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Kletten-Labkraut
VorsichtGalium aparine · (Galium aparine)
Rötegewächse (Rubiaceae)
Beschreibung
Die vierkantigen, mit winzigen Widerhaken besetzten Stängel und Blätter lassen das Kletten-Labkraut an Kleidung und Fell haften bleiben, wovon auch der Name Klebkraut herrührt; es wächst von Mai bis August an Hecken, Zäunen und Waldrändern. Verwendet wird das blühende Kraut, das Iridoide wie Asperulosid, Gerbstoffe und Flavonoide wie Rutin enthält. Volksheilkundlich wird ein Presssaft oder Tee innerlich bei Beschwerden des Lymphsystems und der Harnwege eingesetzt, äußerlich finden Auflagen aus dem frischen Kraut traditionell bei kleinen Wunden und Hautreizungen Verwendung. Junge Triebe wurden früher auch als Wildgemüse genutzt. Der frische Pflanzensaft kann bei empfindlichen Personen Kontaktdermatitis auslösen, weshalb bei bekannter Empfindlichkeit von der äußerlichen Anwendung abzusehen ist; für eine längere innerliche Einnahme fehlen ausreichende Untersuchungen.
Ein Aufguss aus dem frischen oder getrockneten Kraut wird traditionell als harntreibendes und lymphstimulierendes Mittel eingesetzt. In der europäischen Volksheilkunde galt das Kletten-Labkraut als Frühjahrskur zur Unterstützung der Ausscheidungsorgane.
Anleitung & Dosierung
- Trockenmenge
- 2–4 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Frischer Pflanzensaft oder ein Breiumschlag aus dem gequetschten Kraut wurde traditionell auf Wunden, leichte Verbrennungen und Hautentzündungen aufgelegt. In-vitro-Studien zeigen eine verbesserte Zellmigration in Wundheilungsassays.
Anleitung & Dosierung
Traditionell wurde eine salbenartige Zubereitung aus frischem Pflanzensaft und Butter bei Verbrühungen, Schwellungen und Hautausschlägen verwendet. Die Volksmedizin setzt dies auch bei Ekzem und Psoriasis ein.
Anleitung & Dosierung
Als schweißtreibendes (diaphoretisches) Mittel wurde Kletten-Labkraut-Tee bei Fieber eingesetzt. Plinius der Ältere erwähnte die Pflanze bereits gegen Fieberzustände und Hautleiden.
Anleitung & Dosierung
- Trockenmenge
- 2–3 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
Die jungen Triebe können im Frühjahr als Blattgemüse gekocht werden, sofern sie vor der Fruchtreife geerntet werden. Die getrockneten und gerösteten Früchte dienten als koffeinarmer Kaffeeersatz.
Quellen: [2]
Ethanolische Extrakte des Kletten-Labkrauts zeigten in vitro immunmodulatorische Wirkungen durch Stimulation der Lymphozytenproliferation. In der Naturheilkunde wird die Tinktur traditionell bei geschwollenen Lymphknoten eingesetzt.
Quellen: [4]
Frischer Pflanzensaft kann bei empfindlichen Personen Kontaktdermatitis auslösen. Bei länger anhaltenden Beschwerden oder bekannter Pflanzensaft-Allergie von der äußerlichen Anwendung absehen. Interne Langzeitanwendung nicht ausreichend untersucht.
Keine ausreichenden Sicherheitsdaten für Schwangerschaft vorhanden; traditionell gemieden.
Keine Daten vorhanden; sicherheitshalber meiden.
Für Kinder nicht ausreichend untersucht; kulinarische Nutzung in kleinen Mengen gilt als unbedenklich.
Kontraindikationen
- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Pflanzen der Familie Rubiaceae.
Erntet wird: blühendes Kraut
- Tageszeit:
- Vormittags nach dem Abtrocknen des Taus ernten.
- Trocknung:
- Lufttrocknen bei max. 40 °C, in dünnen Schichten; Kraut verliert beim Trocknen stark an Volumen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Trocken, dunkel und luftdicht in Papier- oder Leinenbeuteln lagern.
- Tageszeit:
- Früchte bei Reife sammeln, bevor sie vollständig hart werden.
- Trocknung:
- Bei 50 °C rösten für Kaffeeersatz; alternativ an der Luft trocknen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Kühl und trocken in verschlossenen Behältern.
- AsperulosidGlykosidAnteil: 0.05-0.2 %Krautige Teile
Iridoid-Glykosid; charakteristischer Leitinhaltsstoff der Galium-Gattung; in vitro in Prostaglandin-Vorstufen umwandelbar.
- ChlorogensäurePhenolsäureAnteil: bis 0.4 % (in 96-%-Ethanol-Extrakt)Krautige Teile
Hydroxyzimtsäure-Derivat; antioxidative und antimikrobielle Eigenschaften; quantitativ bedeutendste phenolische Säure im ethanolischen Extrakt.
- RutinFlavonoidKrautige Teile
Quercetin-3-O-rutinosid; gefäßschützend und antioxidativ.
- Quercetin-GlykosideFlavonoidKrautige Teile
Mehrere Quercetin-Derivate, darunter ein neu beschriebenes Quercetin-3-O-rhamnoglucosid-7-O-glucosid; antioxidativ und entzündungsmodulierend.
- Gallotannine und EllagitannineGerbstoffAnteil: 2-5 %Krautige Teile
Hydrolysierbare Gerbstoffe; verantwortlich für die adstringierende und antimikrobielle Wirkung.
- Iridoid-Säuren (Monotropein, Asperulosidsäure)GlykosidKrautige Teile
Weitere Iridoid-Verbindungen neben Asperulosid; beitragend zur Bitterkeit und biologischen Aktivität.
- SaponineSaponinKrautige Teile
Oberflächenaktive Verbindungen; beitragend zur schaumbildenden Eigenschaft wässriger Extrakte.
- Kaffeesäure-DerivatePhenolsäureKrautige Teile
Dicaffeoylchinasäuren und weitere Kaffeesäure-Ester; antioxidativ und antimikrobiell.
- [3]MonographieGalium aparine — Plants For A Future (PFAF)(abgerufen: 2026-05-22)
- [4]MonographiePhytochemical Profiles and In Vitro Immunomodulatory Activity of Ethanolic Extracts from Galium aparine L. — Plants 2019(abgerufen: 2026-05-22)
- [5]MonographieBringing back Galium aparine L. from forgotten corners of traditional wound treatment procedures — BMC Complement. Med. Ther. 2024(abgerufen: 2026-05-22)
- [1]WikipediaKletten-Labkraut (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-22)
- [2]WikipediaGalium aparine (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-22)