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Schwarze Johannisbeere
Blackcurrant · (Ribes nigrum)
Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
Beschreibung
In dichten Rispen hängen die tiefdunklen, fast schwarzen Beeren an sommergrünen Sträuchern, die feuchte, nährstoffreiche Böden Nord- und Mitteleuropas sowie Nordasiens bevorzugen. Botanisch zählt die Pflanze zu den Stachelbeergewächsen (Grossulariaceae). Genutzt werden vor allem die reifen Früchte, reich an Vitamin C, sowie die vor der Fruchtreife gesammelten Blätter, in denen unter anderem Quercetin-3-O-malonylglucosid und Chlorogensäure nachgewiesen wurden. Ein Aufguss aus getrockneten Blättern wird traditionell bei leichten Gelenkbeschwerden getrunken; die EMA-HMPC-Monographie stuft diese Anwendung als traditional use ein. Volksmedizinisch dient Blättertee auch als Gurgellösung bei Halsbeschwerden. Die Beeren selbst sind sehr vitamin-C-reich; bei anhaltenden Gelenk- oder Harnwegsbeschwerden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Blätteraufguss aus getrockneten Schwarze-Johannisbeere-Blättern, traditionell bei leichten Gelenkbeschwerden angewendet. Die EMA-HMPC-Monographie (Ribis nigri folium) stuft diese Indikation als traditional use ein.
Anleitung & Dosierung
2–4 g getrocknete Blätter mit 150 ml kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Bis zu 3 Tassen täglich.
- Trockenmenge
- 2–4 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Blättertee zur unterstützenden Spülung der Harnwege bei leichten Beschwerden. Die EMA-HMPC-Monographie (Ribis nigri folium) erkennt diese Anwendung als traditional use zur Erhöhung der Urinproduktion an.
Anleitung & Dosierung
Wie Gelenkstee. Bei Anwendung zur Harnwegsspülung auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (≥ 1,5 l Wasser täglich).
- Trockenmenge
- 2–4 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
Frische Schwarze Johannisbeeren enthalten etwa 180 mg Vitamin C pro 100 g – einen der höchsten Gehalte unter heimischen Beerenfrüchten. Traditionell als natürliches Stärkungsmittel bei Erkältungen und zur Abwehrstützung gegessen.
Blätterinfusion als Gargelwasser oder getrunken bei Halsschmerzen und Rachenreizungen. Volksheilkundlich überliefert; die adstringierende Wirkung der Gerbstoffe und die antioxidativen Flavonoide gelten als Wirkgrundlage.
Blättertinktur (1:5 in 40%igem Ethanol) bei rheumatischen Gelenkschmerzen. Volksheilkundlich seit dem Mittelalter überliefert; Quercetin-Glykoside und Chlorogensäure gelten als entzündungsmodulierende Leitsubstanzen.
Abgekühlter Blätteraufguss als Mundspülung bei Mundschleimhautentzündungen und Aphthen. Die Gerbstoffe wirken adstringierend auf gereizte Schleimhäute.
Quellen: [2]
Beeren sehr Vitamin-C-reich. Blättertee bei anhaltenden Gelenkbeschwerden (> 4 Wochen) oder Harnwegssymptomen (> 2 Wochen) ärztlich abklären.
Keine ausreichenden Sicherheitsdaten für medizinische Blätternutzung in der Schwangerschaft. Früchte als Lebensmittel unbedenklich.
Keine Daten zur Sicherheit von Blätterextrakt in der Stillzeit.
EMA-Monographie empfiehlt Anwendung nur bei Erwachsenen. Beeren als Lebensmittel für Kinder unbedenklich.
Kontraindikationen
- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Ribes-Arten.
- Schwere Nierenerkrankungen (erhöhte Diurese kontraindiziert).
Erntet wird: Blätter (Sommer), reife Beeren
- Tageszeit:
- Morgens nach dem Abtrocknen des Taus.
- Trocknung:
- Dünn ausbreiten und bei maximal 40 °C im Schatten oder Dörrgerät trocknen; bei zu hoher Temperatur verliert das ätherische Öl.
- Lagerung:
- 12 Monate — In luftdichten Gläsern kühl und dunkel lagern.
- Tageszeit:
- Möglichst in den Morgenstunden ernten, wenn die Beeren kühl sind.
- Trocknung:
- Frischverzehr bevorzugt; zum Trocknen bei 50–60 °C im Dörrgerät bis zur Biegefähigkeit; alternativ einfrieren.
- Lagerung:
- 24 Monate — Gefroren bis 2 Jahre haltbar; getrocknet in dunklen Gläsern ca. 1 Jahr.
- Delphinidin-3-O-glucosideFlavonoidFrucht
Wichtigstes Anthocyan der Schwarzen Johannisbeere; verantwortlich für die tiefdunkle Farbe der Beeren.
- Cyanidin-3-O-rutinosideFlavonoidFrucht
Eines der vier Haupt-Anthocyane der Beeren; in Saft und Pressrückständen konzentriert.
- Quercetin-3-O-malonylglucosideFlavonoidAnteil: 0.24-0.39 %Blatt
Dominantes Flavonoid der Blätter; antioxidativ und antientzündlich.
- Ascorbinsäure (Vitamin C)VitaminAnteil: 0.15-0.20 %Frucht
Ca. 180 mg pro 100 g Frischbeeren – außergewöhnlich stabil beim Erhitzen verglichen mit anderen Quellen.
- ChlorogensäurePhenolsäureBlatt
Phenolcarbonsäure in den Blättern; zeigt antioxidative und möglicherweise analgetische Wirkung.
- Gamma-Linolensäure (GLA)SonstigeSamen
Mehrfach ungesättigte Fettsäure im Samenöl; Ausgangssubstanz für entzündungsmodulierende Gewebshormone.
- β-Pinen / CaryophyllenÄtherisches ÖlBlatt
Flüchtige Terpene, die dem charakteristischen würzig-harzigen Blätterduft der Schwarzen Johannisbeere zugrunde liegen.
- PektinPolysaccharidFrucht
Gelierfähiges Polysaccharid in den Beeren; unterstützt die Konsistenz von Konfitüren und wirkt mild stuhlregulierend.
- [1]MonographieEMA HMPC Monograph: Ribis nigri folium (Blackcurrant Leaf) – Traditional Use(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]MonographieBerry Leaves: An Alternative Source of Bioactive Natural Products of Nutritional and Medicinal Value – PMC4931538(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]BuchPlants For A Future – Ribes nigrum(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]WikipediaSchwarze Johannisbeere (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-16)
- [4]WikipediaBlackcurrant (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)