© Konrad Lackerbeck · CC BY-SA 2.5 · Commons
Echtes Eisenkraut
VorsichtVerbena officinalis · (Verbena officinalis)
Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Beschreibung
In Bauerngärten und an sonnigen Wegrändern wächst das Echte Eisenkraut mit seinen schmalen, zart lila blühenden Ähren, die traditionell als blühendes Kraut gesammelt werden. Es enthält Iridoidglykoside wie Verbenalin, Flavonoide, Gerbstoffe sowie Kaffeesäurederivate wie Verbascosid. Als Bestandteil bekannter pflanzlicher Kombinationspräparate wird Eisenkraut traditionell bei katarrhalischen Erkrankungen der Atemwege eingesetzt; volksheilkundlich gilt es zudem als eines der ältesten europäischen Nervenkräuter und wird bei nervöser Erschöpfung, nervösen Magenbeschwerden und leichten Regelbeschwerden verwendet. Äußerlich kommen Aufgüsse als Gurgellösung oder warmer Umschlag bei Gelenkbeschwerden zur Anwendung. Wichtiger Sicherheitshinweis: Wegen einer möglichen uterinen Wirkung ist Eisenkraut in der Schwangerschaft strikt zu meiden.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Traditionell kontraindiziert. Eisenkraut (Verbena officinalis) enthält Iridoidglykoside (Verbenalin, Hastalosid), die eine uterustonisierende Wirkung haben können. EMA HMPC, ESCOP und Kommission E raten übereinstimmend von der Einnahme in der Schwangerschaft ab. Küchenmäßige Kleinstmengen (Kräuteressig, Garnitur) werden traditionell als unbedenklich betrachtet, sind jedoch nicht ausdrücklich untersucht.
Traditioneller Aufguss aus blühendem Eisenkrautkraut bei katarrhalischen Erkrankungen der Atemwege — Bestandteil des bekannten Kombinationspräparats Sinupret.
Anleitung & Dosierung
AUFGUSS (Sinupret-Kontext / traditionelle Anwendung): 1,5–2,5 g getrocknetes Eisenkrautkraut (Herba Verbenae) mit 150 ml siedendem Wasser übergießen, 8–10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 3× täglich frisch zubereitet trinken, bevorzugt zwischen den Mahlzeiten. EMA HMPC klassifiziert Verbena officinalis als Bestandteil der Traditionellen Phytotherapie bei katarrhalischen Erkrankungen der Atemwege; als Einzeldroge liegen nur begrenzte klinische Daten vor. Anwendungsdauer ohne Besserung: nach 2 Wochen Arzt aufsuchen. Bei Fieber > 38,5 °C, eitrigem Auswurf oder Atemnot sofort ärztliche Abklärung.
- Trockenmenge
- 1.5–2.5 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Laut EMA-Monographie für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren — keine ausreichenden Daten für Kinder unter 12 Jahren.
Traditionelle Tinktur aus Eisenkrautkraut bei katarrhalischen Atemwegserkrankungen — Alternative zum Aufguss bei akzeptiertem Ethanolanteil.
Anleitung & Dosierung
TINKTUR (Verhältnis 1:5 in 40–60 % Ethanol): 1–2 ml (~20–40 Tropfen) 3× täglich mit etwas Wasser eingenommen. Traditionelle Anwendung bei katarrhalischen Atemwegserkrankungen. Wegen Ethanolgehalt nicht für Kinder unter 12 Jahren, nicht bei bekannter Alkohol- oder Lebererkrankung. Anwendungsdauer auf 2 Wochen begrenzen; bei ausbleibendem Therapieerfolg Arzt aufsuchen.
- Flüssigkeit
- 1–2 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Wegen Ethanolgehalt nur für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren geeignet.
Volkstümlicher Nervenkräutertee aus Eisenkraut bei nervöser Erschöpfung, Verstimmung und nervösen Magenbeschwerden — eine der ältesten europäischen Nervenkräuterpflanzen.
Anleitung & Dosierung
VOLKSHEILKUNDLICHER NERVENKRÄUTER-TEE: 1–2 TL getrocknetes Eisenkrautkraut mit 200 ml heißem Wasser (nicht kochend, ca. 90 °C) übergießen, 8–10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 1–2 Tassen täglich, bevorzugt nach den Mahlzeiten. Volksmedizinisch bei nervöser Erschöpfung, menstruationsbedingter Stimmungsabsenkung und nervösen Magenbeschwerden (Dyspepsie) verwendet. KEIN Ersatz für eine ärztliche Diagnose bei anhaltenden Beschwerden. Bitter-herb, angenehmer Geschmack; ggf. mit Honig süßen.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 3 Wochen
Volksheilkundliche Gurgelspülung aus Eisenkraut bei leichten Hals- und Mundbeschwerden — adstringierende Gerbstoffe wirken schleimhautprotektiv.
Anleitung & Dosierung
GURGELLÖSUNG: 2–3 TL getrocknetes Eisenkrautkraut mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10–12 Minuten ziehen lassen, abseihen und auf Trinktemperatur abkühlen. 3× täglich damit gurgeln (nicht schlucken) und den Mundraum spülen bei leichten Halsschmerzen, entzündetem Zahnfleisch und leichter Mundhöhlenentzündung. Volksmedizinische Anwendung — nicht bei starken Schmerzen, eitrigen Belägen oder Fieber ohne ärztliche Abklärung. Präparat täglich frisch zubereiten.
- Trockenmenge
- 2–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
Volksheilkundlicher warmer Kräuterumschlag aus Eisenkraut bei rheumatischen Gelenkbeschwerden, Prellungen und leichten Hautverletzungen.
Anleitung & Dosierung
UMSCHLAG/WICKEL: 5–10 g getrocknetes Eisenkrautkraut oder ein Bund frisches Kraut mit 300 ml kochendem Wasser übergießen, 12–15 Minuten ziehen, abseihen. Sud leicht abkühlen (handwarm). Baumwolltuch damit tränken, ausdrücken und auf schmerzende Gelenke, leichte Prellungen, Wunden oder entzündete Hautstellen auflegen. 15–20 Minuten belassen, 2× täglich. Volksheilkundlich zur Linderung rheumatischer Gelenkbeschwerden und bei leichten Hautverletzungen eingesetzt. Nicht bei offenen Wunden mit Infektionszeichen (Rötung, Eiterung, Schwellung) — sofort Arzt aufsuchen.
- Trockenmenge
- 5–10 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Volkstümlicher Emmenagogen-Tee aus Eisenkraut zur Unterstützung des Menstruationsflusses und bei leichten Regelschmerzen — in der Schwangerschaft strikt kontraindiziert.
Anleitung & Dosierung
TRADITIONELLER FRAUENKRAUT-TEE: 1–2 TL getrocknetes blühendes Eisenkrautkraut mit 200 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen, abseihen. 2× täglich, bevorzugt an den Tagen vor und während der Menstruation. Volksmedizinisch als emmenagogum (menstruationsfördernd) sowie bei leichten Regelschmerzen und Fieber als diaphoretisches (schweißtreibendes) Mittel eingesetzt. WICHTIG: Wegen des Risikos uteriner Aktivität strikt in Schwangerschaft meiden — gilt als traditionell kontraindiziert. Dient nicht als Verhütungsmittel.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Bitterstoff-Tinktur aus Eisenkraut zur volkstümlichen Unterstützung der Verdauung und Gallensekretion — Kommission E (1992) mit negativer Monographie wegen unzureichender Wirksamkeitsdaten.
Anleitung & Dosierung
BITTERSTOFF-TINKTUR (Kommission E: negative Monographie wegen unzureichender Wirksamkeitsdaten, aber Anwendung volksmedizinisch etabliert): 1–2 ml (~20–40 Tropfen) 3× täglich vor den Mahlzeiten in etwas Wasser eingenommen. Bitterstoffwirkung soll Gallenfluss anregen und die Verdauung fördern (cholagog, appetitanregend). Die Kommission E beurteilte die Datenlage 1992 als unzureichend und lehnte eine positive Monographie ab. Volksmedizinisch und historisch jedoch eine der bekanntesten europäischen Bitterkräuterpflanzen. Wegen Ethanolgehalt nicht bei Schwangerschaft, Alkohol- oder Lebererkrankung.
- Flüssigkeit
- 1–2 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
Volksheilkundliches Eisenkrautbad bei rheumatischen Beschwerden und Muskelschmerzen — äußerliche Entspannungs- und Schmerzlinderungs-Anwendung.
Anleitung & Dosierung
KRÄUTERBAD / TEILBAD: 50–100 g getrocknetes Eisenkrautkraut mit 2 Litern kochendem Wasser übergießen, 15–20 Minuten ziehen lassen, abseihen. Sud dem vorbereiteten Vollbad (37–38 °C) oder Teilbad (Fuß-/Armbad) beigeben. 20–30 Minuten verweilen. Volksmedizinisch bei rheumatischen Beschwerden, Muskelschmerzen sowie zur allgemeinen Entspannung eingesetzt. NICHT bei Herzinsuffizienz, Bluthochdruck oder Kreislaufschwäche — vor einem Vollbad ärztliche Rücksprache halten. Nach dem Bad ausreichend ausruhen.
- Trockenmenge
- 50–100 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
WICHTIG: Eisenkraut gilt als traditionell sicher bei kurzfristiger Einnahme in üblicher Teemenge. Wegen möglicher uteriner Aktivität in der Schwangerschaft STRIKT MEIDEN — diese Kontraindikation ist klassisch und wird von EMA, Kommission E und ESCOP übereinstimmend genannt. Bei anhaltenden Atemwegsbeschwerden (> 2 Wochen), Fieber > 38,5 °C, eitrigem Auswurf oder Atemnot sofort Arzt aufsuchen. Selbstbehandlung ohne Diagnose nicht bei Kindern unter 12 Jahren. Tinktur enthält Ethanol — Hinweis für Leberkranke, Alkoholabhängige und Epileptiker.
⏱ Max. Daueranwendung: 2 Wochen
Traditionell kontraindiziert. Eisenkraut (Verbena officinalis) enthält Iridoidglykoside (Verbenalin, Hastalosid), die eine uterustonisierende Wirkung haben können. EMA HMPC, ESCOP und Kommission E raten übereinstimmend von der Einnahme in der Schwangerschaft ab. Küchenmäßige Kleinstmengen (Kräuteressig, Garnitur) werden traditionell als unbedenklich betrachtet, sind jedoch nicht ausdrücklich untersucht.
Keine ausreichenden Daten zum Übergang von Eisenkraut-Inhaltsstoffen in die Muttermilch vorhanden. Aus Vorsichtsgründen therapeutische Einnahme während der Stillzeit meiden. Küchenmäßige Kleinstmengen werden traditionell als unbedenklich betrachtet.
EMA-Monographie empfiehlt Eisenkraut nicht für Kinder unter 12 Jahren wegen fehlender Sicherheitsdaten. Für Jugendliche ab 12 Jahren bei katarrhalischen Atemwegserkrankungen traditionell anwendbar. Bei Atemwegsbeschwerden bei Kleinkindern immer ärztliche Abklärung bevorzugen.
Wechselwirkungen
Antikoagulanzien / Thrombozytenaggregationshemmer (Warfarin, Phenprocoumon, ASS, Clopidogrel)
Eisenkraut enthält Gerbstoffe und Iridoide; theoretisches additives Risiko bei gleichzeitiger Einnahme mit gerinnungshemmenden Mitteln, insbesondere bei höheren Mengen. Klinisch nicht belegt, aber INR-Kontrolle bei Antikoagulanzien-Therapie empfohlen.
Antihypertensiva (alle Klassen)
Für Verbena officinalis wurden im Tierversuch schwache hypotensive Effekte beschrieben. Theoretisch additiver blutdrucksenkender Effekt bei Kombination mit Antihypertensiva möglich. Klinisch nicht belegt; Blutdruckkontrolle bei Dauertherapie empfehlenswert.
Eisenpräparate (orales Eisen)
Gerbstoffe im Eisenkraut können Eisenionen komplexieren und die orale Resorption von Eisenpräparaten vermindern. Einnahme von Eisenpräparaten und Eisenkraut-Tee zeitlich trennen (mindestens 2 Stunden Abstand).
Kontraindikationen
- Schwangerschaft — traditionell kontraindiziert wegen möglicher uteriner Aktivität der Iridoidglykoside.
- Überempfindlichkeit (Allergie) gegenüber Verbena officinalis oder anderen Verbenaceae.
- Kinder unter 12 Jahren — mangels ausreichender Sicherheitsdaten (EMA HMPC).
- Schwere Leber- oder Nierenerkrankungen — bei alkoholischen Zubereitungen (Tinktur) aus Vorsicht meiden.
Erntet wird: blühendes Kraut
- Tageszeit:
- Mitte des Vormittags (10–12 Uhr) an einem trockenen, sonnigen Tag — nachdem der Morgentau abgetrocknet ist. Eisenkraut blüht von Juni bis September; der Wirkstoffgehalt (Verbenalin, Flavonoide) ist im frühen bis mittleren Blütenstadium (Stängel ca. 30–50 % in Blüte) am höchsten.
- Trocknung:
- ERNTE: Obere Triebspitzen mit Blütenähren, jungen Blättern und Stängeln in einer Länge von 15–25 cm abschneiden (keine holzigen Anteile). Zu kleinen Bündeln binden oder einlagig auf Tüchern ausbreiten. Trocknen im Schatten an gut belüftetem Ort bei max. 35–40 °C (Umluftdörrer oder Trockenboden), nicht in der prallen Sonne — UV-Exposition baut Iridoidglykoside ab. Trocknungszeit: 5–10 Tage je nach Feuchte. Getrocknet in dunklen, luftdichten Gläsern oder Blechdosen aufbewahren. Innerhalb von 12 Monaten aufbrauchen. Bei brauner Verfärbung, muffigem oder sehr schwachem Geruch entsorgen — Wirkstoffverlust wahrscheinlich.
- Lagerung:
- 12 Monate — Dunkel, trocken, kühl, luftdicht. Licht und Feuchtigkeit beschleunigen den Iridoid-Abbau erheblich. Nicht über Ofen oder Herd lagern. Innerhalb von 12 Monaten aufbrauchen.
- Tageszeit:
- Herbstnachmittag (13–16 Uhr) nach einer niederschlagsfreien Periode — die Erde ist dann lockerer und die Wurzel lässt sich leichter unbeschädigt herausziehen. HINWEIS: Wurzeln werden wesentlich seltener genutzt als das blühende Kraut; historische Verwendung vor allem in der Volksmedizin (Radix Verbenae).
- Trocknung:
- ERNTE (historisch/volksmedizinisch): Ganze Pflanze nach der Samenreife ausgraben. Wurzeln von Erde befreien, kurz unter kaltem Wasser abwaschen, längs aufschneiden oder in 3–5 cm Stücke schneiden. Im Dörrer bei 40–50 °C oder auf Sieben an warmem, belüftetem Ort trocknen — Trocknungszeit ca. 1–3 Tage. Fertig getrocknet bei Bruch: innen hell, geruchlich herb-adstringierend. Aufbewahrung in dunklen Gläsern oder Tüten. Haltbarkeit: bis 2 Jahre wenn gut getrocknet.
- Lagerung:
- 24 Monate — Dunkel, trocken, kühl. Getrocknete Wurzeln sind stabiler als das Kraut; bis 2 Jahre aufbewahrbar. Kontrolle auf Schimmelbildung bei feuchter Lagerung.
- Iridoidglykoside (Verbenalin / Cornin, Hastalosid)GlykosidAnteil: 0.2-0.5 %Krautige Teile
Charakteristische Leitsubstanzen von Verbena officinalis. Verbenalin (synonym: Cornin) ist das mengenmäßig dominierende Iridoidglykosid; Hastalosid kommt in geringerer Menge vor. Beide zeigen im Tierversuch antiinflammatorische und milde analgetische Eigenschaften sowie schwache uterotrope Aktivität (erklärt die Schwangerschafts-Kontraindikation). Verbenalin hemmt in vitro die Prostaglandinsynthese und zeigt hepatoprotektive Eigenschaften in experimentellen Modellen.
- Flavonoide (Luteolin, Luteolin-7-glucosid, Apigenin)FlavonoidAnteil: 0.5-1.5 %Krautige Teile
Hauptflavonoid ist Luteolin und sein 7-O-Glucosid; daneben Apigenin-Derivate. Luteolin zeigt antioxidative, antiinflammatorische und mild spasmolytische Eigenschaften. Die Flavonoide tragen zur adstringierenden und schleimhautprotektiven Wirkung bei katarrhalischen Erkrankungen bei.
- Gerbstoffe / Tannine (kondensierte und hydrolysierbare Tannine)GerbstoffAnteil: 1-4 %Krautige Teile
Bedeutsame Fraktion, verantwortlich für die adstringierende Wirkung auf Schleimhäute (Hals, Mundraum, Magen-Darm-Trakt). Erklärt den traditionellen Einsatz als Gurgelspülung und den leicht zusammenziehenden Geschmack des Tees. Reduzieren die Resorption von Eisenpräparaten — Einnahmeabstand einhalten.
- Kaffeesäurederivate (Verbascoside / Acteosid, Isoverbascoside)PhenolsäureAnteil: 0.1-0.5 %Krautige Teile
Phenylpropanoide mit antioxidativen, antiinflammatorischen und antimikrobiellen Eigenschaften in vitro. Verbascoside (auch: Acteosid) wurde in mehreren Pflanzenarten als Leitsubstanz identifiziert; in Verbena officinalis als Begleitstoff nachgewiesen. Beitrag zur Gesamtwirkung wahrscheinlich, klinisch jedoch nicht isoliert belegt.
- Schleimstoffe / PolysaccharidePolysaccharidAnteil: 1-3 %Krautige Teile
Schleimstoffhaltige Polysaccharide tragen zur reizlindernden und filmbildenden Schutzwirkung auf Atemwegsschleimhäuten bei. Erklärt teilweise die traditionelle Anwendung bei katarrhalischen Erkrankungen der oberen Atemwege und als Gurgelspülung. Wasserunlösliche Fraktion überwiegt im Aufguss kaum — schonender Aufguss bei niedrigerer Temperatur löst mehr Schleimstoffe.
- Bitterstoffkomplexe (Stachyosid und andere Secoiridoide)BitterstoffAnteil: 0.1-0.3 %Krautige Teile
Bittere Verbindungen, die den charakteristisch herb-bitteren Geschmack des Eisenkrauts mitprägen. Tragen volkstümlich zur appetitanregenden und choleretischen (galleflussfördernden) Wirkung bei. Grundlage des historischen Einsatzes als Magentonikum und Digestivum; von der Kommission E (1992) mangels Wirksamkeitsbelegen in der Monographie nicht positiv bewertet.
- Ätherisches Öl (Spuren — Citral, Geraniol, Linalool)Ätherisches ÖlAnteil: Spuren (<0.1 %)Krautige Teile
Sehr geringe Gehalte flüchtiger Verbindungen; Verbena officinalis enthält pharmakologisch kein nennenswertes ätherisches Öl (anders als die aromatische Zitronenverbene, Aloysia citrodora). Der leicht zitronige Geruch des frischen Krauts stammt hauptsächlich aus Spurenmengen Geraniol und Citral. Therapeutisch irrelevant als Einzelbestandteil.
- [1]MonographieEMA/HMPC — European Union herbal monograph on Verbena officinalis L., herba (EMA/HMPC/349790/2011)(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]MonographieESCOP Monographs — Verbenae herba (Vervain Herb), 2nd edition(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]MonographieKommission E — Eisenkraut (Verbenae herba), Monographie (negativ), BAnz Nr. 43, 1992-03-02(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Verbena officinalis database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [9]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Verbena officinalis L.: schwach giftig (+) (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [4]BuchWichtl, Max (Hrsg.) — Teedrogen und Phytopharmaka, 5. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2009 — Verbenae herba(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]BuchMadaus, Gerhard — Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band III: Verbena officinalis, 1938 (Public Domain)(abgerufen: 2026-05-21)
- [7]WikipediaEchtes Eisenkraut (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)
- [8]WikipediaVerbena officinalis (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)