© Christian Fischer · CC BY-SA 3.0 · Commons
Großblütige Königskerze
Verbascum densiflorum · (Verbascum densiflorum)
Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)
Beschreibung
Am Wegesrand und auf sonnigen Schotterflächen fällt die Großblütige Königskerze durch ihre bis zu zwei Meter hohe, dicht mit goldgelben Blüten besetzte Kerze auf, die im Juli und August nur für einen einzigen Tag pro Einzelblüte offensteht. Geerntet werden ausschließlich die frisch geöffneten Blütenkronen, reich an Schleimstoffen (Xylo-Glucuronarabinogalaktane) und Triterpensaponinen, dazu Iridoid- sowie Phenylethanoidglykoside wie Verbascosid. Die Kommission E bewertet Verbasci Flos positiv bei Erkältungskrankheiten und Katarrhen der Atemwege; die Schleimstoffe sollen sich schützend auf gereizte Schleimhäute legen, während den Saponinen traditionell eine sekretlösende Wirkung zugeschrieben wird. Wichtig: Jeder Aufguss muss wegen der feinen Sternhaare der Blüten sorgfältig gefiltert werden, sonst drohen Reizungen im Mund-Rachen-Raum.
Traditioneller Hustenblütentee bei trockenem Reizhusten und Katarrhen der Atemwege (EMA traditional use). Schleimstoffe bilden einen Schutzfilm auf gereizten Schleimhäuten, Saponine fördern die Sekretverflüssigung.
Anleitung & Dosierung
AUFGUSS: 1,5–2 g (ca. 1 gehäufter Teelöffel) getrocknete Königskerzenblüten mit 150 ml frisch aufgekochtem Wasser übergießen, Gefäß abdecken, 10 Minuten ziehen lassen. PFLICHTSCHRITT: Den Tee IMMER durch ein mit Mullbinde, Kaffeefilter oder dichtem Baumwolltuch ausgelegtes Teesieb filtern — die mikroskopisch kleinen Sternhaare der Blüten reizen sonst Mund- und Rachenschleimhaut und verstärken den Hustenreiz. Gefilterten Tee warm, in kleinen Schlucken trinken, 2–3× täglich. Tagesdosis 3–4,5 g Droge. Klassische Hustentee-Mischungen enthalten Verbasci Flos zusammen mit Spitzwegerichkraut, Malvenblüten, Eibischwurzel, Thymiankraut und Süßholzwurzel (Brusttee DAC). Anwendungsdauer laut EMA HMPC maximal 1 Woche; bei anhaltenden Beschwerden mit Fieber, eitrigem Auswurf oder Atemnot: sofort ärztliche Abklärung.
- Trockenmenge
- 1.5–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Laut EMA HMPC-Monographie ab 12 Jahren. Für Kinder unter 12 Jahren: ärztliche Abklärung erforderlich.
Gurgellösung aus gefilterten Königskerzenblüten bei leichten Halsreizungen und entzündlichen Rachenbeschwerden — demulzierende Schleimstoffe umhüllen gereizte Schleimhäute.
Anleitung & Dosierung
GURGELLÖSUNG: Aufguss wie beim Hustentee zubereiten (1,5–2 g, 150 ml, 10 min), UNBEDINGT durch Mullbinde oder Kaffeefilter abseihen. Auf lauwarm abkühlen lassen. 2–3× täglich ca. 30–60 Sekunden gurgeln, nicht schlucken (optional). Unterstützt bei entzündlichen Reizzuständen der Rachenschleimhaut und leichten Halsschmerzen.
- Trockenmenge
- 1.5–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Ab 12 Jahren (EMA).
Volksheilkundliche Dampfinhalation mit Königskerzenblüten bei Schnupfen und Atemwegsreizungen — Wärme und Schleimstoffe feuchten gereizte Schleimhäute.
Anleitung & Dosierung
DAMPFINHALATION: 2–3 g getrocknete Blüten (oder 1 Handvoll frische Blüten) in 500 ml kochendes Wasser geben, 2–3 Minuten ziehen lassen. Schüssel auf einen Tisch stellen, Handtuch über Kopf und Schüssel legen. In kurzen Zügen 5–10 Minuten inhalieren, Augen geschlossen halten. Nicht bei Asthma oder überempfindlichen Bronchien ohne ärztliche Rücksprache. Volksheilkundliche Anwendung bei Schnupfen, verengten Nasennebenhöhlen und Reizhusten.
- Trockenmenge
- 2–3 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
Königskerzenblüten sind in der Kommission-E-Monographie (positiv) zur Behandlung von Erkältungskrankheiten und Katarrhen der Luftwege zugelassen — demulzierende Schleimstoffe und sekretolytische Saponine als Hauptwirkmechanismus.
Anleitung & Dosierung
BRUSTTEE nach Kommission E (positiv bewertet 1985, BAnz 1994): 1,5–2 g Verbasci Flos (Königskerzenblüten, DAB/Ph. Eur.) mit 150 ml siedendem Wasser übergießen, 10–15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, IMMER durch Mulltuch/Kaffeefilter filtern. Tagesdosis 3–4 g Droge, auf 3 Einzelgaben aufgeteilt. Indikation laut Kommission E: Erkältungskrankheiten und Katarrhe der Luftwege. Kann in bewährten Mischtees kombiniert werden, z. B. Species pectorales (Brusttee DAC). Anwendung bis zu 2 Wochen. Bei Verschlechterung oder Auftreten von Fieber: Arzt.
- Trockenmenge
- 1.5–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Kommission E ohne Altersbeschränkung, EMA ab 12 Jahren.
Alkoholische Tinktur aus Königskerzenblüten als Alternative zum Tee bei Reizhusten — praktisch, wenn Teezubereitung und Filterung nicht möglich sind.
Anleitung & Dosierung
TINKTUR (Droge-Auszug-Verhältnis 1:5 in 25–45 % Ethanol): 1–2 ml (~20–40 Tropfen) 3× täglich, mit etwas Wasser verdünnt, einnehmen. Keine Filterung nötig (Sternhaare setzen sich nicht in Alkohol-Auszügen ab wie im wässrigen Aufguss). Traditionelle Anwendung bei Reizhusten und Katarrhen, wenn Tee unpraktisch ist. Nur für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (Ethanol-Gehalt). Dauer max. 1 Woche, bei Beschwerden ohne Besserung Arzt aufsuchen.
- Flüssigkeit
- 1–2 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Ab 12 Jahren — wegen Ethanolgehalt nicht für jüngere Kinder.
Volksheilkundlicher Blättertee bei Husten und Bronchialkatarrhen — weniger stark demulzierend als Blüten, aber reich an Iridoidglykosiden mit entzündungshemmenden Eigenschaften.
Anleitung & Dosierung
BLÄTTERAUFGUSS (volksheilkundlich): 1,5–2 g getrocknete, fein zerkleinerte Blätter (vorzugsweise junge Grundblätter, 1. Jahr) mit 250 ml siedendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, ZWINGEND durch Mulltuch filtern (Blätter tragen ebenfalls Sternhaare). 2× täglich. Volksheilkundliche Anwendung in der deutschen und englischen Kräutertradition bei Husten, Bronchialkatarrhen und Heiserkeit. Manche Quellen nennen auch Anwendung bei Gelenk- und Muskelschmerzen als diaphoretisches (schweisstreibendes) Mittel. Evidenz schwächer als bei Blüten — Blüten (Verbasci Flos) sind die EMA/Kommission-E-zugelassene Droge.
- Trockenmenge
- 1.5–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Volksheilkundlicher Blattumschlag bei Gelenkentzündungen und Hautreizungen — äußerliche Anwendung der Königskerzenblätter als traditionelles Hausmittel in Mittel- und Westeuropa.
Anleitung & Dosierung
UMSCHLAG / BREIUMSCHLAG: Frische oder getrocknete (re-hydratisierte) Blätter im Dampf kurz erweichen oder mit kochendem Wasser überbrühen, etwas abkühlen lassen, dann auf betroffene Stelle (Gelenke, Schwellungen, gereizte Haut) legen und mit einem Tuch fixieren. 20–30 Minuten belassen. 1–2× täglich. Volksheilkundliche Anwendung bei Gelenkentzündungen, Abszessen, Hautreizungen und geschwollenem Gewebe. Der Filz der Blattoberfläche (Sternhaare) wird dabei durch den Dampf angelegt — Reizung nur bei direktem Kontakt mit trockenen Haaren. Bei offenen Wunden oder stark entzündeter Haut vorsichtig: vor Gebrauch auf einer kleinen Fläche testen.
Klassischer Hustenmischtee mit Königskerzenblüten als Hauptkomponente — synergistisches Wirkprofil von Schleimstoffen, Saponinen und Flavonoiden aus verschiedenen Drogen.
Anleitung & Dosierung
MISCHTEE / BRUSTTEE: Königskerzenblüten (Verbasci Flos) eignen sich hervorragend als Basis für Hustentee-Mischungen. Bewährte Kombination (Species pectorales / DAC-Brusttee): Königskerzenblüten 30 g + Eibischblätter oder -wurzel 30 g + Malvenblüten 20 g + Süßholzwurzel 20 g. Pro Tasse: 2 g Mischung mit 150 ml siedendem Wasser, 10 Minuten ziehen, IMMER durch Mulltuch filtern. 3× täglich warm trinken. Synergistische Wirkung: Schleimstoffe aller Zutaten ergänzen sich gegenseitig; Süßholz bringt mild sekretolytische Glycyrrhizin-Saponine; Malve unterstützt Demulzens. Laut EMA kann Verbasci Flos als Monodroge oder in solchen bewährten Mischungen eingesetzt werden.
- Trockenmenge
- 1.5–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Ab 12 Jahren. Süßholz in großen Mengen meiden bei Bluthochdruck.
FILTER-PFLICHT: Königskerzenblüten und -blätter tragen mikroskopisch feine Sternhaare (Trichome), die beim unvermittelten Kontakt mit Mundschleimhäuten Reizungen, Brennen und paradoxen Hustenreiz auslösen. Jeden Aufguss IMMER durch Mulltuch, Kaffeefilter oder dicht gewebten Stoff filtern — kein Ausnahme. Diese Vorsichtsmaßnahme ist ein zentrales Thema der EMA-Monographie. Darüber hinaus: Anwendungsdauer auf 1 Woche begrenzen; bei Symptomen mit Fieber, Atemnot, blutigem oder eitrigem Auswurf oder Verschlechterung über 1 Woche sofort Arzt aufsuchen. Schleimstoffe können die Resorption gleichzeitig eingenommener oraler Arzneimittel verzögern — 30–60 Minuten Abstand einhalten. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) meiden.
⏱ Max. Daueranwendung: 1 Wochen
Mangels ausreichender Daten zur Sicherheit in der Schwangerschaft laut EMA HMPC nicht empfohlen. Lebensmittelübliche Mengen (gelegentlicher Hustentee in kleiner Menge) gelten als unbedenklich, aber im ersten Trimenon grundsätzlich Arzt fragen.
Mangels ausreichender Daten laut EMA HMPC in der Stillzeit nicht empfohlen. Kein Übergang in die Muttermilch bekannt, jedoch Vorsicht empfohlen.
EMA HMPC: Verbasci Flos darf ab 12 Jahren angewendet werden. Für Kinder unter 12 Jahren sind keine ausreichenden klinischen Daten vorhanden — ärztliche Abklärung erforderlich. Filterpflicht gilt für alle Altersgruppen besonders streng. Kinder unter 2 Jahren: keine Anwendung ohne ärztliche Empfehlung.
Wechselwirkungen
Orale Arzneimittel (allgemein — alle Gruppen)
Die hochmolekularen Schleimstoffe der Königskerzenblüten können im Magen-Darm-Trakt eine Schutzschicht auf der Schleimhaut bilden und dadurch die Resorption gleichzeitig eingenommener Arzneimittel verzögern oder vermindern. Dies betrifft prinzipiell alle oral eingenommenen Medikamente. Zeitlicher Abstand von mindestens 30–60 Minuten zwischen der Einnahme von Königskerzen-Zubereitungen und anderen Medikamenten einhalten.
Antidiabetika (orale Hypoglykämika, Insulin)
Iridoidglykoside (Aucubin, Catalpol) aus Verbascum-Arten zeigten in In-vitro-Studien schwach hypoglykämische Eigenschaften. Klinische Relevanz beim Menschen ist nicht belegt; bei gleichzeitiger Einnahme oraler Antidiabetika oder Insulin vorsichtig sein und Blutzucker engmaschiger kontrollieren.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Königskerze (Verbascum spp.) oder andere Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae).
- Kinder unter 12 Jahren (laut EMA HMPC — mangels Sicherheitsdaten).
- Nicht gefilterter Tee oder Aufguss — Haare reizen Schleimhäute (nicht kontraindiziert für die Droge, aber die Zubereitung ohne Filterung ist eine Anwendungskontraindikation).
Erntet wird: Blüten
- Tageszeit:
- An einem trockenen, sonnigen Vormittag zwischen 9 und 12 Uhr, nachdem der Morgentau vollständig verdunstet ist. Einzelne Blüten öffnen sich immer nur für einen einzigen Tag — daher täglich kontrollieren und frisch geöffnete Blütenkronen zupfen. Die Blütenstände von unten nach oben durchblühen; nach dem ersten Pflücken der untersten Blüten täglich an derselben Pflanze nachernten.
- Trocknung:
- Nur die goldgelben Blütenkronen ohne Kelch, Staubblätter und Stiele zupfen. Einlagig auf sauberem Papier oder Sieben im warmen Schatten bei 30–40 °C trocknen. Die Blüten müssen schnell getrocknet werden (innerhalb 24–48 h), um die goldgelbe Farbe zu erhalten — Braunfärbung zeigt unzureichende Trocknung oder Feuchtigkeit. WICHTIG: Beim Sammeln keine Sternhaare einatmen — im Freien ernten, Atem anhalten oder leichten Schutz tragen. Sternhaare reizen die Atemwege, wenn direkt eingeatmet.
- Lagerung:
- 12 Monate — Luftdicht in dunklen Gläsern oder Blechdosen, trocken und kühl (unter 25 °C), lichtgeschützt. Innerhalb 12 Monate aufbrauchen — danach schneller Wirkstoffverlust (Schleimstoffe degradieren, Blüten verfärben sich braun). In Gegenwart von Feuchtigkeit Schimmelgefahr. Mit Trockenbeutel/Silicagel lagern.
- Tageszeit:
- Im ersten Jahr wächst die Pflanze als Blattrosette (keine Blüte) — dies ist der optimale Erntezeitpunkt für Blätter. Junge Grundblätter im Frühjahr und Frühsommer (Mai–Juli) bei trockenem Wetter ernten, bevor die Blütenstängel im zweiten Jahr erscheinen. Alternativ: die untersten Blätter zweijahriger Pflanzen vor der Blüte. Nachmittagsstunden meiden — Taubildung am Abend erhöht Schimmelrisiko beim Trocknen.
- Trocknung:
- Junge, unbeschädigte Blätter (ohne Flecken oder Fraßspuren) einzeln auseinandergelegt bei 35–45 °C im Schatten oder Dörrgerät trocknen. Blätter sind durch den dichten Filz (Sternhaare) schwerer zu trocknen als die Blüten — Luft muss gut zirkulieren können; dünne Blätter von dicken trennen. IMMER Handschuhe tragen beim Verarbeiten — Sternhaare können Hautreizungen verursachen. Getrocknete Blätter grob zerreiben und in luftdichten Behältern lagern.
- Lagerung:
- 12 Monate — Luftdicht, dunkel, trocken (unter 25 °C). Innerhalb 12 Monate aufbrauchen. Schimmelkontrolle nach 2–3 Wochen Lagerung — Blätter nehmen Feuchtigkeit leicht auf.
- Schleimstoffe — Xylo-Glucuronarabinogalaktane (Polysaccharide)SchleimstoffAnteil: 3-4 %Blüte
Mengenmäßig wichtigste Wirkstoffgruppe der Blüten. Hochmolekulare Polysaccharide aus Xylose, Glucuronsäure, Arabinose und Galaktose. Bilden im wässrigen Aufguss kolloidale Gele, die sich auf gereizte Schleimhäute des Mund-Rachen-Raums und der Atemwege legen und sie vor mechanischer und chemischer Reizung schützen (Demulzens-Wirkung). Dieser Mechanismus ist die pharmakologische Basis der EMA- und Kommission-E-Zulassung.
- Triterpensaponine — Verbascosaponin und weitereSaponinAnteil: 0.5-2 %Blüte
Steroidsaponin-ähnliche Verbindungen, vorwiegend Verbascosaponin. Verantwortlich für die sekretolytische und schwach expektorierende Wirkung — senken die Oberflächenspannung des Bronchialsekrets und erleichtern so dessen Abtransport durch den mukoziliären Apparat. Wirken synergistisch mit den Schleimstoffen. Lösen bei zu starker Konzentration Magenirritation aus (daher max. Tagesdosis beachten).
- Iridoidglykoside — Aucubin, Catalpol, HarpagosidGlykosidAnteil: 0.3-1 %Blüte
Typische Leitsubstanzen der Gattung Verbascum und der Familie Scrophulariaceae. Aucubin und Catalpol sind antioxidativ, hepatoprotektiv und zeigten in In-vitro-Studien antientzündliche Eigenschaften (Hemmung der Cyclooxygenase und von NF-κB). Harpagosid ist vorwiegend aus Teufelskralle bekannt, kommt aber auch in Verbascum vor. Beitragen zur entzündungshemmenden Gesamtwirkung der Droge.
- Phenylethanoidglykoside — Verbascosid (Acteoside)GlykosidAnteil: 0.1-1 %Blüte
Verbascosid (auch Acteoside oder Verbascoside) ist ein Phenylethanoidglykosid, dessen Namensgebung auf Verbascum-Arten zurückgeht. Stark antioxidativ (DPPH-Assay), entzündungshemmend (5-LOX- und COX-Hemmung), schwach antimikrobiell und immunmodulierend. In neueren pharmakologischen Studien intensiv untersucht; klinische Bedeutung im Rahmen der Teeanwendung noch offen.
- Flavonoide — Apigenin, Luteolin, Rutin, HesperidinFlavonoidAnteil: 0.5-1 %Blüte
Flavone (Apigenin, Luteolin) und Flavonolglykoside (Rutin, Hesperidin). Antioxidativ, kapillarprotektiv, mild antientzündlich. Apigenin zeigt in In-vitro-Modellen spasmolytische Eigenschaften an glatten Muskeln der Bronchien — möglicherweise beitragend zur Linderung von Bronchospasmen bei Reizhusten, jedoch klinisch nicht belegt.
- Invertzucker (Glucose, Fructose)SonstigeAnteil: 11 %Blüte
Relativ hoher Zuckeranteil, der für den angenehm milden, leicht süßen Geschmack der Königskerzenblüten verantwortlich ist und die Compliance (Verträglichkeit/Akzeptanz) des Tees bei Kindern und Jugendlichen verbessert. Kein pharmakologischer Beitrag zur Hauptwirkung.
- Phenolcarbonsäuren — Kaffeesäure, Chlorogensäure, ProtocatechusäurePhenolsäureAnteil: 0.2-0.5 %Blüte
Hydroxyzimtsäure-Derivate (Kaffeesäure, Chlorogensäure) und Hydroxybenzoesäure-Derivate (Protocatechusäure). Antioxidativ und mild antimikrobiell; ergänzen das antioxidative Wirkpotenzial der Iridoid- und Phenylethanoidglykoside. Chlorogensäure zeigte in Studien leicht antivirale Eigenschaften.
- Ätherisches Öl (Spuren)Ätherisches ÖlAnteil: 0.02-0.05 %Blüte
Nur Spuren flüchtiger Bestandteile (u. a. α-Terpineol, Linalool, Benzaldehyd). Verantwortlich für den charakteristisch leicht honigsüßen Duft der frischen Blüten. Pharmakologisch bei diesen geringen Mengen nicht relevant; kein Beitrag zur therapeutischen Hauptwirkung.
- [1]MonographieEMA/HMPC/611537/2016 — European Union herbal monograph on Verbascum thapsus L., V. densiflorum Bertol., V. phlomoides L., flos (Final, 22 June 2018)(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]MonographieKommission E — Verbasci flos (Königskerzenblüten), Monographie (positiv), BAnz Nr. 43, 2. März 1989, zuletzt geändert BAnz 1994(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]MonographieESCOP Monographs — Verbasci Flos (Mullein Flower), 2nd edition 2003 (incl. supplement)(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Verbascum densiflorum database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [4]BuchWichtl, Max (Hrsg.) — Teedrogen und Phytopharmaka, 5. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2008; Eintrag: Verbasci Flos(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]BuchMadaus, Gerhard — Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band II: Verbascum thapsiforme / densiflorum, 1938 (Public Domain)(abgerufen: 2026-05-21)
- [7]BuchHenriette's Herbal Homepage — Verbascum: Eclectic and historical entries (public domain)(abgerufen: 2026-05-21)
- [8]WikipediaGroßblütige Königskerze (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)