Donum ∞ Dei
Foto von Echte Nelkenwurz

© Didier Descouens · CC BY-SA 4.0 · Commons

Echte Nelkenwurz

Geum urbanum · (Geum urbanum)

Rosengewächse (Rosaceae)

Beschreibung

Reibt man an der frisch ausgegrabenen Wurzel der Echten Nelkenwurz, entfaltet sich ein Duft nach Gewürznelken, der auf den enthaltenen Aromastoff Eugenol zurückgeht und der Pflanze ihren Namen eingebracht hat. Geerntet wird die Wurzel im Herbst; sie enthält neben Eugenol reichlich Gallotannine sowie Kaffee- und Chlorogensäure. Traditionell wird ein Sud der Wurzel bei Verdauungsbeschwerden getrunken und äußerlich zum Gurgeln bei Halsschmerzen eingesetzt; volksheilkundlich fanden Auflagen auch bei kleinen Wunden Verwendung. Bei üblicher Anwendung sind keine Nebenwirkungen bekannt. Da sich das nelkenartige Aroma beim Lagern der getrockneten Droge zunehmend verflüchtigt, sollte die Wurzel idealerweise erst kurz vor Gebrauch gemahlen werden, um die volle Wirkstoffdichte zu erhalten.

  • TeeWurzelInnerlichTraditionell

    Wurzelaufguss oder -abkochung aus getrockneten Nelkenwurz-Rhizomen bei Durchfall, Magenkrämpfen und Verdauungsstörungen. Klassische volksheilkundliche Indikation; Gerbstoffe (ca. 9 % Tannine nach PFAF) wirken adstringierend im Darm.

    Anleitung & Dosierung

    2–4 g getrocknete, zerkleinerte Wurzel mit 250 ml kaltem Wasser ansetzen, kurz aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen; abseihen. Bis zu 3 Tassen täglich, frisch zubereitet (flüchtiges Eugenol geht beim längeren Lagern verloren).

    Trockenmenge
    24 g
    Anwendungen/Tag
    3×

    Quellen: [1] [2] [3]

  • GurgelnWurzelÄußerlichTraditionell

    Abgekühlter Wurzelabsud als Mundspülung und Gurgelwasser bei Zahn- und Zahnfleischproblemen, Aphten, Rachenreizungen und Halitosis. Die Kombination aus Gerbstoffen und Eugenol wirkt antiseptisch und adstringierend.

    Anleitung & Dosierung

    Abkochung bereiten wie für Tee; auf Körpertemperatur abkühlen und mehrmals täglich spülen oder gurgeln.

    Trockenmenge
    35 g

    Quellen: [1] [3]

  • UmschlagWurzelÄußerlichVolksmedizin

    Auflagen getränkt mit Wurzelabsud bei Hämorrhoiden, Ekzemen und schlecht heilenden Wunden. Adstringierende Gallotannine und Ellagitannine ziehen das Gewebe zusammen und hemmen Mikroorganismen.

    Quellen: [1] [2]

  • GewürzWurzelInnerlichVolksmedizin

    Frische Wurzel als Gewürz – der gewürznelkenartige Eugenolduft war historisch als Biergewürz beliebt (z. B. Augsburger Bier). Auch als Suppen- und Brühgewürz überliefert.

    Quellen: [2] [3]

  • TeeWurzelInnerlichVolksmedizin

    Wurzelaufguss in der Volksmedizin als fiebersenkendes und schweißtreibendes Mittel bei Infektionskrankheiten. PFAF dokumentiert antipyretische und diaphoretische Eigenschaften der Droge.

    Quellen: [1]

  • BadWurzelÄußerlichVolksmedizin

    Fußbäder mit starkem Wurzelabsud volksheilkundlich bei Erfrierungen und Frostbeulen überliefert. PFAF nennt diese Anwendung explizit.

    Quellen: [1]

Verbreitung in Europa

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