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Geflecktes Lungenkraut
VorsichtPulmonaria officinalis · (Pulmonaria officinalis)
Raublattgewächse (Boraginaceae)
Beschreibung
Die weiß gefleckten Blätter des Lungenkrauts (Boraginaceae) erinnerten frühere Kräuterkundige an Lungengewebe und begründeten nach der mittelalterlichen Signaturenlehre seinen Namen und seine traditionelle Anwendung bei Husten und Bronchitis. Der vor der Vollblüte geerntete Kraut-Tee enthält Schleimstoffe, die sich schützend auf gereizte Atemwegsschleimhäute legen, sowie Rosmarinsäure und das wundheilungsfördernde Allantoin. Äußerlich wurden zerquetschte Blätter als Umschlag auf schlecht heilende Wunden gelegt, ein Aufguss diente als Gurgelmittel bei Halsschmerzen. Die Pflanze enthält jedoch auch geringe Mengen Pyrrolizidinalkaloide, die in tierexperimentellen Studien leberschädigend wirken; die innerliche Anwendung sollte deshalb auf maximal vier bis sechs Wochen im Jahr begrenzt bleiben. In Schwangerschaft, Stillzeit, bei bestehenden Lebererkrankungen und bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist von der innerlichen Einnahme abzuraten.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Pyrrolizidinalkaloide passieren die Plazentaschranke. Interne Anwendung in der Schwangerschaft strikt kontraindiziert.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
Pyrrolizidinalkaloide werden in die Muttermilch ausgeschieden und können das Neugeborene schädigen. Interne Anwendung in der Stillzeit strikt kontraindiziert.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Wegen des PA-Gehalts keine interne Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren empfohlen.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Hepatotoxische Arzneimittel
Lungenkraut-Tee aus den oberirdischen Teilen wird traditionell in der europäischen Volksmedizin bei Husten, Bronchitis und Kehlkopfbeschwerden eingesetzt. Die Schleimstoffe legen sich schützend auf die Schleimhäute der Atemwege; Saponine wirken schleimlösend. Grundlage der Anwendung ist die Doctrine of Signatures: Die gefleckten Blätter erinnerten frühere Heiler an Lungengewebe.
Anleitung & Dosierung
2–4 g getrocknetes Lungenkraut-Kraut mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Bis zu 3 Tassen täglich trinken. Keine Langzeitanwendung (PA-Gehalt beachten, max. 4–6 Wochen).
- Trockenmenge
- 2–4 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
In der Volksmedizin wurde Lungenkraut-Tee bei Halsschmerzen und Heiserkeit als Gurgelwasser eingesetzt. Der Gerbstoffgehalt wirkt adstringierend und mäßig entzündungshemmend auf die Rachenschleimhaut.
Anleitung & Dosierung
3–5 g getrocknetes Kraut in 250 ml heißem Wasser 10 Minuten ziehen lassen. Abkühlen lassen und als Gurgelwasser verwenden, nicht schlucken.
- Trockenmenge
- 3–5 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Volksmedizinisch wurde Lungenkraut bei leichten Blasenbeschwerden und Reizblase angewendet. Der Kieselsäuregehalt und die Schleimstoffe sollen die Harnwegsschleimhäute beruhigen. Wissenschaftlich nicht belegt.
Anleitung & Dosierung
2–4 g getrocknetes Kraut in 200 ml Wasser 10 Minuten ziehen lassen. Täglich ausreichend Flüssigkeit zuführen.
- Trockenmenge
- 2–4 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
Quellen: [7]
Alkoholischer Auszug aus Lungenkraut wurde traditionell als konzentriertere Alternative zum Tee bei hartnäckigem Husten verwendet. In vitro zeigen Lungenkraut-Extrakte COX-2-hemmende und antioxidative Wirkung auf Blutplasmaebene.
Anleitung & Dosierung
Fertigpräparat 1:5 (Ethanol 40 %): 30–50 Tropfen bis zu 3-mal täglich. Nicht länger als 4–6 Wochen anwenden (PA-Belastung).
- Anwendungen/Tag
- 3×
Frische zerquetschte Lungenkraut-Blätter wurden volksmedizinisch als Umschlag auf schlecht heilende Wunden, Geschwüre und Ekzeme aufgelegt. Der Gerbstoff- und Kieselsäuregehalt wirkt adstringierend und wundheilungsfördernd.
Einige volksmedizinische Traditionen verwenden Lungenkraut-Extrakt in Fettgrundlage äußerlich bei Hautreizungen, rauer Haut und kleinen Wunden. In vitro zeigen Phenolsäuren aus Pulmonaria antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften.
Junge Lungenkraut-Blätter wurden in manchen Regionen als Wildgemüse in Salaten oder gedünstet verzehrt. Die Blätter enthalten Flavonoide, Phenolsäuren und Schleimstoffe. Wegen des PA-Gehalts sollte der Verzehr gering und selten bleiben.
Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), die in tierexperimentellen Studien hepatotoxisch und potenziell kanzerogen wirken. Interne Anwendung sollte auf kurze Zeiträume (max. 4–6 Wochen/Jahr) begrenzt werden. Keine Langzeitanwendung ohne ärztliche Aufsicht. PA passieren die Plazentaschranke und werden in die Muttermilch ausgeschieden — in Schwangerschaft und Stillzeit strikt kontraindiziert. Bei bestehenden Lebererkrankungen kontraindiziert.
⏱ Max. Daueranwendung: 6 Wochen
Pyrrolizidinalkaloide passieren die Plazentaschranke. Interne Anwendung in der Schwangerschaft strikt kontraindiziert.
Pyrrolizidinalkaloide werden in die Muttermilch ausgeschieden und können das Neugeborene schädigen. Interne Anwendung in der Stillzeit strikt kontraindiziert.
Wegen des PA-Gehalts keine interne Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren empfohlen.
Wechselwirkungen
Hepatotoxische Arzneimittel
Additive Leberschädigung durch Kombination von PA-bedingter Hepatotoxizität mit anderen leberschädigenden Substanzen möglich.
Kontraindikationen
- Schwangerschaft und Stillzeit (Pyrrolizidinalkaloide)
- Bekannte Lebererkrankungen (Hepatotoxizitätsrisiko durch PAs)
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (interne Anwendung)
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Pflanzen der Familie Boraginaceae
Erntet wird: blühendes Kraut
- Tageszeit:
- Morgens nach Abtrocknen des Taus, bei trockenem Wetter
- Trocknung:
- Blätter und Stängel locker ausbreiten, bei 35–40 °C oder luftig-schattig trocknen. Blätter müssen leicht rascheln. Lagerung in dunklen, gut verschlossenen Behältern.
- Lagerung:
- 12 Monate — Trocken, dunkel und kühl in Papiertüten oder dunklen Gläsern. PA-Gehalt steigt nicht durch falsche Lagerung, bleibt aber unveränderlich vorhanden.
- Tageszeit:
- Morgens bei trockenem Wetter; Blüten öffnen sich mit dem Licht
- Trocknung:
- Blüten sofort nach der Ernte flach auslegen und bei max. 35 °C trocknen — kurze Trockendauer um Farbverlust zu minimieren.
- Lagerung:
- 6 Monate — Lichtgeschützt und trocken lagern; Blüten verlieren schnell Farbe und Aroma.
- Mucilage (Polysaccharide)SchleimstoffBlatt
Schleimstoffe aus Polysacchariden bilden die Basis der atemwegsberuhigenden Wirkung; legen sich schützend auf Schleimhäute.
- AllantoinSonstigeKrautige Teile
Stickstoffhaltige Verbindung; fördert Zellregeneration und Wundheilung; auch in Beinwell (Symphytum) dominant.
- Rosmarinsäure (Rosmarinic acid)PhenolsäureAnteil: 0,3–1,5 %Krautige Teile
Leitphenolsäure der Boraginaceae; potentes Antioxidans, hemmt COX-2 und Lipoxygenase in vitro.
- Yunnaneic acid BPhenolsäureKrautige Teile
Phenolisches Dimer aus Pulmonaria officinalis; verhindert Peroxynitrit-induzierte Oxidation von Plasma-Lipoproteinen in vitro.
- Pyrrolizidinalkaloide (PA)AlkaloidAnteil: < 0,1 %Krautige Teile
Intermedine, Lycopsamine und weitere 1,2-ungesättigte PAs; hepatotoxisch und potenziell kanzerogen; Hauptsicherheitsbedenken bei interner Anwendung.
- Quercetin-3-O-Glucoside (Isoquercitrin)FlavonoidKrautige Teile
Häufigstes Flavonoidglykosid in Lungenkraut; antioxidativ und antientzündlich; strukturell von Flavonoid-Glykosid-Studie 1995 beschrieben.
- Kieselsäure (Silicic acid)MineralstoffKrautige Teile
Lösliche Kieselsäure stärkt bindegewebige Strukturen; unterstützt die wundheilungsfördernde Wirkung beim externen Gebrauch.
- Tannine (Gerbstoffe)GerbstoffKrautige Teile
Hydrolysierbare und kondensierte Gerbstoffe; adstringierend auf Schleimhäute; mitverantwortlich für gurgelwassertaugliche Wirkung.
- [1]MonographieOlech et al. (2021): Pulmonaria obscura and Pulmonaria officinalis Extracts as Mitigators of Peroxynitrite-Induced Oxidative Stress and Cyclooxygenase-2 Inhibitors — In Vitro and In Silico Studies. Molecules 26(3):631(abgerufen: 2026-05-24)
- [2]MonographieOlech et al. (2017): Yunnaneic Acid B, a Component of Pulmonaria officinalis Extract, Prevents Peroxynitrite-Induced Oxidative Stress in Vitro. J Agric Food Chem 65(18):3671–3678(abgerufen: 2026-05-24)
- [3]MonographieOlech et al. (2018): Novel Phenolic Constituents of Pulmonaria officinalis L.: LC-MS/MS Comparison of Spring and Autumn Metabolite Profiles. Molecules 23(9):2277(abgerufen: 2026-05-24)
- [4]MonographieGudej et al. (1995): Flavonoid Glycosides from Aerial Parts of Pulmonaria officinalis. Planta Med 61(5):z94(abgerufen: 2026-05-24)
- [5]MonographieKowalczyk et al. (2023): Pyrrolizidine Alkaloids — Pros and Cons for Pharmaceutical and Medical Applications. Int J Mol Sci 24(23):16972(abgerufen: 2026-05-24)
- [7]BuchPlants For A Future (PFAF): Pulmonaria officinalis — Lungwort, Common lungwort(abgerufen: 2026-05-24)
- [6]WikipediaWikipedia EN: Pulmonaria officinalis(abgerufen: 2026-05-24)