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Olivenbaum
VorsichtOlive · (Olea europaea)
Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Beschreibung
Knorrige, jahrhundertealte Stämme prägen das Bild des Olivenbaums in mediterranen Landschaften, wo er sowohl für seine Früchte als auch für seine silbrig-grünen Blätter genutzt wird. Die Blätter werden zwischen Mai und August gesammelt und enthalten als Hauptbitterstoff Oleuropein (1–8 %), daneben Hydroxytyrosol, ölsäurereiche Fette und verschiedene Flavonoide. Als Tee oder Tinktur wird Olivenblatt traditionell zur Unterstützung von Kreislauf und Harnwegen eingesetzt; klinisch untersucht wurden zudem positive Effekte des Olivenöls selbst auf Kreislauf, Verdauung und Haut. Wichtig: Olivenblatt-Zubereitungen können den Blutdruck senken, weshalb bei gleichzeitiger Einnahme blutdrucksenkender Medikamente das Risiko einer verstärkten Hypotonie mit Schwindel besteht — sie ersetzen keine ärztlich verordnete Therapie. Olivenöl selbst gilt als Lebensmittel als sehr gut verträglich; die von der EFSA anerkannte Polyphenol-Gesundheitsaussage gilt allerdings nur für Öle mit nachgewiesenem Hydroxytyrosol-Gehalt, nicht pauschal für jedes Olivenöl.
Traditioneller Olivenblatt-Tee zur unterstützenden Anwendung bei leicht erhöhtem Blutdruck und als mildes Aquaretikum — Oleuropein gilt als Hauptwirkstoff.
Anleitung & Dosierung
OLIVENBLATT-AUFGUSS (Oleae folium): 1–2 g (ca. 1–2 TL) getrocknete, zerkleinerte Olivenblätter mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 10–15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. 2–3 Tassen täglich, zwischen den Mahlzeiten. Traditionelle Anwendung zur unterstützenden Behandlung bei leicht erhöhtem Blutdruck und zur Förderung der Harnausscheidung (mild aquaretisch). Wirkungseintritt frühestens nach 2–3 Wochen kontinuierlicher Einnahme. Nicht als Ersatz für ärztlich verordnete Antihypertensiva verwenden; Blutdruck regelmäßig kontrollieren. Bei anhaltend hohem Blutdruck immer ärztliche Abklärung.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
Olivenblatt-Tinktur als konzentriertere Alternative zum Aufguss — traditionell bei leicht erhöhtem Blutdruck und zur allgemeinen Stärkung der Abwehrkräfte.
Anleitung & Dosierung
OLIVENBLATT-TINKTUR (1:5 in 40–45 % Ethanol): 2–4 ml (~40–80 Tropfen) 3× täglich, jeweils in etwas Wasser verdünnt, zwischen den Mahlzeiten einnehmen. Standardisierte Fertigtinkturen (auf Oleuropein eingestellt) sind Eigenansätzen vorzuziehen. Wirkungseintritt nach 2–4 Wochen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Blutdruckmitteln Blutdruck häufiger kontrollieren — additiver Effekt möglich. Wegen Ethanolgehalt nicht bei Alkoholerkrankung, schwerer Lebererkrankung oder Epilepsie anwenden.
- Flüssigkeit
- 2–4 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
Natives Olivenöl extra als funktionelles Lebensmittel — EFSA-anerkannte Gesundheitsaussage: schützt LDL-Partikel vor Oxidation (20 g/Tag, mindestens 5 mg Hydroxytyrosol-Derivate).
Anleitung & Dosierung
OLIVENÖL — EXTRA NATIV (Oleae oleum virginale): Täglich 20 g (ca. 2 EL) natives Olivenöl extra als Bestandteil der täglichen Ernährung. EFSA-Gesundheitsaussage (EFSA 2011 NDA Panel, EFSA Journal 9(4):2033): 20 g/Tag natives Olivenöl extra mit einem Polyphenolgehalt von mindestens 5 mg Hydroxytyrosol und seiner Derivate pro 20 g schützt LDL-Cholesterin-Partikel vor oxidativer Schädigung. Nur für Olivenöle mit dieser Polyphenolkonzentration zugelassen — nicht für alle Olivenöle pauschal. Kaltextraktion (erste Pressung) bevorzugen; raffiniertes Olivenöl enthält deutlich weniger Polyphenole. Mild laxativ bei Nüchterneinnahme (1–2 EL morgens) — volkstümliche Anwendung bei Verstopfung.
Natives Olivenöl als Hautpflegemittel und Salbenbasis — emollient, rückfettend; traditionell bei trockener Haut, Wundheilung und Säuglingspflege.
Anleitung & Dosierung
OLIVENÖL-SALBE / ÖLPFLEGE: Reines natives Olivenöl extra dünn auf trockene, gereizte oder rissige Hautstellen auftragen, sanft einmassieren und einziehen lassen. Alternativ als Basis für selbst hergestellte Kräutersalben (z. B. mit Ringelblume, Calendula). Bei Säuglingspflege: unverdünntes Olivenöl dünn auf wunde Stellen (Windelbereich) auftragen — volkstümliche Praxis, gut verträglich. Bei chronischen Hautkrankheiten (Ekzem, Psoriasis) vorher Hautarzt konsultieren. Olivenöl nicht in offene, infizierte Wunden einbringen.
Tafelolivensorten als Bestandteil der mediterranen Ernährung — kardioprotektive Assoziation belegt durch PREDIMED-Studie; Oleuropein-Entbitterung notwendig.
Anleitung & Dosierung
TAFELOLIVENPFLEGE / KÜCHE: Reife Oliven (schwarz) oder halbreife grüne Oliven werden wegen ihrer Bitterkeit (Oleuropein) vor dem Genuss in Wasser, Salzlake oder Lauge entbittert — dieser Prozess dauert bei Naturoliven in Salzlake mehrere Wochen. Fertige Handelsoliven in Öl oder Lake können direkt verzehrt werden. Als Bestandteil der mediterranen Ernährung mit belegten kardioprotektiven Effekten (PREDIMED-Studie). Ernährungsbegleitend, kein Heilmittel im engeren Sinn. Olivensteinöl (aus Kernen) ist lebensmitteltauglich, aber polyphenolärmere Variante.
Volksheilkundliche Olivenblatt-Kompresse bei leichten Hautentzündungen und rheumatischen Beschwerden — milde externe Anwendung mit begrenzter Evidenz.
Anleitung & Dosierung
OLIVENBLATT-KOMPRESSE: Frische oder kurz aufgekochte Olivenblätter (2–3 Minuten in heißem Wasser erwärmt) auf ein sauberes Tuch legen, noch warm auf die betroffene Hautstelle oder den schmerzenden Gelenk auflegen, 15–20 Minuten einwirken lassen. Volkstümlich bei leichten Entzündungen der Haut, Insektenstichen und rheumatischen Gelenkschmerzen angewendet. Wissenschaftliche Belege für die topische Wirksamkeit beim Menschen sind begrenzt; In-vitro-Studien zeigen antioxidative und leichte antimikrobielle Wirkung von Oleuropein-Extrakten. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden ärztliche Abklärung.
Volksheilkundlicher Olivenblatt-Bitterstofftee zur Anregung von Verdauung und Gallenfluss — Oleuropein als Bitterstoff reflektorisch wirksam.
Anleitung & Dosierung
OLIVENBLATT-BITTERSTOFFTEE: 1–2 g getrocknete Olivenblätter mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 8–10 Minuten ziehen lassen, abseihen. 1–2 Tassen täglich vor den Mahlzeiten trinken. Volkstümlich zur Anregung von Gallenfluss und Verdauung (cholagog) sowie bei leichten dyspeptischen Beschwerden eingesetzt. Das bitter schmeckende Oleuropein regt reflektorisch die Verdauungssäfte an. Evidenz basiert auf traditioneller Überlieferung und pharmakologischen In-vitro-Daten; klinische Studien fehlen für diese Indikation. Nicht bei Gallensteinen ohne ärztliche Rücksprache.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 3 Wochen
Olivenblatt-Extrakt (Pulver/Kapsel) als Nahrungsergänzungsmittel zur allgemeinen Immununterstützung — volksmedizinisch, ohne EMA-Monographierung für diese Indikation.
Anleitung & Dosierung
OLIVENBLATT-PULVER / KAPSELN: Getrocknete Olivenblätter, fein gemahlen, können als Pulver in Kapseln (handelsübliche Nahrungsergänzungsmittel) eingenommen werden — übliche Tagesdosis standardisierter Produkte 500–1000 mg Extrakt (auf 20 % Oleuropein). Volkstümlich zur allgemeinen Stärkung der Abwehrkräfte und bei leichten fieberhaften Erkältungen. Klinische Studien deuten auf immunmodulatorische Effekte hin, jedoch ohne EMA- oder ESCOP-Monographierung für diese Indikation. Keine Heilwirkung belegt nach EU-Recht; Nahrungsergänzungsmittel, kein Arzneimittel. Fertigprodukte bevorzugen, da standardisierter Wirkstoffgehalt sichergestellt.
WICHTIG — OLIVENBLATT-ZUBEREITUNGEN: Olivenblatt-Tee und -Tinktur können den Blutdruck senken. Bei gleichzeitiger Einnahme blutdrucksenkender Medikamente besteht das Risiko einer additiven Hypotonie (Schwindel, Ohnmacht). Blutdruck häufiger kontrollieren. Olivenblatt-Zubereitungen sind KEIN Ersatz für ärztlich verordnete Antihypertensiva. Bei anhaltend erhöhtem Blutdruck (>140/90 mmHg) immer zuerst zum Arzt. OLIVENÖL: Generell sehr gut verträglich — als Lebensmittel keine toxikologische Gefahr. EFSA-Polyphenol-Gesundheitsaussage gilt nur für Öle mit nachgewiesenem Hydroxytyrosol-Gehalt (mindestens 5 mg/20 g), nicht pauschal für alle Olivenöle. Hochdosierte Olivenblatt-Extrakte (Nahrungsergänzungsmittel) können bei empfindlichen Personen Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
⏱ Max. Daueranwendung: 4 Wochen
Olivenöl als Lebensmittel gilt als sicher in Schwangerschaft und Stillzeit. Olivenblatt-Tee und -Tinktur in therapeutischen Dosen: mangels Sicherheitsdaten nicht empfohlen — blutdrucksenkender Effekt könnte unerwünscht sein. Küchenmäßige Mengen (geringe Mengen Olivenblätter in Speisen) gelten als unbedenklich.
Olivenöl als Nahrungsmittel sicher. Therapeutische Olivenblatt-Zubereitungen mangels Daten meiden — Oleuropein-Übertritt in die Muttermilch nicht ausreichend untersucht.
Olivenöl als Nahrungsmittel und zur äußerlichen Hautpflege (inkl. Säuglinge) unbedenklich. Therapeutische Olivenblatt-Tees und -Tinkturen für Kinder unter 12 Jahren: nicht empfohlen — keine ausreichenden Sicherheitsdaten. Hochdosierte Olivenblatt-Extrakte (Kapseln) nicht für Kinder.
Wechselwirkungen
Antihypertensiva (ACE-Hemmer, Calciumantagonisten, Betablocker, Diuretika, Sartane)
Olivenblatt-Extrakte (Oleuropein, Hydroxytyrosol) wirken vasodilatierend und hemmen das Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE) in vitro. Bei gleichzeitiger Einnahme von Antihypertensiva mögliche additive Blutdrucksenkung mit Risiko von Hypotonie, Schwindel und Synkope. Blutdruck häufiger messen, ggf. Dosisanpassung in Absprache mit dem Arzt.
Antidiabetika (Metformin, Sulfonylharnstoffe, Insulin)
Tierexperimentelle und In-vitro-Studien zeigen blutzuckersenkende Eigenschaften von Oleuropein (verbesserte Insulinsensitivität, Hemmung der Alpha-Glucosidase). Bei gleichzeitiger Einnahme mit Antidiabetika theoretisches Risiko einer additiven Hypoglykämie. Blutzucker häufiger kontrollieren; Dosisanpassung ggf. erforderlich.
Antikoagulantien und Thrombozytenaggregationshemmer (Warfarin, Phenprocoumon, ASS, Clopidogrel)
Olivenöl-Polyphenole (Hydroxytyrosol, Oleocanthal) zeigen in vitro und in Tiermodellen mild antiplatelet-aggregatorische Wirkungen. Klinische Relevanz bei Nahrungsmengen gering, bei therapeutischen Olivenblatt-Extraktdosen potenziell relevant. Bei gleichzeitiger Antikoagulation INR/Gerinnungsparameter häufiger überwachen.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Olivenbaum (Olea europaea) oder andere Ölbaumgewächse (Oleaceae); Olivenpollen ist ein bekanntes Allergen (Kreuzreaktion möglich).
- Bekannte Hypotonie (zu niedriger Blutdruck) — Olivenblatt-Zubereitungen können Blutdruck weiter senken.
- Gallenwegserkrankungen, Gallensteine — cholagoge Wirkung des Olivenblatt-Bitterstofftees ohne ärztliche Abklärung kontraindiziert.
- Schwangerschaft und Stillzeit (therapeutische Olivenblatt-Dosen) — mangels Sicherheitsdaten meiden.
Erntet wird: Blätter
- Tageszeit:
- An einem trockenen, windstillen Morgen nach Tauabtrocknung (9–11 Uhr). Junge, noch hellgrüne Blätter der diesjährigen Triebe bevorzugen — sie enthalten den höchsten Oleuropein-Gehalt. Ältere, dunkelgrüne Blätter können mitgeerntet werden, haben aber niedrigere Wirkstoffgehalte. Im mediterranen Anbaugebiet ganzjährig möglich, Frühjahr (März–Juni) bevorzugt.
- Trocknung:
- Blätter einzeln von den Zweigen abstreifen (keine Zweige mittrocknen — verlangsamt Trocknung). Einlagig auf Trockensieben oder Tüchern ausbreiten. Im Schatten, bei guter Luftzirkulation, maximal 35 °C trocknen — höhere Temperaturen bauen Oleuropein ab. Trocknung dauert 5–10 Tage. Fertig getrocknete Blätter: matt, leicht gewellt, charakteristisch bitter-aromatischer Geruch. Luftdicht in dunklen Glasgefäßen aufbewahren, vor Licht und Feuchtigkeit schützen, innerhalb 12 Monate aufbrauchen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Dunkel, luftdicht, trocken und kühl (unter 20 °C). Bei Lichteinwirkung oder Feuchtigkeit rascher Oleuropein-Abbau. Nach 12 Monaten deutlich nachlassende Bitterwirkung — neu ernten oder kaufen.
- Tageszeit:
- Olivenernte morgens bis mittags. Erntezeitpunkt bestimmt das Aroma und den Polyphenolgehalt des Öls: Frühernte (September/Oktober, grüne bis violette Früchte) liefert ein fruchtig-bitteres, polyphenolreiches Öl (höherer Oleocanthal- und Hydroxytyrosol-Gehalt). Späternte (November/Dezember, schwarze Früchte) gibt höhere Ausbeute, aber milderes, polyphenolärmeres Öl. Für Hausernte: von Hand oder mit Kämmen abstreifen (Netze unterlegen), keine Fallen auf dem Boden liegender Früchte — sofort verarbeiten oder kalt pressen lassen.
- Trocknung:
- Frisch geerntete Oliven NICHT trocknen — für Öl: sofort (innerhalb 24 h) kalt pressen lassen; für Tafelolivenzubereitung: in Wasser, Salzlake (8–10 % NaCl) oder Lauge einlegen zur Entbitterung des Oleuropeins (Dauer: Wochen bis Monate je nach Verfahren). Haushalts-Ölgewinnung ohne Presse: Oliven fein häckseln, in Käsetuch pressen — geringe Ausbeute, aber möglich. Getrocknete schwarze Oliven (Dörrung): einige traditionelle Kultivare werden in Salz gewalzt und an der Luft getrocknet (Wrinkled olives) — sehr bitter, hoher Salzgehalt.
- Lagerung:
- 18 Monate — Natives Olivenöl extra: dunkel, kühl (14–18 °C), luftdicht verschlossen. Innerhalb 18 Monate nach Ernte aufbrauchen — Polyphenolgehalt nimmt mit Zeit und Lichteinwirkung ab. Nie im Kühlschrank (Flockenbildung, reversibler Effekt, aber Kondenswasser-Problem). Tafelolivensorten: in Salzlake oder Öl luftdicht gelagert, kühl stellen.
- OleuropeinGlykosidAnteil: 1-8 %Blatt
Wichtigster Secoiridoid-Bitterstoff und Hauptwirkstoff des Olivenblattes. Vasodilatierend, mild antihypertensiv (ACE-Hemmung in vitro), antioxidativ, mild antimikrobiell und immunmodulierend. Hydrolyse zu Hydroxytyrosol und Elenolsäure (metabolisch aktive Abbauprodukte). Höchste Konzentration in jungen Blättern; im Öl selbst kaum nachweisbar.
- Hydroxytyrosol (3,4-Dihydroxyphenylethanol)PhenolsäureAnteil: 0.1-0.5 %Frucht
Hauptpolyphenol im nativen Olivenöl extra und Abbauprodukt des Oleuropeins. EFSA-Gesundheitsaussage: Hydroxytyrosol und seine Derivate schützen LDL-Cholesterin vor oxidativer Schädigung (20 g Öl/Tag mit mindestens 5 mg dieser Verbindungen). Stärkste antioxidative Wirkung unter den Olivenpolyphenolen; hydrophil und gut bioverfügbar.
- OleocanthalPhenolsäureAnteil: 0.005-0.05 %Frucht
Phenolisches Secoiridoid ausschließlich in nativem Olivenöl extra; verantwortlich für den charakteristischen Kratzer im Hals beim Schlucken. Hemmt COX-1 und COX-2 ähnlich wie Ibuprofen — in vitro entzündungshemmend. Klinische Studien zur Wirksamkeit beim Menschen begrenzt. Gehalt stark sortenabhängig (höher in früh geernteten, grünen Oliven).
- Ölsäure (Oleic acid, C18:1 omega-9)SonstigeAnteil: 55-83 %Frucht
Hauptbestandteil des Olivenöls — einfach ungesättigte Fettsäure. Senkt LDL-Cholesterin und erhöht HDL-Cholesterin bei Ersatz gesättigter Fettsäuren. Grundlage für die kardioprotektive Wirkung der mediterranen Ernährung. Hoher Ölsäuregehalt korreliert mit Oxidationsstabilität des Öls. Nicht spezifisch für Olivenöl — auch in Rapsöl und Avocadoöl dominant.
- Oleuropeosid-Aglykone (Elenolsäure, Oleoside)BitterstoffAnteil: 0.5-3 %Blatt
Secoiridoid-Aglykone und Zwischenprodukte des Oleuropein-Abbaus. Tragen zur Gesamtbitterwirkung des Olivenblattes bei und haben eigenständige biologische Aktivitäten (antioxidativ, antiviral in vitro). Bilden zusammen mit Oleuropein die charakteristische phytochemische Signatur von Oleae folium.
- Flavonoide (Luteolin, Apigenin, Rutin, Quercetin-Glykoside)FlavonoidAnteil: 0.3-1 %Blatt
Luteolin und seine Glykoside sind die dominierenden Flavonoide im Olivenblatt. Antioxidativ, mild entzündungshemmend und kapillarprotektiv. Ergänzen die antioxidative Wirkung des Oleuropeins synergistisch. Im nativen Olivenöl sind Flavonoide nur in sehr geringen Mengen vorhanden.
- Triterpene (Oleanolsäure, Ursolsäure, Maslinensäure)SonstigeAnteil: 0.2-1 %Blatt
Pentacyclische Triterpene der Oleanolreihe. Maslinensäure ist spezifisch für Olea europaea. In vitro antiproliferativ, hepatoprotektiv und leicht antidiabetisch. Oleanolsäure und Ursolsäure auch in vielen anderen Pflanzen vorhanden — für Olivenblatt-Spezifität v. a. Maslinensäure relevant.
- Tocopherole (alpha-Tocopherol / Vitamin E)VitaminAnteil: 1-25 mg/100 gFrucht
Natives Olivenöl extra enthält 1–25 mg alpha-Tocopherol pro 100 g, sortenabhängig. Fettlösliches Antioxidans; schützt das Öl vor Oxidation und trägt zur antioxidativen Gesamtkapazität bei. Zusammen mit Polyphenolen für die Oxidationsstabilität des Öls mitverantwortlich. Kein spezifischer Marker für Olivenöl-Qualität allein.
- [1]MonographieESCOP Monographs — Oleae folium (Olive Leaf), 2nd edition with supplement 2009(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]MonographieEFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA) — Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to polyphenols in olive and protection of LDL particles from oxidative damage, EFSA Journal 2011; 9(4):2033(abgerufen: 2026-05-21)
- [4]MonographieEstruch R et al. — Primary Prevention of Cardiovascular Disease with a Mediterranean Diet Supplemented with Extra-Virgin Olive Oil or Nuts (PREDIMED), NEJM 2018; 378:e34(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]MonographieŞahin S & Bilgin M — Olive tree (Olea europaea L.) leaf as a waste by-product of table olive and olive oil industry: a review, Journal of the Science of Food and Agriculture 2018; 98(4):1271-1279(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Olea europaea database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]BuchWichtl, M. (Hrsg.) — Teedrogen und Phytopharmaka, 5. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2009 — Oleae folium(abgerufen: 2026-05-21)
- [7]WikipediaOlivenbaum — Wikipedia DE(abgerufen: 2026-05-21)
- [8]WikipediaOlive oil — Wikipedia EN(abgerufen: 2026-05-21)