Donum ∞ Dei
Foto von Rotkohl

© KENPEI · CC BY-SA 3.0 · Commons

Rotkohl

Vorsicht

Red cabbage · (Brassica oleracea convar. capitata var. rubra)

Kreuzblütler (Brassicaceae)

Beschreibung

Rotkohl unterscheidet sich vom Weißkohl vor allem durch seine Anthocyane, allen voran Cyanidin-Glykoside, die dem Kopf die violette Farbe geben. Diese Farbstoffe reagieren empfindlich auf den Säuregrad: Mit einem Schuss Essig oder mit Apfel gekocht bleibt das Gericht rot, in kalkhaltigem Wasser schlägt es ins Blaue um — deshalb heißt dasselbe Gemüse in Süddeutschland Blaukraut. Geerntet wird von September bis November. Sein Vitamin-C-Gehalt liegt mit 40 bis 70 Milligramm je 100 Gramm über dem des Weißkohls, dazu kommen Vitamin K1, Ballaststoffe und Senfölglykoside wie Sinigrin und Glucobrassicin. In der mitteleuropäischen Winterküche ist er als Beilage fest verankert, milchsauer vergoren gilt er wie Sauerkraut als bekömmlich. Ein Hinweis für Menschen, die blutverdünnende Mittel vom Cumarin-Typ einnehmen: Wegen des Vitamin K1 sollte die verzehrte Menge möglichst gleichmäßig bleiben.

  • RohBlattInnerlichTraditionell

    Roher Rotkohl enthält im Vergleich zu Weißkohl mehr Anthocyane (v.a. Cyanidin-Glykoside) und mehr Vitamin C (ca. 57 mg/100 g frisch). Als Rohkostsalat wird er in der europäischen Volksküche traditionell zur Stärkung der Abwehrkräfte und als Mineralstofflieferant eingesetzt. Kochen reduziert den Vitamin-C-Gehalt erheblich — Rohverzehr ist nutritiv vorzuziehen.

    Quellen: [2] [3] [5]

  • RohBlattInnerlichTraditionell

    Traditionell fermentierter Rotkohl-Sauerkraut (Milchsäuregärung) wird in der mitteleuropäischen Volksmedizin bei Verdauungsbeschwerden und als probiotisches Lebensmittel eingesetzt. Die Milchsäuregärung erhöht die Bioverfügbarkeit von Glucosinolaten und produziert lebende Lactobacillus-Kulturen, die die Darmflora unterstützen.

    Quellen: [7] [8]

  • RohBlattInnerlichTraditionell

    Anthocyane des Rotkohls (v.a. Cyanidin-3-diglucosid, Cyanidin-3-sophorosid) werden in der Volksmedizin und modernen Ernährungsforschung mit einer Verbesserung der Kapillarfestigkeit und vaskulären Gesundheit in Verbindung gebracht. Tanchev & Timberlake (1969) charakterisierten erstmals die Anthocyan-Zusammensetzung von Brassica oleracea und zeigten deren antioxidative Kapazität.

    Quellen: [1] [3] [4]

  • RohBlattInnerlichVolksmedizin

    In der europäischen Volksmedizin wird frischer Rotkohls-Saft bei Gelenkbeschwerden und Arthritis-Symptomen getrunken. Glucosinolate (v.a. Glucobrassicin, Sinigrin) werden als bioaktive Leitsubstanzen betrachtet. Klinische Belege für diese spezifische Indikation fehlen; der traditionelle Gebrauch ist kulturell breit verankert.

    Quellen: [2] [6]

  • UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin

    Gedämpfte oder leicht angewärmte Rotkohl-Blätter werden volksmedizinisch als Wickel bei Gelenkschmerzen, Gicht und Hautirritationen aufgelegt. Die lokale Anwendung der antioxidativen Anthocyane und leicht entzündungshemmenden Senfölglykoside soll abschwellend und schmerzlindernd wirken.

    Quellen: [3] [8]

  • GewürzBlattInnerlichTraditionell

    Als Kochgemüse ist Rotkohl ein fester Bestandteil der deutschen und österreichischen Winterküche. Er liefert Ballaststoffe (ca. 2,5 g/100 g), Vitamin K₁ (ca. 76 µg/100 g) und Folat. Der traditionelle Rotkohlsalat mit Essig und Zucker erhält die Anthocyane durch den sauren pH-Wert stabiler als beim Kochen.

    Quellen: [1] [5] [8]

  • RohBlattInnerlichVolksmedizin

    In der Naturheilkunde wird Rotkohl-Rohsaft (ca. 100 ml täglich) als Leber- und Gallenmittel empfohlen. Sulforaphan (hydrolysiertes Glucosinolat) aktiviert Phase-II-Entgiftungsenzyme der Leber (Glutathion-S-Transferase). Klinische Studien für diese Indikation an Rotkohl-Saft fehlen; präklinische Daten zu Kreuzblütlern allgemein sind vorhanden.

    Quellen: [2] [6]

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Quelle: Gertrud Franck, Gesunder Garten durch Mischkultur (1980, eigene Kuration) | Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)

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