© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen (1897) · Public domain · Commons
Echte Engelwurz
VorsichtGarden angelica · (Angelica archangelica)
Doldenblütler (Apiaceae)
Beschreibung
Die Echte Engelwurz (Angelica archangelica) ist eine mächtige, zwei- bis vierjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler und erreicht Wuchshöhen von 1,2 bis 3 Metern. Der hohle, gefurchte Stängel trägt große, kugelige Doppeldolden mit grünlich-gelben Blüten, die von Juni bis August erscheinen. Verwendet wird vor allem die aromatische Wurzel, die zu den klassischen Magen- und Verdauungsmitteln zählt.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
Nicht mit der ähnlich aussehenden, giftigen Wasser-Schierling- oder Hundspetersilien-Verwandtschaft verwechseln — nur sicher bestimmte Pflanzen verwenden.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Mangels Sicherheitsdaten und wegen der traditionellen Einstufung als wehenförderndes Bitterkraut in der Schwangerschaft nicht anwenden.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Mangels Daten nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Phototoxische / lichtsensibilisierende Arzneimittel (Psoralene, bestimmte Antibiotika, Retinoide)
Klassischer Magen-Bittertee bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen und träger Verdauung.
Anleitung & Dosierung
AUFGUSS: etwa 1,5 g fein geschnittene oder grob gepulverte Engelwurz-Wurzel mit 150 ml siedendem Wasser übergießen, zugedeckt 10–15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. 2–3 mal täglich eine Tasse trinken (mittlere Tagesdosis etwa 4,5 g Droge), vorzugsweise vor den Mahlzeiten. Die enthaltenen Bitter- und Aromastoffe regen Appetit und Verdauungssäfte an.
- Trockenmenge
- 1.5–1.5 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Mangels ausreichender Daten nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren empfohlen.
Quellen: [1]
Konzentrierte Bitter-Tinktur zur Anregung von Appetit und Verdauung.
Anleitung & Dosierung
TINKTUR (1:5): 2–5 ml Einzeldosis, bis zu 3 mal täglich auf etwas Wasser, kurz vor den Mahlzeiten. Praktische konzentrierte Form, wenn kein frischer Tee möglich ist. Wegen des Alkoholgehalts nicht für Schwangere, Stillende, Kinder oder Personen mit Lebererkrankungen.
- Flüssigkeit
- 2–5 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Alkoholhaltige Tinkturen nur für Erwachsene ab 18 Jahren.
Quellen: [1]
Die Wurzel enthält Furanocumarine (u. a. Bergapten, Imperatorin, Xanthotoxin), die die Haut lichtempfindlich machen können — während und kurz nach der Anwendung intensive Sonne, Solarium und UV-Strahlung meiden, sonst sind phototoxische Hautreaktionen möglich (vgl. EMA-Reflexionspapier EMEA/HMPC/317913/2006). Für Angelica archangelica existiert keine abgeschlossene EU-Monographie; die Anwendung beruht auf traditioneller Erfahrung (ESCOP). In der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht anwenden. Bei Magengeschwüren meiden. Halten Beschwerden länger als 2 Wochen an oder verschlimmern sie sich, einen Arzt aufsuchen. Nicht mit der ähnlich aussehenden, giftigen Wasser-Schierling- oder Hundspetersilien-Verwandtschaft verwechseln — nur sicher bestimmte Pflanzen verwenden.
⏱ Max. Daueranwendung: 2 Wochen
Mangels Sicherheitsdaten und wegen der traditionellen Einstufung als wehenförderndes Bitterkraut in der Schwangerschaft nicht anwenden.
Keine ausreichenden Daten zur Sicherheit in der Stillzeit — nicht empfohlen.
Mangels Daten nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Wechselwirkungen
Gerinnungshemmer (Cumarin-/Warfarin-Typ)
Der natürliche Cumaringehalt der Wurzel kann die Wirkung blutverdünnender Medikamente theoretisch verstärken. Bei gleichzeitiger Einnahme den Arzt befragen und die Gerinnung beobachten.
Phototoxische / lichtsensibilisierende Arzneimittel (Psoralene, bestimmte Antibiotika, Retinoide)
Die Furanocumarine der Engelwurz wirken additiv mit anderen lichtsensibilisierenden Stoffen — die Kombination mit gleichzeitiger UV-Exposition meiden.
Kontraindikationen
- Schwangerschaft und Stillzeit.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
- Magengeschwüre sowie bekannte Lichtempfindlichkeit der Haut.
Erntet wird: Wurzel (Herbst des 2. Jahres)
- Tageszeit:
- An einem trockenen Tag, nachdem das Laub im zweiten Jahr abgestorben ist.
- Trocknung:
- Die Wurzel waschen, längs aufschneiden und langsam, luftig und schattig trocknen. Das ätherische Öl ist flüchtig — nicht zu heiß trocknen.
- Lagerung:
- 12 Monate — In luftdichten, dunklen Gefäßen lagern und möglichst innerhalb eines Jahres aufbrauchen — lässt das Aroma nach, ist die Droge kraftlos.
- Ätherisches Öl (α-Pinen, β- und α-Phellandren, 15-Pentadecanolid)Ätherisches ÖlAnteil: 0,35–1,3 %Wurzel
Trägt das würzig-aromatische Profil; α-Pinen und Phellandren dominieren, das Macrolacton 15-Pentadecanolid gibt die moschusartige Note.
- Furanocumarine (Bergapten, Imperatorin, Xanthotoxin)SonstigeWurzel
Rund 20 Furanocumarine — pharmakologisch wirksam, aber phototoxisch: sie sensibilisieren die Haut gegenüber UV-Licht. Grund für die Sonnen-Warnung.
- Cumarine (Angelicin, Osthol)SonstigeWurzel
Begleitende Cumarine; können die Wirkung von Gerinnungshemmern theoretisch beeinflussen.
- BitterstoffeBitterstoffWurzel
Begründen die appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung der Wurzel.
- PhenolcarbonsäurenPhenolsäureWurzel
Antioxidative Begleitstoffe.
- [1]MonographieESCOP Monograph „Angelicae radix" (Angelica Root) — European Scientific Cooperative on Phytotherapy(abgerufen: 2026-06-03)
- [3]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Angelica archangelica L.: giftig + (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [2]WikipediaArznei-Engelwurz — Wikipedia (DE)(abgerufen: 2026-06-03)
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