Donum ∞ Dei
Foto von Molchschwanz

© Unknown · CC BY-SA 3.0 · Commons

Molchschwanz

Vorsicht

Houttuynia cordata · (Houttuynia cordata)

Eidechsenschwanzgewächse (Saururaceae)

Beschreibung

Der Molchschwanz ist ein niedriger, ausläufertreibender Bodendecker aus Ost- und Südostasien mit herzförmigen Blättern, die beim Zerreiben einen deutlich fischigen Geruch verströmen — verantwortlich ist der Aldehyd Decanoylacetaldehyd. In Vietnam und im südwestchinesischen Yunnan sind die frischen Blätter und Rhizome ein alltägliches Salat- und Würzkraut. In der traditionellen chinesischen Medizin heißt das Kraut Yu Xing Cao und gilt als lungenklärend: Ein Aufguss der getrockneten oberirdischen Teile wird bei Husten und Beschwerden der oberen Atemwege eingesetzt, ein starkes Dekokt auch bei Fieber, und in der Volksmedizin gilt es zudem als harntreibend. Frische, zerstoßene Blätter kommen als Auflage auf entzündete Hautstellen. Als wirksame Bestandteile gelten neben dem Decanoylacetaldehyd die Flavonoide Quercetin und Isoquercitrin; kontrollierte Studien am Menschen fehlen weitgehend. Wichtig zur Einordnung: Tee und Tinktur sind nicht dasselbe wie injizierbare Präparate, die in China wegen schwerer allergischer Reaktionen reglementiert wurden.

  • TeeKrautige TeileInnerlichTraditionell

    Aufguss aus getrockneten oberirdischen Pflanzenteilen (Blätter, Stängel) wird in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bei Erkrankungen der oberen Atemwege, chronischem Husten, Bronchitis und Lungenentzündung eingesetzt. Das Kraut gilt als lungenklärend (清肺 qīng fèi) und schleimlösend. Klinische Belege fehlen; die Anwendung beruht auf jahrtausendelanger TCM-Tradition und pharmakologischen Vorstudien.

    Anleitung & Dosierung

    3–10 g getrocknetes Kraut mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Bis zu 3 Tassen täglich trinken. Nicht länger als 4 Wochen ohne Pause.

    Trockenmenge
    310 g
    Anwendungen/Tag
    3×

    Quellen: [1] [4] [5]

  • TeeKrautige TeileInnerlichTraditionell

    In der TCM wird Houttuynia (Yu Xing Cao / 鱼腥草) traditionell bei Harnwegsinfektionen und zur Stärkung der Immunabwehr eingesetzt. Die diuretische Wirkung ist empirisch belegt; antimikrobielle Inhaltsstoffe (Decanoylacetaldehyd, Quercetin) werden als Mechanismus diskutiert.

    Anleitung & Dosierung

    5–15 g Trockenkraut in 250 ml heißem Wasser 10 Min. ziehen lassen. Täglich 2 Tassen, begleitend ausreichend Flüssigkeit trinken.

    Trockenmenge
    515 g
    Anwendungen/Tag
    2×

    Quellen: [1] [3] [5]

  • UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin

    Frische, zerstoßene Blätter werden in der asiatischen Volksmedizin auf entzündete Hautpartien, Furunkel, Schlangenbisse und schlecht heilende Wunden gelegt. Die adstringierenden Gerbstoffe und antibakteriellen Inhaltsstoffe wirken oberflächendesinfizierend.

    Quellen: [5] [6]

  • TinkturKrautige TeileInnerlichVolksmedizin

    Alkoholischer Extrakt aus frischen oder getrockneten Pflanzenteilen als Immuntonikum. In-vitro-Studien zeigen antivirale Aktivität gegen HSV durch Hemmung des NF-κB-Signalweges; klinische Belege beim Menschen fehlen. Nicht identisch mit injizierbaren Houttuynia-Präparaten, die schwere Überempfindlichkeitsreaktionen verursacht haben.

    Anleitung & Dosierung

    Fertigpräparat (1:5-Tinktur, Ethanol 40 %) nach Herstellerangabe. Nicht selbst herstellen ohne phytopharmazeutische Erfahrung. Anwendungsdauer max. 4 Wochen.

    Anwendungen/Tag
    2×

    Quellen: [2] [4]

  • RohBlattInnerlichVolksmedizin

    Frische Blätter und Rhizome werden in südostasiatischen und südwestchinesischen Küchen als Salatkraut, Gewürz und Beilage verzehrt (Vietnam: rau diếp cá; Yunnan: zhé'ěrgēn). Der charakteristische Fischgeruch stammt von Decanoylacetaldehyd. Der Konsum gilt als verdauungsfördernd und mild entzündungshemmend.

    Quellen: [1] [5]

  • TeeGanze PflanzeInnerlichVolksmedizin

    In der chinesischen und vietnamesischen Volksmedizin wird ein starkes Dekokt aus der ganzen Pflanze fiebersenken eingesetzt. Antimikrobielle Flavonoide (Quercetin, Isoquercitrin) und das flüchtige Decanoylacetaldehyd gelten als aktive Prinzipien. Kein Ersatz für ärztlich verordnete Therapie bei anhaltendem Fieber.

    Anleitung & Dosierung

    10–30 g frische oder 5–15 g getrocknete Pflanze in 300 ml Wasser 20 Minuten köcheln, abseihen. 2× täglich trinken. Bei anhaltendem Fieber (>2 Tage) Arzt aufsuchen.

    Trockenmenge
    1030 g
    Anwendungen/Tag
    2×

    Quellen: [4] [6]

  • BadKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin

    Teilbäder und Umschläge mit konzentriertem Houttuynia-Aufguss werden volksmedizinisch bei ekzematösen Hauterkrankungen, Juckreiz und infizierten Hautläsionen angewendet. Die antibakteriellen und adstringierenden Eigenschaften gelten als wirksam; kontrollierte Studien fehlen.

    Quellen: [3] [6]

Verbreitung in Europa

🪴 Zuhause anbauen

☀ Licht
Halbschatten
💧 Wasser
täglich
🌱 Erde
Feucht bis nass, lehmig
🪴 Topf
20 cm
⭐ Schwierigkeit
★★☆ mittel
🐾 Haustiere
ungiftig — nicht extern geprüft

Tipps:

  • Braucht IMMER feuchte Erde — Untersetzer mit Wasser.
  • Wuchert stark — im Topf halten, nicht in den Garten setzen.
  • Aroma stark ("Fischminze") — gut für asiatische Küche.

Pflege-Tipps sind allgemeine Empfehlungen aus Indoor-Gardening-Praxis, keine wissenschaftlichen Quellen.

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