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Foto von Spitzlappiger Frauenmantel

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Spitzlappiger Frauenmantel

Alchemilla vulgaris · (Alchemilla vulgaris)

Rosengewächse (Rosaceae)

Beschreibung

Rundliche, gefaltete Blätter mit gekerbtem Rand, in deren Mitte sich morgens glitzernde Tautropfen sammeln, gaben dem Frauenmantel im Mittelalter den Ruf einer fast magischen Pflanze — daher der Gattungsname Alchemilla. Das Rosengewächs wächst auf Wiesen und an Wegrändern Mitteleuropas, geerntet wird das blühende Kraut von Juni bis August. Es enthält reichlich Ellagitannine, vor allem Agrimoniin. Die Kommission E bewertet einen adstringierenden Tee bei unspezifischen leichten Durchfällen positiv. Seit Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert gilt das Kraut als Frauenkraut bei Menstruationsbeschwerden und Wechseljahresbeschwerden, überliefert auch als Mundspülung bei Aphthen und als Wundauflage. WARNHINWEIS: Der hohe Gerbstoffgehalt kann bei empfindlichen Personen oder Einnahme auf nüchternen Magen zu Magenreizungen führen; klassische Phytotherapie empfiehlt kurweise Anwendung über vier bis sechs Wochen mit anschließender Pause.

  • TeeKrautige TeileInnerlichKommission E

    Klassische Kommission-E-Indikation: adstringierender Tee aus Frauenmantelkraut bei unspezifischen leichten Durchfällen durch die Ellagitannine (Agrimoniin).

    Anleitung & Dosierung

    1-2 TL (ca. 1-2 g) getrocknetes Frauenmantelkraut mit 250 ml siedendem Wasser übergießen, 10 min zugedeckt ziehen lassen, abseihen. Bei unspezifischem leichten Durchfall 2-3 Tassen täglich zwischen den Mahlzeiten trinken. Tagesdosis Droge nicht über 5-10 g.

    Trockenmenge
    12 g
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    4 Wochen

    Quellen: [1] [3] [4]

  • TeeKrautige TeileInnerlichTraditionell

    Volksmedizinisches Frauenkraut seit Hildegard von Bingen (12. Jh.): bei Menstruationsschmerzen, Zyklusunregelmäßigkeiten, PMS und Wechseljahresbeschwerden.

    Anleitung & Dosierung

    1-2 TL Frauenmantelkraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 min ziehen lassen. 2-3 Tassen täglich, kurweise über 4-6 Wochen, bei Menstruationsbeschwerden, PMS und Wechseljahresbeschwerden. Traditionell ab Zyklusmitte oder über den ganzen Zyklus.

    Trockenmenge
    12 g
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    6 Wochen

    Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Traditionelle Anwendung; bei Kindern unter 12 mangels Daten zurückhaltend.

    Quellen: [1] [2] [3]

  • GurgelnKrautige TeileÄußerlichTraditionell

    Adstringierende Mund- und Rachenspülung bei Aphthen, leichten Zahnfleischentzündungen und Halsreizungen dank Gerbstoffwirkung.

    Anleitung & Dosierung

    2-3 TL Frauenmantelkraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 15 min ziehen lassen, abseihen und lauwarm abkühlen lassen. 2-3x täglich nach dem Zähneputzen 30 Sekunden spülen bzw. gurgeln, danach ausspucken (nicht nachspülen).

    Trockenmenge
    23 g
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    2 Wochen

    Quellen: [1] [3]

  • UmschlagKrautige TeileÄußerlichTraditionell

    Traditioneller Wundumschlag: Frauenmantel zählt seit dem Mittelalter zu den klassischen Vulneraria (Wundheilkräutern) durch styptische Gerbstoffwirkung.

    Anleitung & Dosierung

    3-5 g (ca. 3 TL) Frauenmantelkraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 15 min ziehen lassen, abseihen, auf körperwarme Temperatur abkühlen. Sauberes Baumwolltuch tränken, leicht auswringen und 15-20 min auf kleine Wunden, Schürfungen oder gereizte Hautstellen auflegen. 1-2x täglich.

    Trockenmenge
    35 g
    Anwendungen/Tag
    2×
    Max. Anwendungsdauer
    2 Wochen

    Quellen: [1] [2] [3]

  • BadKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin

    Volksmedizinisches Sitz- bzw. Vollbad bei Frauenleiden, leichten Unterleibsbeschwerden, schlecht heilenden Hautstellen und postpartal (Hebammenpraxis).

    Anleitung & Dosierung

    Zwei Handvoll (ca. 50-100 g) Frauenmantelkraut abends mit 2 L kaltem Wasser ansetzen, über Nacht ziehen lassen, morgens kurz aufkochen, abseihen und in das warme Sitzbadewasser (ca. 36-38 °C) geben. 15-20 min sitzen, 2-3x pro Woche bei Beschwerden im Unterleib oder zur Wundpflege.

    Trockenmenge
    50100 g
    Anwendungen/Tag
    1×
    Max. Anwendungsdauer
    3 Wochen

    Quellen: [1] [3]

  • TinkturKrautige TeileInnerlichTraditionell

    Alkoholischer Auszug für den konzentrierten inneren Gebrauch bei Zyklusbeschwerden, Wechseljahren und leichten Verdauungsstörungen.

    Anleitung & Dosierung

    Fertige Frauenmantel-Tinktur (1:5 in 40-50 % Ethanol): 3x täglich 20-40 Tropfen in etwas Wasser einnehmen. Niedrig dosiert beginnen (3x 3-7 Tropfen). Kurweise über 4 Wochen, dann mindestens 2 Wochen Pause. Nicht in Schwangerschaft, Stillzeit, bei Kindern unter 12 Jahren oder Alkoholabhängigkeit.

    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    4 Wochen

    Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Alkoholtinktur erst ab 12 Jahren, in halbierter Dosis; in Schwangerschaft/Stillzeit und bei Alkoholabhängigkeit kontraindiziert.

    Quellen: [1] [3]

Verbreitung in Europa

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