© Missvain · CC BY 4.0 · Commons
Kalifornischer Mohn
California poppy · (Eschscholzia californica)
Mohngewächse (Papaveraceae)
Beschreibung
Der Kalifornische Mohn (auch Kalifornischer Goldmohn, Goldmohn oder Schlafmützchen genannt) ist eine niedrige, mehrjährige bis einjährige Pflanze aus der Familie der Mohngewächse mit fein zerteilten, blaugrünen Blättern und leuchtend orangefarbenen bis goldgelben, untertassenförmigen Blüten, die sich bei Sonnenschein öffnen und sich nachts sowie bei kühlem Wetter schließen. Ursprünglich in Kalifornien und im Südwesten Nordamerikas beheimatet, wird er heute weltweit als Zierpflanze kultiviert. Trotz seines Namens ist er nicht mit dem Schlafmohn (Papaver somniferum) gleichzusetzen: Er enthält kein Morphin und keine Opiate. Seine Wirkung beruht auf einer ganz anderen Gruppe von Alkaloiden (unter anderem Californidin, Eschscholtzin und Protopin). Medizinisch verwendet wird das blühende Kraut (oberirdische Teile, Eschscholziae herba).
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Sicherheit in der Schwangerschaft nicht belegt; laut EMA-Monographie wird die Anwendung in der Schwangerschaft nicht empfohlen.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wegen fehlender Daten nicht anwenden (EMA-Monographie).
Traditioneller Tee aus dem Kraut zur Linderung leichter Symptome von nervlichem Stress und als sanfte Einschlafhilfe. Macht im Gegensatz zum Schlafmohn nicht abhängig und enthält kein Morphin.
Anleitung & Dosierung
1–2 g getrocknetes, zerkleinertes Kraut mit etwa 150 ml kochendem Wasser übergiessen, zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Als Einschlafhilfe eine Tasse rund 30–60 Minuten vor dem Schlafengehen trinken; zur Linderung von leichtem nervlichem Stress über den Tag verteilt.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur für Erwachsene ab 18 Jahren; mangels Daten nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (EMA HMPC).
Alkoholischer Auszug aus dem blühenden Kraut, traditionell bei leichtem nervlichem Stress und Einschlafstörungen verwendet. Wegen des Alkoholgehalts und der beruhigenden Wirkung nicht vor dem Autofahren einnehmen.
Anleitung & Dosierung
1–4 ml Tinktur (üblich 1:5 in Alkohol) in etwas Wasser einnehmen. Als Einschlafhilfe eine Dosis rund 30–60 Minuten vor dem Schlafengehen; zur Beruhigung bei leichtem nervlichem Stress nach Bedarf, höchstens zweimal täglich.
- Flüssigkeit
- 1–4 ml
- Anwendungen/Tag
- 2×
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur für Erwachsene ab 18 Jahren; mangels Daten nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (EMA HMPC).
Kann müde machen und die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen — nach einer Abenddosis nicht Auto fahren oder Maschinen bedienen. Die beruhigende Wirkung kann sich mit anderen Beruhigungsmitteln und mit Alkohol verstärken. Wegen fehlender Daten nicht in Schwangerschaft und Stillzeit sowie nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren anwenden. Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an oder verschlimmern sie sich, eine Ärztin, einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson aufsuchen.
Sicherheit in der Schwangerschaft nicht belegt; laut EMA-Monographie wird die Anwendung in der Schwangerschaft nicht empfohlen.
Sicherheit in der Stillzeit nicht belegt; laut EMA-Monographie wird die Anwendung in der Stillzeit nicht empfohlen.
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wegen fehlender Daten nicht anwenden (EMA-Monographie).
Wechselwirkungen
Sedatives/CNS depressants (benzodiazepines, alcohol)
Die beruhigende, schlaffördernde Wirkung kann sich mit zentral dämpfenden Mitteln und Alkohol theoretisch addieren und Müdigkeit verstärken. Die EMA-Monographie nennt zwar keine bestätigten Wechselwirkungen, eine gleichzeitige Anwendung sollte aber vorsichtig erfolgen.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber Kalifornischem Mohn oder anderen Mohngewächsen.
- Nur mit Vorsicht zusammen mit anderen Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln oder Alkohol einnehmen.
Erntet wird: Blühendes Kraut (oberirdische Teile)
- CalifornidineAlkaloidAnteil: variableKrautige Teile
Quartäres Pavin-Alkaloid und eines der Leitalkaloide des Krauts. Kein Morphin oder Opiat.
- EschscholtzineAlkaloidKrautige Teile
Isochinolin-Alkaloid (Pavin-Typ), charakteristisch für die Gattung Eschscholzia.
- ProtopineAlkaloidKrautige Teile
Isochinolin-Alkaloid, dem beruhigende und krampflösende Eigenschaften zugeschrieben werden.
- AllocryptopineAlkaloidKrautige Teile
Weiteres Isochinolin-Alkaloid des Krauts. Insgesamt enthält das Kraut nur geringe Mengen Alkaloide (etwa 0,3 %).
- Rutin (Flavonoide)FlavonoidKrautige Teile
Flavonolglykosid; Vertreter der Flavonoide im Kraut.
- CarotenoideSonstigeBlüte
Gelb-orange Farbstoffe (u. a. Eschscholtzxanthin), die den Blütenblättern ihre leuchtende Farbe geben.
- [1]MonographieEuropean Union herbal monograph on Eschscholzia californica Cham., herba (EMA/HMPC/680372/2013)(abgerufen: 2026-06-12)
- [2]MonographieEMA — Eschscholziae herba (California poppy): herbal medicine overview(abgerufen: 2026-06-12)
- [3]MonographieEMA — Final assessment report on Eschscholzia californica Cham., herba(abgerufen: 2026-06-12)
- [4]WikipediaEschscholzia californica — Wikipedia (English)(abgerufen: 2026-06-12)
- [5]WikipediaKalifornischer Mohn — Wikipedia (Deutsch)(abgerufen: 2026-06-12)
- [7]CommonsFile:Eschscholzia californica - May 2023 - Sarah Stierch.jpg — Wikimedia Commons(abgerufen: 2026-06-12)
- [6]WikidataEschscholzia californica (Q156831) — Wikidata(abgerufen: 2026-06-12)
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