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Foto einer Rhabarber-Pflanze mit großen Blättern und roten Stielen

© Dieter Weber (User:Uellue) · CC BY-SA 3.0 · Commons

Rhabarber

Vorsicht🐾

Rhubarb · (Rheum rhabarbarum)

Knöterichgewächse (Polygonaceae)

Beschreibung

Nur der Blattstiel des Garten-Rhabarbers (Polygonaceae) ist essbar – traditionell wird er von April bis zum Johannistag Ende Juni geerntet, danach steigt der Oxalsäuregehalt zu stark an. Die charakteristische Säure entsteht durch Oxalsäure (0,5–1,5 % im Stiel) und Äpfelsäure; gegart verliert sich ein Teil der Säure, dennoch sollte Rhabarber bei Nierensteinleiden oder Gicht nur in Maßen gegessen werden. Die Wurzel enthält dieselben Anthrachinonglykoside (Sennoside, Emodin, Rhein) wie die als Arzneidroge anerkannte chinesische Rhabarberwurzel, allerdings in geringerer und schwankender Konzentration; niedrig dosiert wirkt sie verdauungsanregend, höher dosiert abführend – nicht länger als ein bis zwei Wochen ohne ärztliche Aufsicht. Entscheidend: Die Blätter sind wegen ihres sehr hohen Oxalsäuregehalts giftig und dürfen niemals gegessen werden – sie können Erbrechen, Nierenschäden und in seltenen Fällen tödliche Vergiftungen verursachen.

  • GewürzKrautige TeileInnerlichVolksmedizin

    Der Blattstiel (Stängel) des Garten-Rhabarbers ist das einzige essbare Teil der Pflanze und wird in der Küche als Gemüse und Kompott-Frucht genutzt. Er enthält Oxalsäure (ca. 0,5–1,5 %) und Äpfelsäure, die den sauren Geschmack bedingen. Durch Garen wird die Oxalsäure teilweise zerstört; dennoch sollte Rhabarber nicht täglich in großen Mengen gegessen werden. Blätter und Wurzel sind für Speisezwecke ungeeignet (siehe Warnung).

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [3] [4] [5]

  • TeeWurzelInnerlichKommission E

    Die Kommission E hat eine Positiv-Monographie für *Rhei radix* (Rhabarberwurzel) herausgegeben: niedrig dosiert (0,1–0,3 g Droge) als Bittermittel und Stomachikum bei Verdauungsschwäche, höher dosiert (1–4 g) als stimulierendes Laxans bei Obstipation. Die Leitsubstanzen sind Anthrachinonglykoside (Sennoside, Rhein-8-glucosid, Emodin-Glykoside). Wichtiger Hinweis: Die Kommission-E-Monographie bezieht sich primär auf *R. palmatum* und *R. officinale* (Medizinal-Rhabarber aus China); Garten-Rhabarber (*R. rhabarbarum*) enthält dieselbe Wirkstoffklasse in der Wurzel, jedoch in geringeren und variableren Konzentrationen — er ist pharmakopöisch nicht als Rhei radix standardisiert.

    Anleitung & Dosierung

    0,5–2 g getrocknete, gemahlene Rhabarberwurzel (*R. rhabarbarum*) mit 200 ml siedendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Abends 1 Tasse. Nicht länger als 1–2 Wochen ohne ärztliche Aufsicht. Hinweis: Standardisierte Rhei-radix-Präparate verwenden R. palmatum/officinale.

    Trockenmenge
    0.52 g
    Anwendungen/Tag
    1×
    Max. Anwendungsdauer
    2 Wochen

    Quellen: [1] [4] [5]

  • TinkturWurzelInnerlichTraditionell

    In der Volksmedizin und älteren Phytotherapie wurde Rhabarber-Wurzel-Tinktur als Bittermittel zur Anregung von Gallenfluss und Magensaftsekretion (Dyspepsie, Völlegefühl) eingesetzt. Die Bitterstoffe (Emodin, Rhein) regen die Lebersekretion und Darmmotorik an. In kleinen Mengen (Bitterdosis) überwiegt die tonisierende Wirkung; in größeren Mengen die laxierende Wirkung.

    Anleitung & Dosierung

    20–30 Tropfen der 1:5-Tinktur (Ethanol 40–60 %) vor den Mahlzeiten in etwas Wasser. Nicht länger als 2 Wochen ohne Pause.

    Anwendungen/Tag
    3×

    Quellen: [1] [4] [5]

  • UmschlagWurzelÄußerlichVolksmedizin

    Volksmedizinisch wurden Rhabarberwurzel-Abkochungen als Umschlag bei Hautjuckreiz, kleineren Entzündungen und Wunden angewendet. Der Gerbstoffgehalt (Tannine, Galloylglucose) wirkt adstringierend; Emodin zeigt antibakterielle Aktivität in vitro. Diese äußerliche Anwendung ist nur volksmedizinisch überliefert.

    Anleitung & Dosierung

    5–10 g getrocknete Rhabarberwurzel in 300 ml Wasser 15 Minuten köcheln, abkühlen lassen, abseihen. Umschlag auf betroffene Hautstellen legen.

    Trockenmenge
    510 g
    Anwendungen/Tag
    2×

    Quellen: [4] [5]

  • RohBlattÄußerlichVolksmedizin

    WARNUNG — GIFTIG: Die Blätter des Garten-Rhabarbers enthalten sehr hohe Mengen Oxalsäure (bis zu 1 % Oxalat als lösliches Kaliumoxalat + unlösliches Calciumoxalat) sowie Anthraquinone. Der Verzehr von Rhabarberblättern kann zu schwerer Vergiftung führen: Erbrechen, Nierenschäden, Krämpfe — in seltenen Fällen tödlich. Blätter dürfen NICHT gegessen werden. Früher wurden Rhabarberblätter äußerlich (als »grüne Seife«) zum Entfernen von Flecken genutzt — heute überholt.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [3] [4] [5]

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  • 🌿 Knoblauch Knoblauch hält Rhabarber-Schädlinge und Wurzelpilze fern.
  • 🌿 Weißkohl Rhabarber-Blätter beschatten den Boden, Kohl profitiert von der Feuchte.
  • 🌿 Rotkohl Rhabarber-Blätter beschatten den Boden — auch Rotkohl mag das.
  • 🌿 Kopfsalat Salat als Bodendecker unter den großen Rhabarber-Blättern.

⚠️ Besser nicht zusammen pflanzen

  • 🥬 Karotte Beide Tiefwurzler — konkurrieren um den gleichen Wurzelraum.

📦 In diesen Pflanz-Sets:

Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)

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