Donum ∞ Dei
Foto von Mutterkraut

© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public domain · Commons

Mutterkraut

Vorsicht

Tanacetum parthenium · (Tanacetum parthenium)

Korbblütler (Asteraceae)

Beschreibung

Mutterkraut ist eine Pflanzenart aus der Gattung Tanacetum innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Andere Trivialnamen sind Falsche Kamille, Zierkamille und Fieberkraut.

  • RohBlattInnerlichTraditionell

    Traditionelle Einnahme frischer Blätter zur Migräne-Prophylaxe — tägliche Gabe als Langzeitanwendung, typisch englische Volksmedizin; nicht zur Akuttherapie.

    Anleitung & Dosierung

    FRISCHE BLÄTTER (Traditionelle Langzeit-Prophylaxe): 1–2 frische Mutterkrautblätter täglich, entweder direkt (in einem Sandwich oder zusammen mit Brot, Quark o. ä.) eingenommen oder als Belag — NICHT pur kauen, da frische Blätter Parthenolid-Mundschleimhaut-Irritationen verursachen können (Aphten, Schwellungen). Traditionelle Anwendung zur Vorbeugung von Migräne — bewährt in britischer Volksheilkunde seit dem 18. Jahrhundert, beschrieben im British Herbal Pharmacopoeia. Regelmäßige tägliche Einnahme über mindestens 4–6 Wochen bis zur Wirkbeurteilung; klinische Studien bestätigen moderate Wirkung (Cochrane 2004: bescheidene Evidenz für Migräheprophylaxe). Bei Abbruch nach längerer Einnahme NICHT abrupt stoppen — schrittweise ausschleichen (s. Warnhinweise 'Post-Feverfew-Syndrom').

    Trockenmenge
    12 g
    Anwendungen/Tag
    1×
    Max. Anwendungsdauer
    16 Wochen

    Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur für Erwachsene — keine ausreichenden Daten für Kinder.

    [#src_ema_tanacetum] [#src_cochrane_feverfew_2004] [#src_escop_tanacetum] [#src_wichtl_tanacetum]

  • TinkturBlattInnerlichTraditionell

    Mutterkraut-Tinktur zur traditionellen Migräne-Prophylaxe (EMA Traditional Use) — magenfreundlichere Alternative zur frischen Blatt-Einnahme.

    Anleitung & Dosierung

    TINKTUR (DAB-Qualität, DEV 1:5 in 25–45 % Ethanol): 1–2 ml (~20–40 Tropfen) 3× täglich, jeweils mit Wasser verdünnt, bevorzugt zu den Mahlzeiten einnehmen. Wirkstoffgehalt: mindestens 0,2 % Parthenolid auf Trockenblatt bezogen. Tinktur-Formulierungen vermeiden das direkte Kauen roher Blätter und reduzieren das Mundschleimhaut-Reizrisiko erheblich. Langzeitanwendung (Migräne-Prophylaxe) — Wirkung erst nach 4–6 Wochen regelmäßiger Einnahme beurteilbar. EMA-Traditional-Use-Monographie (2016) bestätigt traditionelle Anwendung für diese Form. Nicht abrupt absetzen nach mehr als 8 Wochen Einnahme.

    Flüssigkeit
    12 ml
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    16 Wochen

    Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur für Erwachsene. Wegen Ethanolgehalt nicht bei Alkoholerkrankung, Lebererkrankung oder Epilepsie.

    [#src_ema_tanacetum] [#src_escop_tanacetum] [#src_wichtl_tanacetum]

  • TeeKrautige TeileInnerlichVolksmedizin

    Volksheilkundlicher Aufguss bei Fieber und Kopfschmerzen sowie zur Regelförderung — historisch weit verbreitet, heute wissenschaftlich nur für Migräne-Prophylaxe belegt.

    Anleitung & Dosierung

    AUFGUSS: 1–2 TL (~1–2 g) getrocknetes Mutterkrautkraut (blühendes Kraut, Droge nach DAB) mit 250 ml kurz aufgekochtem Wasser (nicht sprudelnd kochend) übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. Bis zu 2 Tassen täglich, bevorzugt zu den Mahlzeiten (leicht bitter — Honig oder Pfefferminz als Ergänzung möglich). Volksheilkundliche Anwendung bei Fieber, Kopfschmerzen und zur Förderung der Regelblutung (emmenagoge Wirkung — daher Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT). Der Name 'Fieberkraut' verweist auf eine traditionell breit genutzte fiebersenkendeWirkung (historisch vor Aspirin-Zeitalter). Keine klinischen Belege für diese spezifischen Indikationen außerhalb der Migräne-Prophylaxe.

    Trockenmenge
    12 g
    Anwendungen/Tag
    2×
    Max. Anwendungsdauer
    4 Wochen

    [#src_pfaf_tanacetum] [#src_wp_de_mutterkraut] [#src_madaus_1938_tanacetum]

  • TinkturKrautige TeileInnerlichVolksmedizin

    Volksheilkundliche Tinktur bei rheumatischen Beschwerden — Culpeper und britische Kräutertradition; Wirksamkeit klinisch nicht belegt.

    Anleitung & Dosierung

    TINKTUR bei Rheuma/Arthritis (volksheilkundlich): 1–3 ml Tinktur (DEV 1:5 in 40–50 % Ethanol) 3× täglich mit etwas Wasser verdünnt. Traditionelle Verwendung in der britischen Kräutermedizin als entzündungshemmendes Mittel bei rheumatischen Beschwerden und Arthritis — erwähnt u. a. im Culpeper 'Complete Herbal' (1653) und im British Herbal Pharmacopoeia. Klinische Belege fehlen für diese Indikation; Parthenolid hemmt in vitro NF-κB-Signalweg und Prostaglandinsynthese, jedoch keine kontrollierten Humanstudien zu Arthritis. Ergänzende Maßnahme, kein Ersatz für ärztliche Behandlung bei entzündlichen Gelenkerkrankungen.

    Flüssigkeit
    13 ml
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    6 Wochen

    [#src_pfaf_tanacetum] [#src_culpeper_1653] [#src_wp_en_feverfew]

  • TeeBlüteInnerlichVolksmedizin

    Blütenaufguss als Bittertonikum zur Verdauungsförderung und Regelanregung — emmenagoge Wirkung; streng kontraindiziert in der Schwangerschaft.

    Anleitung & Dosierung

    BLÜTENAUFGUSS (menstruationsfördernd, verdauungsfördernd): 1–1,5 TL getrocknete Mutterkrautblüten mit 200 ml heißem Wasser (ca. 90 °C) übergießen, 8 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 2× täglich. Volkstümliche Anwendung als Bitterstoff-Tonikum zur Verdauungsförderung (Bitterstoffe, bes. Parthenolid und Sesquiterpenlactone, regen Gallensekretion an) sowie zur Unterstützung bei ausbleibender oder schwacher Regelblutung. KONTRAINDIZIERT in der Schwangerschaft — abortive Wirkung bekannt. Nicht länger als 2 Wochen ohne Pause anwenden.

    Trockenmenge
    11.5 g
    Anwendungen/Tag
    2×
    Max. Anwendungsdauer
    2 Wochen

    [#src_pfaf_tanacetum] [#src_wp_de_mutterkraut] [#src_madaus_1938_tanacetum]

  • UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin

    Volksheilkundlicher Blätterumschlag bei Kopfschmerzen und Gelenksschmerzen — Vorsicht vor Kontaktdermatitis bei Korbblütler-Sensibilisierung.

    Anleitung & Dosierung

    UMSCHLAG (äußerlich, volksheilkundlich): Eine Handvoll frische Mutterkrautblätter zerreiben oder grob zerkleinern, auf ein sauberes Leinen- oder Baumwolltuch legen und an die betroffene Stelle (Stirn bei Kopfschmerzen, schmerzende Gelenke) anlegen. 15–20 Minuten einwirken lassen. Vorsicht: Rohe Blätter können Kontaktdermatitis auslösen — Probefleck empfohlen, besonders bei bekannter Korbblütler-Allergie. Bei Hautrötung oder Brennen sofort entfernen. Klinisch nicht belegt — rein volksheilkundliche Tradition.

    [#src_pfaf_tanacetum] [#src_wp_en_feverfew]

  • TinkturBlattInnerlichKommission E

    Standardisierter Trockenextrakt (Kommission E positiv, 1988) zur Migräne-Prophylaxe — nicht zur Akutbehandlung; Parthenolid als Leitsubstanz.

    Anleitung & Dosierung

    STANDARDISIERTER EXTRAKT / KAPSELN (Kommission E / EMA Traditional Use): Tagesdosis entsprechend 0,2–0,6 mg Parthenolid aus standardisiertem Trockenextrakt oder Tinktur. In Handelsformen typischerweise 50–250 mg Trockenblattextrakt pro Kapsel/Tablette (standardisiert auf ≥ 0,2 % Parthenolid). Einnahme morgens und abends mit ausreichend Flüssigkeit zu den Mahlzeiten. Zur Prophylaxe, NICHT zur Akutbehandlung des Migräneanfalls. Wirkungseintritt frühestens nach 4–6 Wochen regelmäßiger Einnahme. Die positive Kommission-E-Monographie (1988) und die EMA-Traditional-Use-Bewertung (2016) beziehen sich auf die Prophylaxe von Migräne. Cochrane-Review (2004, Diener et al.) beschreibt modest signifikante Wirkung gegenüber Placebo — kein Goldstandard.

    Flüssigkeit
    0.52 ml
    Anwendungen/Tag
    2×
    Max. Anwendungsdauer
    16 Wochen

    Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Laut EMA nur für Erwachsene — keine Daten für Kinder/Jugendliche.

    [#src_kommission_e_tanacetum] [#src_ema_tanacetum] [#src_cochrane_feverfew_2004] [#src_escop_tanacetum]

Verbreitung in Europa

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Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)

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