© floranet|]] · Public domain · Commons
Waldkiefer
VorsichtPinus sylvestris · (Pinus sylvestris)
Kieferngewächse (Pinaceae)
Beschreibung
Mit ihrer charakteristischen rötlich-orangen Rinde im oberen Stammbereich zählt die Waldkiefer (Pinaceae) zu den prägenden Bäumen europäischer Nadelwälder. Im Frühjahr gesammelte junge Triebe (Pini turiones) und das daraus destillierte Nadelöl – reich an Alpha- und Beta-Pinen sowie Bornylacetat – sind von der Kommission E für die Inhalation und für Bäder bei Katarrhen der Atemwege sowie bei rheumatischen Beschwerden anerkannt; die sekretolytische und mild antiseptische Wirkung erleichtert das Abhusten. In der siebenbürgischen Volksmedizin wird aus den Trieben seit Generationen ein Hustensirup gekocht. Äußerlich verdünnt eingerieben soll das Öl durchblutungsfördernd bei Muskel- und Nervenschmerzen wirken, Kiefernharz diente traditionell als Wundauflage. Innerlich darf das ätherische Öl nicht bei Asthma oder Keuchhusten angewendet werden, bei Kindern unter zwei Jahren ist die Anwendung im Gesichtsbereich wegen Glottisspasmus-Gefahr strikt zu meiden.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Ätherisches Kiefernadelöl darf bei Kindern unter 2 Jahren nicht im Nasen-, Mund- oder Halsbereich angewendet werden (Glottisspasmus-Risiko). Für Kinder unter 4 Jahren generell nicht empfohlen.
Inhalation von Kiefernadelöl (Pini aetheroleum) oder einem Aufguss junger Triebe lindert traditionell Katarrhe der oberen und unteren Atemwege. Alpha-Pinen und Bornylacetat wirken sekretolytisch und mild antiseptisch auf die Bronchialschleimhaut.
Anleitung & Dosierung
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 2 Jahre — Ätherisches Kiefernadelöl darf bei Kindern unter 2 Jahren nicht im Gesichtsbereich angewendet werden — Gefahr des Glottisspasmus mit Atemstillstand.
Kiefernnadelölbäder werden traditionell bei Erkältungskrankheiten und rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Das ätherische Öl wird über die Haut resorbiert und entfaltet durchblutungsfördernde sowie muskelentspannende Wirkung.
Anleitung & Dosierung
Tee aus jungen Kieferntrieben (Pini turiones) wirkt expektorierend und mild antiseptisch. Flavonoide (Quercetin, Kämpferol) und Vitamin C tragen zur immunstärkenden Wirkung bei, die in der Volksmedizin bei Erkältungen und Bronchitis genutzt wird.
Anleitung & Dosierung
2–3 g getrocknete junge Kieferntriebe mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen. 3-mal täglich trinken.
- Trockenmenge
- 2–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Äußerlich aufgetragenes Kiefernadelöl (in fettem Trägeröl verdünnt) wird traditionell bei leichten Muskel- und Nervenschmerzen sowie rheumatischen Beschwerden eingerieben. Die durchblutungsfördernde Wirkung von Alpha-Pinen unterstützt die lokale Erwärmung.
Anleitung & Dosierung
In der siebenbürgischen Volksmedizin wird Sirup aus frischen Kieferntrieben (Pini turiones) seit Generationen bei Asthma, Husten, Katarrhen und Laryngitis eingesetzt. Die Zubereitung — Triebe mit Wasser aufgekocht, dann mit Zucker im Verhältnis 1:1 eingekocht — entspricht einer schleimhautberuhigenden Hustenmedizin.
Anleitung & Dosierung
Quellen: [4]
Harzauflagen aus dem Kiefernharz (Resina Pini) werden in der Volksmedizin bei Wunden, Furunkeln und Hautinfektionen eingesetzt. Harzsäuren und Phytoncide wirken antibakteriell und hemmen Schimmelpilze.
Anleitung & Dosierung
Ätherisches Kiefernadelöl nicht bei Asthma bronchiale oder Keuchhusten anwenden. Nicht in der Nähe von Augen oder Schleimhäuten. Bei Kindern unter 2 Jahren keine Anwendung im Gesichtsbereich — Glottisspasmus-Gefahr mit Atemstillstand. Keine Anwendung auf großflächigen Hautverletzungen, entzündeter Haut, bei Fieber, Herzinsuffizienz oder schwerem Bluthochdruck.
Innerliche Anwendung von Kieferntrieben in medizinischen Dosen in der Schwangerschaft nicht empfohlen — unzureichende Daten. Äußerliche Anwendung in sehr kleinen Mengen traditional akzeptiert.
Keine ausreichenden Sicherheitsdaten für die Stillzeit. Äußerliche Anwendung mit Vorsicht.
Ätherisches Kiefernadelöl darf bei Kindern unter 2 Jahren nicht im Nasen-, Mund- oder Halsbereich angewendet werden (Glottisspasmus-Risiko). Für Kinder unter 4 Jahren generell nicht empfohlen.
Wechselwirkungen
Keine bekannten Wechselwirkungen dokumentiert
Für Pinus-sylvestris-Zubereitungen sind bislang keine klinisch relevanten Arzneimittelwechselwirkungen beschrieben.
Kontraindikationen
- Asthma bronchiale und spastische Bronchitis (äußerlich wie innerlich)
- Herzinsuffizienz und schwerer Bluthochdruck (bei Bädern)
- Chronische Glomerulonephritis und schwere Nierenerkrankungen (bei innerlicher Anwendung)
- Großflächige Hautverletzungen, entzündliche Hauterkrankungen (äußerlich)
Erntet wird: junge Triebe (Frühjahr), Nadeln
- Tageszeit:
- Morgens, wenn die Triebe noch frisch und harzreich sind; vor dem Aufheizen durch Mittagssonne.
- Trocknung:
- Junge Triebe (Pini turiones) frisch verwenden oder bei max. 35 °C schonend trocknen; zu hohe Trockentemperatur lässt ätherisches Öl entweichen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Getrocknete Triebe in dunklen, luftdichten Glasgefäßen, kühl und trocken. Frische Triebe maximal 1 Woche im Kühlschrank.
- Tageszeit:
- Kiefernadeln ganzjährig sammelbar; Herbst und Winter für Teedestillate bevorzugt, da Ölgehalt dann konstant.
- Trocknung:
- Nadeln von den Zweigen abstreifen, bei Raumtemperatur lufttrocknen oder frisch für Dampfinhalation verwenden.
- Lagerung:
- 18 Monate — Getrocknete Nadeln in Papier- oder Leinensäcken, kühl, trocken und dunkel.
- α-Pinen (alpha-Pinen)Ätherisches ÖlAnteil: 20-40 % (ätherisches Nadelöl)Krautige Teile
Hauptbestandteil des ätherischen Öls der Nadeln und Triebe; bronchosekretolytisch und antibakteriell im Labor.
- β-Pinen (beta-Pinen)Ätherisches ÖlAnteil: 2-15 % (ätherisches Nadelöl)Krautige Teile
Monoterpen mit antimikrobieller Aktivität; kommt neben Alpha-Pinen als zweithäufigster Monoterpenkohlenwasserstoff vor.
- BornylacetatÄtherisches ÖlAnteil: 2-8 % (ätherisches Nadelöl)Krautige Teile
Oxygeniertes Monoterpen; trägt zum charakteristischen Nadelduft bei und wirkt mild sekretolytisch und durchblutungsfördernd.
- Δ3-Caren, Limonen, CamphenÄtherisches ÖlAnteil: 5-20 % (Summe, ätherisches Nadelöl)Krautige Teile
Weitere Monoterpenkohlenwasserstoffe im ätherischen Öl der Kiefernadeln und Triebe; zu Begleitstoffprofil und Gesamtaroma beitragend.
- Quercetin und Kämpferol (Flavonoide)FlavonoidAnteil: Spuren bis 0,5 %Krautige Teile
Flavonoide mit antioxidativer und entzündungshemmender Wirkung; tragen zur kapillarabdichtenden Wirkung bei.
- Harzsäuren (Abietinsäure, Pimarsäure)SonstigeAnteil: 1-5 % (Harz)Ganze Pflanze
Diterpensäuren im Kiefernharz; antibakteriell und antifungal. Grundlage der volksmedizinischen Wundanwendung von Kiefernharz.
- Vitamin C (Ascorbinsäure)VitaminAnteil: bis 20 mg % (Frischgewicht Nadeln)Krautige Teile
Relativ hoher Ascorbinsäuregehalt in frischen Kiefernadeln — historisch als Antiskorbut-Mittel in Nordeuropa und Kanada genutzt.
- [1]MonographieKommission E Monographie Pini sylvestris aetheroleum / Pini turiones — Bundesanzeiger(abgerufen: 2026-05-22)
- [2]MonographieArzneipflanzenlexikon — Pine (Pinus sylvestris): medicinal use, indications, dosage, safety(abgerufen: 2026-05-22)
- [3]MonographieAltmeyers Enzyklopädie — Pini turiones: phytotherapy profile, Commission E, indications(abgerufen: 2026-05-22)
- [4]MonographieThe Importance of Pine Species in the Ethnomedicine of Transylvania (PMC9506106)(abgerufen: 2026-05-22)
- [5]MonographiePine Buds: Medicinal Properties, Use and Contraindications — Violapharm(abgerufen: 2026-05-22)
- [6]MonographieScots Pine (Pinus sylvestris): How to Grow Your Own Medicine — Permaculture(abgerufen: 2026-05-22)
- [7]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Pinus sylvestris L.: schwach giftig (+) (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)