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Igel-Stachelbart (Löwenmähne)
VorsichtLion's Mane · (Hericium erinaceus)
Stachelbartverwandte (Hericiaceae)
Beschreibung
Der Igel-Stachelbart (Hericium erinaceus) ist ein weißlicher, knolliger Pilz aus der Familie der Stachelbartverwandten (Hericiaceae, Ordnung Täublingsartige). Statt eines Huts trägt er dicht herabhängende, 1-5 cm lange Stacheln, die ihm das Aussehen einer Löwenmähne oder eines Affenkopfes geben; der Fruchtkörper erreicht etwa 10-25 cm Durchmesser. Er wächst als Schwächeparasit und Saprobiont an Laubholz, vor allem an Buche und Ahorn, in der gemäßigten Holarktis und ist in Deutschland selten und stark gefährdet. In Ostasien wird er seit Langem als Speisepilz (Geschmack und Konsistenz erinnern an Meeresfrüchte) und in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Heutige Forschung untersucht vor allem seine neuroprotektiven Inhaltsstoffe Hericenone und Erinacine.
In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Pilz als Dekokt oder Tonikum zur Stärkung verwendet; ihm werden Wirkungen auf Magen, Verdauung und allgemeines Wohlbefinden zugeschrieben.
Getrocknetes Fruchtkörperpulver (z.B. als Kapseln/Tabletten) wird zur Unterstützung kognitiver Funktionen eingenommen. Eine kleine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie (Mori et al. 2009) zeigte bei älteren Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung über 16 Wochen verbesserte Werte einer kognitiven Skala; die Evidenz ist insgesamt noch begrenzt.
Volkstümlich werden auch alkoholische Auszüge (Tinkturen/Extrakte) des Fruchtkörpers als allgemeines Stärkungsmittel verwendet.
Quellen: [1]
Wildvorkommen sind selten und geschützt - nicht in der Natur sammeln, nur kultivierte Ware verwenden. Allergische Reaktionen (Haut, Atemwege) sind beschrieben. Wegen möglicher Blutzucker- und gerinnungsbeeinflussender Effekte bei Diabetes, Blutgerinnungshemmern sowie in Schwangerschaft/Stillzeit vorher ärztlich abklären.
Als Speisepilz in üblichen Essensmengen gibt es keine Hinweise auf ein Problem. Für die konzentrierten Extrakte und Kapseln fehlen Untersuchungen an Schwangeren vollständig — daher in der Schwangerschaft nicht als Nahrungsergänzung verwenden.
Es liegen keine Daten zu Übergang in die Muttermilch oder zu Wirkungen auf gestillte Kinder vor.
Als Speisepilz unbedenklich, sofern er gut durchgegart ist. Extrakte und Kapseln sind bei Kindern nicht untersucht.
Wechselwirkungen
Gerinnungshemmer und Thrombozytenhemmer
In Laborversuchen hemmten Inhaltsstoffe des Pilzes die Blutplättchen-Verklumpung. Ob das beim Menschen eine Rolle spielt, ist nicht geklärt; bei gerinnungshemmender Behandlung und vor Operationen ist Zurückhaltung angebracht.
Blutzuckersenkende Mittel (Antidiabetika)
Im Tierversuch senkte der Pilz den Blutzucker. Bei laufender Diabetesbehandlung und regelmäßiger Einnahme von Extrakten den Blutzucker im Auge behalten.
Erntet wird: Fruchtkörper
- Tageszeit:
- Wildvorkommen sind in Deutschland stark gefährdet und stehen unter Schutz — sie werden nicht gesammelt. Aus eigener Zucht wird geerntet, solange die Stacheln rein weiß sind und noch keine Sporen fallen; gilbende oder bräunliche Fruchtkörper schmecken bitter.
- Trocknung:
- In etwa ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden und bei 40 bis 50 Grad trocknen, bis sie hart brechen. Der Pilz besteht zu über neunzig Prozent aus Wasser und schrumpft dabei erheblich.
- Lagerung:
- 12 Monate — Getrocknet luftdicht, dunkel und trocken. Frisch hält er im Kühlschrank in einer Papiertüte nur drei bis fünf Tage.
- Hericenones (A-H)Sonstige
Aromatische Verbindungen aus dem Fruchtkörper; regen in vitro die Synthese des Nervenwachstumsfaktors (NGF) an.
- Erinacines (A-K, P-S)Sonstige
Cyathin-Diterpenoide, vor allem im Myzel; potenziell ZNS-aktiv (NGF-Förderung).
- Beta-Glucane / PolysaccharidePolysaccharid
Beta-Glucane mit immunmodulierenden Eigenschaften.
- Phenolic acidsPhenolsäure
Phenolsäuren mit antioxidativer Wirkung.
- Ergosterol / SterolsSonstige
Pilzsterole (Provitamin-D-Vorstufe).
- Proteins and free amino acidsSonstige
Hoher Eiweißgehalt (rund 22 % der Trockenmasse) mit zahlreichen freien Aminosäuren.
- [3]MonographieMori et al. (2009): Improving effects of the mushroom Yamabushitake (Hericium erinaceus) on mild cognitive impairment: a double-blind placebo-controlled clinical trial, Phytotherapy Research 23(3):367-372(abgerufen: 2026-05-31)
- [4]MonographieLion's Mane - LiverTox, NCBI Bookshelf (NBK599740)(abgerufen: 2026-05-31)
- [6]MonographieLion's Mane Mushroom — About Herbs, Memorial Sloan Kettering Cancer Center(abgerufen: 2026-08-22)
- [1]WikipediaHericium erinaceus - Wikipedia (English)(abgerufen: 2026-05-31)
- [2]WikipediaIgel-Stachelbart - Wikipedia (Deutsch)(abgerufen: 2026-05-31)
- [5]CommonsFile:Hericium erinaceus 2.JPG - Wikimedia Commons(abgerufen: 2026-05-31)