© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen (1897) · Public domain · Commons
Blauer Eukalyptus
Vorsicht🐾Blue gum eucalyptus · (Eucalyptus globulus)
Myrtengewächse (Myrtaceae)
Beschreibung
Der Blaue Eukalyptus ist ein rasch wachsender, immergrüner Baum aus der Familie der Myrtengewächse. Er stammt aus Tasmanien und dem Südosten Australiens und wird heute rund ums Mittelmeer, in Portugal, Kalifornien und Südamerika angebaut; in guten Lagen erreicht er über fünfzig Meter. Auffällig ist der Blattwechsel im Lauf des Lebens: Junge Zweige tragen sitzende, blaugrün bereifte Blätter, die dem Baum seinen Namen geben, ältere dagegen lange, sichelförmig hängende. Die Rinde löst sich in Streifen und legt die glatte helle Fläche darunter frei. Für Heilzwecke werden die Blätter und das daraus destillierte ätherische Öl verwendet, dessen Hauptbestandteil 1,8-Cineol (Eucalyptol) ist — derselbe Stoff, der auch dem Kardamom seine kühle Note gibt. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA führt Eukalyptusöl als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei Husten im Rahmen einer Erkältung und bei örtlichen Muskelschmerzen. Ätherisches Eukalyptusöl darf nicht im Gesicht oder an der Nase von Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden — es kann einen Stimmritzenkrampf auslösen.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Unter 30 Monaten laut EMA nicht anwenden — Gefahr eines Stimmritzenkrampfs. Kinder mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte, auch Fieberkrämpfen, sind ganz ausgenommen. Inhalation, Einreibung und Bad ab 4 Jahren, Einnehmen ab 12 Jahren.
Traditionell zur Linderung von Husten bei Erkältungen und als Inhalation oder Badezusatz, um die oberen Atemwege freier zu machen; in der EU als traditionelles pflanzliches Arzneimittel registriert. Für Inhalation, Einreibung und Bad lässt die EMA die Anwendung ab vier Jahren zu, zum Einnehmen erst ab zwölf. Hält der Husten länger als eine Woche an, gehört er ärztlich abgeklärt.
Anleitung & Dosierung
Wenige Tropfen Öl in eine Schüssel mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser geben und den Dampf mit geschlossenen Augen einatmen. Nicht über kochendem Wasser — die Verbrühungsgefahr ist der häufigste Unfall dabei.
- Anwendungen/Tag
- 3×
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 4 Jahre — Unter 30 Monaten wegen der Gefahr eines Stimmritzenkrampfs gar nicht, und auch danach nie im Gesicht.
Für den Inhaltsstoff 1,8-Cineol gibt es einzelne klinische Studien zu Atemwegsbeschwerden wie Bronchitis und Rhinosinusitis. Untersucht wurde dabei der isolierte Reinstoff in magensaftresistenten Kapseln, nicht das Öl aus der Flasche — die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht auf jede Anwendungsform übertragen.
Die EMA führt neben dem Husten auch örtliche Muskelschmerzen als traditionelle Anwendung — als Einreibung in verdünnter Form. Das Öl erzeugt auf der Haut ein Kälte- und dann ein Wärmegefühl. Bessern sich die Schmerzen nach ein bis zwei Wochen nicht, gehört das abgeklärt.
Quellen: [1]
Ätherisches Eukalyptusöl bzw. 1,8-Cineol NICHT im Gesicht oder an der Nase von Säuglingen und Kleinkindern (unter ca. 10 Jahren) anwenden — Gefahr von Stimmritzenkrampf und Atemnot. Nicht unverdünnt einnehmen; vorgegebene Dosierung beachten. Nicht bei Überempfindlichkeit gegen Eukalyptusöl/1,8-Cineol; Vorsicht bei Kindern mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte. Heiße Bäder mit Eukalyptusöl sind laut EMA nicht angebracht bei großflächigen Hautverletzungen, offenen Wunden, akuten Hauterkrankungen, hohem Fieber, schweren Infektionen, schweren Durchblutungsstörungen und Herzschwäche. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde, Katzen und Pferde giftig.
Die EMA-Unterlagen enthalten keine Angaben zur Schwangerschaft. Ohne Daten wird von der Anwendung abgeraten; das gilt besonders für die Einnahme.
Ebenfalls keine Angaben in den EMA-Unterlagen. Öl nicht auf Brust oder Dekolleté auftragen, wenn ein Säugling daran trinkt.
Unter 30 Monaten laut EMA nicht anwenden — Gefahr eines Stimmritzenkrampfs. Kinder mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte, auch Fieberkrämpfen, sind ganz ausgenommen. Inhalation, Einreibung und Bad ab 4 Jahren, Einnehmen ab 12 Jahren.
Wechselwirkungen
Über CYP-Enzyme abgebaute Arzneimittel
1,8-Cineol kann Enzyme der Leber anregen und dadurch den Abbau anderer Wirkstoffe beschleunigen. Bei kurzer äußerer Anwendung ist das ohne Belang, bei längerer Einnahme von Cineol-Kapseln nicht.
Kontraindikationen
- Kinder unter 30 Monaten — Gefahr eines Stimmritzenkrampfs.
- Kinder mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte, mit oder ohne Fieber.
- Überempfindlichkeit gegen Eukalyptusöl oder 1,8-Cineol.
- Heiße Bäder bei offenen Wunden, akuten Hauterkrankungen, hohem Fieber, schweren Infektionen, Durchblutungsstörungen oder Herzschwäche.
Erntet wird: Blätter
- Tageszeit:
- Ganzjährig, da immergrün. Der Ölgehalt der Blätter ist am späten Vormittag am höchsten, wenn der Tau abgetrocknet ist. Für die Destillation werden die älteren, sichelförmigen Blätter genommen.
- Trocknung:
- Locker ausgebreitet im Schatten trocknen. Das ätherische Öl entweicht mit der Wärme — nie über 35 °C und nie in der Sonne.
- Lagerung:
- 12 Monate — Ganze Blätter luftdicht und dunkel; erst kurz vor Gebrauch zerkleinern. Fertiges ätherisches Öl gehört in eine dunkle Flasche und ist nach dem Öffnen etwa ein Jahr brauchbar.
- 1,8-Cineol (Eucalyptol)Ätherisches ÖlAnteil: 70–85 % des ätherischen ÖlsBlatt
Hauptbestandteil und Träger der Wirkung; zugleich der Stoff, der bei Kleinkindern gefährlich werden kann.
- α-PinenÄtherisches ÖlBlatt
- LimonenÄtherisches ÖlBlatt
- p-Cymen und AromadendrenÄtherisches ÖlBlatt
- Gerbstoffe (Ellagitannine)GerbstoffBlatt
Im Blattaufguss enthalten, nicht im destillierten Öl.
- Flavonoide (Rutin, Quercetin)FlavonoidBlatt
- [1]MonographieEucalypti aetheroleum (eucalyptus oil) — EMA herbal medicinal product overview(abgerufen: 2026-08-20)
- [2]MonographieEMA/HMPC — Assessment report on Eucalyptus globulus Labill., folium(abgerufen: 2026-06-23)
- [3]MonographieTherapeutic applications of eucalyptus essential oils (Inflammopharmacology 2024)(abgerufen: 2026-06-23)
- [5]MonographieASPCA Animal Poison Control — Eucalyptus (Eucalyptus species): Toxic to Dogs, Toxic to Cats, Toxic to Horses(abgerufen: 2026-08-10)
- [4]CommonsFile:Eucalyptus globulus - Köhler's Medizinal-Pflanzen-147.jpg — Wikimedia Commons(abgerufen: 2026-06-23)