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Reishi / Glänzender Lackporling
VorsichtReishi / Lingzhi · (Ganoderma lingzhi)
Lackporlingsverwandte (Ganodermataceae)
Beschreibung
Der glänzend lackierte, nierenförmige Fruchtkörper des Reishi wächst von September bis November meist an Laubbaumstümpfen und zählt zur Verwandtschaft der Lackporlinge. Seine Zellwände enthalten Triterpene wie Ganodersäuren und Lucidensäuren sowie Beta-Glucane und weitere Hetero-Polysaccharide, dazu Ergosterol und Peptidoglykane wie das pilzeigene Ling-Zhi-8. In der traditionellen chinesischen Heilkunde wird der harte, holzige Fruchtkörper zu Tee oder Tinktur verarbeitet und der Anwendung bei Erschöpfung, als allgemeines Stärkungsmittel und zur Unterstützung des Immunsystems zugeschrieben; volkstümlich dient er auch bei Stress und Schlafproblemen. Reishi ist kein Speisepilz zum Verzehr als Nahrung. Er wird meist gut vertragen, kann aber die Wirkung von Blutgerinnungshemmern verstärken, weshalb vor Operationen und bei entsprechender Medikation ärztlicher Rat sinnvoll ist. In Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern wird die Anwendung mangels Daten nicht empfohlen.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
Zu pulverisiertem Reishi gibt es Fallberichte über Leberschäden, in einem Fall mit tödlichem Ausgang — bei Lebererkrankung ist davon abzuraten.
Dekokt (langes Auskochen) des getrockneten, klein geschnittenen Fruchtkörpers als allgemeines Stärkungs- und Immuntonikum in der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Alkoholischer Auszug bzw. Doppelextrakt (Wasser + Alkohol) der Fruchtkörper, um sowohl die wasserlöslichen Polysaccharide als auch die alkohollöslichen Triterpene zu erfassen.
Getrocknetes Fruchtkörper-Pulver in Kapseln oder eingerührt, als modernes Nahrungsergänzungsmittel zur Immununterstützung.
Allgemein gut verträglich; berichtet werden Übelkeit, Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Juckreiz und Schwindel. Zu pulverisiertem Reishi gibt es Fallberichte über Leberschäden, in einem Fall mit tödlichem Ausgang — bei Lebererkrankung ist davon abzuraten. Reishi kann die Wirkung von Blutgerinnungshemmern (Antikoagulantien/Thrombozytenaggregationshemmern) verstärken und so das Blutungsrisiko erhöhen; bei solchen Medikamenten sowie vor Operationen ärztlich abklären. Selten allergische Reaktionen und Magen-Darm-Beschwerden. In Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern mangels Daten meiden. Kein Speisepilz – der Fruchtkörper ist holzig und nicht zum Verzehr als Nahrung geeignet.
Keine Untersuchungen an Schwangeren. Reishi ist kein Speisepilz, sondern wird als Extrakt oder Aufguss eingenommen — ohne Datenlage in der Schwangerschaft nicht anzuwenden.
Keine Daten zu Übergang in die Muttermilch oder zu Wirkungen auf gestillte Kinder.
Bei Kindern nicht untersucht.
Wechselwirkungen
Gerinnungshemmer und Thrombozytenhemmer
Reishi kann das Blutungsrisiko erhöhen; Extrakte verlängerten in Untersuchungen die Gerinnungswerte (INR, Quick, aPTT). Bei gerinnungshemmender Behandlung und vor Operationen ärztlich abklären.
Immunsuppressiva
Reishi verstärkt die Immunantwort und wirkt damit einer gewollten Unterdrückung des Immunsystems entgegen — etwa nach Organtransplantation oder bei Autoimmunerkrankungen.
Arzneimittel mit Abbau über Cytochrom P450
Reishi-Polysaccharide hemmten im Laborversuch die Enzyme CYP2E1, CYP1A2 und CYP3A und könnten damit den Spiegel entsprechender Medikamente verändern. Die klinische Bedeutung ist nicht bekannt.
Erntet wird: Fruchtkörper
- Tageszeit:
- Geerntet wird, sobald der weiße Zuwachsrand am Hutrand verschwunden und die Oberseite gleichmäßig lackrot ist — dann ist der Fruchtkörper reif. Wartet man länger, verholzt er weiter und der Sporenstaub überzieht alles rundherum. Abgeschnitten wird dicht am Substrat.
- Trocknung:
- Der Fruchtkörper ist von vornherein hart und holzig. In dünne Scheiben sägen oder schneiden, solange er frisch ist, danach bei 40 bis 50 Grad durchtrocknen. Am Stück getrocknet ist er später kaum noch zu teilen.
- Lagerung:
- 24 Monate — Trocken und dunkel, luftdicht verschlossen. Reishi ist wegen seiner harten Struktur lange haltbar, zieht aber Feuchtigkeit.
- Triterpene (Ganodersäuren, Lucidensäuren)Sonstige
Lanostan-Triterpenoide wie Ganodersäure A, C2, I; alkohollöslich, prägen den bitteren Geschmack.
- Beta-Glucane / PolysaccharidePolysaccharid
Überwiegend β-(1→3)/(1→6)-Glucane, wasserlöslich; gelten als immunmodulierende Hauptkomponente.
- Hetero-Polysaccharide (Arabinose, Galactose, Glucose, Xylose, Mannose)Polysaccharid
Zuckerbausteine der Reishi-Polysaccharide.
- Sterole / ErgosterolSonstige
Pilztypische Sterole, Vorstufe von Vitamin D2.
- Proteine und Peptidoglykane (z.B. Ling-Zhi-8)Sonstige
Proteingebundene Polysaccharide mit berichteter immunaktiver Wirkung.
- [3]MonographieGanoderma lucidum (Lingzhi or Reishi): A Medicinal Mushroom — Herbal Medicine: Biomolecular and Clinical Aspects (NCBI Bookshelf)(abgerufen: 2026-05-31)
- [4]MonographieReishi Mushroom — Memorial Sloan Kettering Cancer Center, About Herbs(abgerufen: 2026-05-31)
- [5]MonographieJin X. et al. — Ganoderma lucidum (Reishi mushroom) for cancer treatment (Cochrane Systematic Review)(abgerufen: 2026-05-31)
- [6]MonographieGanoderma lucidum—From Ancient Remedies to Modern Applications: Chemistry, Benefits, and Safety (Antioxidants, MDPI)(abgerufen: 2026-05-31)
- [1]WikipediaLingzhi (mushroom) — Wikipedia(abgerufen: 2026-05-31)
- [2]WikipediaGlänzender Lackporling — Wikipedia(abgerufen: 2026-05-31)
- [7]CommonsFile:Ganoderma lingzhi Wu, Cao & Dai 574883.jpg — Wikimedia Commons(abgerufen: 2026-05-31)