© Brandt, Wilhelm; Gürke, M.; Köhler, F. E.; Pabst, G.; Schellenberg, G.; Vogtherr, Max. · Public domain · Commons
Echte Walnuss
VorsichtJuglans regia · (Juglans regia)
Walnussgewächse (Juglandaceae)
Beschreibung
Im Herbst reifen an der Echten Walnuss die bekannten Kerne, doch medizinisch genutzt werden vor allem die im Sommer gesammelten Blätter der Walnussgewächse. Ein Aufguss oder Badezusatz aus getrockneten Walnussblättern ist von der Kommission E positiv bewertet bei milden oberflächlichen Hautentzündungen und übermäßiger Schweißneigung – verantwortlich sind vor allem Ellagitannine und Gerbstoffe. Traditionell dienten Umschläge zudem der Pflege kleinerer Wunden und Insektenstiche, während eine Tinktur aus grünen, noch unreifen Schalen volksheilkundlich äußerlich gegen Hautpilz eingesetzt wurde – der enthaltene Farbstoff Juglon färbt dabei die Haut vorübergehend braun. Als Lebensmittel sind die Nüsse selbst besonders wertvoll: Ihr hoher Gehalt an Alpha-Linolensäure wird von der EFSA mit einer unterstützenden Wirkung auf die Blutfettwerte in Verbindung gebracht. Wichtig ist, dass innerlich angewendete Blättertees wegen des Juglon-Gehalts nur kurzfristig, maximal zwei bis drei Wochen, eingenommen werden sollten. Walnüsse zählen zudem zu den häufigsten Auslösern schwerer Nussallergien, und frische grüne Schalen können bei empfindlicher Haut Kontaktdermatitis hervorrufen.
Äußerlicher Badeaufguss aus getrockneten Walnussblättern — Kommission-E-Monographie (positiv) für milde oberflächliche Hautentzündungen und übermäßige Schweißneigung. Hauptwirkstoffe: Ellagitannine und Gerbstoffe.
Anleitung & Dosierung
BADEZUSATZ (Kommission E positiv, äußerlich): 25–50 g getrocknete Walnussblätter (Folia Juglandis) mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und dem Vollbad (ca. 37–38 °C, 200–250 Liter Wasser) oder Teilbad zugeben. Einwirkzeit: 15–20 Minuten. Anwendungsgebiete laut Kommission E: Leichte, oberflächliche Hautentzündungen und übermäßige Schweißneigung (Hyperhidrose) der Hände und Füße. Täglich oder jeden zweiten Tag anwenden, nicht bei offenen Wunden, Entzündungen mit Infektionsverdacht oder ausgedehnten Hautläsionen ohne ärztliche Abklärung. Der hohe Gerbstoffgehalt (Ellagitannine, Gallotannine) wirkt adstringierend und antimikrobiell.
- Trockenmenge
- 25–50 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
Traditioneller Walnussblatt-Umschlag für milde Wundpflege, Insektenstiche und kleinflächige Ekzeme — adstringierende und mäßig antiseptische Gerbstoffwirkung.
Anleitung & Dosierung
UMSCHLAG/KOMPRESSE: 10–20 g getrocknete Walnussblätter mit 500 ml kochendem Wasser überbrühen, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und auf Körpertemperatur abkühlen lassen. Sterile Kompresse oder sauberes Leinentuch eintauchen, leicht ausdrücken, auf die betroffene Hautstelle legen. 10–15 Minuten einwirken lassen, 2-mal täglich wiederholen. Traditionelle Anwendung bei leichter Wundpflege (Schürfwunden, Insektenstichen), mild entzündeten Hautstellen und kleinflächigen Ekzemen. Nicht auf tiefe, eitrige oder infiziert erscheinende Wunden anwenden.
- Trockenmenge
- 10–20 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 3 Wochen
Traditioneller Aufguss aus getrockneten Walnussblättern bei leichten Verdauungsbeschwerden — nur kurzfristig, da Juglon-Gehalt bei Langzeitanwendung bedenklich.
Anleitung & Dosierung
INNERLICHER AUFGUSS (traditionell, kurzzeitig): 1,5–3 g getrocknete, zerkleinerte Walnussblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. Maximal 2 Tassen täglich, nicht länger als 3 Wochen ohne ärztliche Rücksprache. Traditionelle Anwendung bei leichten Verdauungsbeschwerden (Völlegefühl, milde Diarrhoe) und als unterstützende innerliche Behandlung bei Hautreinigung. WICHTIG: Juglon-Gehalt in frischen Blättern höher — nur getrocknete Droge (Folia Juglandis) verwenden. Innerliche Langzeitanwendung wegen Juglon vermeiden. Beim ersten Auftreten von Übelkeit oder Magenbeschwerden absetzen.
- Trockenmenge
- 1.5–3 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 3 Wochen
Volksheilkundliche Tinktur aus grünen Walnussschalen — äußerlich bei Hautpilz, Warzen und Schweißneigung; Juglon färbt Haut braun (temporär).
Anleitung & Dosierung
GRÜNE WALNUSSCHALEN-TINKTUR (volksheilkundlich, äußerlich): Unreife, grüne Walnussschalen (Pericarpium Juglandis viride, Juli–August geerntet) in 40–60 % Ethanol ansetzen (Droge-Auszug-Verhältnis 1:5), 4 Wochen dunkel ziehen lassen, filtrieren. Verdünnt (ca. 1:10 mit Wasser) auf betroffene Hautstellen auftragen, 2-mal täglich. Volksheilkundlich bei Pilzinfektionen der Haut (Ringelflechte, Fuß-Tinea), Warzen und übermäßiger Schweißbildung. Achtung: Juglon verfärbt die Haut dunkelbraun (vorübergehend) — Kontakt mit Kleidung und Fingernägeln vermeiden oder Handschuhe tragen. Nicht auf Schleimhäuten oder großflächig anwenden.
- Flüssigkeit
- 2–5 ml
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
Walnüsse als Lebensmittel — EFSA-anerkannte Wirkung auf Blutfettwerte (ALA/omega-3); klinische Evidenz für LDL-Senkung, Endothelfunktion und antioxidativen Status.
Anleitung & Dosierung
NUSS ALS LEBENSMITTEL (ernährungsmedizinisch belegt): 30–42 g (ca. eine Handvoll, etwa 7–10 Nusshälften) täglich in roher oder leicht gerösteter Form — ohne Salz oder Zucker. Bevorzugt morgens oder zwischen den Mahlzeiten. Die EFSA hat gesundheitsbezogene Angaben (Health Claims) für Walnüsse in Bezug auf den Gehalt an Alpha-Linolensäure (ALA, omega-3) und normale Blutfettwerte zugelassen (EU-Verordnung 432/2012). Klinische Studien zeigen Beitrag zur Aufrechterhaltung normaler Blutcholesterin-Spiegel (LDL-Senkung ~5–15 %), vaskuläre Endothelfunktion und antioxidativer Status. Enthält Melatonin (schlaffördernde Wirkung bei abendlichem Verzehr diskutiert). Gesamtfettgehalt sehr hoch (~65 g/100 g) — Kaloriendichte berücksichtigen.
- Trockenmenge
- 28–42 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
Volkstümlicher Bittertee aus Walnussblättern bei träger Verdauung und Gallebeschwerden — streng kurzfristig wegen Juglon-Gehalt.
Anleitung & Dosierung
VOLKSHEILKUNDLICHER BITTERTEE (kurzfristig): 1–2 TL getrocknete Walnussblätter mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 8 Minuten ziehen lassen, abseihen. 1 Tasse täglich (bevorzugt vor den Mahlzeiten). Volkstümliche Tradition bei träger Verdauung, Gallenbeschwerden und als 'Blutreinigungsmittel'. Bitter-adstringierende Wirkung durch Juglon, Gerbstoffe und Bitterstoffe. Anwendungsdauer streng begrenzen — maximal 2 Wochen; danach mindestens 4 Wochen Pause. Nicht innerlich bei Kindern unter 12 Jahren.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Walnüsse und kalt gepresstes Walnussöl als Lebensmittel — hoher ALA/Omega-3- und Vitamin-E-Gehalt; Nusslikör (Nocino) aus unreifen Nüssen als volkstümliche Spezialität.
Anleitung & Dosierung
KÜCHE UND WALNUSSÖL: Vollreife, getrocknete Walnüsse vielseitig einsetzbar — roh als Snack, zerkleinert in Brot, Salaten, Pesto, Müsli und Desserts. Kalt gepresstes Walnussöl (reich an ALA/Omega-3 und Vitamin E) als Salatöl oder zur Nachgeschmackgebung (nicht zum Hocherhitzen geeignet, Rauchpunkt ~160 °C). Walnussöl kühl und dunkel lagern — wegen hohem PUFA-Anteil sehr oxidationsempfindlich, innerhalb 2–3 Monate verbrauchen. Getrocknete Nüsse in verschlossenen Behältern kühl (< 15 °C) lagern; hält bis zu 1 Jahr bei optimalen Bedingungen. Grüne unreife Nüsse werden traditionell zu Nusslikör (Nocino/Walnussgeist) verarbeitet: in 40–50 % Alkohol mit Gewürzen 6–8 Wochen angesetzt.
WALNUSSBLÄTTER (Folia Juglandis): Äußerlich — laut Kommission E unbedenklich für kurzzeitige Anwendung. Innerlich — wegen Juglon-Gehalt (phenolisches Naphthochinon) auf Kurzzeitanwendung beschränken (max. 2–3 Wochen); Langzeitanwendung kann lebertoxisch wirken und Schleimhäute reizen. NUSSALLERGIE: Walnüsse gehören zu den häufigsten Auslösern schwerer IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien (EU-Kennzeichnungspflicht — 'Enthält Schalenfrüchte'). Bei bekannter Baumschalenfruchtallergie alle Präparate aus Walnüssen meiden. Grüne Walnussschalen und Blätter: Juglon ist phytotoxisch und kann Kontaktdermatitis auslösen — Hautkontakt bei empfindlichen Personen vermeiden; Einweghandschuhe tragen beim Sammeln. KERNÖL: Wegen hohem PUFA-Gehalt schnell ranzig — ranziges Öl enthält Lipidperoxide, die oxidativen Stress erhöhen können; nicht verwenden. Zur Gattung: Die ASPCA führt die Schwarznuss (Juglans nigra) als giftig für Hunde. Für die Walnuss liegt dort keine Einstufung vor. Tierärztlich gilt vor allem schimmeliges Fallobst als gefährlich — es kann Zittergifte enthalten.
Walnusskerne als Lebensmittel in üblichen Mengen gelten als unbedenklich. Walnussblätter-Zubereitungen (Tee, Tinktur) in therapeutischen Dosen wegen fehlender Sicherheitsdaten in der Schwangerschaft meiden — Juglon hat in Tierversuchen mutagene Eigenschaften gezeigt. Äußerliche Bäder mit Walnussblättern: keine gesicherten Daten, kurzzeitige Anwendung wahrscheinlich risikoarm, aber Vorsicht geboten.
Walnusskerne als Lebensmittel unbedenklich. Therapeutische Walnussblatt-Zubereitungen (innerlich) wegen Juglon in der Stillzeit meiden — mögliche Übertragung auf den Säugling. Äußerliche Anwendung (Bad, Kompresse) bei intakter Haut und lokaler Begrenzung wahrscheinlich unbedenklich.
Walnüsse als Lebensmittel: Ganzen Nüssen oder groben Stücken bei Kleinkindern unter 4 Jahren wegen Verschluckungsgefahr vermeiden; gemahlen oder als Mus ab Beikosteinführung grundsätzlich möglich (Allergie-Monitoring beachten). Therapeutische Walnussblatt-Zubereitungen (innerlich) für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen — keine Sicherheitsdaten, Juglon-Risiko. Äußerliche Anwendung (Bad) bei Kindern ab Schulalter mit Hautproblemen traditionell üblich; sorgfältig auf Verträglichkeit beobachten.
Wechselwirkungen
Antikoagulantien / Cumarine (Warfarin, Phenprocoumon)
Walnusskerne enthalten nennenswerte Mengen Vitamin K (ca. 2,7 µg/100 g) — in üblichen Nahrungsmengen nicht relevant. Sehr hoher regelmäßiger Walnusskonsum (> 100 g täglich) könnte bei Vitamin-K-sensitiven Patienten den INR beeinflussen. Außerdem hemmen Walnuss-Polyphenole (Ellagitannine) CYP2C9 in vitro — theoretische Hemmung des Warfarin-Abbaus. INR-Monitoring empfohlen bei starkem und plötzlichem Änderung des Walnusskonsums.
Schilddrüsenmedikamente (Levothyroxin, Thyroxin)
Walnüsse enthalten Tannine und Ballaststoffe, die die Resorption von Levothyroxin im Dünndarm reduzieren können. Walnüsse nicht gleichzeitig mit Schilddrüsenhormonen einnehmen — mindestens 4 Stunden Abstand einhalten.
Eisenpräparate und andere Mineralstoff-Supplemente
Gerbstoffe (Ellagitannine, Gallotannine) in Walnussblättern und -kernen können die Absorption von Eisen, Zink und anderen zweiwertigen Kationen durch Komplexbildung reduzieren. Eisenpräparate und Walnussblatt-Tee nicht gleichzeitig einnehmen — 2 Stunden Abstand.
Kontraindikationen
- Bekannte Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Walnüsse oder andere Baumschalenfrüchte (Schalenfruchtallergie — IgE-vermittelt, anaphylaxierisiko).
- Innerliche Anwendung von Walnussblätter-Zubereitungen bei bekannter Lebererkrankung (Juglon-Hepatotoxizität).
- Innerliche Anwendung von Walnussblätter-Präparaten über mehr als 3 Wochen ohne ärztliche Überwachung.
- Schwangerschaft und Stillzeit (therapeutische Walnussblatt-Dosen innerlich — mangels Daten und wegen Juglon meiden).
Erntet wird: Blätter (Sommer), reife Nüsse (Herbst)
- Tageszeit:
- Trockener, sonniger Vormittag (9–12 Uhr), nachdem der Morgentau vollständig abgetrocknet ist. Juglon-Gehalt ist im frischen Blatt am höchsten — Einmalhandschuhe oder Stoff-Schutzhandschuhe tragen, da Juglon Hände dauerhaft braun färbt.
- Trocknung:
- Junge, vollständig entfaltete Blätter aus dem mittleren Kronendrittel ernten — keine kranken, beschädigten oder von Gallen befallenen Blätter. Blätter einzeln (nicht übereinander häufen) auf Sieben oder Papier ausbreiten und im Schatten bei Raumtemperatur (max. 40 °C) trocknen — Hitze oder direkte Sonne zerstört Gerbstoffe und erhöht Juglon-Zersetzung. Trocknungszeit: 5–10 Tage je nach Luftfeuchtigkeit, bis die Blätter knistern. Getrocknete Droge (Folia Juglandis) in Papiertüten oder Leinensäcken, luftig und dunkel, maximal 1 Jahr lagern. Vor Kontakt mit feuchter Luft schützen — Gerbstoffe hydrolysieren und Wirkstoffgehalt nimmt ab.
- Lagerung:
- 12 Monate — In Papiertüten oder Leinensäcken, luftig, dunkel und trocken (< 12 % Restfeuchte). Nicht in Plastikbeutel — Kondenswasser fördert Schimmel und Gerbstoff-Hydrolyse. Innerhalb 1 Jahr verbrauchen.
- Tageszeit:
- Trockenem Herbsttag (September–Oktober) nach natürlichem Herunterfallen oder leichtem Schütteln des Baums. Nüsse mit grüner Außenschale (für Nussgeist/Nocino: Juli, unreif) oder vollreif mit sich spaltender brauner Schale ernten. Grüne Schalen nur mit Einmalhandschuhen verarbeiten — Juglon-Verfärbung dauerhaft.
- Trocknung:
- Reife Nüsse: Grüne Außenschale entfernen (Handschuhe!), Nüsse waschen und in dünner Schicht 2–4 Wochen an luftigem, kühlem Ort (Scheune, überdachter Außenbereich, kein direkter Frost) nachtrocknen lassen, bis die Schale vollständig trocken klingt (Schütteln: kein Klappern = noch zu feucht). Danach in Netzen oder Holzkisten kühl und trocken lagern. Unreife Nüsse (Juli): sofort zu Tinktur oder Nussgeist verarbeiten — nicht trocknen.
- Lagerung:
- 12 Monate — In Schale: kühl (< 15 °C), luftig, dunkel — bis 12 Monate. Geknackt, ungekühlt: schnell ranzig (max. 4 Wochen bei Raumtemperatur). Geknackt, im Kühlschrank: 3–6 Monate. Eingefroren: bis 12 Monate (Qualitätsverlust minimal). Walnussöl: dunkel, kühl, dicht verschlossen — 2–3 Monate nach Öffnung.
- Juglon (5-Hydroxy-1,4-naphthochinon)SonstigeAnteil: 0.1-1 %Blatt
Kennzeichnende Leitsubstanz der Gattung Juglans. Phenolisches Naphthochinon mit antibakterieller, antifungaler und antiparasitärer Wirkung — trägt zur volksmedizinisch belegten Wirkung gegen Hautpilze bei. In hohen Dosen zytotoxisch und hepatotoxisch; phytotoxisch gegenüber vielen Pflanzenarten (Allelopathie). In frischen Blättern und grünen Schalen höher konzentriert als in getrockneter Droge. Verantwortlich für die braune Hautverfärbung bei Kontakt.
- Ellagitannine (Tellimagrandin I und II, Juglanin, Casuarinin)GerbstoffAnteil: 2-4 %Blatt
Hydrolysierbare Gerbstoffe als mengenmäßig dominierende Inhaltstoffe der Blätter. Stark adstringierend, antimikrobiell und entzündungshemmend — Hauptwirkstoffe der Kommission-E-anerkannten äußerlichen Anwendung bei Hautentzündungen und Hyperhidrose. Hydrolysierbar im Darm zu Ellagsäure und Gallussäure.
- Alpha-Linolensäure (ALA, C18:3 omega-3)SonstigeAnteil: 8-14 % (im Kernöl: ca. 13 % der Fettsäuren)Samen
Pflanzliche Omega-3-Fettsäure — Walnüsse sind eine der reichsten pflanzlichen ALA-Quellen. EFSA-Health-Claim anerkannt: 'ALA trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutcholesterinspiegels bei' (bei täglicher Aufnahme von 2 g ALA, entspricht ca. 7–10 Walnusshälften). Präkursor für langkettige Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA (Konversionsrate beim Menschen begrenzt: ca. 5–15 % zu EPA, < 1 % zu DHA).
- Linolsäure (LA, C18:2 omega-6)SonstigeAnteil: 38-48 % (Hauptfettsäure im Kernöl)Samen
Essentielle Omega-6-Fettsäure als Hauptfettsäure des Walnussöls. In Kombination mit ALA ergibt sich ein günstiges omega-6:omega-3-Verhältnis (~4:1) — günstiger als bei den meisten anderen Pflanzenölen. Beiträgt zu normalen Blutfettwerten und Zellmembranintegrität.
- Flavonoide (Quercetin, Kämpferol, Myricetin, Naringenin)FlavonoidAnteil: 0.1-0.5 %Blatt
Flavonole und Flavanone in den Blättern; Quercetin und Kämpferol als Hauptvertreter. Antioxidativ, entzündungshemmend; ergänzen die adstringierende Gerbstoffwirkung. In den Kernen hauptsächlich als Peduncagin und Glansrin (Ellagitannin-Derivate).
- Vitamin E (alpha-Tocopherol)VitaminAnteil: 0.7-2 mg/100 g Frischgewicht KernSamen
Fettlösliches Antioxidans — schützt die mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Walnussöl vor Oxidation. Tägl. Verzehr von 30 g Walnüssen deckt ca. 5–10 % des Tagesbedarfs. Im kalt gepressten Walnussöl höher konzentriert (ca. 20 mg/100 ml).
- MelatoninSonstigeAnteil: 3.5-4.5 ng/g Frischgewicht KernSamen
Neurohormone auch in pflanzlichen Geweben nachgewiesen. Walnüsse gehören zu den melatoninreichsten Nahrungsmitteln; in Humanstudien wurde gezeigt, dass Walnussverzehr die ORAC-Kapazität des Blutes und Melatonin-Serumwerte erhöht. Mögliche Beeinflussung des circadianen Rhythmus bei abendlichem Verzehr — klinische Bedeutung noch nicht abschließend belegt.
- Phenolcarbonsäuren (Ellagsäure, Gallussäure, Chlorogensäure)PhenolsäureAnteil: 0.2-0.8 %Blatt
Hydrolyseprodukte der Ellagitannine sowie freie phenolische Säuren. Ellagsäure wird nach Aufnahme von Ellagitanninen im Darm freigesetzt und weiter zu Urolithinen (durch Darmbakterien) metabolisiert — Urolithin A zeigt in Studien antioxidative und mäßig entzündungshemmende Eigenschaften. Gallussäure antimikrobiell und antioxidativ.
- [1]MonographieKommission E — Juglandis folium (Walnussblätter), Monographie (positiv), BAnz Nr. 43, 02.03.1989(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]MonographieEMA/HMPC — Community herbal monograph on Juglans regia L., folium (EMA/HMPC/289430/2009, Final 2010)(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]MonographieESCOP Monographs — Juglandis Folium (Walnut Leaf), 2nd edition supplement(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Juglans regia database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [7]MonographieEFSA Panel on Dietetic Products — Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to walnuts and maintenance of normal blood LDL-cholesterol concentrations (ID 1156, 1158) pursuant to Article 13(1) of Regulation (EC) No 1924/2006. EFSA Journal 2011;9(4):2074.(abgerufen: 2026-05-21)
- [8]MonographieRos, Emilio — Health Benefits of Nut Consumption. Nutrients 2010, 2(7), 652–682. (WHO-listed evidence review)(abgerufen: 2026-05-21)
- [11]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Juglans regia L.: schwach giftig (+) (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [4]BuchWichtl, Max (Hrsg.) — Teedrogen und Phytopharmaka, 5. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2009. Artikel: Juglandis folium.(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]BuchMadaus, Gerhard — Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band II: Juglans regia (Walnuss), 1938 (Public Domain)(abgerufen: 2026-05-21)
- [9]WikipediaEchte Walnuss (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)
- [10]WikipediaJuglans regia (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)