© "pastilletes"/Joan Simon, Barcelona, España · CC BY-SA 2.0 · Commons
Gemeiner Odermennig
VorsichtAgrimonia eupatoria · (Agrimonia eupatoria)
Rosengewächse (Rosaceae)
Beschreibung
Schlanke, ährenförmige Blütenstände mit zahlreichen kleinen gelben Blüten und später mit hakigen Kletten, die sich in Fell und Kleidung verfangen, kennzeichnen dieses Rosengewächs sommerlicher Wegränder und Wiesensäume. Geerntet wird das blühende Kraut zwischen Juni und August. Es enthält reichlich Catechingerbstoffe sowie Flavonoide und den Bitterstoff Agrimoniin. Die Kommission E bewertet einen Aufguss aus Odermennigkraut positiv bei mildem Durchfall dank der adstringierenden Gerbstoffwirkung; ebenso wird eine Gurgellösung bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum überliefert. Volksheilkundlich dient das Kraut zudem als Kompresse bei Hautreizungen und als Fußbad bei müden Beinen. WARNHINWEIS: Bei Durchfall über drei Tage, Blut im Stuhl oder Fieber sofort ärztlichen Rat einholen; wegen des Gerbstoffgehalts nicht auf nüchternen Magen einnehmen.
Odermennigkraut-Aufguss bei mildem Durchfall und leichten Verdauungsbeschwerden — adstringierende Wirkung der Catechingerbstoffe, Kommission E positiv bewertet.
Anleitung & Dosierung
AUFGUSS (Kommission E / EMA traditional use): 3–4 g getrocknetes, fein zerkleinertes Odermennigkraut (Herba Agrimoniae) in 250 ml siedendes Wasser geben, zugedeckt 10–15 Minuten ziehen lassen, abseihen. 3× täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten, bevorzugt warm trinken. Indikation: unspezifische akute Durchfallerkrankungen (mild, ohne Blut oder Fieber), leichte Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl. Gerbstoffe (v. a. Catechingerbstoffe) wirken adstringierend auf die Darmschleimhaut. Anwendungsdauer ohne Besserung auf max. 3–4 Tage begrenzen; bei Blut im Stuhl, Fieber oder Dauer über 3 Tage Arzt aufsuchen. Bei starkem Durchfall ausreichend Flüssigkeit zuführen.
- Trockenmenge
- 3–4 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Für Kinder unter 12 Jahren sind keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorhanden — Arzt konsultieren.
Traditionelle Gurgellösung aus Odermennigkraut bei leichten Mund- und Rachenentzündungen, Aphten und Zahnfleischreizungen — adstringierende Gerbstoffe, EMA traditional use.
Anleitung & Dosierung
GURGELLÖSUNG / MUNDSPÜLUNG (EMA traditional use): Aufguss wie beim internen Tee zubereiten (3–4 g auf 250 ml, 10–15 Minuten ziehen, abseihen, etwas abkühlen lassen — lauwarm ist ideal, nicht heiß). Mehrmals täglich (3–5×) mit ca. 100–150 ml Lösung ca. 30 Sekunden gurgeln oder im Mund spülen, anschließend ausspucken — NICHT schlucken in großen Mengen. Indikation: leichte Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens (Aphten, Zahnfleischreizung, leichte Pharyngitis, Mundgeruch). Die Gerbstoffe bilden einen adstringierenden, leicht antiseptischen Schutzfilm auf der Schleimhaut. Bei anhaltender starker Rachenentzündung oder Schluckbeschwerden Arzt aufsuchen.
- Trockenmenge
- 3–4 g
- Anwendungen/Tag
- 4×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Traditionelle Odermennig-Kompresse bei leichten Hautreizungen, kleinen Wunden und lokalen Entzündungen — adstringierende Catechingerbstoffe.
Anleitung & Dosierung
UMSCHLAG / KOMPRESSE: Starken Absud zubereiten — 5–10 g Odermennigkraut in 300 ml Wasser 10–15 Minuten köcheln (Dekokt), abseihen, auf Körpertemperatur abkühlen lassen. Sauberes Leinentuch oder Mull damit tränken, leicht ausdrücken, auf betroffene Hautstelle legen. 15–20 Minuten einwirken lassen, 2–3× täglich wiederholen. Traditionelle Anwendung bei kleinen, schlecht heilenden Wunden, leichten Hautreizungen, mild entzündeten Hautstellen und bei Muskelkater. Gerbstoffe wirken hautberuhigend, leicht antiseptisch und fördern die Wundheilung. Keine Anwendung auf tiefen, stark nässenden oder infizierten Wunden — Arzt aufsuchen.
- Trockenmenge
- 5–10 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Volksheilkundliches Odermennig-Teilbad oder Fußbad bei müden Beinen, Schweißfüßen und leichten Gelenkbeschwerden.
Anleitung & Dosierung
TEILBAD / FUSSBAD: 50–100 g getrocknetes Odermennigkraut in 2 l Wasser zum Kochen bringen, 15–20 Minuten köcheln, abseihen. Sud dem lauwarmen Badewasser (Wannenbad 37–38 °C) beigeben oder als Fußbad verwenden. Einwirkzeit 15–20 Minuten. Volksheilkundliche Anwendung bei Müdigkeit der Beine, Schweißfüßen, leichten Gelenkbeschwerden und Hautreizungen an Füßen und Unterschenkeln. Nicht bei offenen Wunden oder schweren Hauterkrankungen. Nach dem Bad eincremen. Kein Vollbad empfohlen ohne Rücksprache mit Arzt bei Herzerkrankungen.
- Trockenmenge
- 50–100 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 3 Wochen
Traditionelle Odermennig-Tinktur bei leichten Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und als Lebertonikum — Alternative zum Tee bei akzeptiertem Ethanolgehalt.
Anleitung & Dosierung
TINKTUR (Droge-Auszug-Verhältnis 1:5 in 25–45 % Ethanol): 1–3 ml (~20–60 Tropfen) 3× täglich in etwas Wasser oder Saft eingenommen, bevorzugt vor den Mahlzeiten. Traditionelle Anwendung bei leichten Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, träger Verdauung und als Leberstärkungsmittel (Cholagogum). In der traditionellen europäischen Phytotherapie auch als Blutreinigungsmittel und bei leichten Rheumabeschwerden verwendet. Nicht über 4 Wochen ohne ärztliche Abklärung. Wegen Ethanolgehalt nicht geeignet bei Alkoholerkrankung, Lebererkrankung oder Epilepsie.
- Flüssigkeit
- 1–3 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
Volksheilkundliche Odermennig-Goldrute-Mischung als leichtes Diuretikum und Unterstützung bei Harnwegsreizungen.
Anleitung & Dosierung
MISCHTEE (Odermennig + Goldrute): Odermennigkraut zu gleichen Teilen mit Goldrutenkraut (Herba Solidaginis virgaureae) mischen; 2–3 g der Mischung mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. 2× täglich, bevorzugt nach den Mahlzeiten. Volksheilkundliche Anwendung bei Blasen- und Harnwegsreizungen (leichte Zystitis), Nierensteinen (unterstützend, kein Ersatz für medizinische Behandlung) und Harnwegsinfekten. Odermennig gilt traditionell als leichtes Diuretikum und nierenstärkendes Mittel. Bei starken Schmerzen, Blut im Urin oder Fieber sofort Arzt aufsuchen — bakterielle Harnwegsinfekte brauchen ggf. Antibiotika.
- Trockenmenge
- 2–3 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 3 Wochen
Volksheilkundlicher Odermennig-Tee bei Heiserkeit, Halsschmerzen und leichten Atemwegsinfekten — beruhigende Gerbstoffe, optional mit Honig.
Anleitung & Dosierung
HEISERKEITS- UND HUSTENTEE: 2–3 g Odermennigkraut mit 250 ml siedendem Wasser übergießen, 10–12 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. Mit Honig süßen (Honig erst zugeben, wenn der Tee auf unter 40 °C abgekühlt ist — höhere Temperaturen zerstören Honigenzyme). 3× täglich eine Tasse. Volksheilkundlich bei Heiserkeit, Halsschmerzen, Hustenreiz und leichten Atemwegsinfekten eingesetzt. Odermennig-Gerbstoffe beruhigen die gereizte Rachenschleimhaut. Kann als Gurgellösung und gleichzeitig als Tee getrunken werden (Portion teilen). Bei Fieber über 38,5 °C oder schwerem Husten Arzt aufsuchen.
- Trockenmenge
- 2–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
HINWEIS: Odermennig gilt bei bestimmungsgemäßer Anwendung als sicher, jedoch sind die verfügbaren klinischen Daten begrenzt. Bei Durchfall unbedingt ausreichend trinken (Flüssigkeitsverlust!) und bei Dauer über 3 Tagen, Blut im Stuhl oder Fieber sofort Arzt aufsuchen — schwere Durchfallerkrankungen können lebensbedrohlich sein. Bei Harnwegsinfekten keine Selbstbehandlung ohne ärztliche Abklärung — bakterielle Infekte brauchen ggf. Antibiotika. Seltene Lichtempfindlichkeitsreaktionen möglich (Furocumarine in Spuren) — bei starker Sonnenexposition Vorsicht. Einzelne Fälle von Kontaktallergien beschrieben. Wegen des Gerbstoffgehalts Einnahme auf nüchternen Magen meiden — mit etwas Nahrung nehmen.
In Schwangerschaft und Stillzeit aus Vorsicht nicht empfohlen — keine ausreichenden klinischen Sicherheitsdaten. Die EMA-Monographie gibt keine Unbedenklichkeits-Einstufung für Schwangere. Volksmedizinisch wurde Odermennig gelegentlich als menstruationsförderndes Mittel (Emmenagogum) eingesetzt — dieser Effekt ist zwar nicht belegt, aber die Vorsicht bleibt geboten. Kulinarische Mengen (kleine Mengen als Kräutertee gelegentlich) gelten im Allgemeinen als unbedenklich.
In der Stillzeit mangels Daten nicht empfohlen. Übergang von Inhaltsstoffen in die Muttermilch nicht untersucht. Gelegentliche kulinarische Verwendung in kleinen Mengen gilt allgemein als unbedenklich.
Für Kinder unter 12 Jahren mangels ausreichender Sicherheitsdaten nicht empfohlen (EMA). Für ältere Kinder (12–18 Jahre) nur in der halben Erwachsenendosis und nach ärztlicher Abklärung. Bei Kindern kann Durchfall schnell zu gefährlichem Flüssigkeitsverlust führen — immer Arzt konsultieren.
Wechselwirkungen
Antikoagulanzien (Warfarin, Phenprocoumon, NOAK)
Odermennig enthält Vitamin K (in geringen Mengen) und Gerbstoffe, die theoretisch die Resorption von Antikoagulanzien beeinflussen können. Bei therapeutischen Mengen Tee ist die Relevanz gering, aber Patienten unter Vitamin-K-Antagonisten (Marcumar, Warfarin) sollten regelmäßige Mengen Odermennig-Tee mit dem behandelnden Arzt besprechen.
Eisenpräparate und andere Mineralstoff-Supplemente
Pflanzliche Gerbstoffe (Tannine) können mehrwertige Ionen wie Fe²⁺/Fe³⁺ (Eisen), Zn²⁺ und Ca²⁺ komplexieren und deren Resorption im Darm deutlich hemmen. Odermennig-Tee nicht gleichzeitig mit Eisenpräparaten oder Mineralstoff-Supplementen einnehmen — mindestens 2 Stunden Abstand einhalten.
Antidiabetika (orale Antidiabetika, Insulin)
In vitro und tierexperimentelle Daten legen eine leicht blutzuckersenkende Wirkung von Odermennig-Extrakt nahe (Hemmung von Alpha-Glucosidase). Bei gleichzeitiger Anwendung mit Antidiabetika ist theoretisch eine additive Blutzuckersenkung möglich. Klinische Daten fehlen; bei Diabetikern Blutzucker häufiger kontrollieren.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Odermennig oder andere Rosengewächse (Rosaceae).
- Kinder unter 12 Jahren — keine ausreichenden Sicherheitsdaten.
- Schwangerschaft und Stillzeit (bei therapeutischen Dosen) — mangels Sicherheitsdaten meiden.
- Schwere Nieren- oder Lebererkrankungen — keine ausreichenden Daten, adstringierende Tannine können Belastung verstärken.
Erntet wird: blühendes Kraut
- Tageszeit:
- An trockenem, sonnigem Vormittag (9–11 Uhr), nachdem der Morgentau vollständig abgetrocknet ist. Ernte möglichst zu Beginn der Blütezeit (Juni), da der Gerbstoffgehalt (und damit die adstringierende Wirksamkeit) in den blühenden Sprossspitzen am höchsten ist und mit fortschreitender Vollblüte sinkt.
- Trocknung:
- Die oberen 20–30 cm der blühenden Triebe (Sprossspitzen mit Blütenähre, Blättern und Stängel) abschneiden — dicke, verholzte Stängelteile meiden. Das Kraut darf nicht zu früh (unreife Knospen) und nicht zu spät (bereits fruchtend, Früchte mit Kletterhaken) geerntet werden. Bündel locker binden und kopfüber in einem luftigen, schattigen, trockenen Raum aufhängen; alternativ dünn auf Sieben ausbreiten und bei max. 40 °C trocknen. Kräuter erst dann wegpacken, wenn sie rascheln und brechen — Restfeuchte fördert Schimmel. Gut getrocknet in luftdichten, dunklen Behältern (Gläser, Blechdosen) bei Raumtemperatur bis zu 12 Monate haltbar. Auf Haken der Früchte an Kleidung/Beuteln achten — Odermennig ist ein hartnäckiger Klettfruchtträger!
- Lagerung:
- 12 Monate — Luftdicht, dunkel, kühl und trocken. Innerhalb eines Jahres verbrauchen. Bei muffigem Geruch oder Farbverlust (von grün zu gelbbraun) Qualität überprüfen — Gerbstoffgehalt sinkt bei schlechter Lagerung stark.
- Tageszeit:
- Frühjahrs- oder Herbsternte (März–April vor dem Austrieb bzw. Oktober–November nach dem Absterben des oberirdischen Teils). Tagsüber graben, wenn der Boden nicht gefroren ist. Volksheilkundlich deutlich seltener als das Kraut verwendet.
- Trocknung:
- Wurzeln ausgraben, von Erde befreien und kurz abspülen (nicht tränken). Längs halbieren oder in ca. 1–2 cm dicke Scheiben schneiden. Bei max. 40–50 °C im Dörrgerät oder Backofen mit leicht geöffneter Tür trocknen, bis die Stücke hart und trocken durchgebrochen sind. Geruch ist herb-gerbstoffhaltig. Für traditionelle Tinkturen kann die frische Wurzel sofort in Alkohol eingelegt werden (1:5, 40–60 % Ethanol). Anmerkung: Die Wurzel wurde historisch für Gerbstoff-Abkochungen bei starkem Durchfall und äußerlich zum Wundwaschen eingesetzt, heute kaum noch gebräuchlich.
- Lagerung:
- 24 Monate — Getrocknete Wurzelscheiben in dichten Blechdosen oder Schraubgläsern, dunkel, trocken und kühl — bis zu 2 Jahre haltbar (Tannine sind in Wurzeln stabiler als im Kraut).
- Catechingerbstoffe (Catechin, Epicatechin, kondensierte Tannine)GerbstoffAnteil: 4-10 %Krautige Teile
Leitsubstanzgruppe des Odermennigs (Herba Agrimoniae). Kondensierte Catechintannine dominieren; sie wirken stark adstringierend auf Schleim- und Hautoberflächen durch Proteinpräzipitation. Hauptverantwortlich für die antidiarrhoische und entzündungshemmende Wirkung an der Darmschleimhaut und dem Oropharynx. Gehalt variiert je nach Erntezeitpunkt (vor Vollblüte am höchsten).
- Gallotannine (Corilagin, Ellagtannine — hydrolysierbare Gerbstoffe)GerbstoffAnteil: 0.5-2 %Krautige Teile
Hydrolysierbare Gerbstoffe, darunter Corilagin als Leitsubstanz. Ergänzen die Wirkung der kondensierten Tannine; zusätzlich antibakteriell und antiviral in vitro. Hydrolyse im Darm setzt Gallussäure und Ellagsäure frei, die antioxidativ wirken.
- Flavonoide (Luteolin, Apigenin, Quercetin, Kämpferol — als Glykoside)FlavonoidAnteil: 1-3 %Krautige Teile
Apigenin und Luteolin dominieren als Flavon-Aglykone (überwiegend als 7-Glucuronide). Quercetin und Kämpferol als Flavonol-Glykoside in geringeren Anteilen. Antioxidativ, leicht antientzündlich und krampflösend; tragen zur Gesamtwirkung des Vollextrakts bei. Luteolin in vitro mit alpha-Glucosidase-Hemmwirkung.
- Triterpene und Triterpensäuren (Ursolsäure, Oleanolsäure)SonstigeAnteil: 0.5-1.5 %Krautige Teile
Pentacyclische Triterpene, bei Odermennig hauptsächlich Ursolsäure und Oleanolsäure. In vitro und tierexperimentell antientzündlich, antimikrobiell und leicht hepatoprotektiv. Tragen zur tradierten Anwendung als Lebertonikum bei. Gehalte gering, klinische Relevanz beim Menschen nicht durch Studien belegt.
- Phenolcarbonsäuren (Chlorogensäure, Kaffeesäure, p-Cumarsäure)PhenolsäureAnteil: 0.3-1 %Krautige Teile
Hydroxyzimtsäure-Derivate mit antioxidativer und leicht antimikrobieller Wirkung. Chlorogensäure hemmt in vitro die Lipidperoxidation und zeigt leichte alpha-Glucosidase-Hemmwirkung. Ergänzt das phenolische Wirkspektrum der Flavonoide und Gerbstoffe.
- Bitterstoffe (Agrimoniin, Isoagrimoniin)BitterstoffAnteil: 0.5-2 %Krautige Teile
Dimere Ellagtannine (Agrimoniin = Hauptbitterstoff). Verantwortlich für den charakteristischen bitteren, adstringierenden Geschmack des Tees. In vitro cytotoxische und antitumorale Eigenschaften beschrieben (Agrimoniin gegen humane Tumorzellinien), jedoch ohne Übertragbarkeit auf die therapeutische Anwendung beim Menschen. Stimulieren reflektorisch Gallenfluss und Magensaftsekretion.
- Ätherisches Öl (Spuren — Terpene, Sesquiterpene)Ätherisches ÖlAnteil: 0.01-0.2 %Krautige Teile
Sehr geringe Mengen flüchtiger Öle, vorwiegend Mono- und Sesquiterpene (u. a. Alpha-Pinen, Limonen, Caryophyllen). Verantwortlich für das charakteristische, leicht apfelartige Aroma des frischen Krautes. Pharmakologisch bei den im Tee verbleibenden Mengen nicht relevant.
- Kieselsäure und Mineralien (Silicium, Kalium, Calcium)MineralstoffAnteil: 1-3 % GesamtascheKrautige Teile
Odermennig enthält Kieselsäure (Siliciumdioxid) in nennenswerten Mengen, traditionell für die Anwendung bei Haut und Bindegewebe hervorgehoben. Kalium unterstützt die diuretische Komponente. Calcium trägt zur Mineralstoffversorgung bei. Gehalt schwankt stark je nach Standort und Bodenbeschaffenheit.
- [1]MonographieEMA/HMPC — European Union herbal monograph on Agrimonia eupatoria L., herba (Final, EMA/HMPC/331641/2012)(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]MonographieKommission E — Agrimoniae herba (Odermennigkraut), Monographie (positiv), BAnz Nr. 228, 1985(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]MonographieESCOP Monographs — Agrimoniae herba (Agrimony Herb), 2nd edition(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Agrimonia eupatoria database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [4]BuchWichtl, Max (Hrsg.) — Teedrogen und Phytopharmaka, 5. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2009: Agrimoniae herba(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]BuchMadaus, Gerhard — Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band I: Agrimonia eupatoria (Odermennig), 1938 (Public Domain)(abgerufen: 2026-05-21)
- [7]WikipediaGemeiner Odermennig (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)
- [8]WikipediaAgrimonia eupatoria (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)