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Kornblume
VorsichtCentaurea cyanus · (Centaurea cyanus)
Korbblütler (Asteraceae)
Beschreibung
Ihr intensives Kornblumenblau, hervorgerufen durch den Farbstoffkomplex Protocyanin, machte die einst häufige Ackerbegleitpflanze zu einem Symbol deutscher Feldromantik und einem beliebten Bestandteil dekorativer Teemischungen wie Lady Grey. Ein Aufguss der getrockneten Blüten wurde traditionell als Bittermittel zur Anregung von Appetit sowie Leber- und Gallenfunktion getrunken, wobei die Kommission E diese Indikation 1989 mangels wissenschaftlicher Belege negativ bewertete. Kühle Blütenaufgüsse dienten volksmedizinisch auch als Augenbad bei leichten Bindehautreizungen – hier ist strengste Hygiene unerlässlich, da kontaminierte Zubereitungen am Auge gefährlich sind. Konzentrierter Blütentee wurde zudem zum Gurgeln bei Mundgeschwüren eingesetzt. Roh schmecken die Blütenblätter mild und eignen sich als essbare Salatdekoration oder natürliches Farbmittel. Bei bestehender Korbblütler-Allergie sollte Kornblume gemieden werden, da Kreuzreaktionen möglich sind.
Aufguss aus getrockneten Blüten wurde traditionell als Bittermittel zur Anregung von Appetit sowie Leber- und Gallenfunktion eingesetzt. Die Kommission E bewertete diese Indikation 1989 negativ, da wissenschaftliche Belege fehlten.
Anleitung & Dosierung
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
Traditionell wurden kühle Blütenaufgüsse als Augenbad oder Kompressen bei leichten Augenentzündungen und Bindehautrötungen verwendet. Striktes Hygienegebot; kontaminierte Aufgüsse sind kontraindiziert.
Anleitung & Dosierung
Konzentrierter Blütenaufguss zum Spülen bei Mundgeschwüren und leichten Zahnfleischblutungen. Der Gerbstoffgehalt wirkt adstringierend auf die Schleimhäute.
Anleitung & Dosierung
Quellen: [3]
Historisch als schwach harntreibendes und schweißtreibendes Mittel bei Fieber und Wassereinlagerungen eingesetzt. Diese volksmedizinischen Anwendungen sind wissenschaftlich nicht belegt.
Anleitung & Dosierung
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
Die Blütenblätter können roh in Salate eingearbeitet oder als Dekorelement in Speisen verwendet werden. Getrocknete Blüten dienen als Schmuckdroge in Teemischungen (z. B. Lady Grey) und als natürliches Lebensmittelfarbmittel.
Quellen: [2]
Volksmedizinisch wurde Kornblumentee als menstruationsförderndes Mittel (Emmenagogum) bei unregelmäßiger oder ausbleibender Menstruation eingesetzt. Wissenschaftlich nicht belegt.
Anleitung & Dosierung
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
Bei bekannter Korbblütler-Allergie (Asteraceae) meiden. Augenbäder nur unter strikten Hygienebedingungen aus sterilem Aufguss; kontaminierte Anwendungen am Auge sind kontraindiziert. Die Kommission E bewertete die klassischen Indikationen 1989 wegen mangelnder Evidenz negativ. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen ungiftig.
Wegen der emmenagogen Volkstradition während der Schwangerschaft meiden.
Keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorhanden.
Keine klinischen Daten für Kinder. Kulinarische Nutzung in kleinen Mengen gilt als unbedenklich.
Kontraindikationen
- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern (Asteraceae-Allergie).
- Augenbäder bei Infektionen oder Verletzungen des Auges sowie bei fehlender Sterilität der Zubereitung.
Erntet wird: Blüten
- Tageszeit:
- Blüten in den Morgenstunden bei trockenem Wetter ernten, kurz nach dem Öffnen.
- Trocknung:
- Sofort bei max. 40 °C im Dunkeln trocknen, um die Blaufärbung zu erhalten. Blütenblätter einzeln ausbreiten.
- Lagerung:
- 12 Monate — Lichtgeschützt und luftdicht lagern; Licht und Feuchtigkeit zerstören die Farbe und die Inhaltsstoffe.
- Tageszeit:
- Samen bei Reife sammeln, wenn die Blütenköpfe vertrocknet sind.
- Trocknung:
- Blütenköpfe nachreifen lassen und Samen herausschütteln, kühl trocknen.
- Lagerung:
- 24 Monate — Trocken und kühl in Papiertüten oder Gläsern.
- Protocyanin (Cyanidin-Komplex)FlavonoidBlüte
Anthocyanin-Farbstoff; für die charakteristische Blaufärbung verantwortlich durch Komplexierung mit Eisen, Magnesium und Kalzium. Verwandt mit Cyanidinen in Rosen.
- QuercetinFlavonoidBlüte
Flavonol-Aglykon; antioxidativ und entzündungsmodulierend; in der Blüte als Glucosid vorkommend.
- ApigeninFlavonoidBlüte
Flavon-Aglykon; gastroprotektive und schwach entzündungshemmende Eigenschaften; gemeinsam mit Quercetin und Kaffeesäure-Derivaten für den gastroprotektiven Effekt verantwortlich.
- LuteolinFlavonoidBlüte
Flavon; antioxidative und schwach entzündungshemmende Aktivität.
- Kaffeesäure-DerivatePhenolsäureBlüte
Caffeoyltartrat und weitere Kaffeesäure-Ester; antioxidativ; zusammen mit Flavonoidaglykonen für gastroprotektive Effekte beschrieben.
- N-FeruloylserotoninSonstigeBlüte
Erstmals 2001 aus Centaurea cyanus isoliert; hemmt in vitro COX-2 und 5-LOX sowie Chemokin-Liganden CCL17 und CCL22; entzündungshemmende Eigenschaften.
- Fettsäuren (fettes Öl im Samen)SonstigeAnteil: bis 28 %Samen
Samen enthalten einen hohen Anteil an fettem Öl (bis 28 %); medizinisch nicht genutzt, aber botanisch bemerkenswert.
- [3]MonographieCentaurea cyanus — Plants For A Future (PFAF)(abgerufen: 2026-05-22)
- [1]WikipediaKornblume (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-22)
- [2]WikipediaCentaurea cyanus (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-22)