Donum ∞ Dei
Gelbe Strahlenblüten des Alants

© Köhler's Medizinal-Pflanzen (1887) · Public domain · Commons

Alant

Vorsicht

Elecampane · (Inula helenium)

Korbblütler (Asteraceae)

Beschreibung

Der Echte Alant ist eine bis zu zwei Meter hohe, mehrjährige Staude mit großen, gelben Strahlenblüten und tief verwurzeltem Wurzelstock. Ursprünglich aus Asien stammend, wurde er bereits im Mittelalter in europäischen Klostergärten kultiviert. Sein bitter-aromatischer Wurzelstock ist die traditionelle Heildroge, vor allem für die Atemwege.

  • TeeWurzelInnerlichTraditionell

    Traditionelles Wurzeldekokt als Expektorans bei Husten und Bronchialkatarrh — klassische Anwendung in der europäischen Phytotherapie (ESCOP, Wichtl).

    Anleitung & Dosierung

    ABKOCHUNG (Dekokt): 1–2 g (ca. 1 TL) getrocknete, fein zerkleinerte Alantwurzel in 250 ml kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und 10 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen, dann abseihen. Täglich 2–3 Tassen frisch zubereitet, jeweils zu den Mahlzeiten oder danach (Bittertonika-Wirkung). Traditionelle Anwendung: schleimlösend und expektorierend bei akutem und chronischem Husten, festsitzendem Bronchialschleim und katarrhalischen Atemwegserkrankungen. Anwendungsdauer in der Regel 2–4 Wochen; bei anhaltenden Beschwerden oder Fieber ärztliche Abklärung. Wegen des hohen Inulingehalts schmeckt der Tee süßlich-bitter-aromatisch.

    Trockenmenge
    12 g
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    4 Wochen

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  • TinkturWurzelInnerlichTraditionell

    Traditionelle Wurzeltinktur bei chronischen Atemwegsleiden und Verdauungsschwäche — stärkere Sesquiterpen-Extraktion als im Tee, erhöhtes Allergiepotenzial beachten.

    Anleitung & Dosierung

    TINKTUR (Droge-Auszug-Verhältnis 1:5 in 40–60 % Ethanol): 2–4 ml (~40–80 Tropfen) 3× täglich in etwas Wasser verdünnt vor oder zu den Mahlzeiten einnehmen. Traditionelle Anwendung bei chronischen Atemwegsbeschwerden, Bronchialkatarrh und als bitter-tonisches Verdauungsmittel. Der Ethanolgehalt bewirkt eine bessere Extraktion der Sesquiterpenlactone. Wegen Allergiepotenzial der Sesquiterpenlactone (Alantolacton) mit niedrigster effektiver Dosis beginnen und bei Hautreizungen, Schleimhautsymptomen oder Atembeschwerden sofort absetzen. Nicht bei Korbblütler-Allergie.

    Flüssigkeit
    24 ml
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    4 Wochen

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  • InhalationWurzelInnerlichVolksmedizin

    Volksheilkundliche Inhalation mit Alantwurzeldampf bei chronischer Sinusitis und festsitzendem Bronchialschleim — bei Asthma und Überempfindlichkeit kontraindiziert.

    Anleitung & Dosierung

    INHALATION: 3–5 g getrocknete Alantwurzel in 1 Liter siedendem Wasser 5 Minuten ziehen lassen (kein weiteres Kochen). Kopf mit einem Handtuch über die Schüssel beugen, Augen schließen, 5–10 Minuten die Dämpfe einatmen. 1–2× täglich bei festsitzendem Bronchialschleim und chronischer Sinusitis. Vorsicht: Ätherisches Öl des Alants enthält Alantocampher — bei Asthma bronchiale oder Überempfindlichkeit kann Inhalation Bronchospasmen auslösen. Bei Atemnot oder Hustenreiz während der Inhalation sofort abbrechen. Nicht empfohlen für Kinder unter 12 Jahren (Mentholregeln analog anwenden).

    Trockenmenge
    35 g
    Anwendungen/Tag
    2×
    Max. Anwendungsdauer
    2 Wochen

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  • TeeWurzelInnerlichVolksmedizin

    Bitter-choleretischer Tee vor den Mahlzeiten bei Dyspepsie, Blähungen und träger Gallenblase — klassische Bitterstoff-Anwendung in der Volksmedizin.

    Anleitung & Dosierung

    BITTERTONIKUM-TEE: 1–1,5 g getrocknete, zerkleinerte Alantwurzel in 200 ml kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und 10 Minuten köcheln lassen, abseihen. 1 Tasse (ungesüßt) 20–30 Minuten VOR den Mahlzeiten langsam trinken, damit die Bitterstoffe die Gallenproduktion und Magensaftsekretion ankurbeln. Volksheilkundlich bei Verdauungsschwäche (Dyspepsie), Völlegefühl, Blähungen, träger Gallenblase und Appetitmangel angewendet. Helienalin und Bitterstoffe aus dem Inulingerüst wirken choleretisch (gallentreibend) und mild krampflösend auf die glatte Muskulatur des Verdauungstrakts.

    Trockenmenge
    11.5 g
    Anwendungen/Tag
    2×
    Max. Anwendungsdauer
    3 Wochen

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  • TinkturWurzelInnerlichVolksmedizin

    Volksheilkundlicher Magenbitter und Aperitif — historische Alant-Tinktur als Vorläufer der Kräuterliköre Mitteleuropas.

    Anleitung & Dosierung

    MAGENBITTER / APERITIF-TINKTUR: 1–2 ml Alanttinktur (1:5 in 45 % Ethanol) in 100 ml Wasser oder Kräuterlikör eingerührt, 15–30 Minuten vor den Mahlzeiten trinken. Volksmedizinischer Einsatz als Magenbitter, Aperitif und zur Anregung der Gallensaftsekretion. Alant ist historisch eine der Leitpflanzen europäischer Kräuterliköre (Vorläufer des Chartreuse-Typus). Wegen Sesquiterpenlacton-Allergenität niedrig dosieren. Nicht bei Überempfindlichkeit gegen Korbblütler.

    Flüssigkeit
    12 ml
    Anwendungen/Tag
    2×
    Max. Anwendungsdauer
    3 Wochen

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  • UmschlagWurzelÄußerlichVolksmedizin

    Äußerlicher Wurzelumschlag bei Gelenkentzündungen, schlecht heilenden Wunden und Hautinfektionen — hohes Kontaktallergiepotenzial der Sesquiterpenlactone beachten.

    Anleitung & Dosierung

    UMSCHLAG (extern): 10 g getrocknete Alantwurzel in 500 ml Wasser 15 Minuten abkochen, abseihen, auf handwarm abkühlen. Ein sauberes Leinentuch in die Flüssigkeit tauchen, leicht ausdrücken und auf betroffene Stellen (Gelenke, schlecht heilende Wunden, Furunkel, Krätze) legen. 15–20 Minuten einwirken lassen, 2–3× täglich. Volksheilkundlich bei entzündeten Gelenken (leichte Arthritis), schlecht heilenden Wunden und Hautinfektionen eingesetzt. WARNUNG: Sesquiterpenlactone können bei Dauerkontakt starke Kontaktallergie und Sensibilisierung auslösen — vor längerer äußerlicher Anwendung Epicutantest durchführen. Bei Rötung, Blasenbildung oder Juckreiz sofort abbrechen.

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  • GewürzWurzelInnerlichVolksmedizin

    Historische Küchenanwendung: Alantwurzel als Gewürz für Kräuterliköre, kandiertes Hustenmittel und präbiotisches Gemüse in kleinen Mengen.

    Anleitung & Dosierung

    KÜCHE / LIKÖR: Frische oder getrocknete Alantwurzel wird in der traditionellen Likörherstellung (Alantlikör, Ratafiat d'Aunée in Frankreich) eingesetzt — Wurzelscheiben mit Zucker und Weinbrand 4–6 Wochen ansetzen, filtrieren. Historisch auch kandiert ('Elfwort candy' in England, 'Aulnée sucrée' in Frankreich) als Hustenbonbon und Verdauungshilfe nach dem Essen. Getrocknete Wurzel in kleinen Mengen als bitter-aromatisches Gewürz für Kräuterbitter, Vermouth und Aperitif-Spirituosen. Inulins (Fructooligosaccharide) machen Alantwurzel zu einem traditionellen präbiotischen Lebensmittel — in kleinen Mengen als Gemüse gekocht (z. B. in Japan als Gobō-Ersatz) essbar, in größeren Mengen wegen fermentativer Blähwirkung im Darm zu meiden.

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  • TeeWurzelInnerlichVolksmedizin

    Mittelalterliche Volkstradition: Alant-Mischkräutertee bei Erkältungen und fieberhaften Infekten — in vitro antimikrobielle Eigenschaften, keine klinischen Belege.

    Anleitung & Dosierung

    MISCH-ERKÄLTUNGSTEE: Alantwurzel (1–2 g) gemeinsam mit Thymian oder Spitzwegerich zu einem Erkältungs- und Fieberinfus abkochen (10 Minuten köcheln, abseihen). 3× täglich warm trinken bei Erkältungen, Grippe-ähnlichen Infekten und fieberhaften Atemwegserkrankungen. Volkstradition in Mittel- und Westeuropa — Alant galt als 'Allheilmittel' (Panazee) im Mittelalter (vgl. Hildegard von Bingen, Physica ca. 1150 n. Chr.). Antibakterielles Potenzial des Alantolactons in vitro beschrieben (inkl. gegen Mycobacterium tuberculosis), jedoch keine klinischen Humanstudien — traditionelle Evidenz. Nicht als Ersatz für ärztliche Behandlung bei schweren Infektionen.

    Trockenmenge
    12 g
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    2 Wochen

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Klassische Zitate

"Wer ein schwaches Lungenleiden hat, der koche Alantwurzel in reinem Wein und trinke ihn warm."

— Hildegard von Bingen, 1150 Physica, Liber I (De Plantis) · Cap. 96 — De Enula campana / Vom Alant

Verbreitung in Europa

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