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Kornelkirsche
Cornus mas · (Cornus mas)
Hartriegelgewächse (Cornaceae)
Beschreibung
Lange bevor die Blätter austreiben, überzieht sich die Kornelkirsche im zeitigen Frühjahr mit einem Schleier winziger gelber Blüten — ein verlässliches Vorbotenzeichen des Frühlings in Gärten und lichten Wäldern. Aus den Blüten reifen ab August die länglichen, leuchtend roten Steinfrüchte, reich an Vitamin C, Anthocyanen und Gerbstoffen sowie an Pektin. Frisch schmecken sie herb-säuerlich und werden traditionell zu Mus, Sirup oder Konfitüre verarbeitet; in der Volksmedizin galten die Früchte als stärkend für die Verdauung und als Unterstützung bei fieberhaften Erkältungen. Auch die Blüten fanden überliefert Verwendung bei Magen-Darm-Beschwerden. Kornelkirschen gelten bei üblichem Verzehr als unbedenklich, unreife Früchte schmecken jedoch stark adstringierend und sollten nicht gegessen werden; die Kerne sind vor dem Verzehr zu entfernen.
Die reifen Früchte der Kornelkirsche werden frisch verzehrt oder als Kompott, Marmelade, Saft und Dörrfrucht zubereitet. Sie schmecken angenehm säuerlich-süß und liefern reichlich Vitamin C sowie Anthocyane. Unreife Früchte sind stark adstringierend und sollten nicht roh gegessen werden.
Anleitung & Dosierung
In der traditionellen Volksmedizin des Balkans und Kaukasus wurden Abkochungen der Früchte gegen Durchfall, Ruhr und Fieber eingesetzt. Die adstringierende Wirkung der Gerbstoffe ist für die schleimhautberuhigende Wirkung verantwortlich.
Anleitung & Dosierung
5–10 g getrocknete Früchte (entsteint) in 250 ml Wasser 10 Minuten köcheln lassen, abseihen, 2× täglich trinken.
- Trockenmenge
- 5–10 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
Die früh im Jahr erscheinenden gelben Blüten wurden volksmedizinisch als leichtes Abführ- und Darmmittel genutzt. Ein Aufguss der frischen oder getrockneten Blüten gilt als magenfreundlich.
Anleitung & Dosierung
2–4 g frische oder getrocknete Blüten mit 200 ml heißem Wasser übergießen, 8 Minuten ziehen lassen, abseihen.
- Trockenmenge
- 2–4 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
Quellen: [4]
Tinkturen und Liköre aus den Früchten sind in Süd- und Osteuropa weit verbreitet. Die Iridoide (Logansäure, Cornusid) und Anthocyane der Kornelkirsche werden dabei gut extrahiert und gelten als antioxidativ sowie antibakteriell.
Anleitung & Dosierung
Quellen: [3]
Im kaukasischen Volksgebrauch wurden frische Früchte und das Samenöl zur äußerlichen Behandlung schwer heilender Wunden und Hauterkrankungen aufgetragen. Das Öl enthält zu 70–75 % Linolsäure.
Quellen: [3]
In der aserbaidschanischen und georgischen Küche werden Kornelkirschen als Würzzutat für Reisgerichte, Fleischsaucen und Trockenfrüchte (Pestil/Turshu) verwendet. Unreife eingelegte Früchte ähneln in ihrer Verwendung Oliven.
Quellen: [2]
Bei üblicher Anwendung keine bekannten Nebenwirkungen. Kerne vor der Verwendung entfernen (kein Amygdalin nachgewiesen, aber mechanisch störend). Unreife Früchte stark adstringierend — nur reife verwenden.
Keine ausreichenden Daten für Schwangerschaft; maßvoller Lebensmittelgebrauch (Marmelade, Saft) gilt als unbedenklich.
Keine Daten; maßvoller Lebensmittelgebrauch gilt als unbedenklich.
Kerne vor Gabe an Kinder stets entfernen. Gekochte oder verarbeitete Früchte (Marmelade, Kompott) sind für Kinder ab Kleinkindalter unbedenklich.
Kontraindikationen
- Keine bekannten Kontraindikationen bei Lebensmittelgebrauch.
Erntet wird: reife Früchte
- Tageszeit:
- Morgens oder bei kühler Witterung ernten, wenn die Früchte tiefrot und leicht weich sind.
- Trocknung:
- Früchte entsteinen und bei 40–50 °C im Dörrgerät oder an der Luft trocknen; dunkel und trocken lagern.
- Lagerung:
- 12 Monate — Getrocknete Früchte in luftdichten Behältern dunkel und kühl lagern.
- Tageszeit:
- Blüten bei trockenem Wetter ernten, bevor sie vollständig geöffnet sind.
- Trocknung:
- Bei Raumtemperatur an einem luftigen, schattigen Ort trocknen; in Papiertüten aufbewahren.
- Lagerung:
- 12 Monate — Getrocknet in Papiertüten oder Gläsern, vor Licht geschützt.
- Anthocyane (Cyanidin-, Delphinidin-, Pelargonidin-Glykoside)FlavonoidFrucht
Hauptfarbstoffe der reifen Früchte; stark antioxidativ, zellschützend. Fünf Anthocyan-Verbindungen identifiziert.
- Logansäure (Loganic acid)GlykosidFrucht
Wichtigstes Iridoid der Kornelkirsche; antibakteriell, entzündungshemmend.
- CornusidGlykosidFrucht
Zweites Leitiridoid; zeigt antimykotische Eigenschaften.
- Vitamin C (Ascorbinsäure)VitaminFrucht
Bedeutsamer Vitamin-C-Gehalt; trägt zur immunstützenden Wirkung bei.
- Gerbstoffe (Tannine)GerbstoffAnteil: 7-16 %Rinde
Hoher Gerbstoffgehalt in der Rinde (7–16 %); verantwortlich für die adstringierende Wirkung.
- PektinePolysaccharidFrucht
Gelbildende Polysaccharide; tragen zur Konsistenz von Marmelade und zur Magen-Darm-Schleimhautschutzwirkung bei.
- LinolsäureSonstigeAnteil: 70-75 %Samen
Dominante Fettsäure im Samenöl (70–75 %); essenzielle Omega-6-Fettsäure.
- UrsolsäureSonstigeFrucht
Triterpenoid; zeigt im Labor anti-inflammatorische und hepatoprotektive Wirkung.
- [3]MonographieCornus mas L. (cornelian cherry), an important European and Asian traditional food and medicine: Ethnomedicine, phytochemistry and pharmacology for its commercial utilization in drug industry(abgerufen: 2026-05-22)
- [4]BuchPFAF Plant Database — Cornus mas(abgerufen: 2026-05-22)
- [1]WikipediaKornelkirsche (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-22)
- [2]WikipediaCornus mas (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-22)