© Britton, N.L., and A. Brown. 1913. An illustrated flora of the northern United States, Canada and the British Possession · Public domain · Commons
Mojito-Minze
Vorsicht🐾Mentha × villosa · (Mentha × villosa)
Lippenblütler (Lamiaceae)
Beschreibung
Die Mojito-Minze ist eine Kreuzung aus Grüner Minze und Apfelminze mit weich behaarten, rundlichen Blättern. Ihr Duft ist mild und fruchtig statt scharf-kühl, denn im ätherischen Öl dominieren Linalool, Carvon und Limonen, während Menthol fast fehlt — genau deshalb passt sie in Kaltgetränke, ohne sie bitter werden zu lassen. In Kuba und Brasilien läuft sie unter dem Namen Yerba Buena und gehört in Mojito, Limonaden, Salate und Desserts. In der brasilianischen und philippinischen Volksmedizin wird ein Aufguss der Blätter bei Magenbeschwerden, Übelkeit und Blähungen getrunken, ebenso bei leichten Erkältungssymptomen und Halskratzen; zerquetschte Blätter kommen als Auflage auf Insektenstiche oder auf die Schläfen. Eine brasilianische Untersuchung prüfte Blattextrakte als Mundspülung gegen Mundkeime. Das ätherische Öl enthält je nach Herkunft Spuren von Pulegon und ist nur äußerlich und verdünnt anzuwenden.
Tee aus Apfelminzblättern und -trieben wird in der brasilianischen und philippinischen Volksmedizin traditionell bei Magenbeschwerden, Übelkeit, Blähungen und dyspeptischen Krämpfen eingesetzt. Die Wirkung wird dem ätherischen Öl (Limonen, Carvon) und den Rosmarinsäure-Gehalten zugeschrieben, die spasmolytisch auf die Magen-Darm-Muskulatur wirken.
Anleitung & Dosierung
2–4 g getrocknete Blätter oder 4–6 g frische Blätter in 200 ml heißem Wasser 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Bis zu 3 Tassen täglich nach den Mahlzeiten trinken.
- Trockenmenge
- 2–4 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
In der philippinischen und karibischen Volksmedizin wird Minztee (Yerba Buena) bei leichten Erkältungssymptomen, Husten und Halsschmerzen eingesetzt. Das ätherische Öl mit Limonen und Carvon wirkt leicht expektorierend; die Rosmarinsäure zeigt antivirale Aktivität in vitro.
Anleitung & Dosierung
2–5 g frische oder getrocknete Blätter mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen. Optional mit Honig und Zitrone. Warm trinken.
- Trockenmenge
- 2–5 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Das ätherische Öl von Mentha × villosa (Limonen/Carvon-Chemotyp) wird in verdünnter Form (1–2 % in Trägeröl oder per Inhalation) bei Atemwegsinfektionen und zur Linderung von Nasenverstopfung angewendet. Studien zur vasorelaxanten Wirkung belegen eine gefäßerweiternde Aktivität des ätherischen Öls über endothelabhängige Mechanismen.
Dampfinhalation mit frischen Apfelminzblättern oder wenigen Tropfen ätherischem Öl in heißem Wasser wird volksmedizinisch bei Erkältungen und Stirnhöhlenbeschwerden eingesetzt. Der Limonen-/Carvon-Gehalt des Öls wirkt schleimlösend und leicht antiseptisch auf die Nasenschleimhaut.
Frische Apfelminzblätter werden kulinarisch roh in Cocktails (Mojito, Caipirinha-Varianten), Salaten, Desserts und Tees verwendet. Das milde, apfelig-frische Minzaroma (Limonen-dominant, Menthol-arm) macht M. villosa besonders für Kaltgetränke geeignet. In Kuba und Brasilien ist Yerba Buena eine Küchenpflanze mit alltäglicher Verwendung.
Mundspülungen auf Basis von Mentha villosa-Extrakt wurden in einer brasilianischen Studie (Nogueira et al. 2021) auf antimikrobielle Aktivität gegen orale Keime getestet. Die Extrakte zeigten wachstumshemmende Wirkung gegen ausgewählte Bakterienstämme, was den volksmedizinischen Einsatz als Mundspülung bei Halsschmerzen und Zahnfleischentzündungen wissenschaftlich stützt.
In der philippinischen Volksmedizin werden zerquetschte frische Apfelminzblätter als Umschlag bei leichten Muskelschmerzen, Kopfschmerzen (auf die Schläfen gelegt) und Insektenstichen verwendet. Carvon und Limonen zeigen in vitro entzündungshemmende Aktivität; kontrollierte klinische Daten fehlen.
Quellen: [4]
Das ätherische Öl enthält je nach Chemotyp Pulegon-Spuren (in der Regel <0,5 %). Pur oder hochkonzentriert nicht einnehmen — ätherisches Öl ist ausschließlich zur äußerlichen Anwendung bestimmt. Menthol-Gehalt ist gering, jedoch gilt für konzentrierte Öle Vorsicht bei Kleinkindern (keine Anwendung im Gesichtsbereich). Embryo- und Fetaltoxizität des ätherischen Öls wurde in Tierversuchen dokumentiert — Anwendung des Öls in der Schwangerschaft kontraindiziert. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde, Katzen und Pferde giftig.
⏱ Max. Daueranwendung: 8 Wochen
Ätherisches Öl von M. villosa ist in der Schwangerschaft kontraindiziert (tierexperimentelle Hinweise auf Embryotoxizität). Kulinarische Mengen frischer Blätter (Tee, Mojito-Mengen) gelten als unbedenklich. Keine kontrollierten Humanstudien vorhanden.
Unzureichende Daten für therapeutische Dosen während der Stillzeit. Kulinarische Mengen Tee gelten allgemein als unbedenklich; konzentrierte Ölpräparate vermeiden.
Konzentriertes ätherisches Öl nicht bei Kindern unter 6 Jahren anwenden, nicht im Gesichtsbereich bei Kindern unter 12 Jahren (Atemreiz-Risiko). Mild gesüßter Tee in kleinen Mengen gilt in der Volksmedizin als unbedenklich ab Schulalter.
Wechselwirkungen
Antihypertensiva
Das ätherische Öl zeigte in Tierversuchen endothelabhängige hypotensive und vasorelaxante Wirkung. Bei gleichzeitiger Einnahme blutdrucksenkender Medikamente ist ein additiver Effekt theoretisch möglich.
Kontraindikationen
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Mentha-Arten oder andere Lamiaceae (Kreuzreaktion möglich)
- Innere Anwendung des ätherischen Öls (nur äußerlich verwenden)
- Schwangerschaft: ätherisches Öl kontraindiziert (Embryotoxizität in Tierversuchen)
Erntet wird: Blätter (vor der Blüte)
- Tageszeit:
- Früh am Morgen nach Abtrocknen des Taus — höchster ätherischer Ölgehalt vor der Mittagshitze.
- Trocknung:
- Triebe kopfüber in kleinen Bündeln bei 30–40 °C im Schatten trocknen. Trocknungszeit 4–7 Tage. Temperaturen über 45 °C vermeiden (Aromaverlust).
- Lagerung:
- 12 Monate — Luftdichte, dunkle Glas- oder Metalldosen; trocken und kühl lagern. Aromaverlust durch Licht und Feuchtigkeit vermeiden.
- Tageszeit:
- Während der gesamten Vegetationsperiode morgens ernten. Blätter direkt vor der Blüte haben den höchsten Wirkstoffgehalt.
- Trocknung:
- Blätter locker auf Trockengitter oder Papier bei 30–40 °C (Schatten). Nicht übereinanderlegen. Fertig wenn Blätter bei Berührung rascheln.
- Lagerung:
- 12 Monate — Papiertüten oder dunkle Glasgefäße; kühl, trocken, lichtgeschützt. Kein Plastik — Feuchtigkeit führt zu Schimmelbildung.
- LinaloolÄtherisches ÖlAnteil: 10–35 %Krautige Teile
Häufig dominanter Bestandteil im nordostbrasilianischen Chemotyp von M. villosa; blumig-frischer Duft, leicht sedierend und antibakteriell.
- CarvoneÄtherisches ÖlAnteil: 0–40 %Krautige Teile
Minzaromatisches Monoterpen-Keton; Gehalt stark chemotypabhängig (Carvon-Chemotyp bis 40 %). Antimikrobiell und leicht spasmolytisch.
- LimoneneÄtherisches ÖlAnteil: 5–30 %Krautige Teile
Zitrusaromatisches Monoterpen; verleiht M. villosa ihr charakteristisches Apfel-Minz-Aroma. Antioxidativ und leicht antimikrobiell.
- PulegoneÄtherisches ÖlAnteil: 0–5 %Krautige Teile
Monoterpen-Keton; in manchen Populationen von M. villosa in Spurenmengen vorhanden. Hepatotoxisch in hohen Dosen (wie bei M. pulegium). Im normalen Tee-Gebrauch kein Risiko.
- MentholÄtherisches ÖlAnteil: 0–3 %Krautige Teile
Im Gegensatz zu M. piperita ist der Menthol-Gehalt bei M. villosa sehr gering; das milde Minzaroma ist typisch für diese Art.
- Rosmarinic acidPhenolsäureKrautige Teile
Polyphenolische Hydroxyzimtsäure; in M. villosa-Blättern nachgewiesen. Antioxidativ, antiviral und entzündungshemmend.
- LuteolinFlavonoidBlatt
Flavon; in M. villosa-Blattextrakten nachgewiesen. Antioxidativ und entzündungshemmend durch Hemmung von NF-κB.
- HesperidinFlavonoidBlatt
Flavanon-Glykosid; in Minzpflanzen einschließlich M. villosa-Kultivaren nachgewiesen. Leicht antioxidativ und kapillarschützend.
- [1]MonographieMatos FJ de A et al. (1999): Essential Oil of Mentha x villosa Huds. from Northeastern Brazil. Journal of Essential Oil Research. DOI: 10.1080/10412905.1999.9701066(abgerufen: 2026-05-24)
- [2]MonographieGuedes DN et al. (2004): Endothelium-dependent hypotensive and vasorelaxant effects of the essential oil from aerial parts of Mentha x villosa in rats. Phytomedicine. DOI: 10.1016/j.phymed.2004.04.002(abgerufen: 2026-05-24)
- [3]MonographieNogueira EKS et al. (2021): Produção de Enxaguatório Bucal da Mentha Villosa com Atividade Antimicrobiana. Brazilian Journal of Development. DOI: 10.34117/bjdv7n11-298(abgerufen: 2026-05-24)
- [4]MonographiePharmacologic Activities of Yerba Buena (Mentha x villosa Huds Fam. Lamiaceae): An Overview. Acta Medica Philippina (2023). DOI: 10.47895/amp.vi0.8401(abgerufen: 2026-05-24)
- [5]MonographieTekeľová D et al. (2016): Phenolic compounds in leaves insertions of Mentha × villosa Huds. cv. Sněžná. Česká a slovenská farmacie. DOI: 10.36290/csf.2016.031(abgerufen: 2026-05-24)
- [7]MonographieASPCA Animal Poison Control — Mint (Mentha sp.): Toxic to Dogs, Toxic to Cats, Toxic to Horses(abgerufen: 2026-08-10)
- [6]WikipediaWikipedia: Mentha × villosa (Hairy mint / Bowles' mint)(abgerufen: 2026-05-24)
Verbreitung in Europa
🪴 Zuhause anbauen
- ☀ Licht
- Halbschatten
- 💧 Wasser
- alle paar Tage
- 🌱 Erde
- Feuchte Kräutererde
- 🪴 Topf
- 20 cm
- ⭐ Schwierigkeit
- ★☆☆ einfach
- 🐾 Haustiere
- für Haustiere giftig
Tipps:
- Im eigenen Topf halten — wuchert sonst andere Kräuter weg.
- Vor dem Blühen ernten für intensivstes Aroma.
- Stecklinge wurzeln in 1-2 Wochen im Wasserglas.
Pflege-Tipps sind allgemeine Empfehlungen aus Indoor-Gardening-Praxis, keine wissenschaftlichen Quellen.
🤝 Permakultur-Partner
Diese Pflanze ist in deinem Garten ein/e:
⚠️ Besser nicht zusammen pflanzen
- 🥬 Grüne Minze Klassischer Mischkultur-Partner.
Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)