole im ätherischen Öl zurückzuführen. Wegen emmenagogenem Potenzial in der Schwangerschaft kontraindiziert.
Anleitung & Dosierung
2–4 g getrocknete Petersilienblätter in 200 ml heißem Wasser 10 Min. ziehen lassen. 2 Tassen täglich, nicht in der Schwangerschaft.
- Trockenmenge
- 2–4 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
Frische Petersilienblätter sind eine der vitamin- und mineralstoffreichsten Küchengemüse: exzellente Quelle für Vitamin C (bis 130 mg/100g), Vitamin K, Folat, Eisen und Flavonoide (Apigenin, Luteolin). Regelmäßiger Verzehr unterstützt die Immunfunktion und antioxidative Kapazität. Ernährungsphysiologischer Wert gut belegt.
Als Würzkraut in der europäischen Küche allgegenwärtig. Die aromatischen Inhaltsstoffe (Apiol, Myristicin, Limonene) fördern die Verdauung und wirken karminativ. Kulinarische Mengen unbedenklich; sehr hohe Dosen des ätherischen Öls (Extrakte, nicht Kochkraut) sind hepato- und nephrotoxisch.
In der europäischen Volksmedizin werden Petersilienaufgüsse als Haartönung bei schuppen- oder seborrhöischen Haarerkrankungen sowie als erfrischende Haarspülung eingesetzt. PFAF dokumentiert eine antidandruffe Wirkung. Dekokt der Blätter auf die Kopfhaut auftragen und einwirken lassen.
Petersilienöl und konzentrierte Extrakte (Apiol, Myristicin) sind in hohen Dosen hepato- und nephrotoxisch sowie neurotoxisch (Krampfauslösung beschrieben). Kochkraut und Wurzel in kulinarischen Mengen unbedenklich. Emmenagoge Wirkung: in der Schwangerschaft keine Heilpflanzendosen. Wegen Furanocumarin-Gehalt: Sonneneinstrahlung nach größeren Mengen Frischpflanze vermeiden (phototoxisch möglich). Personen mit Nieren- oder Lebererkrankungen vor der medizinischen Anwendung ärztlichen Rat einholen. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde, Katzen und Pferde giftig.
⏱ Max. Daueranwendung: 4 Wochen
Petersilie in medizinischen Dosen (Tee, Tinktur, Öl) ist in der Schwangerschaft kontraindiziert wegen emmenagogener und potenziell abortiver Wirkung (Apiole, Myristicin). Kulinarische Mengen beim Kochen gelten als unbedenklich.
Medizinische Dosen werden in der Stillzeit nicht empfohlen (Übergang von Apiol in die Muttermilch möglich). Kulinarische Mengen im Essen sind unbedenklich.
Medizinische Anwendung (Tee, Extrakt) bei Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen. Kulinarischer Einsatz ist unbedenklich.
Wechselwirkungen
Antikoagulanzien (Cumarin-Typ)
Hoher Vitamin-K-Gehalt in frischer Petersilie kann die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten (Warfarin, Phenprocoumon) abschwächen. Bei größeren regelmäßigen Petersilienmengen Gerinnungswerte engmaschig kontrollieren.
Diuretika
Additive diuretische Wirkung möglich; Gefahr der Elektrolytimbalance bei gleichzeitiger Diuretika-Therapie.
Kontraindikationen
- Schwangerschaft (emmenagogen/abortiv in medizinischen Dosen)
- Nierenerkrankungen (Petersilienöl nephrotoxisch; Spültee kontraindiziert)
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Apiaceen (Sellerie, Möhren, Fenchel — Kreuzreaktionen möglich)
Erntet wird: Wurzel (Herbst)
- Tageszeit:
- Keine Tageszeit-Einschränkung; nach dem ersten Frost ernten (Frost verbessert Süße und Aroma des Wurzelgemüses).
- Trocknung:
- Frisch verzehren oder im feuchten Sand eingelagert (Keller, 0–5 °C). Für getrockneten Tee: Wurzel in dünne Scheiben schneiden, bei 40–45 °C trocknen.
- Lagerung:
- 6 Monate — Frisch: in feuchtem Sand/Erde, dunkel und kühl, bis 6 Monate. Getrocknet: luftdichte Gläser, dunkel und trocken, bis 12 Monate.
- Tageszeit:
- Morgens nach dem Abtrocknen des Taus ernten; junge Blätter für optimalen Aroma- und Vitamin-C-Gehalt.
- Trocknung:
- Blätter bei max. 35 °C trocknen oder tiefkühlen; Tiefkühlware behält Vitamin C und Farbe besser als Trocknung. Trockenblätter verlieren einen Großteil des ätherischen Öls.
- Lagerung:
- 12 Monate
- ApigeninFlavonoidBlatt
Dominantes Flavon der Petersilie; antioxidativ, antispasmodisch und milde entzündungshemmend. In-vitro-Studien zeigen antiproliferative Wirkungen; klinische Relevanz nicht belegt.
- LuteolinFlavonoidBlatt
Flavon mit antioxidativer und antiallergischer Wirkung; synergistisch mit Apigenin in der entzündungshemmenden Aktivität.
- ApioleÄtherisches ÖlAnteil: ca. 60-80 % im SamenölSamen
Hauptkomponente des Petersiliensamenöls; verantwortlich für die emmenagoge und potentiell abortive Wirkung. Hepato- und nephrotoxisch in hohen Dosen. Im Kraut und in der Wurzel nur in Spuren.
- MyristicinÄtherisches ÖlSamen
Flüchtiges Phenylpropan im Petersilienöl; mild psychoaktiv in hohen Dosen; trägt zum Aroma bei und hat antispasmodische Eigenschaften.
- Vitamin C (Ascorbinsäure)VitaminAnteil: bis 130 mg/100 g FrischgewichtBlatt
Einer der höchsten Vitamin-C-Gehalte unter Küchenkräutern; antioxidativ; wichtig für Immunfunktion und Eisenresorption.
- Folat (Vitamin B9)VitaminBlatt
Petersilienblätter sind eine gute pflanzliche Folatquelle; relevant für Zellproliferation und Prävention von Neuralrohrdefekten in der Frühschwangerschaft (jedoch medizinische Dosen in SS kontraindiziert).
- Eisen (Fe)MineralstoffBlatt
Hoher Eisengehalt für ein Küchenkraut; nicht-häm-Eisen, Bioverfügbarkeit durch gleichzeitige Vitamin-C-Aufnahme optimierbar.
- Furocumarine (Psoralen, Bergapten)SonstigeKrautige Teile
Furocumarine (Kategorie 'other', da Cumarine kein eigenes Enum besitzen); phototoxisch bei topischer Anwendung und Sonnenexposition; im verzehrten Kraut kein Risiko bei normalen Mengen.
- [2]MonographieStephens JM (2003): Parsley Root — Petroselinum crispum (Mill.) Nym. (Tuberosum group). University of Florida EDIS. DOI 10.32473/edis-mv106-1994(abgerufen: 2026-05-24)
- [3]MonographieGruszecki R et al. (2022): The Effects of Proline on the Yield and Essential Oil Content of Turnip-Rooted Parsley (Petroselinum crispum ssp. tuberosum). Agronomy 12(8):1941. DOI 10.3390/agronomy12081941(abgerufen: 2026-05-24)
- [4]MonographieEl-Sayed MM et al. (2018): Antioxidant Activity, Total Phenolic and Flavonoid Contents of Petroselinum crispum Mill. Journal of Applied Life Sciences International. DOI 10.9734/jalsi/2018/45113(abgerufen: 2026-05-24)
- [5]MonographieBaghdad Science Journal (2025): Polyphenol Profile, Antioxidant Potential, Vitamin C and Mineral Contents of Crude Parsley Leaves Extract (Petroselinum crispum) and Its Isolated Apigenin. DOI 10.21123/bsj.2024.9622(abgerufen: 2026-05-24)
- [6]MonographieYağmur B et al. (2022): The effect of nitrogen, magnesium and iron applications on the nutrient content of parsley (Petroselinum crispum). Poljoprivreda 28(2). DOI 10.18047/poljo.28.2.1(abgerufen: 2026-05-24)
- [7]MonographieRoyal Society of Chemistry (2021): CHAPTER 22. Parsley (Petroselinum crispum). In: Culinary Herbs and Spices. DOI 10.1039/9781839164446-00405(abgerufen: 2026-05-24)
- [9]MonographieASPCA Animal Poison Control — Parsley (Petroselinum crispum): Toxic to Dogs, Toxic to Cats, Toxic to Horses(abgerufen: 2026-08-10)
- [10]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Petroselinum crispum (Mill.) Fuss: schwach giftig (+) (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [8]BuchPlants For A Future (PFAF): Petroselinum crispum tuberosum(abgerufen: 2026-05-24)
- [1]WikipediaHamburg parsley — Wikipedia(abgerufen: 2026-05-24)
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Quelle: Gertrud Franck, Gesunder Garten durch Mischkultur (1980, eigene Kuration) | Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)