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Gewöhnlicher Löwenzahn
VorsichtTaraxacum officinale · (Taraxacum officinale)
Korbblütler (Asteraceae)
Beschreibung
Der Löwenzahn ist streng genommen keine einzelne Art, sondern eine ganze Gruppe kaum unterscheidbarer Kleinarten, die sich überwiegend ohne Befruchtung vermehren. Aus der bodennahen Rosette tief gezähnter Blätter steigt ein hohler, milchsaftführender Schaft mit einem einzigen gelben Blütenkorb, aus dem später die bekannte Pusteblume wird. Genutzt werden Kraut und Wurzel: Die Blätter sammelt man im Frühjahr vor der Blüte, die Wurzel im Herbst, wenn ihr Inulingehalt bis auf 40 Prozent steigt. Die Sesquiterpenlactone Taraxacin und Taraxinsäure-Glucosid machen die typische Bitterkeit aus. Als Tee gilt Löwenzahn traditionell als Bittermittel bei Völlegefühl und träger Verdauung sowie als Frühjahrskur zur Durchspülung der Harnwege — dabei ist reichlich Trinken entscheidend, mindestens zwei Liter am Tag. Junge Blätter sind ein klassischer Wildsalat.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Nicht für Kinder unter 12. Junge Blätter als Wildsalat in normalen Lebensmittelmengen sind nicht betroffen.
Klassischer Bittermittel-Tee bei leichten Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und träger Verdauung. Bitterstoffe regen Galle und Magensaft an.
Anleitung & Dosierung
DEKOKT der Wurzel mit Kraut: 3–4 g zerkleinerte getrocknete Löwenzahnwurzel mit Kraut in 150–250 ml kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und 10–15 Minuten köcheln lassen, abseihen. Bis zu 3× täglich eine Tasse 30 Min vor den Mahlzeiten — Bitterstoffe regen Speichel, Magensaft und Gallenfluss an. Alternativ als Aufguss: 4–10 g + kochendes Wasser, 10 Min ziehen.
- Trockenmenge
- 3–4 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Laut EMA ab 12 Jahren.
Quellen: [4]
Frühjahrs-Durchspülungskur: erhöht Harnmenge zur Durchspülung der Harnwege.
Anleitung & Dosierung
DEKOKT Wurzel mit Kraut: 3–4 g zerkleinerte Löwenzahnwurzel mit Kraut in 150–250 ml kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und 10–15 Min köcheln, abseihen. 3× täglich eine Tasse. WICHTIG: reichlich zusätzlich trinken (mindestens 2 L Wasser/Tag) — Durchspülung der Harnwege. Klassische Frühjahrskur 2–4 Wochen.
- Trockenmenge
- 3–4 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Ab 12 Jahren.
Quellen: [4]
Blätter-Tee zur Durchspülung der Harnwege — traditionelle Frühjahrs-Reinigungs- und Entwässerungskur.
Anleitung & Dosierung
AUFGUSS der Blätter: 4–10 g zerkleinerte getrocknete Löwenzahnblätter mit 150–250 ml kochendem Wasser, 10 Min zugedeckt ziehen, abseihen. 3× täglich. WICHTIG: ≥ 2 L Wasser/Tag zusätzlich.
- Trockenmenge
- 4–10 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Ab 12 Jahren.
Quellen: [3]
Junge Löwenzahnblätter sind klassisches essbares Wildgemüse — mild blutreinigend, vitalstoffreich, überliefertes Frühjahrs-Stärkungsmittel.
Anleitung & Dosierung
FRÜHJAHRSSALAT: Junge, zarte Löwenzahnblätter vor der Blüte ernten (März-April) — ältere werden zunehmend bitter. Gut waschen, grob schneiden, als Wildkräutersalat mit Speckwürfeln, hartgekochtem Ei und kräftiger Vinaigrette (Essig mildert Bitterkeit). Auch als grüner Smoothie oder frischer Saft (1 Glas morgens nüchtern, 1–2 Wochen) — traditionelles Frühjahrs-Stärkungsmittel. Reich an Vit A, C, K, Eisen, Kalium.
- Anwendungen/Tag
- 1×
Konzentrierter Flüssigextrakt als Bittertropfen vor den Mahlzeiten — regt Verdauung und Gallenfluss an.
Anleitung & Dosierung
FLÜSSIGEXTRAKT der Wurzel mit Kraut (DER 1:0.9-1.1, Ethanol 30 % V/V): 90 Tropfen (~3,15 ml) 3× täglich vor den Mahlzeiten in etwas Wasser. Bei leichten Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit. Enthält Alkohol — nicht für Kinder, Schwangere, Stillende.
- Flüssigkeit
- 1–3 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Alkoholhaltige Tinkturen nicht unter 18.
Quellen: [4]
Bei Beschwerden über 2 Wochen: Arzt. Bei Fieber, Dysurie, Krämpfen oder Blut im Urin sofort Arzt. Bei Durchspülung muss reichlich getrunken werden (≥ 2 L/Tag). WICHTIG: Bei Nierenversagen, Diabetes oder Herzinsuffizienz vermeiden — Hyperkaliämie-Gefahr (Löwenzahn ist sehr kaliumreich). Bei Gallensteinen, Verschluss der Gallenwege, Gallenwegsentzündung, Lebererkrankungen, aktivem Magengeschwür NICHT anwenden — galletreibende Wirkung kann Koliken auslösen. Allergien bei Korbblütler-Allergie (Ambrosia, Beifuß, Kamille, Arnika).
⏱ Max. Daueranwendung: 4 Wochen
Mangels Daten in Schwangerschaft nicht empfohlen.
Mangels Daten in Stillzeit nicht empfohlen.
Nicht für Kinder unter 12. Junge Blätter als Wildsalat in normalen Lebensmittelmengen sind nicht betroffen.
Wechselwirkungen
Diuretika, ACE-Hemmer, Kalium-sparende Diuretika
Löwenzahn ist sehr kaliumreich. Bei gleichzeitiger Einnahme kann theoretisch eine Hyperkaliämie auftreten. EMA warnt vor Anwendung bei Nierenversagen, Diabetes, Herzinsuffizienz.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Löwenzahn oder andere Korbblütler (Ambrosia, Beifuß, Kamille, Arnika).
- Verschluss der Gallenwege, Cholangitis, Lebererkrankungen, Gallensteine, aktives Magengeschwür.
- Nierenversagen, Diabetes und/oder Herzinsuffizienz — wegen Hyperkaliämie.
- Kinder unter 12 Jahren.
Erntet wird: Wurzel (Herbst), Kraut (Frühling)
- Tageszeit:
- Trockener Vormittag, junge Rosettenblätter vor Erscheinen der Blütenknospen.
- Trocknung:
- Für Salat/Saft frisch. Zum Trocknen einlagig im Schatten oder max 40 °C, häufig wenden — werden schnell welk.
- Lagerung:
- 12 Monate — Luftdicht, dunkel, trocken.
- Tageszeit:
- Herbst (September–November) oder zeitiges Frühjahr (März, vor Austrieb). Im Herbst höchster Inulingehalt, im Frühjahr höchster Bitterstoffgehalt.
- Trocknung:
- Wurzel mit Grabegabel tief ausstechen (bis 30 cm), Erde entfernen, längs aufschneiden und in fingerdicke Stücke. Luft im Schatten oder max 40 °C trocknen. Wurzel schwitzt Milchsaft aus — saugfähige Unterlage.
- Lagerung:
- 18 Monate — Luftdicht, dunkel, trocken. 1–1,5 Jahre.
- Sesquiterpenlactone (Taraxacin, Taraxinsäure-Glucosid)BitterstoffAnteil: 0.05–1 %Wurzel
Hauptbittermittel der Wurzel. Appetit- und verdauungsanregend, galleflussfördernd. Sensibilisator bei Korbblütler-Allergie.
- InulinPolysaccharidAnteil: im Herbst bis 40 %Wurzel
Speicherzucker, präbiotisch. Im Herbst am höchsten — daher klassische Erntezeit.
- Triterpene (Taraxasterol, Taraxerol)SonstigeGanze Pflanze
Galletreibend und entzündungsmodulierend.
- KaliumMineralstoffAnteil: bis 4.5 % in BlätternBlatt
Sehr hoher Gehalt — trägt zur aquaretischen Wirkung bei. Vorsicht bei Niereninsuffizienz.
- Flavonoide (Luteolin, Apigenin, Quercetin-Glykoside)FlavonoidBlatt
In Blättern und Blüten. Antioxidativ und mild entzündungshemmend.
- Phenolcarbonsäuren (Chlorogensäure, Kaffeesäure)PhenolsäureKrautige Teile
Antioxidativ, tragen zur leberschützenden Tradition bei.
- Vitamine (A, B-Komplex, C, K)VitaminBlatt
Junge Blätter besonders vitaminreich — Vit A (β-Carotin), C und K.
- [3]MonographieEMA/HMPC/579636/2008 — Community herbal monograph on Taraxacum officinale Weber ex Wigg., folium (Final, 12 November 2009)(abgerufen: 2026-05-18)
- [4]MonographieEMA/HMPC/212895/2008 Corr 1 — Community herbal monograph on Taraxacum officinale Weber ex Wigg., radix cum herba (Final, 12 November 2009)(abgerufen: 2026-05-18)
- [1]WikipediaGewöhnlicher Löwenzahn (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-16)
- [2]WikipediaTaraxacum officinale (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-16)