© Jerzy Opioła · CC BY-SA 4.0 · Commons
Echter Ehrenpreis
Veronica officinalis · (Veronica officinalis)
Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Beschreibung
Als niedrig kriechende, unscheinbare Polsterpflanze besiedelt der Echte Ehrenpreis lichte Wälder, Heiden und trockene Wiesen und wird zur Blütezeit von Juni bis August samt Kraut gesammelt. Charakteristisch sind die Iridoidglykoside Aucubin und Catalpol sowie Verproside, dazu Flavonoide wie Luteolin und Apigenin, Gerbstoffe und Chlorogensäure. In der Volksheilkunde findet Ehrenpreis als Tee bei Atemwegs-, Gelenk- und Harnwegsbeschwerden Verwendung, äußerlich als Gurgellösung oder Umschlag bei Hautreizungen und kleinen Wunden; junge Blätter dienten traditionell auch als Wildgemüse. Die Kommission E bewertete die Droge 1989 jedoch negativ, da ausreichende Wirksamkeitsbelege fehlten. Bei üblicher Anwendung sind keine Nebenwirkungen bekannt, dennoch ersetzt der Tee keine ärztliche Abklärung bei anhaltenden Beschwerden.
Aufguss aus den blühenden oberirdischen Pflanzenteilen (1–2 g pro Tasse, 10 min ziehen lassen) bei leichten Erkältungsbeschwerden, Husten und Katarrhen der oberen Atemwege. Die Iridoidglykoside (Aucubin, Catalpol) wirken leicht entzündungshemmend; Saponine fördern die Schleimverflüssigung.
Anleitung & Dosierung
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Stärkerer Aufguss (2–3 g auf 150 ml) als Gurgellösung bei leichten Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens. Die Gerbstoffe und Phenolcarbonsäuren (Chlorogensäure, Kaffeesäure) wirken adstringierend und leicht antimikrobiell.
Anleitung & Dosierung
Abgekühlter Aufguss als feuchte Kompresse bei Hautreizungen, Ekzemen, leichten Wunden und Schürfwunden. In der balkanischen Volksmedizin traditionell bei Hautgeschwüren und Schlangenbissen eingesetzt. Die adstringierenden Gerbstoffe und antioxidativen Flavonoide (Luteolin, Apigenin) fördern die Wundheilung.
Volksmedizinisch bei Gicht und Rheuma als mildes Diuretikum und Entzündungshemmer eingesetzt. Aucubin und Catalpol hemmen in vitro COX-2 und NF-κB, was den traditionellen Einsatz bei entzündlichen Gelenkerkrankungen stützt.
Anleitung & Dosierung
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Leicht diuretische Wirkung der oberirdischen Teile; volksmedizinisch zur unterstützenden Durchspülungstherapie bei Harnwegsreizungen eingesetzt. Im 19. Jahrhundert in der US-Pharmakopöe als Diaphoretikum und mildes Expektorans gelistet.
Anleitung & Dosierung
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
In Frankreich historisch als Tee-Ersatz ('thé d'Europe') getrunken; leicht bitterer und adstringierender Geschmack. Frische Blätter gelegentlich in Salaten verwendet. Im 19. Jahrhundert in Frankreich und England weit verbreitet als tägliches Getränk.
Quellen: [2]
Bei üblicher volksmedizinischer Anwendung keine bekannten Nebenwirkungen. Kommission E (1989, negatives Votum): unzureichende Belege für therapeutische Wirksamkeit. Bei anhaltenden Atemwegs- oder Gelenkbeschwerden ärztlichen Rat einholen.
Keine ausreichenden Daten; vorsorglich nur in üblichen Nahrungsmittelmengen anwenden.
Keine ausreichenden Daten; vorsorglich meiden.
Keine pädiatrischen Daten; bei Kindern unter 6 Jahren nicht ohne ärztlichen Rat anwenden.
Kontraindikationen
- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Veronica-Arten oder Wegerichgewächsen (Plantaginaceae).
Erntet wird: blühendes Kraut
- Tageszeit:
- Morgens nach Tauabtrocknung bei trockenem Wetter ernten.
- Trocknung:
- Dünn auf Trockengittern ausbreiten; bei max. 40 °C trocknen bis die Stängel brechen; Iridoidglykoside (Aucubin, Catalpol) konzentrieren sich beim Trocknen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Trocken, lichtgeschützt, in dicht schließenden Behältern.
- AucubinGlykosidAnteil: ca. 0,1 % (Frischkraut)Krautige Teile
Iridoidglykosid; hemmt in vitro COX-2 und NF-κB; einer der Leitinhaltsstoffe von Veronica officinalis.
- CatalpolGlykosidAnteil: ca. 0,23 % (Frischkraut)Krautige Teile
Iridoidglykosid; kommt in höherer Konzentration vor als Aucubin; antientzündliche und antioxidative Eigenschaften.
- VerprosideGlykosidKrautige Teile
Iridoidglykosid; für die Gattung Veronica charakteristisch; hemmt proinflammatorische Mediatoren via NF-κB-Signalweg.
- LuteolinFlavonoidKrautige Teile
Flavon; antioxidativ und antientzündlich; in Veronica officinalis zusammen mit Apigenin nachgewiesen.
- ApigeninFlavonoidKrautige Teile
Flavon; antioxidativ; wirkt in vitro leicht sedativ und muskelrelaxierend.
- Gerbstoffe (Tannine)GerbstoffKrautige Teile
Kondensierte und hydrolysierbare Gerbstoffe; adstringierend; für den leicht herben Geschmack verantwortlich und tragen zur wundheilenden Wirkung bei.
- Chlorogensäure (Chlorogenic acid)PhenolsäureKrautige Teile
Phenolcarbonsäure; antioxidativ und leicht antimikrobiell; in Veronica officinalis nachgewiesen.
- TriterpensaponineSaponinKrautige Teile
Schaum- und oberflächenaktive Verbindungen; expektorierende Eigenschaften durch Schleimverdünnung.
- [4]MonographieVeronica Plants — Drifting from Farm to Traditional Healing, Food Application, and Phytopharmacology (PMC6651156)(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]BuchPlants For A Future — Veronica officinalis(abgerufen: 2026-05-21)
- [1]WikipediaEchter Ehrenpreis (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]WikipediaVeronica officinalis (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)