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Purpur-Sonnenhut
VorsichtEchinacea purpurea · (Echinacea purpurea)
Korbblütler (Asteraceae)
Beschreibung
Die kegelförmig aufragende, orangebraune Blütenmitte, umgeben von leuchtend purpurnen, leicht herabhängenden Zungenblüten, macht den Purpur-Sonnenhut auf Wiesen und in Gärten unverkennbar. Zur Blütezeit von Juli bis September wird das oberirdische Kraut geerntet, das reich an Alkylamiden, Kaffeesäurederivaten wie Cichoriensäure sowie an Polysacchariden und Inulin ist. Presssäfte und Tinkturen aus dem Kraut gelten laut EMA-Monographie als gut untersucht zur Unterstützung der körpereigenen Abwehr bei beginnenden Erkältungssymptomen der Atemwege; die Kommission E beschreibt eine ähnliche Anwendung. Traditionell wird auch die Wurzel genutzt, äußerlich kommen Zubereitungen bei kleinen Hautproblemen zum Einsatz. Wichtig: Bei Autoimmunerkrankungen, Immundefiziten oder unter immunsuppressiver Therapie ist Echinacea kontraindiziert, und wegen möglicher Kreuzreaktionen sollten Allergiker gegen Korbblütler vorsichtig sein.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Laut EMA für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen — unzureichende Sicherheitsdaten. Zudem erhöhtes allergisches Reaktionsrisiko bei Kindern mit atopischen Erkrankungen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren mit Infektanzeichen immer ärztliche Abklärung; keine Selbstmedikation mit Echinacea.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Immunsuppressiva (Ciclosporin, Tacrolimus, Azathioprin, Methotrexat, Mycophenolat, Kortikosteroide in immunsuppressiver Dosis)
Presssaft aus frischem blühenden Kraut (EMA well-established use) zur kurzfristigen Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten der oberen Atemwege.
Anleitung & Dosierung
PRESSSAFT (EMA well-established use): Presssaft aus frischem blühenden Kraut (Echinaceae purpureae herba recens), Droge-Extrakt-Verhältnis 1,5–2,5:1, kein Lösungsmittel. Einzeldosis 1,5–4,5 ml, Tagesdosis 6–9 ml, oral. Gegebenenfalls mit etwas Wasser verdünnen. Anwendungsbeginn bei den ersten Anzeichen einer Erkältung (Halskratzen, leichtes Frösteln). Nicht länger als 10 Tage (≈1,5 Wochen) anwenden. Bei Symptomen länger als 10 Tage oder bei Fieber über 39 °C: ärztliche Abklärung. Nicht gleichzeitig mit Immunsuppressiva anwenden. Nicht auf atopischem Ekzem, Wunden oder entzündeter Schleimhaut auftragen.
- Flüssigkeit
- 1.5–4.5 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 1.5 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Laut EMA nur für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren — für Kinder unter 12 Jahren unzureichende Daten.
Wurzeltinktur oder -trockenextrakt zur traditionellen Behandlung von Erkältungen der oberen Atemwege — EMA traditional use.
Anleitung & Dosierung
WURZEL-TINKTUR / TROCKENEXTRAKT (EMA traditional use): Tinktur aus Wurzel (DER 1:5 in Ethanol 55 % V/V): 1–2 ml 3× täglich. Alternativ Trockenextrakt (DER 5,5–7,5:1, Ethanol 45 % V/V): 40 mg alle 2 Stunden, Tagesdosis 360 mg. Zur unterstützenden Behandlung bei Erkältungen und Erkrankungen der oberen Atemwege. Nicht länger als 10 Tage. Bei Verschlechterung oder Fieber über 39 °C ärztliche Abklärung. Nicht bei Autoimmunerkrankungen, Immunsuppression oder fortschreitenden Systemerkrankungen.
- Flüssigkeit
- 1–2 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 1.5 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Nur für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren — für Kinder unter 12 Jahren keine ausreichenden Daten.
Aufguss aus getrocknetem Kraut zur traditionellen Unterstützung bei Erkältungen und leichten Infekten der oberen Atemwege.
Anleitung & Dosierung
AUFGUSS (traditional use): 1–2 g getrocknetes Echinacea-Kraut (oder Mischung Kraut/Wurzel) mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. 3× täglich frisch zubereitet. Tagesdosis ~3–6 g Droge. Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung beginnen. Nicht länger als 10 Tage. Tee ist weniger konzentriert als Presssaft oder Extrakt — als ergänzende Maßnahme oder bei milder Symptomatik geeignet. Bei Allergie gegen Korbblütler nicht anwenden.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 1.5 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen — unzureichende Daten.
Presssaft zur prophylaktischen Immunstärkung in der Erkältungssaison — Kommission E positiv, max. 8 Wochen Dauertherapie.
Anleitung & Dosierung
ECHINACEA-PRESSSAFT ZUR IMMUNPROPHYLAXE (Kommission E): Tagesdosis 6–9 ml Presssaft aus frischem blühenden Kraut, oral. Prophylaktische Anwendung zur Stärkung der körpereigenen Abwehr; z. B. während der Erkältungssaison oder bei erhöhter Infektanfälligkeit. Nicht länger als 8 Wochen am Stück anwenden — danach mindestens 2–4 Wochen Pause. Langzeitanwendung ohne Pause wird wegen möglicher Abschwächung der Wirkung (Toleranz) und unzureichender Langzeitsicherheitsdaten nicht empfohlen. Nicht bei Autoimmunerkrankungen, MS, Tuberkulose, Leukosen oder HIV/AIDS.
- Flüssigkeit
- 6–9 ml
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 8 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Kinder unter 12 Jahren: nicht empfohlen.
Äußerliche Salbe oder Creme mit Presssaft bei oberflächlichen Wunden, Schürfwunden und leichten Hautentzündungen — EMA traditional use.
Anleitung & Dosierung
SALBE / CREME (external, traditional use): Zubereitungen mit 10–20 g Presssaft / 100 g Salbengrundlage oder halbfeste Zubereitungen entsprechend. 2–3× täglich dünn auf die betroffene Stelle auftragen. Indikationen: kleinflächige, oberflächliche Schürfwunden, Druckstellen, erste Anzeichen von Insektenstichen (entzündungslindernd). Nicht auf tiefe, große, oder infizierte Wunden auftragen. Nicht auf die Brust stillender Frauen auftragen. Nicht länger als 7 Tage ohne Rücksprache mit dem Arzt. Bei Zeichen einer Infektion (Rötung, Wärme, Eiterung, Ausdehnung) sofort ärztliche Behandlung.
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
Wurzeltrockenextrakt adjuvant bei leichter Akne — traditionelle Anwendung nach EMA.
Anleitung & Dosierung
WURZEL-TROCKENEXTRAKT BEI LEICHTER AKNE (EMA traditional use): Trockenextrakt aus Wurzel (DER 4:1, Wasser als Auszugsmittel): 50–100 mg Einzeldosis, 150–300 mg Tagesdosis. Oral, zu den Mahlzeiten eingenommen. Adjuvant bei leichten Aknebeschwerden (Pickel, Mitesser, milde Entzündungsherde). Nicht als Ersatz für dermatologische Therapie bei mittelschwerer bis schwerer Akne. Bei Symptomen länger als 2 Wochen oder Verschlechterung: ärztliche Abklärung.
- Trockenmenge
- 0.05–0.1 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Nicht für Kinder unter 12 Jahren.
Volksheilkundlicher Wurzelabsud bei Fieber und Infekten — historische Verwendung durch nordamerikanische Ureinwohner, später durch Eklektiker und europäische Volksmedizin übernommen.
Anleitung & Dosierung
WURZEL-DEKOKT (folkloristisch): 1–2 g getrocknete, grob zerkleinerte Echinacea-Wurzel in 250 ml kaltem Wasser ansetzen, aufkochen, 10–15 Minuten köcheln lassen (Abkochung), abseihen und abkühlen lassen. 3× täglich bei Fieber, grippalen Infekten und als traditionelles Blutreinigungsmittel der Indianervölker (Lakota, Cheyenne). Historischer Hintergrund: Echinacea war eines der meistgenutzten Heilmittel der Plainsindianer — Bisswunden, Schlangenbisse, Halsweh, Zahnschmerz. In Europa volksmedizinisch zur Stärkung der Abwehrkräfte verbreitet. Bei hohem Fieber (über 39,5 °C) oder länger als 3 Tage anhaltendem Fieber: ärztliche Abklärung.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
WICHTIG — KONTRAINDIKATIONEN BEACHTEN: Echinacea stimuliert das Immunsystem und ist bei Autoimmunerkrankungen (Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose), Immundefizienzen (HIV/AIDS), fortschreitenden Systemerkrankungen (Tuberkulose, Leukosen, Kollagenosen), und unter immunsuppressiver Therapie (nach Organtransplantation, Zytostatika, Kortikosteroide in hoher Dosis) KONTRAINDIZIERT. Anwendungsdauer: nicht länger als 10 Tage bei akuten Infekten; bei prophylaktischer Anwendung nicht länger als 8 Wochen am Stück ohne mindestens 2-wöchige Pause. Allergiepotenzial: Kreuzreaktionen mit anderen Korbblütlern (Ambrosia, Kamille, Ringelblume) möglich — bei Korbblütler-Allergie Echinacea NICHT anwenden. Atopiker (Asthma, Heuschnupfen, Neurodermitis) haben erhöhtes Allergierisiko; Erstanwendung vorsichtig. Bei Verschlimmerung der Erkrankung oder Auftreten von allergischen Reaktionen (Ausschlag, Atemnot, Schluckbeschwerden) sofort absetzen und ärztliche Hilfe aufsuchen. KEIN Ersatz für Impfungen.
⏱ Max. Daueranwendung: 1.5 Wochen
Laut EMA mangels ausreichender Daten in Schwangerschaft nicht empfohlen. Zwei prospektive Beobachtungsstudien zeigten kein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko bei kurzfristiger Anwendung im 1. Trimester, dennoch ist die Datenlage unzureichend für eine positive Empfehlung. Therapeutische Anwendung meiden — küchenmäßige Verwendung (z. B. gelegentlicher Kräutertee in haushaltsüblicher Menge) gilt als kein relevantes Risiko.
Laut EMA mangels Daten in der Stillzeit nicht empfohlen. Übergang in die Muttermilch nicht untersucht. Äußerliche Anwendung auf der Brust bei stillenden Frauen nicht empfohlen (Säugling könnte Rückstände aufnehmen).
Laut EMA für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen — unzureichende Sicherheitsdaten. Zudem erhöhtes allergisches Reaktionsrisiko bei Kindern mit atopischen Erkrankungen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren mit Infektanzeichen immer ärztliche Abklärung; keine Selbstmedikation mit Echinacea.
Wechselwirkungen
Immunsuppressiva (Ciclosporin, Tacrolimus, Azathioprin, Methotrexat, Mycophenolat, Kortikosteroide in immunsuppressiver Dosis)
Echinacea stimuliert unspezifisch zelluläre und humorale Immunantworten (Makrophagenaktivierung, NK-Zell-Stimulation, Zytokinausschüttung IL-1, IL-6, TNF-α). Dadurch theoretische antagonistische Wirkung auf Immunsuppressiva — Risiko der Abschwächung der immunsuppressiven Therapie, z. B. nach Organtransplantation. Kombination kontraindiziert.
CYP3A4-Substrate (z. B. Midazolam, Ciclosporin, Saquinavir, Alprazolam, Statine)
In vitro- und klinische Studien (z. B. Gorski et al. 2004) zeigen, dass Echinacea-Extrakte CYP3A4 sowohl hemmen als auch induzieren können, je nach Applikationsart und Zubereitungsform. Klinische Relevanz bei kurzfristiger Einnahme und normalen Dosierungen wahrscheinlich gering, aber bei Langzeitanwendung mit engen therapeutischen Fenster (Ciclosporin, Saquinavir) Vorsicht.
Hepatotoxische Arzneimittel (Amiodaron, Methotrexat, Ketoconazol, Anabolika)
Laut EMA sollen Echinacea-Wurzelzubereitungen (Radix) wegen potenzieller Hepatotoxizität (Pyrrolizidinalkaloid-Spuren aus Verunreinigungen historisch; bei artreinen Präparaten vernachlässigbar) nicht gleichzeitig mit bekannt hepatotoxischen Substanzen eingesetzt werden. Relevanz für Herba-Präparate deutlich geringer.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Echinacea-Arten oder andere Korbblütler (Asteraceae/Compositae) — einschließlich Ambrosia, Chrysantheme, Ringelblume, Schafgarbe, Kamille.
- Autoimmunerkrankungen: systemischer Lupus erythematodes (SLE), rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose und andere demyelinisierende Erkrankungen.
- Immundefizienz: HIV-Infektion/AIDS sowie primäre und sekundäre Immundefekte.
- Fortschreitende Systemerkrankungen: Tuberkulose, Leukosen (Leukämien, Lymphome), Kollagenosen.
- Immunsuppressive Therapie: nach Organtransplantation oder bei zytostatischer und hochdosierter Kortikosteroid-Behandlung.
- Kinder unter 12 Jahren — keine ausreichenden Sicherheitsdaten.
- Schwangerschaft und Stillzeit (therapeutische Dosen) — mangels Daten nicht empfohlen.
Erntet wird: blühendes Kraut
- Tageszeit:
- An trockenem, sonnigem Vormittag (9–12 Uhr), nachdem der Tau abgetrocknet ist. Blühende Stängel mit mindestens einer geöffneten Zungenblüte ernten — der Wirkstoffgehalt (Alkylamide, Cichoriensäure, Polysaccharide) ist in der vollen Blüte am höchsten. Noch nicht aufgeblühte oder bereits verblühte Stängel meiden.
- Trocknung:
- Stängel ca. 30–40 cm lang abschneiden (ca. 1/3 der Pflanze lassen — sie ist mehrjährig, nicht übernten!). Blätter und Stängel grob zerkleinern oder in Büscheln bündeln. Auf Trockengittern oder -gestellen aufgehängt, einlagig ausgelegt, bei 35–40 °C maximal im Schatten mit guter Luftzirkulation trocknen. Presssaft sofort aus frischem Material pressen und verarbeiten oder einfrieren — die polysaccharidreiche Fraktion ist nur im Frischkraut vollständig vorhanden. Bei Schimmelflecken oder muffigem Geruch Material verwerfen. Getrocknetes Kraut luftdicht und lichtgeschützt lagern, innerhalb 1 Jahr verbrauchen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Luftdicht in dunklen Gläsern oder Blechdosen, trocken und kühl (unter 25 °C). Innerhalb 1 Jahr aufbrauchen — danach rascher Wirkstoffverlust (insbesondere Cichoriensäure und Alkylamide oxidieren). Bei bräunlicher Verfärbung oder nachlassendem typischem Duft: verwerfen.
- Tageszeit:
- Trocken-kühle Tage im späten Herbst (Oktober–November), nachdem die oberirdischen Pflanzenteile eingezogen sind oder abgesterben sind. Wurzeln aus mindestens 3–4 Jahre alten Pflanzen ernten — jüngere Wurzeln enthalten weniger Wirkstoffe. Nicht im Frühjahr ernten (Pflanzen benötigen die Reservestoffe für den Neuaustrieb).
- Trocknung:
- Wurzeln vorsichtig ausgraben (Grabegabel, nicht Spaten — Verletzungen fördern Fäulnis). Erde abschütteln und mit Bürste säubern, kurz abspülen, gut abtropfen lassen. Längs halbieren oder in 3–5 mm dicke Scheiben schneiden. Bei 40–50 °C im Dörrgerät oder Backofen mit leicht geöffneter Tür 12–20 Stunden trocknen, bis die Scheiben brüchig-hart sind. Auf Gitterrost lagern — keine direkten Auflageflächen, da Schimmelgefahr. Fertig getrocknete Wurzel bricht sauber durch und hat einen typisch leicht stechend-aromatischen Geruch. Bei weichen Stellen: Trocknungsprozess wiederholen.
- Lagerung:
- 24 Monate — Luftdicht in dunklen Gläsern oder Papiertüten (nicht Plastik — Kondensat), kühl und trocken. Wurzeldroge hält trocken und kühl bis zu 2 Jahre. Auf Schimmel und Ungeziefer kontrollieren. Gemahlene Wurzel rasch verbrauchen (innerhalb 6 Monate) — Kontaktfläche fördert Oxidation.
- Alkylamide (Isobutylamide der Polyenfettsäuren, v. a. Dodeca-2E,4E,8Z,10E/Z-tetraensäure-isobutylamid)SonstigeAnteil: 0.01-0.15 %Krautige Teile
Leitsubstanzen der Kraut- und Wurzel-Fraktion; für das charakteristische Kribbeln auf der Zunge beim Kauen frischer Pflanze verantwortlich. Wirken immunmodulierend über CB2-Cannabinoid-Rezeptoren und Hemmung von 5-Lipoxygenase und Cyclooxygenase (COX-2); antiinflammatorische und antifungale Eigenschaften in vitro. Hauptsächlich in Kraut und Wurzel; kaum in Samen. Fettlöslich — im Presssaft weniger als in ethanolischen Extrakten.
- Kaffeesäurederivate: Cichoriensäure (Dicaffeoyltartrat) und EchinacosidePhenolsäureAnteil: 0.6-2.1 %Krautige Teile
Cichoriensäure ist die mengenmäßig dominierende phenolische Säure im Kraut (0,6–2,1 % Trockenmasse) und mit antioxidativen, antiviralen (Hemmung Hyaluronidase) und immunmodulierenden Wirkungen in vitro assoziiert. Echinacoside (Phenylpropanoid-Glykosid) ist dagegen in E. pallida/E. angustifolia höher konzentriert und dient zur Differenzierung der Echinaceaarten; in E. purpurea nur in Spuren. Beide sind im Presssaft und wässrig-ethanolischen Extrakten nachweisbar.
- Polysaccharide (Arabinogalaktan, Heteroglukan, Fucogalakturonan)PolysaccharidAnteil: 3-6 %Krautige Teile
Hochmolekulare Polysaccharide aus dem wässrigen Anteil des Presssafts; aktivieren Makrophagen und dendritische Zellen, stimulieren Produktion von IL-1, TNF-α und Interferon. Hauptverantwortliche für immunstimulierende Wirkung des Presssafts in vitro und tierexperimentell. Wegen hohem Molekulargewicht im Magen-Darm-Trakt schlecht resorbiert — Relevanz nach oraler Einnahme unklar. In Tinkturen wegen Ethanolpräzipitation kaum vorhanden.
- Flavonoide (Rutin, Quercetin-3-O-glucosid, Kaempferol-Derivate, Luteolin-7-O-glucosid)FlavonoidAnteil: 0.3-0.8 %Blüte
Flavonoide in den Blüten und Blättern; antioxidativ, antiinflammatorisch und kapillarstabilisierend. Quantitativ weniger bedeutsam als in anderen Arzneipflanzen (z. B. Weißdorn, Holunder); tragen aber zur Gesamtaktivität des Extrakts bei. Rutin und Luteolin-Derivate hemmen in vitro 5-Lipoxygenase und Histaminfreisetzung.
- Glykoproteine und Arabinogalaktan-Proteine (AGP)SonstigeAnteil: 0.1-0.3 %Krautige Teile
Wasserlösliche Glykoproteine und Arabinogalaktan-Proteine (AGP) aktivieren in vitro Makrophagen und T-Lymphozyten. Zusammen mit den Polysacchariden als Träger der unspezifischen Immunstimulation diskutiert. Thermolabil — durch Kochen (Tee-Zubereitung) teilweise denaturiert. In standardisierten Presssäften und Flüssigextrakten enthalten.
- Ätherisches Öl (Borneol, Bornylacetat, Germacren D, Caryophyllen)Ätherisches ÖlAnteil: 0.1-0.35 %Krautige Teile
Ätherisches Öl in Kraut und Blüten mit Sesquiterpen-Hauptkomponenten (Germacren D, β-Caryophyllen). Antimikrobiell und antiinflammatorisch in vitro; pharmakologisch bei inhalativer oder topischer Anwendung relevant, bei oraler Einnahme in therapeutischen Mengen vernachlässigbar. Anteil im Presssaft gering wegen der Wasserlöslichkeit des Trägermediums.
- Inulin und FructooligosaccharidePolysaccharidAnteil: 5.9-6.5 %Wurzel
Inulin als Hauptspeicherkohlenhydrat der Wurzel (bis ~6,5 % im Herbst, wenn Reservestoffe eingelagert werden). Präbiotische Wirkung im Darm; trägt zu milder immunmodulatorischer Aktivität im Darm-assoziierten lymphatischen Gewebe (GALT) bei. Erklärt teilweise die unterschiedlichen Wirkprofile von Wurzel- versus Krautzubereitungen.
- Pyrrolizidinalkaloid-Spuren (Tussilagin, Isotussilagin — unter Grenzwert)AlkaloidAnteil: < 0.001 %Krautige Teile
Spuren der PA-Amidin-Typs (Tussilagin, Isotussilagin) in manchen Echinacea-Arten und -Chargen; nicht-hepatotoxisch im Gegensatz zu klassischen 1,2-ungesättigten PAs (Senecio, Symphytum). Gut hergestellte, qualitätskontrollierte Präparate liegen weit unter dem Grenzwert von 1 µg/Tag (EMA-Empfehlung für 1,2-ungesättigte PAs). Relevanz nur bei Präparaten schlechter Qualität oder Verwechslung mit anderen Echinaceaarten.
- [1]MonographieEMA/HMPC/48704/2014 Corr. — European Union herbal monograph on Echinacea purpurea (L.) Moench., herba recens (Final, 24 November 2015)(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]MonographieEMA/HMPC/424583/2016 — European Union herbal monograph on Echinacea purpurea (L.) Moench., radix (Final, 30 May 2017)(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]MonographieKommission E — Echinaceae purpureae herba (Purpursonnenhutkraut), positive Monographie, BAnz Nr. 43 vom 2. März 1989(abgerufen: 2026-05-21)
- [4]MonographieESCOP Monographs — Echinaceae purpureae herba (Purple Coneflower Herb), 2nd edition with supplement(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]MonographieWHO Monographs on Selected Medicinal Plants — Volume 1: Herba Echinaceae Purpureae(abgerufen: 2026-05-21)
- [8]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Echinacea purpurea database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]BuchWichtl, M. (Hrsg.) — Teedrogen und Phytopharmaka, 5. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2009: Echinaceae purpureae herba, S. 194–199(abgerufen: 2026-05-21)
- [7]BuchMadaus, Gerhard — Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band I: Echinacea, 1938 (Public Domain)(abgerufen: 2026-05-21)