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Gewöhnliche Rosskastanie
Giftig🐾Aesculus hippocastanum · (Aesculus hippocastanum)
Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Beschreibung
Große, fächerförmig gegliederte Blätter und aufrechte, kerzenartige Blütenstände in Weiß bis Zartrosa prägen das Erscheinungsbild dieses sommergrünen Baums aus der Familie der Seifenbaumgewächse, der in Alleen und Parks Mitteleuropas verbreitet ist. Im Herbst reifen die stacheligen Fruchtkapseln mit den glänzend braunen Samen, den bekannten 'Kastanien'. Diese enthalten Aescin, ein Triterpenglykosid-Gemisch, das nach EMA-Bewertung als 'well-established use' in standardisierten Extrakten zur symptomatischen Behandlung der chronisch-venösen Insuffizienz eingesetzt wird. Volksheilkundlich wurden zudem Rindentinkturen äußerlich auf geschwollene Beine aufgetragen. WARNHINWEIS: Rohe Samen, Rinde, Blätter und Wurzeln sind giftig und dürfen nicht selbst extrahiert werden — nur standardisierte Fertigpräparate sind für die Anwendung geeignet; für Hunde sind Kastanien ebenfalls giftig.
Nur äußerlich anwenden!
Diese Pflanze darf NICHT innerlich eingenommen werden. Nur Umschläge, Salben, Bäder.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Laut EMA HMPC mangels ausreichender Sicherheitsdaten in der Schwangerschaft kontraindiziert. Aescin hat in Tierversuchen embryotoxische Eigenschaften gezeigt. Keine innere Anwendung während der Schwangerschaft. Äusserliche Anwendung (Gel) mit Arzt besprechen.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
Laut EMA HMPC in der Stillzeit kontraindiziert — es ist nicht bekannt, ob Aescin in die Muttermilch übergeht. Innere Einnahme nicht empfohlen. Äusserliche Anwendung (Gel auf Beine) auf Rücksprache mit Arzt.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Standardisierte Präparate (oral) laut EMA nicht für Kinder/Jugendliche unter 18 Jahren — keine Sicherheitsdaten. Rohe Kastanien sind für Kinder eine ernst zu nehmende Vergiftungsgefahr (Spielzeug-Conker im Mund). Bei Aescin-Gelen: Kontakt mit Schleimhäuten und Augen vermeiden, für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Standardisierter Rosskastaniensamenextrakt (well-established use, EMA) zur symptomatischen Behandlung der chronisch-venösen Insuffizienz — Leitsubstanz Aescin.
Anleitung & Dosierung
STANDARDISIERTER SAMENEXTRAKT (well-established use, EMA): Standardisierte Trockenextrakte aus Rosskastaniensamen, auf 16–20 % Triterpenglykoside berechnet als Aescin (z. B. AESCORIN forte, Venostasin retard, Rosskastanien-Extrakt-Kapseln), Droge-Extrakt-Verhältnis 4–7:1. Tagesdosis 100 mg Aescin, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen (morgens und abends), vorzugsweise zu den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen. Retardierte Formulierungen sind Standardkapseln vorzuziehen (bessere Verträglichkeit). Indikation: symptomatische Behandlung der chronisch-venösen Insuffizienz (CVI) — Beinödeme, Schweregefühl, Schmerzen, Juckreiz, nächtliche Wadenkrämpfe. Wirkeintritt nach ca. 4–8 Wochen bei regelmäßiger Einnahme. ACHTUNG: Rohe Samen sind giftig — ausschließlich standardisierte, kontrollierte Fertigpräparate verwenden, NIEMALS Selbstextraktion.
- Flüssigkeit
- 1–3 ml
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 12 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Laut EMA nur für Erwachsene — keine ausreichenden Sicherheitsdaten für Kinder/Jugendliche unter 18 Jahren.
Äusserliche Anwendung von Aescin-Gel oder Rindenumschlag bei Veneninsuffizienz, Beinödemen und müden, schweren Beinen.
Anleitung & Dosierung
ÄUSSERLICHE ANWENDUNG (Gel/Creme, standardisiert): Fertige Venen-Gele oder -Cremes mit 2 % Aescin (standardisiert) 2–3× täglich auf die betroffenen Beinbereiche (Unterschenkel, Knöchel) auftragen und sanft in Richtung Herz einmassieren. Keine offenen Wunden, keine Schleimhäute. Traditionell auch als Umschlag mit abgekochtem, abgekühltem Rindenabsud (1:20, 10 Min. köcheln) auf geschwollene, ermüdete Beine — Tuch in Flüssigkeit tränken, für 15–20 Min. auflegen. Regelmäßige Anwendung über mehrere Wochen empfohlen. Vor unbekannten Aescin-haltigen Produkten Packungsbeilage lesen.
Volksheilkundliche Rindentinktur zur äusserlichen Anwendung auf geschwollene Beine und Krampfadern; innere Einnahme nicht empfohlen.
Anleitung & Dosierung
RINDENTINKTUR (volksheilkundlich, nur äusserlich): Junge Zweigrindenabschnitte (Frühjahr, bevor Blätter vollständig entfaltet) 1:5 in 40–60 % Ethanol für 2–4 Wochen ansetzen, filtrieren. Als Einreibung auf müden, geschwollenen Beinen 2× täglich unverdünnt auftragen. Traditionell bei Hämorrhoiden als Salbe oder Zäpfchen-Basis eingesetzt. Innere Einnahme der Rindentinktur wird NICHT empfohlen — zu wenig Standardisierung, keine Sicherheitsdaten, potentiell toxisch.
- Flüssigkeit
- 2–5 ml
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
Traditionelles Fuss- oder Vollbad aus Kastaniendekokt bei Krampfadern, Venenstau und müden, geschwollenen Beinen.
Anleitung & Dosierung
FUSSKAD / VOLLBAD (traditionell): Für ein Fussbad 4–6 zerkleinerte rohe oder getrocknete Rosskastanien (Schale entfernt) in 1 L Wasser 20 Minuten köcheln (Dekokt), abseihen, in eine Fussbadewanne geben und mit warmem Wasser (38–40 °C) auf ca. 10 L auffüllen. Fusseinbad 15–20 Minuten. Für ein Vollbad Dekokt aus 20–30 Kastanien auf Vollbadmenge (ca. 150 L) skalieren. Anwendung bei Krampfadern, müden Beinen, Hämorrhoiden (Sitzbad). Traditionelle Anwendung — nicht als Ersatz für standardisierten Extrakt einsetzen. Rohe Kastanien nach dem Bad entsorgen, nicht weiterverarbeiten oder essen.
Aescin-haltige Venencremes und -gele (Kommission E, positiv) zur äusserlichen Behandlung bei CVI, Hämorrhoiden und Prellungen.
Anleitung & Dosierung
AESCIN-SALBE / VENENÖL (Kommission E): Fertige Zubereitungen mit 2 % Aescin (Gel, Creme, Lotion) 2–3× täglich auf die betroffene Hautpartie auftragen. Leicht einmassieren — Massagerichtung von distal nach proximal (Fussknöchel → Knie → Oberschenkel) für besseren Lymph- und Venenrückfluss. Unterstützend zu Kompressionsstrümpfen verwenden (additive Wirkung auf Ödem-Reduktion). Eigene Herstellung: 1–2 % Aescin-Trockenextrakt in Sheabutter/Bienenwachs-Basis — nur mit PHARMAZEUTISCH REINEM Aescin, kein Selbstextraktionsversuch aus Rohen Kastanien.
Volksheilkundlicher Blütenumschlag auf geschwollene Gelenke, Prellungen und überanstrengte Muskeln.
Anleitung & Dosierung
BLÜTENUMSCHLAG (volksheilkundlich): 2–3 EL frische oder getrocknete Rosskastanienblüten mit 500 ml heissem Wasser übergiessen, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und auf Hauttemperatur abkühlen. Ein sauberes Tuch in den Aufguss tränken und als feuchten Umschlag auf geschwollene Gelenke oder Prellungen legen (20–30 Min.). Volkstümlich auch zur Linderung von Muskelschmerzen nach körperlicher Überanstrengung. Evidenz rein erfahrungsmedizinisch — keine klinischen Studien zu Blütenumschlägen.
Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden
Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.
Volksheilkundlicher Blättertee bei Erkältungsbeschwerden, Fieber und als Frühjahrstee — keine standardisierte medizinische Anwendung.
Anleitung & Dosierung
BLÄTTERTEE (volksheilkundlich): 1–2 TL getrocknete, fein zerkleinerte Rosskastanienblätter mit 250 ml siedendem Wasser überbrühen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. Bis zu 2 Tassen täglich. Volkstümlich bei Fieber, Katarrhen, Erkältungsbeschwerden und als 'blutreinigendes' Frühjahrstee-Mittel eingesetzt. KEINE ausreichende wissenschaftliche Evidenz — nur als volkstümliche Ergänzung. Die Blätter enthalten Cumarine und Flavonoide, sind aber nicht für therapeutische Zwecke standardisiert. Bei anhaltenden Beschwerden über 2 Wochen: ärztliche Abklärung.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Phytotherapeutische Samenfluiddextrakte als Fertigpräparat bei CVI — nur standardisierte Präparate, keine Selbstextraktion.
Anleitung & Dosierung
HOMÖOPATHISCHE / PHYTOTHERAPEUTISCHE TINKTUR (nur als Fertigpräparat!): Flüssigextrakte und Tinkturen aus Rosskastaniensamen (z. B. Aesculuforce, Arkocaps) werden als Fertigpräparat mit definiertem Aescin-Gehalt (üblicherweise 1,5–3 mg Aescin/ml) angeboten. 1–2 ml 3× täglich mit Wasser. Selbst hergestellte Samen-Tinkturen sind NICHT sicher — Aescin-Gehalt und Toxiziät unkontrollierbar. Anwendung nur bei erwachsenen Patienten, nach Ausschluss tiefvenöser Thrombose. Keine Dauereinnahme über 8 Wochen ohne ärztliche Kontrolle.
- Flüssigkeit
- 1–2 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 8 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur für Erwachsene. Kinder unter 18 Jahren laut EMA nicht empfohlen.
⚠ Nur äußerlich anwenden
KRITISCH: Rohe Rosskastaniensamen (Conker), Rinde, Blätter und Wurzeln sind GIFTIG — enthalten toxische Saponine (hauptsächlich Protoaescigenin nach Hydrolyse) und Glucoside. Vergiftungssymptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Muskelzuckungen, in schweren Fällen Paralyse. Standardisierte Fertigpräparate (Tabletten, Kapseln, Gele) sind sicher, wenn bestimmungsgemäß angewendet. NIEMALS Eigenextraktion versuchen. Bei tiefvenöser Thrombose: Standardpräparate KEIN Ersatz für Antikoagulantien — sofort Arzt. Bei akutem Beinödem mit Rötung, Wärme und Schmerz (Verdacht DVT) → Notaufnahme, kein Aescin-Extrakt statt Abklärung. Kinder: Vergiftungsgefahr durch Rosskastanien beim Spielen — Conker im Mund können giftig sein. Tierwarnung: für Hunde toxisch (ASPCA-Warnung). ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen giftig. Die ASPCA stuft die ganze Gattung so ein.
⏱ Max. Daueranwendung: 12 Wochen
Laut EMA HMPC mangels ausreichender Sicherheitsdaten in der Schwangerschaft kontraindiziert. Aescin hat in Tierversuchen embryotoxische Eigenschaften gezeigt. Keine innere Anwendung während der Schwangerschaft. Äusserliche Anwendung (Gel) mit Arzt besprechen.
Laut EMA HMPC in der Stillzeit kontraindiziert — es ist nicht bekannt, ob Aescin in die Muttermilch übergeht. Innere Einnahme nicht empfohlen. Äusserliche Anwendung (Gel auf Beine) auf Rücksprache mit Arzt.
Standardisierte Präparate (oral) laut EMA nicht für Kinder/Jugendliche unter 18 Jahren — keine Sicherheitsdaten. Rohe Kastanien sind für Kinder eine ernst zu nehmende Vergiftungsgefahr (Spielzeug-Conker im Mund). Bei Aescin-Gelen: Kontakt mit Schleimhäuten und Augen vermeiden, für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Wechselwirkungen
Antikoagulantien (Warfarin, Phenprocoumon, Acenocoumarol)
Aescin kann die Thrombozytenaggregation hemmen und die gerinnungshemmende Wirkung von Antikoagulantien möglicherweise verstärken. Erhöhtes Blutungsrisiko. INR-Kontrolle bei Beginn oder Absetzen von Rosskastanienpräparaten. Klinisch bisher kaum dokumentiert, aber theoretisch relevant.
Thrombozytenaggregationshemmer (ASS, Clopidogrel, Ticagrelor)
Additive thrombozytenhemmende Wirkung möglich — erhöhtes Blutungsrisiko bei Kombination mit Aescin-Extrakten. Kombination nur unter ärztlicher Aufsicht.
Nephrotoxische Arzneimittel (NSAR, Aminoglykoside, Cisplatin)
Aescin ist bei hohen Dosen nephrotoxisch (proximale tubuläre Schädigung). Kombination mit anderen nephrotoxischen Substanzen erhöht das Risiko einer Nierenschädigung. Nierenfunktion kontrollieren.
Antidiabetika (Insulin, Metformin, Sulfonylharnstoffe)
Vereinzelte Berichte über blutzuckersenkende Wirkung von Rosskastanienextrakten in vitro. Theoretisches Risiko einer additiven Hypoglykämie bei gleichzeitiger Einnahme antidiabetischer Medikamente. Blutzucker überwachen.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Aesculus hippocastanum oder Inhaltsstoffe (inkl. Aescin-Überempfindlichkeit — kann sich als Urtikaria oder Pruritus äussern).
- Schwere Niereninsuffizienz (Aescin nephrotoxisch bei hohen Dosen; vorsichtige Dosierung bei leichter bis mittelschwerer Einschränkung).
- Tiefvenöse Thrombose (DVT) oder akute Venenentzündung — kein Aescin-Extrakt als Ersatz für medizinische Behandlung.
- Schwangerschaft und Stillzeit (innere Anwendung, laut EMA HMPC kontraindiziert).
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren für orale standardisierte Präparate.
Erntet wird: reife Samen (Herbst)
- Tageszeit:
- Nach Regenperioden oder morgens, wenn die stachelige Schale bereits aufgeplatzt und die glänzend-braune Kastanie herausgefallen ist. Frisch vom Boden sammeln, nicht von Wegen wo Hunde laufen. Nur vollreife, feste, gleichmässig braune Früchte — schrumpelige, verschimmelte oder angestochene aussortieren.
- Trocknung:
- WICHTIG: Kastaniensamen werden für pharmazeutische Zwecke NICHT im Hausbereich getrocknet und verarbeitet — Standardisierung der Aescin-Konzentration ist nur industriell möglich. Für wissenschaftliche/dokumentarische Zwecke: Schale entfernen, Cotyledonen in dünne Scheiben schneiden, bei 40 °C im Dörrgerät 24–36 h trocknen, bis sie brüchig-hart sind. Trockenware in luftdichtem Glas kühl und dunkel lagern. KEINE therapeutische Eigenherstellung — nur für kommerzielle Fertigpräparate kaufen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Frische Kastanien halten im kühlen, luftigen Raum 2–4 Wochen. Getrocknete Scheiben (nur zu Dokumentationszwecken) luftdicht, dunkel, max. 1 Jahr. Für therapeutischen Einsatz: nur geprüfte Fertigpräparate mit Verfallsdatum.
- Tageszeit:
- An trockenen Vormittagen (10–13 Uhr), nachdem der Tau verdunstet ist. Blütenkerzen erst ernten, wenn die weissen Blüten vollständig geöffnet sind (Mitte der Blütezeit) — Knospen enthalten weniger Flavonoide. Einzelne Blütenrispen vorsichtig abschneiden, ohne Äste zu beschädigen.
- Trocknung:
- Blüten sofort nach dem Sammeln einlagig auf Gaze oder Sieben ausbreiten, im Schatten bei max. 35 °C und guter Luftzirkulation trocknen. Erntefenster: 7–14 Tage (Vollblüte). Voll getrocknete Blüten von dicken Stielen trennen, in dunklen Gläsern oder Papiertüten aufbewahren. Verwendung: Blütenumschläge (volksheilkundlich), nicht für standardisierte Arzneizubereitungen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Luftdicht, dunkel, kühl. Innerhalb 12 Monate aufbrauchen. Bei Braunfärbung oder unangenehmem Geruch entsorgen.
- Aescin (Escin) — Triterpenglykosid-Gemisch (alpha- und beta-Aescin)SaponinAnteil: 3-6 %Samen
Leitsubstanz der Rosskastaniensamen — ein Gemisch aus etwa 30 verschiedenen Triterpensaponinen auf Basis von Protoaescigenin und Barringtogenol C als Aglykon. Hauptwirkmechanismus: Verringerung der kapillaren Hyperpermeabilität durch Hemmung der Hyaluronidase und Elastase, antiexsudative und antiphlogistische Wirkung. Basis für die EMA-Standardisierung (16–20 % Gesamtaescin im Trockenextrakt). Roh toxisch — Erbrechen, Hämolyse, nach Hydrolyse zu Protoaescigenin stärker toxisch.
- Flavonoide (Quercetin-3,7-Dirhamnosid, Isoquercitrin, Rutin, Kaempferol-Glykoside)FlavonoidAnteil: 0.5-1.5 %Blatt
Vorwiegend in Blättern und Blüten. Antioxidative und kapillarprotektive Wirkung; ergänzen die antiödemmatöse Wirkung des Aescins. Quercetin-Glykoside tragen zur Stabilisierung der Gefässwandintegrität bei.
- Cumarine (Aesculin, Fraxin, Scopolin)SonstigeAnteil: 0.3-1.3 %Rinde
Hauptsächlich Aesculin (6,7-Dihydroxycoumarin-6-Glucosid) und Fraxin, besonders in der Rinde. Aesculin zeigt UV-absorbierende, milde antikoagulante und entzündungshemmende Eigenschaften. In der Rinde bis 1,3 %; in den Samen nur Spuren. Früher als Venentherapeutikum eingesetzt; heute ersetzt durch standardisierten Samenextrakt.
- Gerbstoffe / Kondensierte Tannine (Catechine, Procyanidine)GerbstoffAnteil: 1-5 %Rinde
Kondensierte Tannine, v. a. in der Rinde. Adstringierende Wirkung auf Schleimhäute und Haut, mild haemostyptisch. Tragen zur traditionellen Anwendung der Rinde bei Diarrhö und Hämorrhoiden bei. In Samen geringere Konzentrationen.
- Stärke (Amylose und Amylopektin)PolysaccharidAnteil: 40-60 %Samen
Hauptbestandteil des Rosskastaniensamens (Trockengewicht). Nicht therapeutisch relevant, aber erklärt die mehlige Beschaffenheit der Cotyledonen. Rosskastanienstärke ist für Menschen wegen des Aescin-Gehalts nicht essbar (im Gegensatz zu Edelkastanien-Stärke).
- Fette Öle und Fettsäuren (Palmitinsäure, Stearinsäure, Ölsäure, Linolsäure)SonstigeAnteil: 5-8 %Samen
Fette Öle in den Samencotyledonen; machen etwa 5–8 % des Trockengewichts aus. Ernährungsphysiologisch für den Menschen nicht nutzbar (roh giftig). Bei der Extraktion der Rohfaser vorwiegend abgetrennt.
- Phytosterole (beta-Sitosterol, Stigmasterol)SonstigeAnteil: 0.1-0.3 %Samen
Pflanzliche Sterole mit entzündungshemmenden und membranstabilisierenden Eigenschaften. In Spuren in Samen und Rinde. Tragen möglicherweise zur antiexsudativen Gesamtwirkung bei.
- Proanthocyanidine (oligomere Procyanidine, B-Typ)GerbstoffAnteil: 0.5-2 %Samen
Oligomere Catechin-/Epicatechin-Kondensate (ähnlich wie in Traubenkernen). Antioxidativ, kapillarprotektiv und mild vasotonisch. Ergänzen die antiödemmatöse Wirkung des Aescins synergetisch. Konzentration variiert je nach Anbaugebiet und Erntereife.
- [1]MonographieEMA/HMPC/747748/2016 — European Union herbal monograph on Aesculus hippocastanum L., semen (Horse Chestnut Seed)(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]MonographieKommission E — Hippocastani semen (Rosskastaniensamen), Monographie (positiv), BAnz Nr. 138, 1996(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]MonographieESCOP Monographs — Hippocastani semen (Horse Chestnut Seed), 2nd edition 2003 with 2009 supplement(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Aesculus hippocastanum database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [8]MonographieASPCA Animal Poison Control — Horse Chestnut (Aesculus)(abgerufen: 2026-06-03)
- [9]MonographieASPCA Animal Poison Control — Buckeye (Aesculus spp)(abgerufen: 2026-08-10)
- [10]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Aesculus hippocastanum L.: stark giftig ++ (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [4]BuchWichtl, Max (Hrsg.) — Teedrogen und Phytopharmaka, 5. Aufl. 2009: Hippocastani semen, S. 314–318. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]BuchMadaus, Gerhard — Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band I: Aesculus hippocastanum, 1938 (Public Domain)(abgerufen: 2026-05-21)
- [7]WikipediaGewöhnliche Rosskastanie (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)