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Molchschwanz
VorsichtHouttuynia cordata · (Houttuynia cordata)
Eidechsenschwanzgewächse (Saururaceae)
Beschreibung
Der Molchschwanz ist ein niedriger, ausläufertreibender Bodendecker aus Ost- und Südostasien mit herzförmigen Blättern, die beim Zerreiben einen deutlich fischigen Geruch verströmen — verantwortlich ist der Aldehyd Decanoylacetaldehyd. In Vietnam und im südwestchinesischen Yunnan sind die frischen Blätter und Rhizome ein alltägliches Salat- und Würzkraut. In der traditionellen chinesischen Medizin heißt das Kraut Yu Xing Cao und gilt als lungenklärend: Ein Aufguss der getrockneten oberirdischen Teile wird bei Husten und Beschwerden der oberen Atemwege eingesetzt, ein starkes Dekokt auch bei Fieber, und in der Volksmedizin gilt es zudem als harntreibend. Frische, zerstoßene Blätter kommen als Auflage auf entzündete Hautstellen. Als wirksame Bestandteile gelten neben dem Decanoylacetaldehyd die Flavonoide Quercetin und Isoquercitrin; kontrollierte Studien am Menschen fehlen weitgehend. Wichtig zur Einordnung: Tee und Tinktur sind nicht dasselbe wie injizierbare Präparate, die in China wegen schwerer allergischer Reaktionen reglementiert wurden.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
Injizierbare Houttuynia-Präparate sind in China wegen schwerer anaphylaktischer Reaktionen (auch mit Todesfolge) reglementiert worden — diese Warnungen gelten NICHT für Kräutertee oder orale Tinkturen, die als deutlich sicherer gelten. Oraler Gebrauch gilt bei bestimmungsgemäßer Anwendung als sicher; bei bekannter Saururaceae-Allergie vermeiden. Starke Dosen können emmenagoge Wirkung entfalten. Den charakteristischen Fischgeruch des Krauts beim Kaufen als Qualitätsmerkmal nutzen (flüchtige Aldeyhde, die rasch verflüchtigen).
Aufguss aus getrockneten oberirdischen Pflanzenteilen (Blätter, Stängel) wird in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bei Erkrankungen der oberen Atemwege, chronischem Husten, Bronchitis und Lungenentzündung eingesetzt. Das Kraut gilt als lungenklärend (清肺 qīng fèi) und schleimlösend. Klinische Belege fehlen; die Anwendung beruht auf jahrtausendelanger TCM-Tradition und pharmakologischen Vorstudien.
Anleitung & Dosierung
3–10 g getrocknetes Kraut mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Bis zu 3 Tassen täglich trinken. Nicht länger als 4 Wochen ohne Pause.
- Trockenmenge
- 3–10 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
In der TCM wird Houttuynia (Yu Xing Cao / 鱼腥草) traditionell bei Harnwegsinfektionen und zur Stärkung der Immunabwehr eingesetzt. Die diuretische Wirkung ist empirisch belegt; antimikrobielle Inhaltsstoffe (Decanoylacetaldehyd, Quercetin) werden als Mechanismus diskutiert.
Anleitung & Dosierung
5–15 g Trockenkraut in 250 ml heißem Wasser 10 Min. ziehen lassen. Täglich 2 Tassen, begleitend ausreichend Flüssigkeit trinken.
- Trockenmenge
- 5–15 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
Frische, zerstoßene Blätter werden in der asiatischen Volksmedizin auf entzündete Hautpartien, Furunkel, Schlangenbisse und schlecht heilende Wunden gelegt. Die adstringierenden Gerbstoffe und antibakteriellen Inhaltsstoffe wirken oberflächendesinfizierend.
Alkoholischer Extrakt aus frischen oder getrockneten Pflanzenteilen als Immuntonikum. In-vitro-Studien zeigen antivirale Aktivität gegen HSV durch Hemmung des NF-κB-Signalweges; klinische Belege beim Menschen fehlen. Nicht identisch mit injizierbaren Houttuynia-Präparaten, die schwere Überempfindlichkeitsreaktionen verursacht haben.
Anleitung & Dosierung
Fertigpräparat (1:5-Tinktur, Ethanol 40 %) nach Herstellerangabe. Nicht selbst herstellen ohne phytopharmazeutische Erfahrung. Anwendungsdauer max. 4 Wochen.
- Anwendungen/Tag
- 2×
Frische Blätter und Rhizome werden in südostasiatischen und südwestchinesischen Küchen als Salatkraut, Gewürz und Beilage verzehrt (Vietnam: rau diếp cá; Yunnan: zhé'ěrgēn). Der charakteristische Fischgeruch stammt von Decanoylacetaldehyd. Der Konsum gilt als verdauungsfördernd und mild entzündungshemmend.
In der chinesischen und vietnamesischen Volksmedizin wird ein starkes Dekokt aus der ganzen Pflanze fiebersenken eingesetzt. Antimikrobielle Flavonoide (Quercetin, Isoquercitrin) und das flüchtige Decanoylacetaldehyd gelten als aktive Prinzipien. Kein Ersatz für ärztlich verordnete Therapie bei anhaltendem Fieber.
Anleitung & Dosierung
10–30 g frische oder 5–15 g getrocknete Pflanze in 300 ml Wasser 20 Minuten köcheln, abseihen. 2× täglich trinken. Bei anhaltendem Fieber (>2 Tage) Arzt aufsuchen.
- Trockenmenge
- 10–30 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
Teilbäder und Umschläge mit konzentriertem Houttuynia-Aufguss werden volksmedizinisch bei ekzematösen Hauterkrankungen, Juckreiz und infizierten Hautläsionen angewendet. Die antibakteriellen und adstringierenden Eigenschaften gelten als wirksam; kontrollierte Studien fehlen.
Injizierbare Houttuynia-Präparate sind in China wegen schwerer anaphylaktischer Reaktionen (auch mit Todesfolge) reglementiert worden — diese Warnungen gelten NICHT für Kräutertee oder orale Tinkturen, die als deutlich sicherer gelten. Oraler Gebrauch gilt bei bestimmungsgemäßer Anwendung als sicher; bei bekannter Saururaceae-Allergie vermeiden. Starke Dosen können emmenagoge Wirkung entfalten. Den charakteristischen Fischgeruch des Krauts beim Kaufen als Qualitätsmerkmal nutzen (flüchtige Aldeyhde, die rasch verflüchtigen).
⏱ Max. Daueranwendung: 4 Wochen
Emmenagoge Eigenschaften dokumentiert (PFAF); in der Schwangerschaft nicht anwenden. Kein Einsatz als Heilkraut; kulinarische Mengen in Speisen gelten als unbedenklich.
Keine Sicherheitsdaten zur Anwendung in der Stillzeit verfügbar. Aus Vorsichtsgründen auf Heilkraut-Dosen verzichten.
Keine kontrollierten Daten für Kinder. Keine Anwendung als Heilmittel bei Kindern unter 12 Jahren empfohlen.
Wechselwirkungen
Immunsuppressiva
Immunmodulatorische Wirkung von Houttuynia kann theoretisch mit immunsuppressiver Therapie interagieren; keine klinischen Fallberichte verfügbar.
Kontraindikationen
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Houttuynia cordata oder andere Saururaceae
- Schwangerschaft (emmenagoge Wirkung möglich)
Erntet wird: Blätter, Wurzelstock
- Tageszeit:
- Morgens nach dem Abtrocknen des Taus; vor der Vollblüte für maximalen Wirkstoffgehalt.
- Trocknung:
- Kraut locker bei 35–40 °C im Schatten trocknen. Bei höheren Temperaturen gehen flüchtige Inhaltsstoffe (Decanoylacetaldehyd) verloren. Gut getrocknet: knistert beim Zerreiben.
- Lagerung:
- 12 Monate — In luftdicht verschlossenen Glas- oder Metallbehältern, dunkel und trocken lagern. Der charakteristische Geruch sollte schwach wahrnehmbar bleiben.
- Tageszeit:
- Keine Tageszeit-Einschränkung; Rhizome nach dem Graben sofort säubern.
- Trocknung:
- Rhizome waschen, in Stücke schneiden und bei 40–50 °C trocknen oder frisch verwenden. Frischrhizome in Kühlschrank max. 1 Woche haltbar.
- Lagerung:
- 18 Monate — Getrocknete Rhizomstücke kühl, trocken und lichtgeschützt lagern; in Glasgefäßen.
- Decanoylacetaldehyd (Houttuynin)Ätherisches ÖlKrautige Teile
Charakteristischer Leitduft- und -wirkstoff; verantwortlich für den fischartigen Geruch. Flüchtig — beim Trocknen großteils verloren; antibakteriell und antifungal in vitro.
- QuercetinFlavonoidBlatt
Dominantes Flavonoid; antioxidativ, antiallergisch und antiviral; hemmt in vitro proinflammatorische Mediatoren.
- Isoquercitrin (Quercetin-3-glucosid)FlavonoidBlatt
Quercetin-Glykosid mit besserer Wasserlöslichkeit als das Aglykon; antimikrobiell und entzündungshemmend.
- Quercitrin (Quercetin-3-rhamnosid)FlavonoidKrautige Teile
Weiteres Quercetin-Glykosid aus Houttuynia; antioxidativ und immunmodulierend in Laborstudien.
- Aristolactam-AlkaloideAlkaloidKrautige Teile
In Planta Medica beschriebene Alkaloide mit anti-inflammatorischer Aktivität (Hemmung des Arachidonsäure-Stoffwechsels). Nur in geringen Mengen vorhanden; keine Nephrotoxizität wie bei echten Aristolochiasäuren bekannt.
- 2-UndecanonÄtherisches ÖlKrautige Teile
Flüchtiges Keton im ätherischen Öl; weiterhin zum Aroma beitragend; antimikrobielle Aktivität in vitro beschrieben.
- beta-MyrcenÄtherisches ÖlKrautige Teile
Monoterpen-Kohlenwasserstoff im ätherischen Öl; entzündungshemmende und analgetische Eigenschaften bekannt.
- Kaffeesäure / ChlorogensäurePhenolsäureKrautige Teile
Hydroxyzimtsäure-Derivate; antioxidativ und antimikrobiell; zur Gesamtphenol-Aktivität beitragend.
- [3]MonographieQu W et al. (2010): Chemical Constituents from Houttuynia cordata. Chinese Journal of Natural Medicines. DOI 10.3724/sp.j.1009.2009.00425(abgerufen: 2026-05-24)
- [4]MonographieKurmanbaeva AK et al. (2022): Chemical Compounds of Houttuynia cordata Thunb and Their Specific Pharmacological Activities. Farmacia Kazahstana. DOI 10.53511/pharmkaz.2022.98.37.023(abgerufen: 2026-05-24)
- [5]MonographieZhang QW (2015): Houttuynia cordata Thunb 鱼腥草 (Yuxingcao, Houttuynia). In: Dietary Chinese Herbs. DOI 10.1007/978-3-211-99448-1_71(abgerufen: 2026-05-24)
- [6]BuchPlants For A Future (PFAF): Houttuynia cordata(abgerufen: 2026-05-24)
- [1]WikipediaHouttuynia cordata — Wikipedia(abgerufen: 2026-05-24)
Verbreitung in Europa
🪴 Zuhause anbauen
- ☀ Licht
- Halbschatten
- 💧 Wasser
- täglich
- 🌱 Erde
- Feucht bis nass, lehmig
- 🪴 Topf
- 20 cm
- ⭐ Schwierigkeit
- ★★☆ mittel
- 🐾 Haustiere
- ungiftig — nicht extern geprüft
Tipps:
- Braucht IMMER feuchte Erde — Untersetzer mit Wasser.
- Wuchert stark — im Topf halten, nicht in den Garten setzen.
- Aroma stark ("Fischminze") — gut für asiatische Küche.
Pflege-Tipps sind allgemeine Empfehlungen aus Indoor-Gardening-Praxis, keine wissenschaftlichen Quellen.