© Dieter Weber (User:Uellue) · CC BY-SA 3.0 · Commons
Rhabarber
VorsichtRhubarb · (Rheum rhabarbarum)
Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Beschreibung
Der Rhabarber ist eine mehrjährige, krautige Pflanzenart aus der Gattung Rheum innerhalb der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Stammt ursprünglich aus den gemäßigten Bergregionen Asiens, wird seit dem 18. Jahrhundert in Europa als Gemüse- und Heilpflanze angebaut. Nur die fleischigen, säuerlichen Blattstiele werden in der Küche verwendet — die großen Blätter sind wegen ihres hohen Oxalsäuregehalts giftig.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Rhabarberwurzel-Zubereitungen sind in der Schwangerschaft kontraindiziert: Anthrachinone (Emodin, Sennoside) sind tierexperimentell embryotoxisch und können Uteruskontraktionen auslösen. Rhabarberstiel als Nahrungsmittel in üblichen Mengen gilt als unbedenklich, sollte aber wegen der Oxalsäure ebenfalls eingeschränkt werden.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
Anthrachinone aus der Rhabarberwurzel gehen in die Muttermilch über und können beim Säugling abführend wirken. Rhabarberwurzel-Zubereitungen in der Stillzeit kontraindiziert. Rhabarberstiel als Nahrungsmittel in kleinen Mengen vertretbar.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Herzglykoside (Digitalis, Digoxin)
- GewürzKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
Der Blattstiel (Stängel) des Garten-Rhabarbers ist das einzige essbare Teil der Pflanze und wird in der Küche als Gemüse und Kompott-Frucht genutzt. Er enthält Oxalsäure (ca. 0,5–1,5 %) und Äpfelsäure, die den sauren Geschmack bedingen. Durch Garen wird die Oxalsäure teilweise zerstört; dennoch sollte Rhabarber nicht täglich in großen Mengen gegessen werden. Blätter und Wurzel sind für Speisezwecke ungeeignet (siehe Warnung).
Anleitung & Dosierung
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- TeeWurzelInnerlichKommission E
Die Kommission E hat eine Positiv-Monographie für *Rhei radix* (Rhabarberwurzel) herausgegeben: niedrig dosiert (0,1–0,3 g Droge) als Bittermittel und Stomachikum bei Verdauungsschwäche, höher dosiert (1–4 g) als stimulierendes Laxans bei Obstipation. Die Leitsubstanzen sind Anthrachinonglykoside (Sennoside, Rhein-8-glucosid, Emodin-Glykoside). Wichtiger Hinweis: Die Kommission-E-Monographie bezieht sich primär auf *R. palmatum* und *R. officinale* (Medizinal-Rhabarber aus China); Garten-Rhabarber (*R. rhabarbarum*) enthält dieselbe Wirkstoffklasse in der Wurzel, jedoch in geringeren und variableren Konzentrationen — er ist pharmakopöisch nicht als Rhei radix standardisiert.
Anleitung & Dosierung
0,5–2 g getrocknete, gemahlene Rhabarberwurzel (*R. rhabarbarum*) mit 200 ml siedendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Abends 1 Tasse. Nicht länger als 1–2 Wochen ohne ärztliche Aufsicht. Hinweis: Standardisierte Rhei-radix-Präparate verwenden R. palmatum/officinale.
- Trockenmenge
- 0.5–2 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
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- TinkturWurzelInnerlichTraditionell
In der Volksmedizin und älteren Phytotherapie wurde Rhabarber-Wurzel-Tinktur als Bittermittel zur Anregung von Gallenfluss und Magensaftsekretion (Dyspepsie, Völlegefühl) eingesetzt. Die Bitterstoffe (Emodin, Rhein) regen die Lebersekretion und Darmmotorik an. In kleinen Mengen (Bitterdosis) überwiegt die tonisierende Wirkung; in größeren Mengen die laxierende Wirkung.
Anleitung & Dosierung
20–30 Tropfen der 1:5-Tinktur (Ethanol 40–60 %) vor den Mahlzeiten in etwas Wasser. Nicht länger als 2 Wochen ohne Pause.
- Anwendungen/Tag
- 3×
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- UmschlagWurzelÄußerlichVolksmedizin
Volksmedizinisch wurden Rhabarberwurzel-Abkochungen als Umschlag bei Hautjuckreiz, kleineren Entzündungen und Wunden angewendet. Der Gerbstoffgehalt (Tannine, Galloylglucose) wirkt adstringierend; Emodin zeigt antibakterielle Aktivität in vitro. Diese äußerliche Anwendung ist nur volksmedizinisch überliefert.
Anleitung & Dosierung
5–10 g getrocknete Rhabarberwurzel in 300 ml Wasser 15 Minuten köcheln, abkühlen lassen, abseihen. Umschlag auf betroffene Hautstellen legen.
- Trockenmenge
- 5–10 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- RohBlattÄußerlichVolksmedizin
WARNUNG — GIFTIG: Die Blätter des Garten-Rhabarbers enthalten sehr hohe Mengen Oxalsäure (bis zu 1 % Oxalat als lösliches Kaliumoxalat + unlösliches Calciumoxalat) sowie Anthraquinone. Der Verzehr von Rhabarberblättern kann zu schwerer Vergiftung führen: Erbrechen, Nierenschäden, Krämpfe — in seltenen Fällen tödlich. Blätter dürfen NICHT gegessen werden. Früher wurden Rhabarberblätter äußerlich (als »grüne Seife«) zum Entfernen von Flecken genutzt — heute überholt.
Anleitung & Dosierung
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Diese Pflanze ist in deinem Garten ein/e:
✨ Beste Symbiose-Partner
- 🌿 Knoblauch Knoblauch hält Rhabarber-Schädlinge und Wurzelpilze fern.
- 🌿 Weißkohl Rhabarber-Blätter beschatten den Boden, Kohl profitiert von der Feuchte.
- 🌿 Rotkohl Rhabarber-Blätter beschatten den Boden — auch Rotkohl mag das.
- 🌿 Kopfsalat Salat als Bodendecker unter den großen Rhabarber-Blättern.
⚠️ Besser nicht zusammen pflanzen
- 🥬 Karotte Beide Tiefwurzler — konkurrieren um den gleichen Wurzelraum.
📦 In diesen Pflanz-Sets:
Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)