Rechtlicher Hinweis
Betäubungsmittel; Opium und Mohnstroh international kontrolliert.
Schlafmohn bzw. Opium und seine Alkaloide unterliegen der UN-Einheitskonvention über Suchtstoffe von 1961. Anbau, Besitz und Verwendung sind je nach Land unterschiedlich geregelt - informiere dich über die für dich geltende Rechtslage. Diese Angaben sind keine Erlaubnis zu Anbau oder Konsum.
Bildungs- und Dokumentationszweck. Keine Konsum-Anleitung, keine Rechts- oder Medizinberatung. Besitz, Anbau und Konsum sind je nach Land und Art unterschiedlich geregelt — informiere dich über die für dich geltende Rechtslage.
© Takkk · CC BY-SA 3.0 · Commons
Schlafmohn
Giftig🐾Opium poppy · (Papaver somniferum)
Mohngewächse (Papaveraceae)
Beschreibung
Der Schlafmohn (Papaver somniferum) ist eine einjährige, 0,3-1,5 m hohe krautige Pflanze aus der Familie der Mohngewächse mit graugrünem Laub und großen, meist vierblättrigen Blüten in Weiß, Rot oder Violett. Die Fruchtkapsel ist von 12-18 strahlenförmigen Narbenstrahlen gekrönt. Beim Anritzen der unreifen Kapsel tritt ein milchiger Saft (Opium) aus, der rund 40 Alkaloide enthält. Die Pflanze wird in Mitteleuropa seit der Jungsteinzeit (ab etwa 5200 v. Chr.) genutzt; im antiken Griechenland war die Mohnkapsel ein Symbol des Schlafgottes Hypnos und diente kultischen wie medizinischen Zwecken. Aus ihren Alkaloiden werden bis heute zentrale Schmerzmittel der modernen Medizin gewonnen.
Morphin, das Hauptalkaloid des Opiums, ist ein in der modernen Medizin etabliertes starkes Analgetikum zur Behandlung schwerer und chronischer Schmerzen. Historisch wurde Opium als Tinktur (Laudanum) verwendet. Anwendung ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle - keine Selbstmedikation.
Codein, ein weiteres Mohnalkaloid, wird in der Medizin als Antitussivum gegen Reizhusten eingesetzt. Nur als zugelassenes Arzneimittel unter ärztlicher Aufsicht.
Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden
Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.
Papaverin wirkt krampflösend (spasmolytisch) auf die glatte Muskulatur verschiedener Organe und wurde traditionell bei Krämpfen eingesetzt. Verwendung nur als Arzneimittel.
Quellen: [2]
Historisch-volkskundlich wurde Opium gegen Asthma, Magenleiden, Schlaflosigkeit und Schmerzen genutzt; in der Antike galt die Mohnkapsel als Schlaf spendend. Diese Anwendungen sind historisch und werden wegen der hohen Abhängigkeits- und Vergiftungsgefahr heute nicht empfohlen.
Die reifen Mohnsamen sind nahezu alkaloidfrei und werden als Backzutat und Speiseöl-Lieferant verwendet (z. B. Mohnkuchen, Mohnbrötchen).
Hochgradig giftig und stark abhängig machend. Opiate wie Morphin können psychische und physische Abhängigkeit verursachen; bei Überdosierung tritt der Tod durch Atemdepression ein. Gefährliche Wechselwirkungen mit anderen dämpfenden Substanzen (Alkohol, Benzodiazepine, weitere Opioide). Anwendung ausschließlich als zugelassenes Arzneimittel unter ärztlicher Kontrolle. Keine Selbstgewinnung oder Selbstmedikation. Giftig für Haustiere.
Erntet wird: Samenkapsel und reife Samen (Milchsaft aus unreifer Kapsel)
- MorphineAlkaloid
Hauptalkaloid des Opiums (ca. 8-14 % des Trockengewichts); stark schmerzstillend und abhängig machend.
- CodeineAlkaloid
Hustenstillendes und schwach schmerzstillendes Alkaloid.
- ThebaineAlkaloid
Ausgangsstoff für halbsynthetische Opioide wie Oxycodon.
- PapaverineAlkaloid
Krampflösend (spasmolytisch) auf glatte Muskulatur.
- NoscapineAlkaloid
Auch Narkotin; hustenstillend, nicht abhängig machend.
- NarceineAlkaloid
Eines der Nebenalkaloide des Opiums.
- OripavineAlkaloid
Alkaloid und Stoffwechselzwischenprodukt im Mohn.
- Fatty seed oilÄtherisches Öl
Reife Samen liefern ein hochwertiges, nahezu alkaloidfreies Speiseöl.
- [3]MonographieSingle Convention on Narcotic Drugs, 1961 - Wikipedia(abgerufen: 2026-05-31)
- [5]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Papaver somniferum L.: stark giftig ++ (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [1]WikipediaOpium poppy - Wikipedia(abgerufen: 2026-05-31)
- [2]WikipediaSchlafmohn - Wikipedia(abgerufen: 2026-05-31)
- [4]CommonsFile:Papaver somniferum FotoTakkk Hungary.jpg - Wikimedia Commons(abgerufen: 2026-05-31)