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Aubergine
Vorsicht🐾Eggplant · (Solanum melongena)
Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Beschreibung
Die glänzend violette, längliche Frucht dieser aus Asien stammenden Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) verdankt ihre charakteristische Farbe unter anderem dem Anthocyan Nasunin in der Schale. Das Fruchtfleisch liefert Kalium, Mangan, Folsäure und Ballaststoffe sowie die Phenolsäure Chlorogensäure. Nach dem Garen — Braten, Dünsten oder Backen — dient die Aubergine als nahrhaftes Gemüse; klinische Untersuchungen befassten sich mit ihrer Rolle in ballaststoffreicher Ernährung. Volksmedizinisch werden aufgelegte Blätter äusserlich bei Hautreizungen genutzt. WICHTIG: Rohe oder unreife Auberginen enthalten Solanin und Bitterstoffe, die Übelkeit und Verdauungsbeschwerden auslösen können — vollständiges Garen baut diese Verbindungen weitgehend ab. Blätter und Blüten weisen höhere Solanin-Konzentrationen auf und sind ausschliesslich für die äusserliche Anwendung vorgesehen; Personen mit bekannter Nachtschattengewächs-Allergie sollten die Frucht mit Vorsicht geniessen.
Reife Auberginen werden stets gegart gegessen — gedünstet, gebraten, gegrillt oder im Backofen. Das Fruchtfleisch ist kalorienarm (ca. 25 kcal/100 g), reich an Ballaststoffen (3 g/100 g) und enthält nennenswerte Mengen Kalium (ca. 230 mg/100 g) sowie die B-Vitamine B1, B3 und B6. Die Aubergine ist Grundzutat zahlreicher Mittelmeergerichte (Moussaka, Ratatouille, Parmigiana) und orientalischer Küchen (Baba Ghanoush, Imam Bayıldı). Roh ist sie wegen Bitterstoffen und geringen Solanin-Gehalten ungeeignet.
In der ayurvedischen und nahöstlichen Volksmedizin gilt die Aubergine als blutdruckausgleichend und antihaemorrhoidal. Die Frucht enthält Chlorogensäure (die häufigste phenolische Verbindung im Fruchtfleisch), Nasunin in der lila Schale sowie geringe Mengen anderer Polyphenole. In einigen traditionellen Systemen (Ayurveda, unani) wird ein Fruchtbrei bei Hämorrhoiden eingesetzt; die ethnobotanische Nutzung ist seit Jahrhunderten belegt, klinische Studien fehlen.
In der europäischen und asiatischen Volksmedizin werden frische Auberginen-Blätter als beruhigende, erweichende Umschläge (Kataplasmen) bei Verbrennungen, Abszessen, Furunkeln und aufgeplatzten Hautstellen verwendet. Blätter leicht zerquetschen oder dämpfen, auf die betroffene Stelle auflegen. ACHTUNG: Blätter enthalten höhere Konzentrationen an Solanin und sollten nur äußerlich angewendet werden.
Die lila Schale der Aubergine enthält Nasunin, ein Anthocyan aus der Delphinidin-Gruppe, das als Antioxidans wirkt und in Laborstudien Lipid-Peroxidation in Gehirnzellmembranen hemmte. Chlorogensäure im Fruchtfleisch zeigt präklinisch antimikrobielle und antidiabetische Aktivität. Für präventive Ernährungsempfehlungen (farbige Gemüse) stützt sich die Evidenz auf epidemiologische Daten, nicht auf klinische Studien zur Aubergine selbst.
In der persischen und arabischen Medizin des Mittelalters (u. a. al-Razi, Ibn Sina) wird Aubergine erwähnt: gut gereifte, vollständig gegarte Früchte galten als bekömmlich und verdauungsfördernd. Al-Razi warnte ausdrücklich, rohe oder unreife Früchte enthielten schädliche Qualitäten und müssten immer gekocht werden — eine Aussage, die mit der modernen Erkenntnis über Solanin-Gehalte übereinstimmt.
Quellen: [2]
Auberginen liefern Mangan (ca. 10 % des täglichen Bedarfs pro 100 g), ein Spurenelement, das als Kofaktor verschiedener Enzyme (u. a. Superoxiddismutase, Mangankomplexe) zur antioxidativen Kapazität beiträgt. Der Folat-Gehalt (ca. 22 µg/100 g) macht Aubergine zu einem bescheidenen Beitrag zur Folsäureversorgung. Als kalorienarmes Füllgemüse eignet sich die Aubergine für gewichtsreduzierende Ernährungsweisen.
Rohe oder unreife Auberginen sind ungeeignet zum Verzehr — sie enthalten Solanin und Bitterstoffe, die Übelkeit und Verdauungsbeschwerden verursachen können. Vollständiges Garen (Braten, Dünsten, Backen) baut diese Verbindungen weitgehend ab. Blätter und Blüten enthalten höhere Solanin-Konzentrationen — nur externe Anwendung. Bei bekannter Allergie gegen Nachtschattengewächse (Solanaceae) oder Nickel-Allergie Aubergine mit Vorsicht konsumieren (Kreuzreaktion möglich). In seltenen Fällen wurden histaminbedingte Unverträglichkeitsreaktionen beschrieben. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen giftig — gemeint sind Blätter und Blüten, gegartes Fruchtfleisch in kleinen Mengen gilt als unbedenklich. Die ASPCA stuft die ganze Gattung so ein.
Gegarte Auberginen gelten als sicher in Schwangerschaft und Stillzeit — kein Risiko bei üblicher Küchenmenge. Blätter und unreife Früchte meiden.
Gegarte Auberginen uneingeschränkt geeignet. Blätter meiden.
Gegarte Auberginen ab dem Beikost-Alter geeignet. Rohe Früchte und Blätter für Kleinkinder nicht geeignet.
Kontraindikationen
- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Nachtschattengewächsen (Solanaceae) — Aubergine meiden.
- Rohe oder unreife Früchte — wegen Solanin-Gehalten nicht verzehren.
Erntet wird: reife Früchte
- Tageszeit:
- Ernten, wenn die Schale glänzend, prall und gleichmäßig gefärbt ist — noch vor dem Vergilben oder Weichwerden. Die Früchte lassen sich mit einem leichten Fingerdruck leicht eindrücken und federn zurück (Reifetest). Überreife Früchte werden bitter und samig. Bevorzugt am kühlen Morgen ernten.
- Trocknung:
- LAGERUNG: Auberginen sind kälteempfindlich (Chilling-Injury unter 10 °C). Im Kühlschrank nicht unter 10–12 °C lagern; kühl und feucht halten. Haltbarkeit: 1–2 Wochen. Nicht neben Ethylen-produzierenden Früchten (Äpfel, Tomaten) lagern — beschleunigt Reifung und Vergehen. Für längere Haltbarkeit: in Scheiben schneiden, blanchieren und einfrieren.
- Lagerung:
- 1 Monate — Kühl (10–12 °C), dunkel und feucht. Nicht unter 10 °C (Kälteschäden!). Nicht mit Äpfeln oder Tomaten lagern.
- Tageszeit:
- Samen aus vollreifen, überreifen (gelb-bräunlichen) Früchten gewinnen — erst wenn die Frucht für den Verzehr zu alt ist, sind die Samen vollständig ausgereift. Frucht aufschneiden, Samen mit Fruchtfleisch-Resten herauslösen, in einem Sieb unter fließendem Wasser abspülen und auf Küchenpapier trocknen.
- Trocknung:
- Samen bei Raumtemperatur an einem luftigen Platz 2–4 Wochen trocknen. Vollständig getrocknete Samen (< 10 % Restfeuchte) in beschrifteten Papiertüten bei kühlen, trockenen Bedingungen lagern. Keimfähigkeit bei guter Lagerung 4–5 Jahre.
- Lagerung:
- 60 Monate — Trocken, kühl und dunkel in Papiertüten. Nicht in luftdichten Plastikbehältern (Schimmelgefahr).
- NasuninFlavonoidAnteil: Spuren in SchaleFrucht
Anthocyan aus der Delphinidin-Gruppe — verantwortlich für die charakteristische lila Farbe der Schale. Wirkt als Antioxidans und hemmte in Laborstudien die Lipid-Peroxidation in neuronalen Membranen. Nur in gefärbten Auberginen-Sorten; weiße oder grüne Varietäten enthalten kein Nasunin.
- ChlorogensäurePhenolsäureAnteil: 0,5-1,5 % (in Trockenmasse)Frucht
Die häufigste phenolische Verbindung im Auberginen-Fruchtfleisch. Katalysiert durch Polyphenoloxidase führt sie zur raschen enzymatischen Bräunung nach dem Anschneiden. Zeigt präklinisch antimikrobielle, antioxidative und insulinotrope Aktivität. Durch Garen wird die Bräunungsreaktion unterbrochen.
- KaliumMineralstoffAnteil: 205-230 mg/100 gFrucht
Wichtigstes Mineral der Aubergine. Essenziell für die Regulation des Blutdrucks und die neuromuskuläre Erregungsleitung. Der Kalium-Gehalt bleibt beim Garen weitgehend erhalten, wenn die Aubergine nicht in großen Wassermengen ausgekocht wird.
- ManganMineralstoffAnteil: 0,23-0,25 mg/100 gFrucht
Kofaktor der Mangan-Superoxiddismutase (MnSOD) und anderer Enzyme. Mit ca. 10 % des täglichen Bedarfs pro 100 g ist die Aubergine eine der besseren Mangan-Quellen unter den Gemüsesorten.
- Ballaststoffe (Pektin, Zellulose)PolysaccharidAnteil: 2,5-3,5 %Frucht
Das Fruchtfleisch der Aubergine enthält lösliche (Pektin) und unlösliche (Zellulose) Ballaststoffe. Lösliche Ballaststoffe wirken präbiotisch und können die Cholesterin-Absorption reduzieren. Die hohe Ballaststoffdichte bei sehr niedrigem Kaloriengehalt macht die Aubergine zu einem sättigenden Lebensmittel.
- Solanin (alpha-Solanin, Tomatidin)AlkaloidAnteil: < 0,01 % (reife Früchte)Frucht
Natürliche Schutzsubstanz der Pflanze. In reifen Auberginen-Früchten in so geringen Konzentrationen vorhanden, dass keine Vergiftungsgefahr besteht. In unreifen Früchten und Blättern deutlich erhöht. Hitzestabil — Kochen reduziert Solanin kaum; das Risiko wird durch vollständige Reife und Kochen der Früchte minimiert.
- Folsäure (Folat)VitaminAnteil: 20-25 µg/100 gFrucht
Bescheidener Beitrag zur Folat-Versorgung. Folsäure ist essenziell für die DNA-Synthese, die Zellteilung und die Entwicklung des Neuralrohrs in der Frühschwangerschaft. Hitzeempfindlich: langes Kochen reduziert den Folat-Gehalt erheblich.
- [3]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Solanum melongena database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [4]MonographieUSDA FoodData Central — Eggplant, raw (FDC ID 169228)(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]MonographieASPCA Animal Poison Control — Deadly Nightshade (Solanum spp)(abgerufen: 2026-08-10)
- [6]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Solanum melongena L.: schwach giftig (+) (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [1]WikipediaAubergine (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]WikipediaEggplant (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)
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Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)