Donum ∞ Dei
Foto von Schlangen-Knöterich

© Thomé, Otto Wilhelm; · Public domain · Commons

Schlangen-Knöterich

Bistorta officinalis · (Bistorta officinalis)

Knöterichgewächse (Polygonaceae)

Beschreibung

Der namensgebende, mehrfach S-förmig gewundene Wurzelstock erinnert an eine geschlängelte Schlange und wird im Herbst geerntet. Mit einem außergewöhnlich hohen Gerbstoffgehalt von 15 bis 36 Prozent zählt das Rhizom zu den stärksten pflanzlichen Adstringentien Europas: Ein Aufguss wird traditionell bei Durchfall eingesetzt, eine konzentrierte Abkochung dient als Gurgellösung bei Rachenentzündung und wundem Zahnfleisch. Auflagen aus Rhizom-Abkochungen fanden volksmedizinisch bei Wunden und Hautentzündungen Verwendung; Laboruntersuchungen bestätigten dazu eine antibakterielle Wirkung gegen Hautkeime. In Nordengland gehören die jungen, vitaminreichen Blätter traditionell zum österlichen 'Easter-ledge pudding'. Wegen des hohen Gerbstoffanteils sollten Zubereitungen bei empfindlichem Magen nur in kleinen Mengen und nach dem Essen eingenommen werden; der ebenfalls enthaltene Oxalsäureanteil kann in größeren Mengen die Aufnahme von Kalzium und Eisen beeinträchtigen.

  • TeeWurzelstockInnerlichTraditionell

    Aufguss oder Abkochung des getrockneten Rhizoms wird traditionell bei Durchfall und Ruhr eingesetzt. Das Rhizom enthält 15–36 % Gerbstoffe (vorwiegend kondensierte Proanthocyanidine und Gallussäure-Derivate), die die Darmschleimhaut zusammenziehen und den Wasserverlust verringern.

    Anleitung & Dosierung

    2–4 g getrocknetes, zerkleinsertes Rhizom mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. 3× täglich, höchstens 4 Wochen.

    Trockenmenge
    24 g
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    4 Wochen

    Quellen: [1] [2] [3]

  • GurgelnWurzelstockÄußerlichVolksmedizin

    Gurgeln mit einem starken Rhizom-Tee (Abkochung) bei Rachenentzündung, Stomatitis und schwammigen Zahnfleisch. Die hohen Gerbstoffgehalte wirken entzündungshemmend und adstringierend auf die Schleimhäute.

    Quellen: [2] [3]

  • UmschlagWurzelstockÄußerlichTraditionell

    Auflagen mit Rhizom-Abkochung oder -Extrakt wurden volksmedizinisch bei Wunden, Verbrennungen, Hautinfektionen und entzündlichen Hautzuständen angewendet. Laborstudien (Pawłowska et al. 2020) bestätigen antibakterielle Wirkung gegen Hautpathogene.

    Quellen: [2] [3]

  • UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin

    Frische oder kurz erhitzte Blätter wurden als Wundauflage auf Wunden und Geschwüre gelegt. Gallusäure und Gerbstoffe in den Blättern wirken lokal adstringierend und keimhemmend.

    Quellen: [1] [2]

  • TeeWurzelstockInnerlichVolksmedizin

    Rhizomtee wurde volksmedizinisch bei zu starker Menstruationsblutung eingesetzt. PFAF bezeichnet das Rhizom als "styptic" (blutstillend) und berichtet von der Anwendung bei Metrorrhagie.

    Quellen: [2]

  • RohBlattInnerlichVolksmedizin

    Junge Blätter sind in Nordengland ein traditionelles Gemüse ("Easter-ledge pudding") und können als Salat oder Spinatersatz genutzt werden. Die Blätter enthalten Vitamin A und C, sind jedoch oxalsäurereich — daher nur in kleinen Mengen roh essen.

    Quellen: [1] [2]

  • TinkturWurzelstockInnerlichVolksmedizin

    Rhizom-Tinktur wird in der modernen Kräutermedizin als Gerbstoff-Konzentrat verwendet — intern bei Reizdarmbeschwerden und Durchfall, extern zum Gurgeln bei Rachenbeschwerden.

    Quellen: [2] [3]

Verbreitung in Europa

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