© Brandt, Wilhelm; Gürke, M.; Köhler, F. E.; Pabst, G.; Schellenberg, G.; Vogtherr, Max. · Public domain · Commons
Echter Lorbeer
Vorsicht🐾Laurus nobilis · (Laurus nobilis)
Lorbeergewächse (Lauraceae)
Beschreibung
Kein Bouquet garni der mediterranen Küche kommt ohne sie aus: Die getrockneten, ledrigen Blätter des Echten Lorbeers würzen Suppen, Eintöpfe und Schmorgerichte und werden vor dem Servieren wieder entfernt. Ihr ätherisches Öl, reich an 1,8-Cineol, regt zugleich die Magendrüsen an und macht Lorbeer traditionell zum Verdauungshelfer, etwa als Aufguss bei Blähungen und Völlegefühl. Aus Früchten und Blättern gewonnenes Lorbeeröl findet sich zudem seit der Antike in der mediterranen Volksmedizin zur äußerlichen Massage bei rheumatischen Beschwerden und ist Grundlage der traditionellen Aleppo-Seife. Umschläge mit einem Blätteraufguss werden volkstümlich bei Hautreizungen und schlecht heilenden Wunden aufgelegt, und Dampfinhalationen mit zerriebenen Blättern sollen bei Bronchialkatarrh die Schleimlösung unterstützen. Wichtig: Ganze Blätter sollten nie mitgegessen werden, da ihre scharfen Ränder Verletzungen im Mundraum verursachen können. Das ätherische Öl kann zudem die Haut sensibilisieren, weshalb beim Ernten und Verarbeiten frischer Blätter Handschuhe empfehlenswert sind.
Getrocknete Lorbeerblätter sind ein unverzichtbares Gewürz der mediterranen Küche: Suppen, Eintöpfe, Fleisch- und Fischgerichte, Marinaden, Bouquet garni. Das ätherische Öl regt die Magendrüsen an und wirkt so appetitanregend und verdauungsfördernd. Vor dem Servieren entfernen — nicht mitessen.
Aufguss aus 1–2 getrockneten Lorbeerblättern bei Blähungen, Völlegefühl und leichten Katarrhen der Atemwege. Die karminativen und leicht antiseptischen Eigenschaften des Cineols unterstützen die Verdauung und lindern Bronchialreizungen.
Anleitung & Dosierung
1–2 ganze getrocknete Blätter (ca. 1–3 g) mit kochendem Wasser 10 Minuten ziehen lassen; vor dem Trinken entfernen.
- Trockenmenge
- 1–3 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
Lorbeerbaumöl (aus Früchten und Blättern gewonnen) zur äußerlichen Massage bei rheumatischen Beschwerden, Prellungen und Verstauchungen. In der traditionellen Medizin des Mittelmeers seit der Antike bekannt; auch in der Herstellung von Aleppo-Seife verwendet.
Aufguss-Umschlag mit Lorbeerblättern bei Hautreizungen (Brennnessel, Giftefeu) und schlecht heilenden Wunden. Die Gerbstoffe wirken adstringierend, die Sesquiterpenlactone (Costunolid) entzündungshemmend.
Tierexperimentelle Studien zeigen, dass eine Lorbeerblatt-Supplementierung die Darmflora positiv verändert: Bifidobacterium- und Lactobacillus-Populationen nehmen zu, pathogene Clostridien nehmen ab. Relevanz für den Menschen noch nicht durch klinische Studien belegt.
Quellen: [5]
Dampfinhalation mit zerriebenen Lorbeerblättern im heißen Wasser bei Bronchialkatarrhen und Erkältung. Der hohe Cineolgehalt des ätherischen Öls unterstützt die Schleimlösung.
Blätter nicht mitessen — Verletzungsgefahr durch scharfe Blattränder. Ätherisches Öl kann Hautsensibilisierungen auslösen. Sesquiterpenlactone können Kontaktdermatitis verursachen — beim Ernten/Verarbeiten von frischen Blättern Handschuhe empfohlen. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde, Katzen und Pferde giftig.
Kulinarische Mengen in Speisen gelten als unbedenklich. Medizinische Dosen (Tee, ätherisches Öl) während der Schwangerschaft meiden — keine ausreichenden Sicherheitsdaten.
Kulinarische Mengen unbedenklich. Medizinische Dosen vorsorglich meiden.
Kulinarische Verwendung unbedenklich. Medizinische Anwendung (Tee in Heilmengen) bei Kindern unter 12 Jahren nur nach ärztlichem Rat.
Wechselwirkungen
Antidiabetika / Blutzuckersenkende Mittel
Lorbeerblattzubereitungen können den Blutzucker senken — bei gleichzeitiger Antidiabetika-Einnahme Hypoglykämie-Risiko.
Kontraindikationen
- Bekannte Kontaktallergie oder Überempfindlichkeit gegen Lorbeer oder andere Lauraceae.
- Ätherisches Öl (rein) nicht innerlich einnehmen.
Erntet wird: getrocknete Blätter, Früchte
- Tageszeit:
- Morgens nach dem Abtrocknen des Taus. Handschuhe tragen — Sesquiterpenlactone in frischen Blättern können Kontaktdermatitis auslösen.
- Trocknung:
- Einzelne Blätter oder kleine Zweige ausgebreitet auf Trockengestellen an belüfteten, schattigen Stellen trocknen; oder ganze Zweige bündeln und aufhängen. Blätter bleiben bis zu einem Jahr aromareich.
- Lagerung:
- 12 Monate — Ganze getrocknete Blätter in luftdichten Gläsern, lichtgeschützt. Gemahlener Lorbeer verliert Aroma schneller — wenn möglich ganz lagern.
- Tageszeit:
- Reife Früchte (blauschwarz) im Herbst von Hand pflücken oder abschütteln; nach dem Abtrocknen des Morgentaus.
- Trocknung:
- Früchte auf Trockengestellen ausbreiten und bei Raumtemperatur vollständig trocknen, bis kein Feuchtigkeitsverlust mehr messbar ist. Für Ölpressung direkt verarbeiten.
- Lagerung:
- 6 Monate — Getrocknete Früchte in dunklen, trockenen Behältern; Lorbeeröl kühl und dunkel lagern.
- 1,8-Cineol (Eucalyptol)Ätherisches ÖlAnteil: 31,9–45 % im ätherischen Öl der BlätterBlatt
Häufigste Einzelkomponente des Lorbeeröls; schleimlösend, antimikrobiell und bronchuserweitend. Typisch für Blätter mediterraner Lorbeerbäume.
- SabinenÄtherisches ÖlAnteil: 12,2 % im ätherischen ÖlBlatt
Bicyclisches Monoterpen; antimikrobielle und antifungische Wirksamkeit; trägt zum würzigen Geruch des Lorbeeröls bei.
- LinaloolÄtherisches ÖlAnteil: ca. 10 % im ätherischen ÖlBlatt
Monoterpenalkohol mit angstlösenden und leicht sedierenden Eigenschaften; auch in Lavendel und Bergamotte enthalten.
- Costunolid und Dehydrocostus-LactonSesquiterpenBlatt
Sesquiterpenlactone; entzündungshemmend durch Hemmung von NF-κB; können bei Kontakt Sensibilisierung der Haut verursachen.
- Kaempferol und Kaempferol-GlykosideFlavonoidBlatt
Häufigste Flavonole in Lorbeerblättern (ca. 50 % der gesamten Flavonoid-Fraktion); antioxidativ, anti-inflammatorisch und antidiabetisch.
- Quercetin und Isorhamnetin (Glykoside)FlavonoidBlatt
Flavonole mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften; Quercetin auch als Mastzellstabilisator bekannt.
- MethyleugenolÄtherisches ÖlAnteil: 3,3–22 % im ätherischen Öl (Herkunfts-abhängig)Blatt
Phenylpropanoid; genotoxisches Potenzial in Hochdosisversuchen (In-vitro) — in kulinarischen Mengen als unbedenklich eingestuft.
- Fettes Öl (Früchte)SonstigeAnteil: bis zu 30 % in den FrüchtenFrucht
Hochkonzentriertes fettes Öl in den Lorbeerbaumfrüchten; Grundlage der traditionellen Aleppo-Seife; enthält Laurinsäure und Ölsäure.
- [3]MonographieLaurus nobilis — Plants for a Future database(abgerufen: 2026-05-21)
- [4]MonographieCaputo et al. (2017): Laurus nobilis — Composition of Essential Oil and Its Biological Activities — Molecules(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]MonographieKhalil et al. (2024): Anti-inflammatory effects of bay laurel towards the gut microbiome in dextran sodium sulfate induced colitis animal models — Food Science & Nutrition(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographieASPCA Animal Poison Control — Bay Laurel (Laurus nobilis): Toxic to Dogs, Toxic to Cats, Toxic to Horses(abgerufen: 2026-08-10)
- [1]WikipediaEchter Lorbeer (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]WikipediaLaurus nobilis (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)
Verbreitung in Europa
🪴 Zuhause anbauen
- ☀ Licht
- volle Sonne
- 💧 Wasser
- wöchentlich
- 🌱 Erde
- Kübelpflanzenerde mit Drainage
- 🪴 Topf
- 30 cm
- ⭐ Schwierigkeit
- ★★☆ mittel
- 🐾 Haustiere
- für Haustiere giftig
Tipps:
- Im Winter hell und kühl (5-10°C) — keine Heizungsluft.
- Bedingt winterhart — bei <-5°C ins Haus.
- Wächst langsam — junge Pflanzen brauchen Geduld.
Pflege-Tipps sind allgemeine Empfehlungen aus Indoor-Gardening-Praxis, keine wissenschaftlichen Quellen.
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Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)